Beiträge von chilipaprika

    Das einzige Problem, was ich bei Versorgungsfällen sehe, ist wenn die Beförderung in der Behörde erfolgte. Da kann man dann fragen, ob das wirklich gleichwertige Bedingungen waren. Kann ich nicht beurteilen.

    Ich verstehe den Gedanken (und habe ihn bis zu einem bestimmten Grad selbst internalisiert), aber: ganz ernsthaft: das Beförderungsverfahren in der Schule hat (in NRW) sowas von gar nichts mit der zu erreichenden Stelle zu tun. Da bewirbt sich jemand als Medienbetreuer und kann ggf. noch NIE in dem Bereich was gemacht haben, bekommt aber die Stelle, weil seine Chemie-Stunde super top war.
    Bei Koordinationsstellen, wo durchaus analytisches Wissen und zum Teil Führungskompetenz gefragt wird, ist es ein Witz, an welchen Kriterien man bewertet wird.
    (Ich glaube zu wissen, dass es in einigen anderen Bundesländern zum Teil anders ist, ich habe es zb in Hamburg anders wahrgenommen.)
    (sollte sich das in NRW durch diese neuen Tabellen doch drastisch geändert haben, bitte ich um Verzeihung, aber ich weiß auch, wie Stellen an meiner Schule ausgeschrieben wurden...)

    Und die Rückkehr in den Schuldienst bei doch fürstlicher Entlohnung gelang, weil der TE jemanden kennt, also letztlich Vetternwirtschaft. Auch das ist nicht für jeden oder überhaupt für viele eine Option. Insofern ist es schon individuell sehr gut gelaufen und definitiv besser als ein Burnout, Letzteres dürfte aber leider häufiger der eingeschlagene Weg sein.

    ich schließe mich dem Beitrag von Brick in the wall an, möchte aber trotzdem ergänzen: wenn man eine Funktionsstelle hat und irgendwohin muss, geht es nicht anders als mit den Kontakten zur entsprechenden Stelle. Und die Kontakte, die man aus einer Tätigkeit hat und die eben von der Leistung in einer besagten Tätigkeit "überzeugt" sind, als Vetternwirtschaft zu bezeichnen, finde ich gewagt.
    Woher soll sonst eine Schule erfahren, wo passende Kandidat*innen herkommen, wenn nicht diejenigen, die den Überblick über gute Menschen haben, Bescheid sagen.

    Ohne den Führungskräften etwas Böses unterstellen zu wollen, muss man realistisch sein. So weh es einem tut: man wird schnell ersetzt, wenn man weg ist / wäre. Keine*r ist unersetzlich. Also: Loayalität ist gut, aber die anderen Kolleg*innen, die da sind, sind auch loyal. Wenn es am Ende nur eine Stelle gibt, geht sie vielleicht an eine*n selbst... oder an den Physik/Informatik-Kolleg*in, der/die sich (noch) nicht wegbeworben hat und dem man jetzt auch eine kleine Aufgabe gibt, damit er/sie bleibt. Schulleitungen haben halt sehr unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und sehr wenige Mittel dafür. Deswegen sind sie um jede Arbeitskraft glücklich, die ohne große Ansprüche und nur Anerkennung / Wertschätzung wollen. Ob sie diese Wertschätzung aber gut verteilen, ist halt eine andere Sache.

    Das ist surreal.

    Dann lebte ich in einer surrealen Familie.
    Mein Vater (gut, andere Generation natürlich) war zwar kein "Kinder interessieren mich nicht" aber spätestens ab der Oberstufe war er aufgeschmissen, welche Fächer ich hatte "irgendwas sinnloses mit Sprachen". Ja, in Deutschland studiert man mehr als ein Fach (in meinem Studium in Frankreich kam er noch mit) und ja, ich habe es übertrieben, aber es hat mehrere Jahre meiner Vollzeittätigkeit gedauert, bis er fehlerfrei meine Fächerkombination aufsagen konnte. (und ich habe immerhin sehr lange studiert, er hatte Zeit sich an jedes neue Fach zu gewöhnen.)
    Als wir Kinder waren, hätte er nie sagen kann, wer welche Krankheit hatte, wer wann Turnen hat, oder so...

    @TE: studierst du zur Zeit deine Fächer auf Grundschullehramt? Ich hatte nämlich den Beitrag so verstanden, dass du dich in den ZweiFachBachelor "geparkt" hast, in der Hoffnung, irgendwann zu wechseln. (Das Bundesland fehlt für die größere Einschätzung).
    Semesterticket für ganzes Bundesland, wo man anderthalb Stunden pendelt lässt mich aber stark an NRW denken, und grundsätzlich weiß ich gar nicht, wo man GS-Lehramt mit "nur" Deutsch und Reli studieren kann...

    Wenn du gerade erst angefangen hast zu studieren und es geht noch: lass dich exmatrikulieren und sammle noch 2 Wartesemester. Die Hoffnung, 4-5 Semester ein weiterführendes Lehramt zu studieren, gar abzuschließen und dann in die Grundschule zu gehen, haben zu viele und es geht schief.

    Wegen Pendeln und Absprung schaffen: es muss nicht jedes Kind in der 2. Schulwoche die selben Buchstaben lesen können wie der Sitznachbar. Es muss nicht jede*r gleichzeitig zum Studienstart ausziehen. Wenn du nicht bereit bist, weil du mit anderen Sachen beschäftigt bist: dann ist es halt so.

    Dass man aufgefordert wird, ist natürlich ein No-Go. Dass man aber Mitglied sein kann / sein mag, ist aber eine persönliche Entscheidung. Meine Verbundenheit mit meiner Schule mag daherrühren, dass ich dort arbeite, aber dass man in allen Vereinen, in denen man Mitglied ist / wird, eine persönliche Beziehung hat, erscheint selbstverständlich.

    Es ist im Übrigen keineswegs abartig, dass Arbeitnehmer ihre Fortbildungskosten selbst finanzieren. Das gilt im Übrigen auch für die Ressource Zeit, eine Freistellung vom Dienst unter Fortzahlung der Bezüge ist keineswegs selbstverständlich. Hier haben wir eigentlich ganz gute Bedingungen.

    Danke.
    So wichtig ich es halte, dass die Schulen vernünftige Etats haben (das Etat meiner Schule ist mir nur vor Corona bekannt, und es war ein knapper Fünftel von 10000 Euro ;) ), und dass Arbeitnehmer*innen nicht alles finanzieren müssen, so realistisch ist es zu sagen, dass es sehr wohl viele Branchen gibt, wo es auch nicht idealistisch ist.

    Ich bin in genug Fortbildungen / Weiterbildungen gewesen, um zu wissen, dass es sowohl bei Lehrkräften / Schulen die ganze Bandbreite an "bezahlt / zum Teil / gar nicht" gibt, aber auch außerhalb "bezahlt UND Arbeitszeit vollständig, inklusive Stunden am Samstag als Überstunden/ Arbeitszeit / teilbezahlt / gar nichts bezahlt, Teil der Stunden oder gar gar nichts"...

    Ich mache berufsbegleitend eine Weiterbildung, mein Vorgesetzter hat mir meine 5 Tage "Bildungsurlaub" (heißt anders) netterweise genehmigt, den Rest der (sehr vielen) Stunden darf ich, zum Teil zur Hälfte, zum Teil vollständig wieder reinarbeiten. Ach: bezahlen tue ich es auch selbst.
    Meine Stelle profitiert von der Weiterbildung, ich bin die 5. der Abteilung, die diese Weiterbildung macht, keine einzige Person hat einen Cent gesehen (die Stundenregelung war wiederum sehr unterschiedlich abgesprochen, was wiederum nur so mäßig fair ist. Ich will mich nicht beschweren, ich liege in der Mitte. Die Teilzeitkollegin musste ihre Stunden an Weiterbildungstagen auf einen anderen Tag verschieben, um sie nachzuarbeiten).

    Bei meinem alten AG wurden wir dazu angehalten, jedes Jahr Fortbildungen zu besuchen. Natürlich wurden diese vom Betrieb bezahlt. Inklusive Lohnfortzahlung, Freistellung und bei Bedarf Übernachtungskosten und Verpflegungsgeld.

    Das ist schon wieder so ein Lehrerding, dass man es für normal hält, Fortbildungen selbst bezahlen zu müssen.

    Das hängt wie gesagt von der Branche und vom Arbeitgeber ab. Das Lebenslange Lernen ist auch eine Aufgabe des Arbeitnehmers, der sich weiterentwickeln will, insbesondere, wenn er nicht ganz sicher am selben Ort bleibt oder es nicht möchte.
    Dass dies auch ein Teil der Personalentwicklung, klar. Aber auch da wird genau geklärt, was für das Unternehmen sinnvoll ist und irgendeine Klausel eingebaut, dass man eine bestimmte Zeit im Unternehmen bleiben muss. (Wenn ich an die KuK denke, die aber Weiterbildungen und ZKs dafür nutzen, sich dann wegzubewerben ...)

    weil du vielleicht 4 Jahre Spass im Studium hast, aber danach 80% der Zeit nur mittelmäßige Aufsätze zu oberflächlichen literarischen Themen liest, von denen die Kids keine einzige Seite gelesen haben. Ach: falls du überhaupt eine Stelle bekommst.

    jetzt positiv: es sind tolle Fächer. Gar keine Frage.
    Aber die Korrekturbelastung wiegt leider negativ alles auf, was einem Spass macht :(

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