Beiträge von chilipaprika

    Ich hatte einen nahtlosen Übergang ohne Traumnoten (aber trotzdem 1,x) und ohne sogenannte Mangelfächer.

    Was bringt dir die Info? Wenig.
    Wäre ich nicht flexibel gewesen (ich bin 100km zu meiner Stelle gependelt / gezogen (bewusst und glücklich, aber es gab auch keine andere Stelle) ), dann hätte ich nichts gehabt.
    Wäre ich noch flexibler gewesen, hätte ich 10 oder 30km von mir je eine Stelle gehabt. Als Gym-Lehrkraft wollte ich aber nicht an eine Hauptschule oder Gesamtschule ohne Oberstufe. Meine Flexibilität hätte ich vermutlich 6 Monate später erweitert.
    Oder nicht.
    Mir war die PLANstelle nicht wichtig und ich war (bin es immer noch) relativ zuversichtlich, dass ich immer irgendwas gefunden hätte und Vertretungsverträge fand ich auch okay.
    Aber du willst sicher auf die Planstelle mit deinen Fächern an deiner Schulform hinaus...

    Wenn die Statistik sagt, dass es wenige arbeitslose Lehrkräfte gibt (ist so), dann heißt das:

    - einige Lehrer*innen haben keine Lust auf Schule und arbeiten woanders nach dem Ref

    - einige, die keine Stelle finden, greifen auf andere Kompetenzen zurück und sind entweder übergangsweise oder langfristig woanders glücklich

    - viele arbeiten erstmals in befristeten Verträgen...

    Wie Alterra sagt: Prognosen, Schweinezyklus, ... alles Glaskugelleserei... erst recht ohne die Fächer, das Lehramt und das Bundesland (und das Datum des "fertigwerdens"

    Hallo!

    Mit Schleswig Holstein kenne ich mich nicht aus, aber grundsätzlich ist es natürlich so, dass die Freistellung (falls sie in deinem Bundesland vorgesehen ist) zur Weiterbildung in einem Mangelfach nicht unbedingt für die vorgesehen ist, die schon ein Mangelfach unterrichten (Chemie). Es ist nicht so, dass die Schule nicht wüsste, was sie mit dir anfangen soll.
    Da ich aber nicht weiß, ob ein solcher Zertifikatskurs in SH der Schule Ressourcen nimmt oder ob es ein Angebot in deiner Freizeit ist, kann ich es nicht sagen.
    Blöd gesagt: eine Garantie auf das Fach hast du nie, selbst mit abgeschlossenem Studium, aber du erhöhst deine Chancen. Und in deinem konkreten Fall: mich würde es sehr wundern, wenn ein Physikabschluss ignoriert wird, um dich "nur" in Bio und Chemie einzusetzen. Umgekehrt "gefährdest" du vielleicht deine Stammfächer (einige Studierende nehmen zb ein beliebtes Mangelfach, um ihre Einstellungschancen zu erhöhen, wundern sich aber danach, dass sie 20/25 Stunden im Drittfach verbringen...)

    Wenn du Zeit und Kapazität hast: versuch dich doch an ein Physik- und/oder Mathestudium. Im schlimmsten Fall packst du das nicht (oder merkst, dass das Fach nichts für dich ist), im besten Fall hast du einen kompletten Abschluss, und alles dazwischen (also zb 2-6 Semester abgeschlossen) sind ein Indiz für eine Schulleitung, dich ernstzunehmen, wenn es irgendwann Bedarf für fachfremden Unterricht (Sek1!) oder für die Bewerbung auf einen solchen Weiterbildungskurs gibt.

    Aber genieß erstmal den Studienabschluss. Ich hatte zwar nie dieses Gefühl, habe aber schon oft gelesen, dass es durchaus normal sein kann, nach den Jahren der Beschäftigung mit den Fächern, die Fächer nicht mehr sehen zu können.

    Okay, also fällt eine Stellenzuweisung vermutlich erstmal flach. Aber wie ist das denn, wenn eine Lehrkraft in meinem Kollegium in den Ruhestand versetzt wird oder die Schule wechselt? Wird dann deren Stelle sozusagen frei, so dass diese Stelle für einen Seiteneinstieg genutzt werden kann?

    "Theoretisch" wäre es so.
    Aber die meisten Gymnasien sind _eigentlich_ im Überhang, so dass ein Weggang nicht automatisch eine neue Stelle bedeutet.
    Dann gilt "Versetzung vor neue Stelle", das heißt, es gibt eine Menge Menschen, die in dein Umfeld wollen (und schon eine Stelle haben), sei es Rückkehr aus der Elternzeit, oder normale Versetzung, und da sind leider die Fächer oft egal, das heißt, es kann sein, dass deine SL eine Person mit "Deutsch/Bio" nehmen muss, obwohl sie eh zuviel Deutsch hat, Bio okay ist. Um eine Versetzung abzulehnen, muss man wirklich sehr gute, stichhaltige Gründe haben (und/oder gute Kontakte zur BR). Und natürlich die Stellen mit Teilabordnung.
    und DANN muss die Stelle auch für den Seiteneinstieg geöffnet werden (was bei deiner Fächerkombi okay sein sollte)

    Bundesland? (Davon hängt vielleicht ein bisschen ab, wie sonst die restliche Belastung ist).

    Mit zwei "Nebenfächern" kommst du doch sicher aus dem Ref mit einiges an Materialien raus, weil du mit normalem Glück schon je 2 Gruppen ein ganzes Jahr unterrichtet hast.
    Da Physik nicht in allen Jahrgängen ist, wirst du hier vielleicht in der Grundvorbereitung entlastet.

    Mir ist unklar, ob du schon ein ganzes Jahr gearbeitet hast ("in meinem zweiten Jahr"), oder gerade fertig bist, aber generell finde ich es zwar keinen super sanften Einstieg, aber auch nicht super fies. Der Vorteil des LKs (finde ich 10mal besser als GKs) ist klar: selbe Anzahl an Klausuren, mehr Zeit, mehr Beziehungsarbeit, anspruchsvolleres Niveau.
    Du musst aber die Welt nicht neu erfinden und es gibt für die Fächer sicher auch fertige Unterrichtsreihen, selbst wenn deine Fachkolleg*innen dir nichts geben würden (warum? Erst recht mit Anfänger*innen lässt sich gut tauschen... Natürlich solange du dich nicht selbst komplett versperrst, etwas zurückzugeben ;) ).

    Ich weiß auch nicht, was du meinst, wenn du sagst, dass du es lässt. Planstelle weg? Lehrerjob? Kurse weg?
    Sei dir gesagt, dass dir das für die Zukunft nicht hilft. Du wirst ja nicht jedes Jahr nur einen neuen Kurs dazu bekommen, bis du alle Lehrpläne durch hast, und möglicherweise gibt man dir nie wieder einen LK oder eine KL. Vielleicht wäre es dein Plan, dann hast du ein schönes ruhiges "Sportlehrerleben" ohne die inhaltliche Arbeit, aber... willst du das?


    Edit: Überschneidung mit allen Beiträgen davor, zu langsam getippt :-), aber: wir sind uns wohl alle einig :D

    Falls ich es nicht schaffen sollte, besteht ja noch die Möglichkeit eines Zertifikatskurses für ein anderes Fach, wodurch ich meine Korrekturarbeit verringern könnte. Wie schätzt du diesen Plan ein?

    Du musst dir dessen bewusst sein, dass ein ZK der Schule zugute kommen soll, und nicht deinem Wohlbefinden. Natürlich hat eine gute SL beides im Blick, aber du wirst nicht in einen ZK geschickt, um weniger Korrekturen zu bekommen, sondern weil die Schule Bedarf am Fach hat.
    Es kann also gut gehen, aber es kann gut sein, dass man dich nie in Betracht zieht, weil du einfach deine Fächer unterrichten sollst. Höhere Chancen auf ein Fach hat man ja, wenn man es richtig studiert und von Anfang an zur Verfügung steht.

    Da ich unbedingt Kinder haben möchte, ist es sehr ermutigend zu hören, dass du KollegInnen mit D/E kennst, die Vollzeit und Kinder unter einen Hut bekommen haben. Das ist nämlich ebenfalls eine große Sorge, die mich begleitet.

    Auch da ist es eine Einstellungssache. ICH könnte es vermutlich nicht, aber ich frage mich eh, wie man es schafft, (überhaupt) Vollzeit mit Kindern zu arbeiten (auch wenn es für mich mein Ideal ist). Es geht also nicht, wenn man jeden Nachmittag 3-4 Stunden mit den Kindern verbringen will / muss (Betreuung so abgestimmt), den Haushalt macht und der Partner fein von allem raus ist.
    Die Last muss gut verteilt werden und/oder ausgelagert (blöd gerechnet: wenn ein Elternteil in fast allen Schulferien einen größeren Teil der Betreuung übernimmt, dann kann es in den Klausur-/Schulphasen nicht unbedingt der selbe Elternteil sein, der alles übernimmt (UND Vollzeit arbeitet).
    Hätte ich Kinder, hätte ich eine Kinderfrau, die auch einiges kocht (ich stehe nicht darauf und Kinder sollten nicht "notfalls ein Müsli" als Abendessen haben :-D).

    Das hängt auch sehr stark von deiner Wahrnehmung und deiner Belastungsgrenze ab.
    - Wartest du ein bisschen / lange, bis du anfängst zu korrigieren? Oder stehst du dann die nächsten Tage 1-2 Stunden früher auf und korrigierst (oder halt Abendschichten), ich bin (leider) eher der Typ, der prokrastiniert, dann wird es natürlich nicht besser.. :D
    - Hast du ein gutes "Unterstützungssystem"? Ja, ich kenne Menschen mit der Fächerkombi, die Vollzeit arbeiten / bis zum Schluss gearbeitet haben (und auch mit Kind(ern)). Man muss aber nicht Super(wo)man sein: Was ist die Rolle des Partners/der Partnerin? Hat man eine Haushaltshilfe? Kann die Wäsche liegen bleiben? Versteht die Familie/der Freundeskreis, dass man NICHT alle Vorweihnachtsmarktsbesuche mitnehmen wird? (und ggf. nur 1-2)?

    Ich HASSE es zu korrigieren, und habe auch nicht D/E (trotzdem (fast) nur Korrekturen), ja, unsere Jahresarbeitszeit ballt sich sehr in einigen Wellen und mit guter Vorbereitung (schulfreie Zeitn) kann man auch gute Phasen gehabt. Man muss nicht zu JEDER Einheit aktuellere Bildchen finden.
    Ja, die ersten Jahre sind echt anstrengend.

    Aber ehrlich: was willst du denn jetzt machen? Ein weiteres korrekturintensives Fach nehmen?
    Hast du B-Pläne?

    Das heißt, die SL, die mir das erzählt haben (2, wenn ich selbst Teilzeit angemeldet hätte / habe, eine andere einfach so zufällig, aber in einem ähnlichen Kontext ("Wenn X reduziert, belastet es uns alle"), haben entweder keine Ahnung oder versuchen, auf die Tränendrüse zu drücken?

    Und wie schnell wird sowas "ausgeglichen"? Immerhin unterschreibt die SL, dass nichts gegen meinen Antrag auf TZ steht (was aber faktisch nicht vollständig korrekt ist, denn jede LK wird gebraucht, aber wenn es doch einen rechnerischen Ausgleich gibt, sorge ich entweder dafür, dass die Schule nicht zu sehr in Überhang geht (keine Abordnung), oder dafür, dass eine neue Stelle zugewiesen wird?

    Ich antworte rein formal:
    Nein, es geht nicht.
    Eine Angabe deines Bundeslandes wäre (wie so oft ...) hilfreich, weil es eben davon abhängt.
    Du könntest 1 (oder 2) Erweiterungsfächer studieren und eben mit dem Erweiterungsfach und eins deiner Stammfächer ins Referendariat gehen (außer in einigen südlichen Bundesländern, dort läuft es anders).

    Hattest du dieses Gefühl auch in Praktika?
    Sonst ein Hinweis: Es gibt "brennen" und "brennen". Unterrichten ist ein Job. Du solltest nicht deine Fächer hassen, du solltest Kinder nicht grundsätzlich doof finden, aber ansonsten ist es ein Handwerk. Gute Stunden basteln und halten kann man, auch wenn es nicht DAS Liebslingsthema ist.
    Ich verstehe durchaus dein aktuelles Dilemma, kann dir aber sagen, dass die Vorliebe für ein Fach sich durchaus wandeln kann. Ich konnte mein zweites Fach im Studium wenig leiden, habe es aber sehr gerne unterrichtet. Bis zum geht nicht mehr, ich kann es nicht mal mehr eingerahmt sehen. Einige Themen meines Drittfachs fand ich im Studium doof, ich habe mich aber in der Vorbereitung für den Unterricht im Ref da so reingeackert wie noch nie und dadurch einen ganz tollen Zugang für mich und die SuS gefunden. Auch WEIL ich erstmal keinen Zugang fand, konnte ich kreativ andere Wege gehen, um SuS ein bisschen mehr zu "begeistern" (wir wollen nicht übertreiben, es bleibt auch trockenes Thema in der Schule).
    Bei meinem Erstfach, im Studium geliebt, in der Schule ein bisschen Hassliebe, hängt es sehr von den Stufen ab.

    Aber die Idee, nur wenn man selbst suuuuper begeistert ist, kann man die SuS begeistern, da sehe ich es nicht so. Ich wäre (zur Zeit ... wer weiß :-D) eine katastrophale Chemiekollegin, weil ich wenig davon verstehe und auch keinen "Weltbezug" sehe. Aber für einige Themen, die ich mir selbst "laienhaft erarbeite" könnte ich mir durchaus die eine oder andere didaktische Reduktion vorstellen.

    Nur Mut! Guck, was du gerne hättest (ich bin ein Fan von Erweiterungen, wenn (und weil) sie den Alltag schöner machen. Aber nicht, weil man flüchtet!

    Tja, dann muss man dem Gegenüber die kognitive Fähigkeit zutrauen, den Unterschied zwischen einem 1-2-stündigen Termin und einem 6-8 schulstündigen Unterrichtstag mit viel Stehen, viel Laufen, machen zu können.
    Ja, ich weiß, viele KuK können es nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

    kodi: wir sind im selben Bundesland.

    Dies wurde mir von 3 verschiedenen SL anders erklärt:

    - Ersatz /Vertretung nur für Elternzeiten/Langzeitkrankheit (befristet)

    - anderweitige Reduzierung von KuK muss vom Kollegium aufgefangen werden.

    In einem gut funktionierenden System (refelmäßige Einstellungen, keine Mangelfächer) würde das von dir erklärte System kein Problem sein aber wie funktioniert es bei den Einstellungsstaus und dann auf einmal gehen 5-10 Frauen in Teilzeit und dann alle wieder hoch?

    Das erscheint mir geradezu utopisch, dass es einfach so funktionieren würde.

    Die Tätigkeit als Lehrer hat auch wenig mit der Tätigkeit als Nachhilfelehrer, in "Corona-Aufholkursen" oder im Ganztag, trotzdem ist es durchaus interessant zu sehen, dass es Studierenden gibt, die einiges an pädagogischer Erfahrung mitnehmen (bzw. schon vorm Studium solche Tätigkeiten hatten, die sie eben auf den Berufswunsch brachten) und solche, die wirklich GAR NICHTS an pädagogischen Tätigkeiten im Lebenslauf haben.
    Aber ja: ganz normal: auch unter Lehramtsstudierenden gibt es die ganze Bandbreite an Menschen, an Interessen und an Fähigkeiten.

    Ich spreche für die Bundesländer, die ich kenne (und es sind unter anderem die "freiesten" bei der Bewerber*innenauswahl):
    Es gehört nicht zu den harten Fakten, die in einer Ausschreibung stehen dürfen, vermutlich nicht mal als weiches Kriterium, das wäre viel zu offensichtlich, dass es nicht real für die Schule von Interesse ist, sondern auf dich zugeschnitten ist.

    Beim Trainerschein ist es ein Fakt: bei den Schwerpunktschulen gibt es einen realen Bedarf an TRAINER*innen zusätzlich / gleichzeitig zu den Lehrkräften.
    Da gilt der Trainerschein des DOSB bzw. jeweiligen Bundesverbands und nicht etwas aus den USA, wenn es um harte Kriterien geht. (Hartes Kriterium: wenn du es nicht erfüllst, darfst du dich nicht mal bewerben). Studium in den USA ist also "war im Ausland" genauso wie "AuPair" und zählt zu keinem Kriterium, spielt höchstens bei Einzelpersonen in der Auswahlkommissionen unterbewusst / bewusst eine Rolle.

    Manchmal hätte gerne eine Schule den Skischein, es wäre ziemlich praktisch für die Begleitung der Fahrten, manchmal kann eine Schule dies zu einem harten Kriterium machen. (und man kann den Skischein oft während des STudiums bzw. während des Referendariats, genauso wie Trampolin oder Kletterschein.). Es hat versicherungsrechtliche Gründe: du kannst nicht "einfach so" Trampolin springen, du brauchst (brauchtest?) einen entsprechenden Schein, beim Ski ähnlich, Rudern/Kanu gehörte in meinem Ref auch dazu. Natürlich macht man das aber nur, wenn man Interesse an der Sportart hat, es bringt ja nichts, wenn man dann jedes Jahr auf Skifahrt fahren "muss", keine Lust hat, oder bei allen Wandertagen mit Kanu rausmuss und das hasst.

    Ich bin tatsächlich immer wieder irritiert, wenn ich Sportstudis treffe, die nicht unbedingt in einem Verein engagiert sind oder keinen Trainerschein haben, ich hätte (vorher) gedacht, dass ganz viele Sportlehrer*innen eben aus dem Vereinssport kommen und dort schon Trainertätigkeiten übernehmen und den Schein also "mitnehmen".
    Bei jemandem, der nicht "nur" "Sportlehrkraft" sein möchte, sondern auch eine Trainer*inrolle übernehmen möchte, würde ich erwarten, dass er/sie so früh wie möglich genau den Weg einschlägt. Es geht am Ende nicht darum, jemanden zu haben, der selbst so gut war, dass er/sie ein Sportstipendium hatte, sondern jemanden zu haben, der meine SuS zu Sportstipendien verhelfen könnte. Das erste ist also hilfreich, das zweite ist notwendig.

    Gegenfrage: Warum sollte es mehr Punkte geben?
    Das mit dem Trainerschein war nicht ein "netter Hinweis, was gefallen könnte", sondern es GIBT Stellen, wo ein Trainerschein (B oder A? weiß nicht mehr) ausreicht, um eine Planstelle zu besetzen. Natürlich am Liebsten jemanden, der ein 2. Staatsexamen hat, aber im Zweifel ohne. Es sind aber natürlich nur wenige Stellen im ganzen Land.
    Und bei vielen Schulen ist es - je nach Sportart - durchaus ein "Plus", den man ausschreiben kann ("Erfahrung im Rudersport"). Nirgendwo wird sowas stehen wie "hatte ein Sportstipendium in den USA". Auch wenn es sicher eine ganz tolle Erfahrung ist und ich bin die Letzte, die dir das ausreden würde! Es ist aber ein nettes Ding auf der selben Ebene wie ein AuPair-Jahr oder so. Über eine Anerkennung des Abschlusses in Deutschland solltest du dir auch keine zu großen Hoffnungen machen, aber: wenn du die Möglichkeit hast: Go!! das eine oder zwei verlorene Jahre sind dann egal!

    Für einen Trainerschein solltest du nicht abwarten, ob du an der Uni was kannst, sondern kannst es jetzt schon angehen. Trainer C ist kein Ding der Unmöglichkeit und dein Verein unterstützt dich dabei (der Sportbund der meisten Kreise übernimmt sogar die Kosten für unter 20jährige). Und es gibt dir eine gute Qualifikation, mit der du schon vor und während des Studiums gutes Geld verdienen kannst.

    Der Weg zu den Sportschulen und in die Betreuung von Leistungssportler*innen wird nicht einfach, ein Trainerschein (eher B und A, als C) in einer entsprechenden Sportart ist aber ein sehr sehr wertvoller Joker. Wenn du allerdings so eine Stelle bekommen solltest, unterrichtest du kaum noch dein zweites Fach, wenn du eh viel Betreuung hast. Dazwischen gibt es aber auch eine große Bandbreite an Möglichkeiten.
    Tipp: mach auf jeden Fall den Trainerschein in deiner Sportart. Mindestens C, aber dann hoffentlich auch B. Der C-Schein ist ein Plus, den habe ich aber nie in einer Stellenausschreibung gesehen (spielt aber bei entsprechender Sportart durchaus eine Rolle bei Besetzungen und Versetzungen), den B- oder A-Schein habe ich aber schon bei Schulen mit Kaderschwerpunkt gesehen (und hatte deswegen mit einem dortigen Kollegen eine Unterhaltung darüber, wer diese KuK sind.)

    Ein Abschluss in Germanistik ist doch auch kein Garant für ein Deutsch auf dem Niveau eines muttersprachlichen Germanisten. An der Uni lernt man doch kaum die Sprache selbst, man verwendet sie doch „nur“. In Englisch waren bei uns damals viele Veranstaltungen auf Deutsch…

    Auf jeden Fall. Aber als Germanistin habe ich eben nicht gelernt, Deutsch (als Fremdsprache) beizubringen (Das habe ich im DaZ-/DaF-Studium), sondern kann mit der deutschsprachigen Literatur umgehen, auch mit älteren Sprachstufen, usw. und diese eben didaktisch aufbereiten. Dass ich nicht perfekt spreche.. ist halt so. Ich habe mich nach Jahren des "ich peitsche mich selbst aus - Understatements" gelöst und irgendwann beschlossen, dass in einer Welt, wo fast Alle mit Abitur sich für zweisprachig in Englisch und konversations- und arbeitsfähig in Französisch halten, darf ich ruhig im Lebenslauf "nahezu muttersprachliche Kompetenz" schreiben. Wenn man selbst was von C1 schwafelt, glauben die Menschen dann, dass ich gerade die 10. Klasse abgeschlossen habe.

    Neben der sehr vielen Gründe, warum es SEHR SEHR gut ist, dass ich nicht an der Grundschule gelandet bin, spielt aber tatsächlich die sprachliche Korrektheit eine Rolle.
    Allerdings auch eine Lanze für "Wer es gelernt hat...": Ich habe durchaus die Tendenz, im Deutschunterricht oder im deutschsprachigen Fachunterricht, auch mit den Schüler*innen "Wortschatzarbeit" zu machen, damit sie nicht ständig "der Autor sagt / der Autor will" schreiben. Eigentlich das, was im Fremdsprachenunterricht gemacht wird, aber viele (meiner?) Schüler*innen haben den deutschsprachigen Wortschatz auch nicht aktiv im Kopf. Da hilft mir durchaus mein anderer Zugang (oder einfach: das Nachdenken darüber, dass Bildungssprache erlernt werden muss).
    Ein bisschen wie die These, dass die Schwere des Mathestudiums den Mathelehrer*innen oft zum ersten Mal "fail"-Erfahrungen schenkt, die im späteren Mittelstufenunterricht nützlich sein können.

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