Wenn du bei der Beratung zumindest dabei sein durftest, hattest du dabei dann irgendeine Art von Mitspracherecht? Warum genau sind - abgesehen von Gasthörern bei Kolloquien, die bei uns auch möglich gewesen wären - andere Anwärter mit in fremden Kolloquien?
Ich war anwesend und durfte je einen Examenstag erleben.
Hätte ich einen Murks von mir gegeben, wäre ich hochkant rausgeflogen. (Aber es wäre JEDER rausgeflogen, der was gesagt hätte, bei einer Sportstunde wurden die Fachleiter durch die Seminarleitung auf lautlose Art und Weisung mit einem Donnerblick so zusammengefaltet, ... puh). Natürlich hatte ich kein Mitspracherecht.
und wie gesagt, KEIN Kontakt zum Examenskandidaten außer zwischen dem Stundenblock oder dem Kolloquium (ich bin bei beiden Prüfungen, an die ich mich erinnere, aber nicht zum Reffi gegangen. Den kannte ich dafür zu schlecht und er/sie hat kein besonderes Interesse gezeigt. Ein Mitreffi des Jahrgangs war aber beides Mal mindestens dabei.) Bei meiner Prüfung bin ich in der Mittagspause um den Block gelaufen und habe meine Prüfungsthemen wiederholt, die zwei Zuschauerinnen waren auch dabei (mich stört sowas nicht).
Bei den Beratungen wäre ich unfähig gewesen, eine Note konkret herauszuhören (ich war nur bei der allgemeinen "Beratungsrunde" dabei, natürlich nicht bei der Notenfestlegung. Esist eh ein Spiel meines Studienseminars gewesen, dass die Wörter der Notendefinitionen 18 Monate lang KEIN EINZIGES Mal gefallen sind (weil sich sonst einer darauf berufen könnte "am 12. März haben Sie aber gesagt, es sei eine gute Struktur gewesen"...) "Licht und Schatten" war wohl ein Code für eine drei.
Ich war Personalrätin, ich glaube, ich hätte rein technisch zu einer Prüfung extra mitangefragt werden können. Ich bin soooo froh, dass der betroffene Reffi noch vorm Exam abgebrochen hat, denn seine Anliegen vorzutragen war schon sehr schwierig und unangenehm genug (ich bin reflektiert genug, um zu wissen, dass es nicht meine Aufgabe war, dass es angenehm wird, aber ich war 99% der Meinung der Seminarleitung, einzig einen Teil des Rassismusvorwurfs empfand ich berechtigt, aber nein, es war nicht rassistisch, von ihm zu verlangen, pünktlich zur Schule zu kommen.). Ich vermute, meine Aufgabe wäre dann gewesen, für den Fall der Fälle Zeugin zu sein, dass alles gut abgelaufen war.