Beiträge von chilipaprika

    Ich hätte da eher erwartet, dass eine Oberstufenreform zum Ziel hat, dass die Studierfähigkeit herstellt wird, wie es früher mal Aufgabe der Oberstufe war und eigentlich auch die Legitimation dieser Schulstufe ist.

    Erklär es gerne. ;)

    Ich bin immer an anderen Ansichten interessiert.


    Naja, ich gehe davon aus, dass du selbst weißt, wie naiv unrealistisch deine Annahme war.
    Aber ich träume auch gerne von Reformen... :(

    chilipaprika wurde ja angeboten Englisch fachfremd zu unterrichten. Was ich allerdings gar nicht cool finde einem Deutsch- und Politiklehrer zu sagen, mach doch mal Englisch.

    Wenn man in Bayern Hauptschullehramt studiert, gibt es irgendwie auch nur 1 Hauptfach, bspw. Politik, und 3 Didaktikfächer. Also unterrichten die Lehrer dort sehr wahrscheinlich immer mindestens 4 Fächer. Das ist bestimmt auch nicht ohne.

    Zur Entlastung der Schule: Ich habe ja auch Französisch (Fremdsprachendidaktik) und ein Jahr Praktika im englischsprachigen Ausland in meinem Lebenslauf. (Mein Akzent ist trotzdem leider nicht passend.)

    Mit Hauptfach meint Kodi vermutlich die Fächer der Fächergruppe I: Deutsch, Englisch, Mathe und oft ein Wahlpflichtfach (am Gym immer die 2. Fremdsprache)

    Wie lange musstest du auf eine Festanstellung warten (BL?)?

    Wie ist der Aufwand im Fach Politik?

    Ich hatte eine nahtlose Einstellung. Aber andere Fächer und andere Schulform.
    Ich bin in NRW, hätte aber auch in NDS eine (andere) Sek1-Stelle haben können und eine Überbrückungszeit an einem Gym, mit vermutlich Entfristung.

    Aufwand in Politik:
    ICH persönlich halte nichts von Diskussionen zum Aufwand (außer, wenn es um Korrektur geht). Ich mag meine Fächer, sie haben alle einen unterschiedlichen Aufwand je nach Reihe, je nach Investition, je nach Lerngruppe.
    Der "Aufwand" ist in der Oberstufe viel höher und trotzdem würde ich lieber zwei Oberstufenkurse als einen Sek1-Kurs haben. Es hat viel mit den Themen und der Art und Weise des Unterrichts.
    Generell aber (jahrgangsübergreifend) liebe ich es, trotz Aufwand in der Materialsuche, aktuelle Themen zu besprechen, Schüler*innen zu mündigen Menschen zu erziehen, sie bei ihrem Weg zur guten Argumentation zu begleiten.

    Du wirst mit zwei Nebenfächern in der S1 sicher kein Hauptfach fachfremd unterrichten. So schlimm ist es auch noch nicht. ;)

    Ich kenne anekdotisch solche Fälle. Insbesondere dann Deutsch.
    (okay viele dieser Fälle haben Französisch (Das sie eben am Ende kaum unterrichten, weil Sek1), zählt es dann als Hauptfach? Aber ich kenne wirklich jemanden mit Geschi/Reli und jemanden mit Sport/Politik, die beide Deutsch dazu bekommen haben).

    Ich kann mir auch vorstellen Geschichte und Kunst zu unterrichten. Aber Deutsch wäre schlimm.

    Warum wäre es schlimm?

    Und: du interessierst dich insbesondere für die Beziehungsarbeit an der Schule. Selbstverständlich können Lehrkräfte auch in 2-3 Stunden die Woche eine gute Beziehung aufbauen, aber die Stärke von vielen Sek1-Kräften liegt eben darin, dass es zum pädagogischen Konzept, dass eine Lehrkraft möglichst viele Stunden in einer Klasse/Lerngruppe verbringt.
    Wenn du "nur" 3 Stunden pro Klasse hast, wird es für dich schon anstrengend.

    "Ich hatte ein Vorstellungsgespräch an einer Sek1-Schule (womöglich nicht repräsentativ in der Tiefe, aber die Erfahrung deckt sich mit einigen Erfahrungen von ein paar Kolleg*innen (oder guck dir einfach hier im Forum an, was für Fächer im Profil stehen, wenn jemand Sek1 stehen an ;) )"
    -> Ich verstehe nicht was du damit sagen willst haha

    viele Sek1-Lehrkräfte zählen mehr als 2 Fächer in ihrem Profil auf. Die wenigsten davon werden tatsächlich alle Fächer studiert haben ;)

    Versuch mal in NRW im Rechner zu gucken, ob es überhaupt Fächerkombis in der Sek1 gibt, die schlecht sind.
    Denn ganz ehrlich: die Kombi von zwei Fächern, die in der Hälfte der Schulen (vermutlich konservativ gedacht) zusammen oder vom anderen Fachlehrer mitunterrichtet wird, ist vermutlich keine super.
    Mit PoWi und EK würdest du garantiert auch immer Geschichte unterrichten.
    Und vermutlich auch Deutsch in deiner Klasse.

    Und selbstverständlich musst du alle Aufgaben einer Lehrkraft übernehmen, wenn du ein Fach zugewiesen bekommst (mal wird man nach Affinitäten gefragt, mal wird es einfach beschlossen.)
    Ich hatte ein Vorstellungsgespräch an einer Sek1-Schule (womöglich nicht repräsentativ in der Tiefe, aber die Erfahrung deckt sich mit einigen Erfahrungen von ein paar Kolleg*innen (oder guck dir einfach hier im Forum an, was für Fächer im Profil stehen, wenn jemand Sek1 stehen an ;) )
    Ich (mit drei Fächern kommend und eigentlich "nur" da, weil Französisch voll das Mangelfach war) wurde im Vorstellungsgespräch informiert, dass ich als Politik/Wirtschaft-Lehrerin selbstverständlich Geschichte und Erdkunde unterrichte und gefragt, was ich bereit wäre, in meiner Klasse zu unterrichten (also zusätzlich zu Deutsch, Gesellschaftslehre-Verbund und Französisch als Wahlpflichtfach). Englisch wurde mir angeboten (weil "sprachaffin", haha), und dann stand die Frage offen, ob Kunst ODER Musik.

    Ich hatte kein großes Interesse an der Stelle (hauptsächlich: keine Sek2) und war nur zum Absichern meines Nicht-Interesse da, aber meine Zurückhaltung gefiel denen nicht.
    (und mir gefiel es wiederum nicht, dass sie keinen Qualitätsanspruch am Unterricht haben, aber mittlerweile weiß ich, dass es auch sehr sehr oft so läuft.)

    Ich bin nicht Maylin, finde aber die Organisation eines Hörverstehens in der Fremdsprache durchaus viel Aufwand:
    - Dokument finden, eigentlich mindestens zwei, weil Backup für Nachschreibeklausur.

    - entsprechende Materialien, die dazu hinführen.

    alles vom passenden Niveau aber auch nicht direkt zugänglich, dass die SuS beim Blättern den Text und die Audiospur gefunden hatten. Da wo ich in einem Text kürzen kann oder 2-3 Vokabel drunter schreiben kann, kann ich es nicht tun.

    In der Spracherwerbsphase kann man es sich einfach machen: der Verlag hatte Vorschläge, in der Oberstufe ist es finde ich echt schwierig. Habe ich gerne gemacht (schon alleine, weil es heißt, ich habe einen Kurs..), auch weil es mir Spass macht, einen neuen Kurzfilm zu sichten oder Radiobeiträge zu hören, aber der Aufwand ist trotzdem fast nicht zu rechtfertigen, wenn ich es mit einem Klausurtext vergleiche (was auch nicht "einfach so" geht)

    Geheimhalten ist auch nicht in meinem Interesse, zumal ich grundsätzlich ja auch bleiben möchte.

    Mich interessiert es eher vor dem

    Hintergrund der Bewertung, denn es soll ja auch vorkommen, dass SL einen „nicht so gerne gehen lassen“ und eine externe Bewerbung nicht so gut auffassen.

    und schneidet sich selbst ins Fleisch, weil dann unzufriedene Lehrkräfte im Lehrerzimmer sind.
    und mit einer "schlechten Bewerbung" kämst du auch nicht auf die Beförderung an deiner Schule und es handelt sich um dieselbe Bewertungsgrundlage. für alle Stellen.

    ja, ich durfte Unordnung liegenlassen.
    Oder nicht. Ich durfte nicht wirklich.

    Aber das, was meine Eltern Ordnung nannten, war definitiv keine, wie ich später als Erwachsene feststellen durfte.
    DAS war nicht geil.


    und bei dir?

    Familie: Hund und Katze.
    Ich: keins.
    und das war mein größter Wunsch, ich würde es meinem virtuellen Kind gönnen, natürlich nicht aus einer Laune heraus und mit klaren Verantwortlichkeitsregeln, aber es ist im Prinzip, was mir gefehlt hat.

    Ich habe eine Woche nach meinem Auszug (Studium, als kein Kind mehr) ein Meerschweinchen geholt, das mir viele Jahre begleitet hat, mit mir nach Deutschland zog und mir sooo viel gegeben hat. Auch wenn ich lieber einen Hund gehabt hätte, aber ..

    Hättest du gerne ein Haustier, das du aber jetzt nicht haben kannst?

    Gleitzeit erlaubt das "Gleiten" also nicht in völliger Freiheit, sondern nur innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens, üblicherweise Mo.-Fr. von 07:00-18:00 Uhr. Weiterhin sind verbindliche Termine wie Meetings einzuhalten. Was schlußendlich dann bei einer Vollzeittägkeit als noch Spielraum übrig bleibt, ist faktisch häufig auf die Entscheidung begrenzt, 30-60 Minuten früher oder später anzufangen und aufzuhören.

    Ich habe nur anekdotische Evidenzen, aber doch ein paar Einblicke in Großbetriebe und Großbehörden und auch wenn es nicht alle erfasst, dann sind es trotzdem große Arbeitgeber*innen.
    Ich darf arbeiten zwischen 6.30 und 20.00 (na gut, ICH kann arbeiten, wann ich will, weil nicht erfasst, aber es sind die Rahmenbedingungen), mein Mann (Privatwirtschaft) zwischen 6 und 21 Uhr.

    Bekannte in einem Ministerium (nicht NRW) haben ebenfalls 6-21 Uhr und 50% Home Office mit größtenteils freier Einteilung.
    Klar, der Busfahrer kann nicht einfach so eine Linie auslassen.
    Aber einige befreundete Sozialarbeiter*innen können auch einen Teil ihrer Termine frei legen und lassen mal eine große Lücke dazwischen für Privattermine. Viele haben eh nur bewusst eine Teilzeitstelle, um daneben Freizeit und/oder Selbstständigkeit zu haben.
    Meine Zahnarztpraxis hat vor Kurzem zwei Zahnärzte mit der Ausschreibung eingesetzt, dass sie nur 2 Tage die Woche arbeiten müssen und sonst Vertretungen in den Schulferien machen, bei meinem Hausarzt arbeitet ein Arzt nur vormittags, im medizinischen Zentrum im Dorf daneben arbeiten die meisten Beteiligten nur 3-4 Tage die Woche (und keine Ahnung, was sie sonst machen)

    Sooooo viele ständige Termine hat man ja nunmal nicht, irgendwann dazwischen muss man arbeiten. Ich lege meine (beweglichen) Sprechstunden auch gerne um 8 Uhr, um 16 oder 17 Uhr, bei Home Office-Tagen habe ich nicht selten eine 2-stündige Mittagspause. um 11, 12 oder um 14 Uhr.. Bei meinem Mann genauso.

    Aus meiner anekdotischen Beobachtung, dass die Fahrendenmenge im 6 Uhr-Zug sich seit Februar gefühlt verdoppelt hat, entnehme ich, dass viele Menschen die hellen Tage zum frühen Anfangen nutzen (und bei der Arbeit selbst merke ich es eindeutig: wo ich bisher bis 9uhr zwei Stunden fast ganz alleine war (mindestens bis 8uhr/8uhr30 ganze Ruhe), sind seit 2-3 Wochen spätestens um 8 die Hälfte der Präsenzleute da.

    Die Arbeitswelt wandelt sich und muss sich anpassen. Und da wo die Produktion sich eben NICHT anpassen kann (will?), weil Schichtsystem, einige Berufe wie meinetwegen Polizei und Schule auch unflexibel sind, wird es doch irgendwann Veränderungen geben müssen.

    Aber: dann müssen "wir" akzeptieren, dass wir keine Beamten mehr sind (ich nehme den Deal SOFORT, Andere schlucken dann die Unflexibilität, um Beamten zu sein ;)

    Ich habe die Rechtslage geschildert. Natürlich ist auch eine Freistunde im Stundenplan als Bereitschaft anzurechnen, wenn man sie zur Bereitschaft deklariert.

    ... weil du der Meinung bis, dass um 8uhr morgens checken, ob ich zwischen 9 und 10 vertrete, oder "frei" habe und im Vorfeld keine VKaffee-Verabredung um 9uhr 05 nehmen konnte eine

    Zitat


    Einschränkung [...] ist, die [mich] "objektiv gesehen ganz erheblich beeinträchtigen", diese Zeit, in der [ich mich] bereit [halte], frei zu gestalten und [mir] [meinen] eigenen Interessen zu widmen.


    Da möchte ich gerne das Urteil sehen.
    Wir haben eben keine *erhebliche Beeinträchtigung*, wenn wir ab und zu eine Stunde früher anreisen oder ein paar Stunden in der Woche frei von Terminen frei halten müssen, die wir eh am Schulort verbringen würden (abgesehen von einem Spaziergang an der frischen Luft).
    Ich kann ja nicht behaupten, dass ich meine komplette Arbeitszeit außerhalb der Frei- und Randstunden gelegt hätte.

    Man kann auch bei dem Spielchen aufpassen und pragmatisch sein.

    Wenn ich SL wäre und mir ein gesammeltes Kollegium mit sowas käme (obwohl wir alle wissen, dass es nunmal keine Ressourcen dafür gibt), dann würde ich meine Möglichkeiten ausnutzen, um Stundenpläne mit Lücken zu gestalten.
    Denn: eine Freistunde im Stundenplan als Bereitschaftsstunde zu deklarieren, wird wohl keine "erhebliche Beeinträchtigung" sein, zumal ich auch die Zeit nur vor Ort verbringen muss, wenn vorher keine Vertretung ansteht.
    Ich wohne in einem unverschämt nahen Radius an meiner Schule (dürfte unter den kürzesten Wegen haben) und trotzdem würde ich für 45 Minuten nur nach Hause laufen, wenn ich etwas sehr Wichtiges vergessen habe oder mein Hund krank ist.
    Dann nehme ich lieber in Kauf, dass ich alle paar Halbjahre eine Vertretungsbereitschaft auch vor der Schule habe, so dass ich ggf. "umsonst" zur 1. Stunde komme (einmal in 6 Jahren passiert, vielleicht?), als darauf zu pochen, dass alle VBs bezahlt werden, obwohl die anderen in Springstunden oder im Anschluss sind, und mein Leben nicht sooo stark beeinträchtigen. Es geht ja nicht um eine RICHTIGE Bereitschaft.
    Mein Vater hatte in den 80ern Bereitschaften, da durfte er das komplette Wochenende das Haus nicht verlassen, ohne eine stundengenaue Erreichbarkeit gegeben war (kein Handy), und seine Bezahlung war "mit abgegolten". Und nein, keine elitäre Führungskraft, sondern irgendwas mit Elektrik-Handwerk bei der Bahn.

    Welches Lehramt?
    Ich gehe davon aus, dass JEDE Grundschule und fast jede Sek1-Schule Hurra schreit, wenn jemand anfragt. Bei Gym oder einer sehr engen Fächerkombi wird es schwierig, weil nicht jede Geschichtslehrkraft Physik unterrichten kann (anders gesagt: es geht ja nicht), aber jede Grundschullehrkraft kann ja "alles" und es lässt sich gut verschieben. In der Sek1 hat man auch oft affine Fächer und Verschiebemasse.

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