Beiträge von chilipaprika

    Wenn du mit dem Ref fertig bist, bist du frei das zu machen, was du willst und du kannst dich überall auf der Welt als Ortslehrkraft bewerben.

    Was du wahrscheinlich im Kopf hast, ist aus Deutschland aus - mit Beibehaltung des Status - entsandt zu werden.
    Tja, die DEUTSCHEN Auslandsschulen müssen auch ihre Kräfte herbekommen. Da können die Länder nicht sagen, dass sie keine mehr entsenden. Ob sie allerdings jemanden entsenden, den sie ganz doll gebrauchen, statt jemanden, den man entbehren kann, ist eine andere Sache.
    Viele Schulen reduzieren auch allgemein die Zahl der entsandten Lehrkräfte (weil der "Auslandsdienst" sparen muss) und stocken mit Ortslehrkäfte auf (einige Schulen haben keine Hand voll aus Deutschland oder gar nur die Schulleitung, der ganze Rest besteht aus Ortskräfte (die ganz oft aber Deutsche sind ;) )

    Generell: Man muss mindestens auf Lebenszeit verbeamtet sein, plus ein Verfahren durchlaufen, das länger als zwei Tage dauert. Wer also schnell ins Ausland gehen will (UND mitbestimmen will, wo er hingeht): vor der Planstelle ist sicher.

    Ich denke wir machen uns nichts vor wenn wir sagen, dass im Lehramt oft auf hohem Niveau gejammert wird.

    und trotzdem auch okay.
    Nur, weil es woanders (für Andere) doof ist, habe "ich" das Recht, meine Situation doof oder untragbar zu halten.
    und da jede*r Mensch unterschiedlich ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat, kann es sein, dass Jemandens Grund auszusteigen für mich irrelevant wäre, meine potenziellen Gründe für Andere auch keine Rolle spielen.
    Genauso wie jedes Bundesland / jede Schule eh unterschiedlich ist.

    Kann ich sehr gut verstehen. Ich bevorzuge nämlich als Traumatherapeuten Fachärzte für Psychosomatik, weil diese Körper und Psyche gleichermaßen gesundheitlich erfassen, verstehen und konstruktive, ganzheitliche Behandlungsansätze entwickeln können, die nicht nur oberflächlich Symptome körperlicher oder seelischer Art behandeln.

    Ich habe das Berufsbild vor Kurzem kennengelernt und bin begeistert, dass es in der Medizin diese Entwicklung gegeben hat. Dass es allerdings unter den Therapeuten nur so wenige Psychosomatiker*innen gibt (die auch noch psychosomatisch arbeiten) ist ein Jammer.
    Aber ich habe Hoffnung für die Zukunft (die stirbt bekanntlich zuletzt).

    Dem würde ich zustimmen.
    Es ist ziemlich spannend, was es alles "auf dem Markt" gibt und worauf man achten sollte.
    Die Lehrdozentin meiner Beratungsausbildung ist Traumtherapeutin, eine der sehr wenigen (und soweit ich es überblicken kann: sehr gut). Sie hat erzählt, dass sie bei dem Schul-Amoklauf, den es vor Jahren bei uns in der Region gegeben hat, die einzige weit und breit ausgebildete Traumatherapeutin war. Erschreckend.
    Sie hat auch das ganze Programm hinter sich (Psychostudium, Beratung, Therapie), therapiert aber nur in ihrer Institution und sonst "nebenbei". Keine Lust auf Abrechnung und so. Nachdem ich sie in der Weiterbildung kennengelernt habe: mir war das Geld wert, ein Trauma zu bearbeiten, von dem ich nicht wusste, dass ich es habe (und auch mir nie angemaßt hätte, es Trauma zu nennen). 2 Stunden. Weg. (EMDR)
    Eine andere Teilnehmerin hat es übrigens auch für die Verarbeitung des Tods einer sehr nahen Person benutzt (aber es war natürlich nach der Trauerphase und NICHT in einer depressiven Phase).

    Ich wünschte, wir Lehrkräfte hätten mehr Ahnung von sowas und es gäbe auch mehr qualifiziertes Personal, das IMMER da wäre. Nicht ein 20 Minuten-Termin in 18 Monaten 35 Kilometer weit weg (mit dem "immer" lasse ich natürlich Konstrukte wie "pro Stadt" oder so zu.)
    Mir hat die Beratungsausbildung auf jeden Fall sehr viel für meinen Lehrerjob gebracht, ich fühle mich aber weiterhin hilflos, was viele Punkte angeht.

    In meinem Viertel gibt es auch so einen Typen. Hat sich selbstständig gemacht. Nennt sich psychologischer Berater und war früher Schlosser. Die Praxis geht super. Er lebt davon, dass verzweifelte Menschen auf die schnelle keinen Therapieplatz bekommen und lässt sich genauso wie echte Therapeuten bezahlen. Das Problem: Er hat nie eine klassische Therapeutenausbildung absolviert, vermarktet es aber als ob er 5 Jahre Psycho studiert hat.

    Tja, da kann aber auch jede*r gucken, was stimmt und was nicht. Ab dem Moment, wo es keine Kassenzulassung gibt (und man also sowieso als Selbstzahler geht), sollte man genau gucken.
    Wer den Unterschied zwischen Beratung und Therapie nicht kennt, würde auch auf andere Charlatans reinfallen.

    Ich finde jemand, der Psychologie studiert hat oder eine mehrjährige Ausbildung als systemischer Berater absolviert hat, kann einfach viel konstruktiver beraten, als eine Person, die gefrustet aus einem Bereich ausgestiegen ist.

    Ich glaube, du hast relativ wenig Ahnung vom Feld.
    1) Berater und Psychotherapeut sind zwei paar Schuhe. (Sie nennt sich nicht Therapeutin und hat auch nicht das Anliegen. Und nein, ich kenne sie nicht persönlich, kannte nur ihren Podcast lange, bevor sie bekannter wurde und habe im letzten Jahr an einer Tagung teilgenommen, wo sie einen Vortrag gehalten hat)

    2) Ein Psychologie-Studium und eine Ausbildung als systemischer Berater befähigen NICHT dazu, eine (Psycho)Therapie anzubieten (Der systemische Therapeut ist eine zweijährige Weiterbildung NACH der zweijährigen Beratungsausbildung).

    3) Ja, jemand mit Psychologie hat Beratungstechniken gelernt, genauso wie ein Sozialpädagoge. Wer aber die Beraterausbildung gemacht hat, hat das Wissen "nachgeholt".

    Genau das Prinzip der Beratung - ich spreche jetzt zumindest von der systemischen Beratung und von weiteren lösungsorientierten, personenfokussierten Ansätzen - ist: der Klient ist der Spezialist für sich selbst. Das Wissen in einem Gebiet ist nicht Teil einer systemischen Beratung im klassischen Sinne. Ihr Angebot (genauso wie bei vielen spezialisierten Coaches) ist also eine Mischung: personenzentriert beraten, aber mit dem Hintergrundwissen des Feldes.

    Und zu meinem Hintergrund: ich kenne wie oben geschrieben die nette Dame nicht, ihr Werbestil ist nicht meiner, aber ihre Aufgabe ist eben nicht Schul(system)entwicklung sondern beruflicher Coach. Ich habe selbst eine systemische Beratung-Ausbildung und fühle mich trotz fehlendem Psychologie-Studium durchaus kompetent* und habe Menschen in Anliegen beraten, von denen ich keine Praxiserfahrung habe (Kindererziehung, Sucht, Scheidung...) und auch in Anliegen, wo mein Hintergrundwissen hilfreich war (berufliche Perspektiven, Ausstieg, Sozialleistungen, eigenes Spezialgebiet..). Beides hat Vor- und Nachteile, jeder Coach entscheidet, ob er sich spezialisiert.

    Mich stört da die die fehlende Selbstreflexion.

    Es sind bei den Beiträgen immer die anderen Schuld. Mal das Schulamt, dann die bösen Kollegen, dann wieder die Seminarleitung. Anstatt zu sagen: Für mich war das eben nicht weg. Für andere ist er es vielleicht. Möglicherweise lag es auch an mir.

    Naja, das gehört zum Plakativen eines Instaposts dazu und sie betreibt eben keine Systementwicklung, wo man sich fragt "was kann ich ändern?" sondern "wie kann ich mit einigen Situationen leben?". Da hat sie auch genug Posts oder Beiträgen, wo sie erläutert, dass viele Kund*innen für sich entscheiden, im Schuldienst zu bleiben und sich zu arrangieren, es sei auch okay. und DAS ist personenzentriert.


    Edit / Bearbeitung: Ich fühle mich kompetent im Feld, in dem ich ausgebildet bin: Beratung. Nicht für eine Therapie. Um Gottes Willen. Dafür fehlen mir viele Hintergründe. Und auch mit einer weiteren Weiterbildung wäre ich "nur" "systemische Therapeutin" und nicht PSYCHOtherapeutin.
    Menschen mit Psychologie-Studium und Thera-Weiterbildung sind übrigens: "Psychologe, M.Sc., systemischer Berater, systemischer Therapeut".
    Psychotherapeut ist man - wenn man es sauber schreibt - nach einer Ausbildung nach dem Psychotherapeutengesetz, die man nur nach einem Psychologie-Studium (Ausnahmen: KiJu, dann muss die Bezeichnung immer genannt werden) oder Medizin-Studium machen kann (dann ist man ärztlicher Psychotherapeut. Oder Facharzt für Psychotherapie oder Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie.)

    Du hast ein komisches Verständnis von Coachs und Berater*innen.
    Sie ist nicht da, um den Lehrermangel zu retten.
    Wie würdest du dich denn fühlen, wenn du zu einem Coach mit einem Problem gehst, und er dir sagt "gesamtgesellschaftlich ist es gut, dass Sie leiden, halten Sie es aus".

    Sie berät auch nicht zum Lehrerausstieg, sondern zu den Möglichkeiten, die es gibt. Einen Großteil des Wissens stellt sie kostenfrei zur Verfügung.

    Und klar schießt sie gegen das System oder einzelne Akteur*innen, wenn es genau die Probleme sind.

    Aber höchstwahrscheinlich reden wir nicht von der selben Person, denn die Isabelle Probst hat sehr wohl eine Beratungsausbildung und mehr als das, ständige Weiterqualifikationen dazu.
    "Influencerin" ist sie nicht, sie verdient ja kein Geld durch Instagram oder ihre Webseite, vermarktet da keine Fremdangebote.

    Hab gerade nochmal nachgesehen und das ist so nicht korrekt.

    Psychische Erkrankungen müssen laut Fragebogen für die Verbeamtung nur über einen gewissen Zeitraum angegeben werden.

    Du bist in einem BL, wo der Fragebogen einheitlich für das ganze BL ist, und wo du auch darauf vertrauen kannst, dass in einem Jahr alles noch so ist? (trotz sich regelmäßig ändernder Rechtssprechung (zu "unserem" Gunsten)?)

    Der "Fragebogen" (den es nicht gab) bei meinem Amtsarzt war anders als beim Amtsarzt 20km weiter (selbes Bundesland) und lustigerweise wurde ich für ein zweites BL begutachtet, das wiederum auch keine einheitlichen Verfahren hat (wenn man mit Leuten redet, merkt man, dass die einen zb. Blut oder Urin abgeben mussten, andere nicht, einige Fragen gestellt wurden, andere nicht)

    Es ist ein Unterschied ob jemand eine Schizophrenie hat, eine schwere depressive Episode oder eine Anpasssungsstörung auf schwere Lebensumstände. Näheres dazu kann dir auch ein Arzt erklären.

    Danke. Ich habe Ahnung vom Feld und genug "Erfahrung", um die Unterschiede zu kennen und zu wissen, dass es bei der Verbeamtung / PKV kaum einen Unterschied ausmacht, also zumindest nicht in der aktuellen Situation.

    Und wenn ein Hausarzt (!) dir eine Anpassungsstörung bescheinigt, um die Antidepressiva zu verschreiben (die du nie einreichst), dann muss der Arzt trotzdem erklären, warum er abseits seines Feldes sowas verschreibt (es ist so, ein Hausarzt DARF, sollte aber nicht) und DU kommst in Teufels Küche, weil du erklären musst, warum du zwar wusstest, dass du eine Anpassungsstörung hattest, nichts dagegen gemacht hast aber trotzdem glaubst, jetzt geheilt zu sein.

    Also: entweder hast du ein Husten, wenn du zum Arzt kommst, oder du hast das, was du hast: anscheinend eine depressive Phase oder eine Anpassungsstörung, nimmst dagegen Medikamente ein und machst eine unterstützende Therapie, die du dann auch angeben kannst, weil auf den Tod von zwei nahen Verwandten mit Niederschlagenheit und depressiver Verstimmung zu reagieren echt nicht gegen eine Verbeamtung spricht. Du kannst aber keinen Arztbericht dann beim Amtsarzt einreichen, der das bestätigt ("geheilt"), wenn du nie beim Arzt warst.

    Es gibt ja diese Influencerin, die sich danach auf Coaching spezialisiert hat und heute kräftig auf instagram gegen das Schulamt und den Lehrerjob wettert.

    "Influencerin" :D

    Sie ist Coach und lebt davon (sehr gut) und hat eine Internetpräsenz (und wird "leider" auch sehr viel immer wieder angefragt, weil es eben großen Diskussionsbedarf gibt).
    Sie wettert nicht gegen das Schulamt (sowieso nicht) und den Lehrerjob, sondern gegen die systemischen Arbeitsbedingungen.

    Zu deiner Frage:
    "Leitlinien" gibt es natürlich nicht, aber tatsächlich könntest du in einigen ihrer Beiträgen oder Podcastfolgen viele Beispiele hören.
    Ich bezweifle, dass die Mehrheit in Privatschulen unterkommt.
    "Sozialer Bereich" ist ja ein sehr vages Wort, also wahrscheinlich, viele sind einfach "ganz normal" in der Verwaltung, in NGOs, arbeiten analytisch, koordinierend, "wissenschaftlich", ... es hängt auch ein bisschen von der Vorerfahrung und den Fächern ab.
    Eine Freundin von mir hat gekündigt (sich aus dem Dienst entlassen lassen) und innerhalb von ein paar Bewerbungen eine Stelle als Jugendreferentin bekommen.
    Aber ich kenne auch ein paar Leute, die komplett woanders sind: im Baumarkt arbeiten oder Busfahrerin. Ob es nur ein Übergang ist (Hauptsache raus aus dem Ref und eine Krankenversicherung bekommen) oder längerfristig bleibt, wird sich zeigen.

    ja, es sind definitiv unterschiedliche Rollen.
    Ich wüsste nicht mal, wer unser "GEW-Verbindungsmensch" ist. Als ich an die Schule kam, sprach mich ein Kollege an (ich war Mitglied, er war wohl der Ansprechpartner) und es war grenzwertig "geheim", weil die Fronten im Kollegium in der Vergangenheit wohl sehr angespannt gewesen waren. Er ist längst pensioniert, es spielt keine Rolle mehr, wir haben eine Kollegin im Bezirkspersonalrat (PhV), mehr weiß ich nicht.
    Der Lehrerrat wäre meine Anlaufstelle für schulbezogene Punkte.
    Die Gewerkschaft schalte ich ein, wenn ich "rechtliche" Fragen habe (Überstunden, Abordnung, usw..)

    Ich war im Referendariat an einem Seminar, das eine ganz klare politische Richtung hatte und ich kann sagen: ICH finde es nicht in Ordnung, wenn jemand in einer weisungsbefugten Position, womöglich am selben Stuhl sitzend, gewerkschaftliche Informationen gibt (da mein Ref phasenweise eine eindeutige Wahlveranstaltung für PhV und CDU war, habe ich schnell gelernt, meine Klappe zu halten, aber ich möchte mit meiner SL keine bildungspolitischen Diskussionen auf einer Konferenz führen)

    Meine Therapeutin meinte am Telefon man könnte es auch unter Anpassungsstörung laufen lassen. Das ist weniger hart als die klassische Depression. Die Frage ist, kann ich den Arzt überzeugen das so anzugeben.

    Anpassungsstörung ist auch eine "F-Diagnose", es macht also keinen Unterschied: Wenn sie irgendwo auftaucht, musst du sie erklären.
    Und ob du eine Anpassungsstörung oder eine mit einem echt guten Grund* begründeten depressiven Episode hattest: wo ist der Unterschied?

    *und eigentlich ist es doch ziemlich egal, was "gute Gründe" sind. Zum Glück entscheidet der Arzt auch nicht, ob mein Bein es wert ist, eingegipst zu werden und der Amtsarzt auch nicht, ob ich mir das Bein doch nicht durch ein riskantes Leben (also: nicht verbeamtungswürdig) gebrochen habe.

    Du musst nur wissen: wenn du gar keine Spuren hinterlassen willst, dann darfst du NIRGENDWO Spuren haben. Und es geht sehr schnell ins Geld (Untersuchung beim Arzt, Rezept, Medikamente, Therapiestunden) und in die mentale Last, nirgendwo etwas zu erzählen.
    Ob das förderlich für deine mentale Gesundheit ist (und dein Gewissen), das musst du entscheiden.
    Die Tatsache, dass du im Ref in der GKV geblieben bist, lässt vermuten, dass du andere Baustellen hast? (oder keine europäische Staatsbürgerschaft hast und angestellt bist).

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