Es gibt Korrekturfristen (zumindest in einigen Bundesländern in einigen Stufen) und auch wenn es kein Weltuntergang ist, wenn man drüber ist, ist es durchaus problematisch, das Doppelte der Zeit zu brauchen.
Ich verstehe übrigens den kulturellen Blick von Calmac. Ich hatte in meinem ersten Studienjahr in Deutschland dank Anrechnung von 2 Seminaren meine Zwischenprüfung, war brav in meinem französischen Tempo und hätte quasi nach 6 Semestern locker fertig sein können. Und dann habe ich das deutsche Studium entdeckt, mir Zeit für links und rechts genommen und genossen (bis dahin finde ich es super, ich habe BILDUNG inhaliert und nicht mehr UNTERRICHT "konsumiert"...), bis ich dank dem deutschen System mein Hochstaplersyndrom sowas von befeuern konnte, die Prüfung schob und schob, um nur noch mehr links und rechts zu lesen und noch mehr Themen zu kennen, die nie im Leben in die Prüfung kämen, und kombiniert mit Prüfungsangst doch lange zum Abschluss brauchte.
Im Ref war genau das für mich auch ein Problem. Kein Problem, weil ich das nicht konnte, nein. Ich hatte zwar die "üblichen" Probleme und viele Heulkrämpfe aber objektiv und rückwirkend gesehen stand nie in Durchfallgefahr. Nein, ich BRAUCHTE mehr Zeit, weil ich das Gefühl hatte, durch mehr Zeit könnte ich mich sicherer fühlen. Und dieses Gefühl habe ich noch nie vor dem Studium gehabt. Ob es am Studium oder am Landwechsel gibt, gute Frage. Aber es spielt sicher auch eine Rolle, dass ich zwar meinen Eltern sagen konnte "ja, ein Staatsexamen ist ca. 5 Jahre in Deutschland" (da ich mich 100% selbst finanziert habe, ging es nur darum, dass meine Nicht-Akademiker-Eltern gar keine Ahnung hatten, "wie lange ich denn noch lernen möchte"), aber auch wusste "6 Jahre würden keinen interessen".
Edit: Im Beruf hatte ich noch nie Probleme, abgesehen von den Staus, die jede Doppelkorrekturfachlehrkraft regelmäßig hat. Ich funktioniere mit Druck, Fristen und Deadlines jeder Art hervorragend, ich tue mich eher mit schwammigen Regeln schwer.