Beiträge von chilipaprika

    Sie formuliert es anders und positiv gesehen verstehe ich das: einfach nach vorne schauen und sich auf was Schönes konzentrieren.

    Ich weiß nicht, ob ich die Kraft hätte, soviel Resilienz und positives Denken aufzubringen aber das finde ich bemerkenswert.

    Das stimmt schon. Aber für die rechtschreibschwache Schüler*innen mit Ausspracheangst, die DESWEGEN zu Latein gehen, weil Französisch als schwer gilt, ist Spanisch eine Alternative. (weil genug Eltern ein Trauma von der französischen Aussprache tragen).

    Dass es weder didaktisch noch inhaltlich eine Konkurrenz sein sollte, ist mir klar, meine 2. Fremdsprache (nach Deutsch) ist Latein, ich hatte (für französische Verhältnisse eine sehr hohe Seltenheit) Latein schriftlich im Abitur und hätte es studiert, wäre ich nicht nach Deutschland gegangen (bzw. habe in Deutschland hospitiert und mich dagegen entschieden.)

    Und ich würde SEHR SEHR gerne stärker nach diesen Unterschieden beraten, leider fühlt sich das "Bewerben" aber immer nach "Kommt zu uns!" und es wird immer schief angeschaut, wenn ich als Französischlehrerin die Vorteile von Latein für bestimmte Schüler*innen aufzähle (als ob ich versuchen würde, vermeintlich schwache Schüler*innen auszusortieren), dabei meine ich es, wie es ist: ein rechtschreib- und grammatikschwaches Kind ist nach 6 Monaten auf Richtung Defizit und hasst die Sprache so sehr, dass er auch noch kein Wort freiwillig sagt :-(, obwohl es in Latein lernen würde, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen und immer nur in die Richtung Deutsch übersetzen müsste (auch ein Unterschied zu Frankreich, ich musste in beide Richtungen übersetzen, sowohl in der Schule als auch im Studium, allerdings da mit Wörterbuch - Grund, dass ich es in Deutschland nicht weiter in Erwägung zog)

    Klar spielen da schülerseitig viele klischeehafte Vorstellungen eine Rolle, die ein böses Erwachen finden, sobald klar wird, dass auch in Spanisch Grammatik und Vokabeln gebüffelt, später Texte geschrieben werden und Literatur analysiert wird.

    naja, das gibt es in den drei Sprachen (F, L, Sp). Man darf auch den Lernenden und ihren Eltern zutrauen, trotzdem eine Präferenz zu haben. Jede gelernte Fremdsprache ist ein Gewinn. Für den Horizont, für das Gehirn, usw.. So toll und wichtig (gut, schon) finde ich Französisch nicht.
    Ich habe ein Problem mit Schüler*innen, bzw. mit Strukturen, die Schüler*innen ermöglichen, eine Fremdsprache wie eine alte Socke wegzuwerfen, und die nächste Sprache dann anzufangen und dort zu scheitern (und also die Haltung zu fördern, dass man sich nicht in der 9./10. kurz anstrengen soll, dass es in der Oberstufe dann wieder viel Spass macht), aber wenn 6.-Klässler*innen lieber Latein oder Spanisch oder oder lernen wollen als Französisch, meinetwegen.
    Ich zähle 4 Fremdsprachen in meiner schulischen Laufbahn, 4 post-Abitur. Ich hatte für die 7 Sprachen (die ich natürlich nicht alle beherrsche...) unterschiedliche Gründe und die einzige Sprache, wo ich trotz 3 Jahre Unterricht keine Reste habe und auch NIE einen Bezug hatte, ist meine 4. Schulsprache, zu der ich quasi "gezwungen" wurde (es war die einzige im Angebot).

    Kann man überhaupt während der Probezeit eine Freigabe erhalten?

    Ganz ernsthaft: du hast ein gesuchtes Lehramt und kannst ohne Schaden (ein Jahr ist nichts!) um Entlassung bieten und bekommst direkt eine neue Anstellung.
    Das oder vielleicht in 10 Jahren eine Freigabe. Mach dir dann nicht zuviele Gedanken über die mögliche (vermutliche) Verlängerung der Probezeit. Ist ja logisch, die Probezeit beim neuen Arbeitgeber neu zu beginnen.

    Da gehe ich total d'accord.


    Ich verstehe sowieso nicht wirklich, warum Latein in Konkurrenz zu einer modernen / lebendigen Fremdsprache steht.
    und bin - unabhängig meines Faches - eine Verfechterin von "mit der schweren Sprache anfangen" (zumindest bei "Gymnasiast*innen", die eh 2 Sprachen haben). Ob es Französisch, Russisch, Latein oder Chinesisch wäre, fast egal. Aber ich kann es von 13jährigen, die ihre zweite Fremdsprache lernen, nicht mehr haben, dass sie nicht mal wissen, wie / dass man Verben konjugiert. Und nicht nur einfach so bei einer Form von 6 (falls sie überhaupt wissen, dass es 6 gibt), irgendwo ein -s packt. und dass ein Genus auch relevant ist.

    Englisch ist einfach (am Anfang!) viel zu einfach. Es hat Vorteile, klar, aber sehr viele Nachteile und schwächt das Lernen vom Lernen.

    naja, Spanisch ist nicht nur für Französisch der Tod.. Jetzt haben Französisch und Latein einen gemeinsamen Feind.
    Seien wir mal ehrlich: viele haben Latein genommen, weil cool, prestigiös oder interessant, aber viele haben es auch genommen, weil Eltern / Geschwister vor Französisch aufgrund der Rechtschreibung und Grammatik warnen.
    Wenn man dazu packt, dass Spanisch an der Sonne gesprochen wird und ganz viele schon mal in einem offiziell spanischsprachigen Land waren / fahren werden: umso schöner.

    Ja. Da ich nur bei einer Vertretungs-/Assistenzstelle in RLP vor 20 Jahren (oh mein Gott) mit dem Fehlerindex gearbeitet habe, kann ich natürlich keine allzu große Erfahrung vorweisen. Allerdings war ich damals noch relativ nah an den Schüler*innen (ich habe zwar faktisch die Arbeiten sprachlich korrigiert, weil mir die Lehrkraft sie in die Hand gedrückt hat und mir erklärt, wie ich es mache, war aber nicht die Lehrkraft) und sie erklärten mir, welche langen Redewendungen mehr Wörter bringen, was gut für den Fehlerindex sei. (nach dem Motto "es liegt auf der Hand, dass..." hat mehr Wörter als "man sieht, dass"). Ob das ein allgemeiner Trick von SuS war und dies auch woanders abgefangen werden konnte, weiß ich nicht.

    Die Defizitunmöglichkeit ist mir leider auch schmerzhaft bewusst, umso mehr, wenn man sich bewusst macht, welches Niveau (B2, C1..) man mit dem "ausreichend" bescheinigt.

    Ja und, unsere Gymnasien sind alle voll, da geht es um Erst-, Zweit- oder Drittwunsch. Machen bei euch Schulen ohne Sommerfest zu? Und wen sollte das interessieren? Das sind doch keine konkurrierenden Betriebe.

    Entweder deine oder meine Wahrnehmung ist eine anekdotische Evidenz. Wir machen nicht wegen fehlenden Sommerfests zu, aber unsere Gymnasien in der Stadt sind NICHT voll und ja, sie konkurrieren jedes Jahr aufs Neue. Gegeneinander und gegen die anderen Schulformen.
    Soweit ich weit auch in der nah gelegenen UNistadt. Also nicht unbedingt, weil sie nicht voll wären (einige sind es, andere nicht), aber die Konkurrenz. Das Gymnasium, das nicht voll ist, will nicht geschlossen werden, das Gymnasium, das "voll" ist, weiß, dass sich das Blatt wenden kann UND: wenn man schon eine Auswahl an Kids hat, will man ja auch die beste Auswahl haben..

    Zitat

    Schulen versuchen, sich ein Profil zu geben und das scheint mir für alle Beteiligten ein Vorteil zu sein. Findet man als Lehrkraft eher am Sportgymnasium sein Glück oder eher an der französisch-deutschen Kooperationsschule mit Bili-Zweig?

    Das halte ich persönlich für besonders relevanter (und das fällt für mich unter dem pädagogischen Konzept). Kann ich mich mit dem Leitbild der Schule identifizieren aber auch: finde ich mich und meine Arbeit wieder?
    (Sind meine Fächer da? sind sie das 5. Rad am Wagen? Sägt man vielleicht sogar an die? Sind sie so prominent aber ich werde nie da reinkommen?)

    natürlich war jede Partei mal irgendwann schon mal kurz beteiligt, aber nicht als "Ampel".
    Und so oder so nicht in der Bildungspolitik.

    Ich habe - sowohl an die alte als an die neue Regierung - durchaus auch einige Kritikpunkte. Aber solche Sätze sind Populismus und führen nur zu noch mehr Politikverdrossenheit im Lande. Irgendwie würde ich es bei Menschen, die den Auftrag haben, ihnen anvertraute Kinder/Jugendliche zur Mündigkeit zu erziehen, anders erwarten

    Die Situation ist denkbar unglücklich, da sind wir uns einig. Derzeit sind diese Themen auch in den Medien präsent und eine Ablehnung diverser Entscheidunge der Ampelkoalition führt zu stetig sinkender Unzetstützung dieser durch die Bürger. Am Ende werden die Menschen mit den Füßen abstimmen und das werden wir bei den nächsten Landtagswahlen sehen.

    die Ampelkoalition ist für die Bildungspolitik (der Länder) zuständig?
    Die Ampelkoalition ist für die Migrationspolitik der letzten 20 Jahre zuständig? (also weil ich jetzt annehme, dass du dich darauf beziehst)

    Ich bin ob solcher Fragen immer verdutzt. Klar sind 45 Minuten Einweg viel Zeit (und auch Geld in den Transportmitteln), aber woher kommt so oft die Annahme, man könne in quasi unmittelbarer Nähe einen Job erhalten / haben? Schon alleine bei zwei arbeitenden Menschen in einer Familie (also, Personen, die sich entscheiden, zusammenzuwohnen), wird es ja schwierig werden.
    Ich habe angefangen mit 45 Minuten Auto (plus Wochenendbeziehung in die andere Richtung), dann 15 Minuten zu Fuß, ich habe jetzt anderthalb Stunden ÖPNV (wären 45 Minuten Auto, ich hab nur halt keins mehr), ich freue mich, wenn es mal wieder 15 Minuten zu Fuß wären, aber: die Arbeitsstelle spielt für mich die größere Rolle. Meine aktuelle Fahrbelastung geht aber nur, weil es keine Schule ist und ich also einen anderen Stundenplan habe.

    Wo wirst du mittel-/langfristig glücklich? (Arbeitsart, Fächereinsatz, pädagogisches Konzept, usw..)
    Das kann relevanter sein, als 40 Minuten pro Tag.

    Bevor ich durch viele Überstunden bzw. Vertretungen verheizt werde, möchte ich lieber, dass alle Stellen an unserer Schule besetzt sind, egal wie gut die Lehrkraft ist. Meist findet man ja doch auch für diese KuK Aufgaben, die passen.

    Schön, wenn du glaubst, dass unfähige Kolleg*innen trotzdem eine Entlastung im System sind.
    Kolleg*innen, die für eine Schulangst oder totale Fachabneigung bei Kindern verantwortlich sind... Kolleg*innen, die eine Stelle haben, aber regelmäßig nicht da sind, das Curriculum nicht unterrichten, nur Spiele machen, Kompetenzen nicht abprüfen...

    Zitat

    Ich würde auch zu einem schlechten Arzt gehen, bevor ich zu keinem Arzt gehen kann. Da werden wir uns wohl eh drauf einstellen müssen.

    Dann bist du entweder sehr sehr schwer krank und deine Gesundheit ist russisches Roulette, oder du bist grundsätzlich gesund. Wer schon eine falsche Diagnose erhalten hat und deswegen falsch therapiert wurde, wünscht sich vielleicht eher jemanden, der den eigenen Körper nicht als Spielwiese betrachtet hat

    (und ja, auch gute Lehrkräfte und gute Ärzte haben schlechte Tage)

    Mal von der Respizienz abgesehen, eine regelmäßige dienstliche Beurteilung gibt es aber doch auch in NRW, oder kommen die Schulleitungen da zeitlich nicht zu?

    Kann man also sagen, dass Baden-Württemberg in Bezug auf die "Überwachungsmechanismen" etwas liberaler ist?

    wie oft hat die Schulleitung deiner Vertretungsschule Kolleg*innen schon beurteilt??

    Es gibt in NRW nur die Anlassbeurteilung. Will ich keine Beförderungsstelle (und baue ich nicht ganz viel Mist), wird in der Regel keine SL mich in meinen Unterricht besuchen (Konzepte von kollegialer Beratung abgesehen..).

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