Beiträge von chilipaprika

    Sind diese ein Ergebnis von erhöhten Geburtenraten oder verstärkter Zuwanderung? Wenn letzteres: Sollte diese stärker an tatsächlich vorhandenen Ressourcen orientiert organsiert werden?

    Jaja, die Migranten dürfen gerne unsere Erdbeeren und Spargel pflücken, unsere Busse fahren und unsere Omas pflegen, ggf. unsere Kids unterrichten, aber weh, sie haben selbst Kinder.

    Eine Frage / Impuls: Als vor Jahren bei uns die Diskussion aufkam, einen Sport-LK oder Sport-Abi anzubieten, war es eine Bedingung, dass das Sport-/Fachangebot nicht gekürzt wurde (und ich bin ziemlich sicher, es ging um das Mittelstufenangebot). Ich habe diese damaligen Infos nicht überprüft, also ohne Gewähr.
    Hätte eine absichtliche Kürzung in dem Umfang (es klingt so, als würden die Gesellschaftswissenschaften locker 2 komplette Jahresstunden in der Mittelstufe verlieren keinen Einfluss auf die Oberstufenbelegungsmöglichkeiten?

    "Sie + Vorname" hat für mich irgendwas von "kümmern Sie sich selbst, ich will Distanz aufbauen, aber Sie sind es aber nicht wert, dass ich Sie genauso anspreche, wie Sie mich".

    Interessanter Gedanke, den ich ja noch nie so gesehen hatte.
    Ich persönlich würde (an der Uni!) nur Sie+Nachname haben, ich habe leider zu viele Kolleg*innen, die beim Vornamen sind und da ist es total seltsam, auf den Nachnamen zu bestehen, zumal ich ja weniger Ausspracherisiken bei Vornamen habe.
    An der Schule, tja, die Entscheidung wird sich nie ergeben, aber ich müsste noch stark drüber nachdenken, was ich jetzt bevorzugen würde (WENN ich entscheiden dürfte).

    Nochmal (das schrieb ich oben ja bereits): Betrifft das denn wirklich viele Familien? Wie gesagt, wohne ich in keinem solchen "Grenzbereich" und dass Kinder in einem anderen BL zur Schule gehen als dem, wo ihre Familien wohnen, kenne ich so nicht.

    Also: in dem Grenzbereich, in dem ich in NDS gewohnt habe (NDS/NRW (und NL)) betraf es sehr viele Familien, weil das Oberstufenangebot zb. von locker einem Drittel der Schüler*innen (also ein Fünftel der Gymnasiasten wechselte das BL, ihr könnt euch die Richtung denken) im Grenzbereich wahrgenommen wird.
    Für BK/Berufliche Schule wurde eben nach Berufsbild und /oder nach Niveau entweder in die eine oder andere Richtung gependelt, sehr viele meiner SuS (in NDS) hatten Geschwister in NRW.
    Die Privatschule am Ort hat sogar ein Mischkonzept und ihre eigenen Ferien genau in der Mitte gebastelt.

    Ich habe in Mainz auch in der Schule gearbeitet und auch da sind einige Schüler*innen zur Oberstufe nach Hessen gewechselt (komischerweise hatten wir nie Hessen in den Oberstufen, haha). Es sind aber vergleichsweise - in meiner Erinnerung - viel weniger gewesen. Da reden wir von zwei Landeshauptstädte mit genug jeweiligem Angebot, es ist vermutlich an anderen Orten der Grenze viel krasser sichtbar.
    Aus meiner NDS-Erfahrung kann ich sagen: es betrifft durchaus viele Familien. Aber in einem Grenzbereich ist es vermutlich "halt so". Dann hat die 16jährige Nachbarin in dem Jahr keinen Familienurlaub gehabt und keinen Urlaub mit den "früheren" Freundinnen gehabt. So ist es, wenn man annimmt, das Abitur im Nachbarland zu machen sei einfacher. (Spoiler: ist es.)

    An meiner Schule und auch an meiner Ausbildungsschule duzen sich meines Wissens fast alle (auch die Refis ihre Ausbildungslehrkräfte). Ausnahme: Schulleitung - an meiner jetzigen Schule duzen nur wenige den Schulleiter, an meiner Ausbildungsschule wurden auch die Mitglieder der erweiterten SL von recht vielen gesiezt.

    Es haben sich auch fast alle geduzt, ich hätte es aber ohne konkrete Ansage schwierig gefunden, mich da selbst zu positionieren. Erziehungssache.
    Das ist übrigens ein Vorteil von externen Schulleitungen: sie kommen an und werden gesiezt und siezen. Das finde ich (!) persönlich besser. Praktikant*innen sieze ich auch erstmals, sie müssen in der Regel selbst verstehen, dass sie jetzt erwachsen sind. (Macht unser Praktikant*innenbetreuer auch so) Bei Praxissemesterstudierenden und Referendar*innen wechselt es schnell ins Du, wobei ich es anders nicht schlecht fände. Es gibt nunmal irgendwann einen Wechsel vom Verhältnis. Und bei Referendar*innen, denen ich noch abends hinterherschreibe, dass ich den Unterrichtsentwurf brauche, wäre es manchmal einfacher gewesen zu sagen "Frau XY, es tut mir leid, ich übernehme die Stunde und Sie schauen zu" als "Weißt du, so geht es nicht".

    Bei der SL ist es richtig tricky. Ich kenne nur wenige Führungskräfte, denen die Balance zwischen "wir sind auf einer Du-Ebene" und "ich bin weisungsberechtigt" hinkriegen. Meine aktuelle Chefin nicht. Sie will unsere Freundin sein und tickt dann irgendwann aus heiterem Himmel mit "Es ist so, weil ich es entscheide" aus. Mir wäre es bei solchen Menschen viel lieber, es wäre von Anfang an geklärt.
    Und ich ticke ja nicht aus, möchte aber den älteren SuS signalisieren, dass sie erwachsen sind, bestimmte Rechte aber auch Pflichten haben und eine gewisse Verantwortung haben. (und dies schreibend lache ich mir selbst ins Fäustchen, wie lächerlich es ist, weil ich dann den selben SuS noch Blätter oder einen Stift für die Klausur gebe oder sie an die fristgerechte Abgabe von Zetteln erinnern muss.. obwohl es drei Wochen später keine Konsequenz hat)

    Ich wäre in einer reinen Oberstufe / am BK für Sie+Nachname / Sie+Vorname.

    An meiner Schulform/Schule wäre es (wegen der "Sommerferien") unüblich, ich wäre aber für ein Siezen (+Vorname) in der Oberstufe sofort zu haben. An meiner Ref-Schule war das zwar nicht gängig aber vom Seminar erwartet, so dass ich als Referendarin gesiezt habe. und irgendwie fand ich das gut. Die einzige Klasse, die es kurios fand, war diejenige, die ich im Vorjahr in der Mittelstufe hatte. Mit vielen Erinnerung-Post-Its haben wir aber die UBs und das Examen geschafft, und ich habe dazwischen geduzt.
    Ich habe jetzt in meiner aktuellen Position an der Uni ausschließlichen Sie-Kontakt. Ich könnte es nicht anders, weil ich mich nicht duzen lassen kann. Ich kann es nicht. und die sehr wenigen Studis, die mich duzen, weil frühere Hiwis, nutzen sehr wohl (unbewusst womöglich) diese geringere Distanz und halten viele Regeln nicht ein. und weder ich noch meine Kollegin (die eh nur geduzt werden möchte, "Auf Englisch mache ich immer You+Vorname, auf Deutsch geht es nicht, also Du+Vorname"), Ihnen klar zu machen, dass Sachen anders zu laufen haben.

    ICH brauche das Siezen für die Distanz in meiner beruflichen Rolle (Hierarchie, Bewertung, usw..), es ist nur fair, dem Gegenüber den selben Respekt zu erweisen. Und ich finde: 16-jährige sind eben in dem Alter, wo es geht.

    PS: ich gehöre aber auch nicht zu den Kolleg*innen, die am Abiball das Du anbieten. Ein paar wenigen ehemaligen Schüler*innen habe ich es explizit angeboten, zum Teil 1-2 Jahren später, bei anderen habe ich einfach Nachrichten nur noch mit Vorname unterschrieben, es hat sich ergeben.

    PPS: "Ältere" Kolleg*innen (zum Teil in Beförderungspositionen) habe ich anfänglich nur gesiezt, bis SIE mir das Du anbieten / aufdrücken.

    26 Planstellenjahre sind ja nochmal ca 5 mehr, wenn man Referendariat und Studium mitzählt.

    Also ich war Langzeitstudentin (und glücklich damit, habe auch parallel in die Rentenversicherung eingezahlt, leider nicht genug), aber fürs Ref habe ich keinen Tag mehr als 18 Monate gebraucht. Mit 2,5 Jahren Anrechnung fürs Studium, wie kommst du denn auf 5 Jahre für Ref und Studium?

    ich werde keine 30 schaffen, keine Lust, ehrlich gesagt, mit 25 Planstellen-Dienstjahren (26) würde ich in Rente gehen...
    Ich bin sicher, es ist genetisch. Franzosen können nicht länger als 60 arbeiten. (Es wird Zeit, dass ich meine Papiere mache. Kann man dann um "Rück-Asyl" bitten?)

    Komisch... Dass Latein als erste Fremdsprache ein Risiko für SuS ist, die eventuell zur Realschule müssten, wird wohl Teil der Beratung sein (und des Konzepts, sich dadurch ein gewisses Klientel zu holen.)

    Aber komisch, dass die aufnehmenden Schulen Probleme damit haben. Ich halte mich nicht für die beste Lehrerin der Welt (bei weitem nicht), auch bin ich keine Königin der Differenzierung, die meisten meiner KuK halte ich auch für normaldurchschnittlich, und trotzdem sind wir in der Lage, umziehenden Kindern oder gar von der Realschule wechselnden Kindern einen Unterricht anzubieten, der die Lücken - mit Arbeit natürlich, aber schüler*innengerecht - schließt.
    Ich hatte schon mal mehrmals Realschüler*innen, denen faktisch mehr als ein Jahr fehlte (weil das erste Jahr in der 6. Klasse als "nette AG" lief), eine Kollegin von mir hatte ausländische Kinder, die in die 8. oder 9. kommen und mit nur Englisch und einer anderen Fremdsprache auf die harte Tour Französisch lernen, ... (und oft betrifft es auch andere Fächer, wo irgendwas schnell nachgeholt werden muss)
    Ich glaube, Englischlehrkräfte können auch sowas.
    Aber vielleicht bin ich zu kritisch und wir sind doch die beste Schule Deutschlands, weil wir das Kind abholen, wo es ist und "reichen es" NICHT "an die Hauptschule durch".

    Latein hat den Vorteil, dass Rechtschreibung und Aussprache der Zielsprache wenigerceine Rolle spielen, weil ins Lateinische übersetzt wird.

    Das „LRS-Kind“ in den Französischunterricht zu schicken ist pure Folterei einzelner Eltern („aber Französisch ist sooo schön, wir dachten, es wird sie motivieren, auf die Rechtschreibung besser zu achten“)

    Es gibt Schwachstellen und Schwachstellen.
    Wer in Englisch und Französisch kämpft, entscheidet sich in der Regel dafür, MEHR Kraft in Englisch zu stecken. Da bin ich die Letzte, die ein Kind mit schlechter Aufmerksamkeit, Schwierigkeiten in Englisch und Deutsch und Rechtschreibschäche, nicht dazu motivieren würde, eher die Löcher woanders zu stopfen und im Französisch das zu tun, um nicht rauszufliegen. Man soll auch Erfolgserlebnisse feiern, wo sie sind.
    Und das habe ich (als die Französischlehrkraft) auch sehr oft einigen SuS am Ende der Mittelstufe empfohlen. Mein Gott, ob am Ende eine 4+ oder 3-, bzw. in der Regel eine 4- oder 4+ auf dem Zeugnis in Französisch steht, ist zwar ganz nett, die Oberstufe mit einer guten Basis in Englisch zu starten, ist mir persönlich sowohl einsichtig als auch lieber, weil es um viel mehr geht.
    Wenn jemand in der 7. Klasse schon in Französisch aufgibt, nach dem Motto "da bin ich ja eh schwach", das ist eine falsche Strategie, weil das Fach weiterläuft und dann eben die ganze Kraft investiert werden muss, weiterzukommen.

    Sie sind schwach. Sie können es meinetwegen ernst nehmen, sie schaffen es trotzdem nicht, ein Niveau zu haben, mit dem man was anfangen kann. Die meisten wollen mit einer Okay-Note die Mittelstufe abschließen und dann nie wieder was davon hören. Die meisten (! nicht Alle!) schwachen Schüler*innen sind "überall" am Kämpfen bzw. selten nur mit einer Französisch- oder Lateinschwäche gesegnet. Da konzentriert man sich lieber und stärker auf Englisch und wenn nötig auf Mathe, als alle Kräfte nur in die 2. Fremdsprache zu investieren, die eh bald abgewählt wird.
    Ganz ernsthaft: Ich habe auch nicht alle meine Kräfte in Althochdeutsch gesetzt, wo ich daneben genug anderes zu tun hatte und wusste, Althochdeutsch wird nicht mein Schwerpunkt. Bei Mittelhochdeutsch sah ich schon mehr Potenzial, wusste aber, dass es mich in die neuere Linguistik und neuere Literatur zieht, also habe ich nicht freiwillig mehr investiert als nötig, um das zu erreichen, was mein Ziel war.

    das ist glaube ich ein Faktor, den man bei solchen Diskussionen nicht außer Acht lassen kann.

    genauso wie das Ansehen der zu erlernenden Sprache.

    In meinem Bundesland kann man am Ende der Mittelstufe die 2. Fremdsprache (oder die erste) abwählen. (und bei "sprachlichem" Schwerpunkt (haha) einfach eine neue anfangen)
    In meiner Schule tun dies 80%. Was dazu führt, dass es keine extrinsische Motivation gibt, ein Mindestniveau zu haben, sondern es nur abzusitzen bis "Ende des Spracherwerbs".

    Du schreibst selbst, die Grundlage für das Erlernen einer Fremdsprache ist das Verständnis der eigenen Muttersprache. Primarschulkinder "verstehen" aber die eigene Muttersprache (noch) nicht, sie lernen intuitiv. Wie man da überhaupt auf die Idee kommen kann, zugleich in einer Fremdsprache bereits systematisches Lernen zu erwarten, ist mir rätselhaft.

    Ist dir nur rätselhaft, weil du überlesen hast, dass ich GEGEN Fremdsprachenunterricht in der Grundschule bin.
    Absolut.
    und ab der 5. Klasse sollte das Verständnis der Muttersprache da sein (und damit meine ich nicht linguistische Begriffe kennen, auch wenn mir Tu-Wörter auf die Nerven gehen und Verben lieber sind), es gibt ein Verständnis dafür, dass Sätze eine gewisse Satzstellung haben, Wörter sich verändern können und so weiter... und das ist die Aufgabe des Deutschunterrichts in der Grundschule (und Ausgang der ganzen Diskussion ist eben: Eine Ausweitung bzw. Verstärkung des Deutschunterrichts wäre nicht schlecht, weil die vollbepackten Curricula eben die Zeit für die Entwicklung des Sprachverständnisses eingeschränkt haben).

    Ich habe nirgendwo dafür plädiert, eine schwere Sprache zu lernen (Latein), UM die nächste Sprache zu lernen. Aus Latein oder Russisch lerne ich nicht schneller Englisch. Ich plädiere nur dafür, die altersspezifischen, existierenden kognitiven Fähigkeiten des Gehirns (sich anstrengen, Grammatik und Vokabel lernen können) auszunutzen (ab 5./6. Klasse), statt sie nicht auszuschöpfen, wie es mit Englisch der Fall ist. Man lernt also eher die Frustrationstoleranz kennen und das Denken schulen. Dafür sich Zeit zu nehmen (1-2 Jahre, bevor die nächste Sprache startet) ist wichtig, weil es eben schwierig fürs Gehirn zu verstehen, wie andere Wörter andere Strukturen einfordern.

    Wenn ich mit Englisch langsam vorgehe und ein geringeres Schwierigkeitslevel habe, dann ist es super für Englisch, gar keine Frage, aber solange (!) diese Kids 2 Jahre später eine komplexere Sprache (als Englisch) lernen sollen, führt es automatisch zu Frust, und das mitten in der Pubertät, obwohl es bei Englisch ab Klasse 7 (nach irgendeiner Sprache in Klasse 5) eben nicht so wäre, weil das "schnellere" Tempo der 2. FS nicht ins Gewicht fiele, weil die Sprache viele Hürden nicht hat UND die Kids eh die Alltagsbezüge haben (wichtig in der Pubertät).

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