Beiträge von chilipaprika

    Ich werde (zum Teil) missverstanden:

    Klar wünsche ich es mir anders, ich arbeite aber in einem System.
    Ich spreche also von diesem System, das nun mal 2 Fremdsprache verpflichtend macht (es wird sich in den nächsten 20-30 Jahren erübrigen, weil die Kommunikationskompetenz mit KI-Techniken und so weiter auf einer ganz anderen Ebene sein wird und entsprechend was Anderes gebraucht wird).

    Mit einem Wahlpflichtbereich wäre es natürlich was Anderes.

    und Gymshark: du bist ja wohl noch nicht in der Schule, oder?
    Es geht nicht, dass ich keine Lust habe, die Buh-Frau zu sein. 1) Ich BIN es in meinem Fach, egal was ich mache, weil ich ein Hauptfach unterrichte und es in NRW nur 4 gibt, die anderen Fächer also ohne Klausuren viel besser ankommen. 2) Trotzdem kann / darf ich nicht fordern, als in den Curricula und Erwartungshorizonte steht.

    Ich habe keine (besondere) Sinnkrise: ich habe 4 Fächer und mag das eine zur Zeit halt weniger. Hat systemische Gründe, hat mit der Entwicklung zu tun, aber ehrlicherweise war das von Anfang an mein nicht besonders übergeliebtes Fach, also nicht überraschend.

    und das ist der Grund, warum ich mein Fach hasse:
    ich bin es satt, Menschen eine Fähigkeit zu bescheinigen, nur weil die in einer Bäckerei "kommunizieren" könnten und an ein Croissant kämen.
    Genau der Jahrgang, der mich zum Verzweifeln und Ideologie-Verlust gebracht hat, ist aber gestern entlassen worden, wie ich super zufällig heute festgestellt habe. Tja, da sie ziemlich sicher alle das Abitur bestanden haben, habe ich einfach keine Hoffnungen mehr in unser System (ich spreche ja von UNSEREM/MEINEM in NRW, und nicht von der Schweiz!, Rest von Deutschland sieht vielleicht anders aus)

    SELBST, wenn das Land sagen würde, dass Privatkonten geduldet werden, (habe ich nirgendwo gelesen) ICH möchte kein Geld auf mein Konto, was mir nicht gehört. Mein Konto ist vielleicht gemeinschaftlich, ist vielleicht gepfändet, ist vielleicht aus welchen Gründen auch immer unter Beobachtung, ich will nicht, dass mir irgendwas als Einkommen angerechnet werden kann, wenn plötzlich Bewegungen mit 10000 Euro auf dem Konto sind (bei einer Klassenfahrt realistisch).

    Kann man mich dann zwingen? (also in dieser theoretischen Sphäre, die nicht existiert, weil es auch keine entsprechende, ausdrückliche Duldung oder gar Empfehlung gibt.)

    Danke, ich finde das auch eine bizarre Argumentation. Sicher gibt es einzelne Primarschüler, die Chemie verstehen würden, wir fangen in den Naturwissenschaften trotzdem und völlig zurecht mit der Bienchen-und-Blümchen-Biologie an. Ältere Kinder und Jugendliche bringen nachweislich eine bessere Kognition mit und sind überhaupt erst in der Lage, abstrakte Konzepte zu verstehen. Wieso soll das jetzt in den Fremdsprachen nicht so sein.

    weil Chemie (so habe ich es dich verstanden, ich habe Chemie nie verstanden, und das obwohl ich in der 8. damit anfing. Liegt aber sicher daran, dass ich mit Bio seit der 3. auf Kriegsfuss war) auf Bio-Kenntnisse aufbaut.
    Es ist bei Fremdsprachen anders: es baut auf die Muttersprache auf.

    man kann auch einen missverstehen, wenn man es darauf anlegt.
    Natürlich ist es kein Problem, dass Englisch "einfach" ist.
    Nur haben wir nunmal ein Schulsystem, das in bestimmten Bereichen darauf ausgelegt ist, zwei Fremdsprachen beizubringen. Und wenn man zwei Sprachen beibringt, dann ist die erste Sprache, in der man viel mehr Zeit hat und vor der Pubertät anfängt, eher dafür prädestiniert, schwieriger zu sein, als mitten in der Pubertät .
    Wenn man ein Schulsystem mit nur einer Fremdsprache will, tja, dann sieht es anders aus.

    Ganz ernsthaft: ich unterrichte sehr ungerne Französisch (zumindest in der Mittelstufe), genau deswegen (in der Oberstufe, wenn überhaupt zustanden kommend, sind ja nur die über, die sich wirklich bewusste dafür entscheiden). Ich könnte also meinetwegen darauf verzichten und jede*r, der mich real kennt, weiß es: ich könnte sehr gut ohne das Fach leben. und in unserer Gesellschaft und System, wo Anstrengung verpönnt ist, bin ich es leid, die Buh-Tante zu sein. Lasst uns Französisch (und Mathe!) abschaffen, und nur noch ein paar Lieder auf Englisch gucken und Filme auf Englisch schauen. (halb sarkastisch, halb ernst, findet raus, was was ist.)

    Dagegen. Siehe oben.

    Ich wiederhole und betone meinen schon zwei mal gegebenen Hinweis: je nach sprachlich kognitiver Fähigkeit.

    und ergänze ihn: ich vermute, es hat auch was mit dem Alter des Beginns: das Grundschulalter halte ich persönlich - nach Bauchgefühl und zu wenig Lektüre - für ungeeignet, FREMDsprachenunterricht zu haben (und deswegen hatte ich tatsächlich nur die weiterführende Schule im Blick). Entweder Immersion, bilingual, KiGa oder Grundschule, oder nach einem guten Grundstock in der Grundschule.

    Es ist nunmal so: Französisch ist schwieriger und komplexer als Englisch, Englisch ist in der Umgebung (Grenznähe zu Frankreich hin oder her) präsent genug, dass das schnellere Vokabellernen keine Probleme darstellt.
    Wer in der 5. Klasse Französisch (oder Latein) gelernt hat, musste von Anfang an strukturiert und GENAU lernen (also: Genus? Pluralform? Konjugationsformen?)
    Dann kommt Englisch zwei Jahre später (ich überspitze!) wie ein Klaks vor: ein Artikel, eine Pluralmarkierung, zwei konjugierte Verbformen im Präsens, eine in den meisten Formen, während die Franzosen/Lateiner immer noch damit kämpfen, ob ein Accent schräg, rechtswinklig oder was auch immer ist und je nach Sonnenstand ein paar sinnlose Buchstaben angehängt werden.

    Und GENAU DESWEGEN bin ich für eine "schwere" Sprache zu Beginn (kann meinetwegen Latein, Russisch oder so sein) (zumindest für "Gymnasial-/Sprachkinder"). Das Verständnis für die Sprache wird geschult und am Ende sitzen nicht die meisten Kids in der 7. und haben Probleme Vokabeln zu lernen. Nicht nur, dass das Tempo höher ist, die Grundschwierigkeit ist auch schneller. Wer aber schon verstanden hat, wie Aspekte bei Verben (Russisch) funktionieren, das passécomposé/ imparfait-Ding auf Französisch geknackt hat oder dass bestimmte Präpositionen bestimmte Fälle hervorrufen (Deutsch, Latein, Russisch ..), ihm werden die unregelmäßigen Verben auf Englisch zum Lachen bringen. Und das komplexere Zeitformensystem, das eh später kommt, wird auch verstanden.

    Ich hatte das umgekehrte Problem, dass ich in Englisch die Fallen gesucht habe (wo sind die Fälle? Wo ist die Satzstellung?, usw..). Und weil die ersten Jahre zu einfach sind, habe ich sie mir schwer gemacht (ging nicht so gut). Ich habe es dann quasi abgewählt (bzw. die 2 Lehrkräfte der Oberstufe sind beide ca. 9 Monate von 10 nicht da gewesen...) und nach der Schule habe ich es mir selbst angeeignet, weil es eben um mich herum war und ich kein Politik- oder Linguistikstudium machen konnte, ohne Englisch zu können.
    Bei den Kids ist es dasselbe: sie wollen Computer spielen oder Videos auf Youtube/Netflix gucken. Da kommt Englisch von alleine rein. Nicht Latein, Französisch oder Russisch.

    und das wurde eben auf ein paar Seiten diskutiert. Es ist nicht so effizient, wie diese 6 Wochenstunden zu einem späteren Lebensalter unterrichtet werden können, und auch nicht so effizient, wie die Stunden anderweitig verwendet werden können.

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