Beiträge von chilipaprika

    Schon klar. Ich habe mich auch gefreut, wenn mein Vater früher von der Arbeit zurückkam und andere Kinder durch den Garten jagte.
    Aber ich meine es wortwörtlich: 2 Tage Urlaub, um am ersten Tag alles zu backen und zu schnibbeln, was am zweiten Tag von den Kindern im Grundschulalter verspeist wurde.
    Ich finde es okay (und ein toller Luxus, den ich gerade habe: wir können (fast) immer Urlaub nehmen, wenn wir wollen, egal ob für "heute will ich ein Kleid kaufen" oder "mein Kind hat Geburtstag und ich puste Luftballons auf"), ich finde es im Kontext dieses Threads lustig, wieviel Aufwand immer früher betrieben wird. Lustigerweise von Menschen (also denen jetzt in meinem Umfeld), die selbst das Überbieten bei Kinderveranstaltungen kritisieren).

    ich hatte vor ein paar Jahren das große Glück, mit dieser deutschen Besonderheit konfrontiert zu werden. Einzige Doppelstunde in meinem Fach: montags. Konfirmandengruppe auf mehrere Termine verteilt.
    -> Kein einziger Termin, wo alle Schüler*innen da gewesen wären.


    Ich glaube (!), der SL hat zwei betroffene Schüler*innen davon überzeugt, einfach nur zu meiner Klassenarbeit zu kommen und den Rest des Tages (oder den Dienstag?) frei zu nehmen, die komische Ausländerin sei ja nicht wirklich mit den Traditionen warm. Irgendwie hatte ich zumindest das Gefühl, dass es so abgelaufen sein muss, nachdem ich erstmal sehr verduzt war, die Eltern mein Unverständnis nicht verstanden und dann eine spezielle Lösung vereinbart wurde (wofür ich sehr dankbar war, von Anfang an zwei Klassenarbeiten konzipieren gehörte in dieser Klasse nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

    Ich hatte seitdem keine Konfirmandenklassen mehr, ich gehe aber davon aus, dass weiterhin befreit wird. Allerdings ist die "Befreiung aus religiösen Gründen" nach dem Zuckerfest oder beim Opferfest deutlich auffälliger, an dem Tag ist zum Teil kein sinnvoller Unterricht machbar.

    (Ich warte darauf, in die Schule zurückzukehren und zu sehen, ob in ein paar Jahren Kolleg*innen am Tag des Kindesgeburtstages frei nehmen wollen.
    Ich habe zur Zeit (nicht Schule) Kolleginnen, die am Tag des Geburtstags des Kindes einen Urlaubstag einreichen, um den Kindergeburtstag zu planen und durchzuführen (inklusive 10 Kindern auf der nah gelegenen Burg)

    ja. Man kann sich auch anschauen, ob die Stelle schon kommissarisch besetzt ist. Nicht, dass es ein Grund wäre, sich nicht zu bewerben, aber vielleicht ein Hinweis, ob eine "fremde" Bewerbung schon erwartet wird. (Trotzdem: Kontakt aufnehmen und bewerben, wenn es passt!)

    auf jeden Fall

    "besonders erwünscht" bedeutet, dass sie es eben nicht unbedingt erwarten und dazu ermutigen, vielleicht eben, weil sie erfahrungsgemäß nicht genug Bewerbungen bekommen, und: es ist kein hartes Kriterium sondern ein Plus-Punkt, wenn es vergleichbare Bewerbungen gibt...

    Es ist mir in NRW nicht bekannt, ich schließe es aber nicht aus.
    Beim BK (und insbesondere OBAS) ist es definitiv möglich, da sind die Fachrichtungen einfach zu klein.
    Aus meiner Refzeit (NDS) kenne ich tatsächlich eine Schule im "Grenzbereich", die Reffis aus zwei Seminaren hatte. Sowohl aus meiner Schuldienstzeit als auch aus meiner aktuellen Tätigkeit mit der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung kenne ich es aber so, dass immer davon gesprochen wird, zu welchem ZfsL welche Schule gehört (und es ist so ein Trara, dass es mir aus den Ohren rausgeht.) Kann aber an meiner Region liegen, ich hätte es zwar näher zu einem anderen ZfsL als zu "meinem", aber ich bin trotzdem nicht im dichtestbesiedelten NRW ;)

    Warum erzählen mir selbst türkisch-stämmige Lehrerinnen, dass man was anderes als Gym-Lehramt heutzutage ja echt nicht mehr studieren sollte? Und warum sollte das absolut gar nichts mit den von mir geschilderten Problemen zu tun haben?

    Warum sollte es bei türkisch-stämmigen Menschen anders sein als bei deutschstämmigen Studierenden?
    Gut, es ist traurig und systemisch fragwürdig, warum die Allerwenigsten Sek1-Lehramt studieren wollen, aber warum sollten "selbst" türkisch-stämmige dieses Lehramt eher bevorzugen, als andere?

    Ich könnte mir vorstellen: der aktuelle Dienstort (Schule) ist eine Schule dieses ZfsLs (sonst muss man die Person, die den Job bekommt, "umsiedeln").
    In meiner Ecke NRWs steht es in der Regel mit einer härteren Umschreibung: sprich, ich darf mich NICHT 5km weiter bewerben, weil ich damit einen Regierungsbezirk überschreite, ich weiß nicht mehr, ob es auch beim ZfsL so war, könnte aber so sein. Ich habe zumindest schon oft gelesen, dass man dann bei einem Wechsel an eine Schule des ZfsLs wechseln muss.

    Ich möchte auch keinen nicht studierten Zahnarzt oder nicht ordentlich ausgebildeten Elektriker, Buchhalter, Filialleiter im Aldi,… haben. Das kann doch nicht funktionieren.

    und wer weiß, was wir alles nicht wissen ...

    Ich habe gestern eine Doku (über Frankreich, aber es ist da sicher egal) gesehen, wie das Gesundheitssystem unter Personalmangel, Kosteneinsparungen und (Teil-)Privatisierungen leiden, wie Menschen Falschdiagnosen bekommen haben, weil deren Blutproben oder Biopsien vom (privaten) Labor falsch analysiert wurden und die Ergebnisse von den Ärzten übernommen worden sind, obwohl sie zum Teil wenig Sinn ergaben, aber keiner hat es hinterfragt und es gingen 3 Monate im Land (bis zu geplanten OP), weil man von einem langsamen Tumor ging, es war ein sehr agressiver Krebs, die Frau hat nur noch ein paar Wochen zu leben und es ist nichts mehr zu machen.
    Klar, Irrtümer können immer passieren, aber es ging eben darum, dass überall so eingespart wird, dass man nur noch wenig(er) Qualifizierte einstelle und dadurch mehr Fehler passieren ..

    Zitat

    Eben! Man könnte bei solchen Artikeln meinen, dass die Didaktikprofessoren vor leeren Sitzreihen dozieren würden. Fakt ist, dass die Kurse voll sind. Wie kommt es dann, dass mantraartig behauptet wird, keiner möchte mehr Lehrer werden?

    weil es für den Staat keinen Nachteil gibt, dass zuviele Deutsch/Geschichte-Gymabsolvent*innen gibt.
    und für 15 D/G-Studis verläuft sich vielleicht ein*e M/Inf-Student*in, der/die sonst nicht gedacht hätte, Lehramt zu studieren.
    Arbeitslos werden die "zu vielen Studis" nie wirklich, auch wenn sie nicht in den Schuldienst gehen. Der D/G-Gym-Absolvent kann in eine NGO oder Museum gehen, oder netterweise in die Sek1, wo er fachfremd soviel unterrichtet, dass man den Sek1-Mangel schön kaschieren kann.

    Klar kostet das Lehramtsstudium den Staat viel Geld. Aber ob die Person "auf Lehramt" oder "irgendwas" studiert, macht keinen Unterschied (es wäre was Anderes, wenn man zb die Pflichtpraktika finanzieren würde, usw..

    Wozu? Weiß ich nicht. Wenn es mich dann aber noch mal zu Weihnachten erwischen würde, würde ich durchaus den Weg des Erholungsurlaubs während der Schulzeit prüfen.

    Es ist nicht so, dass wir nicht gerade von Wellen zu Wellen gehen.
    Ob man es dann am Ende nutzt, ist eine andere Sache, aber...

    Tja, und ich habe eben noch nicht mal Ferien, um mich zu erholen. Ich war jetzt die kompletten Ferien krank / in Isolation. Statt also die Energiereserven in den Ferien wieder aufzufüllen, habe ich sie noch weiter runter gefahren.

    Anna Lisa Ich wünsche dir das natürlich nicht, aber du hast dir eine Krankschreibung geholt, oder? Man weiß nie, was in den Weihnachtsferien ist. Und schulfreie Zeiten, die nicht zur Erholung benutzt werden konnten, sollte man nachholen können, wenn es mal hart auf hart kommt.

    Was soll der Hinweis darauf, dass du niemanden kennst, dem 1300 Euro netto minus KV im Monat nicht reichen, sonst?

    1) ich habe nie gesagt, ob und dass das Geld reicht. Mir geht es eben darum, dass Diskussionen mit falschen /veralteten Zahlen ärgern, weil man damit die Argumentation verfälscht.

    (Position zum Gehalt ist dabei irrelevant, ich hab mich arrangiert und konnte immer von wenig leben, aber es war keine Großstadt, ich war nicht alleine und es war vor der Inflationswelle, das weiß ich auch und deswegen sage ich nicht ‚ich hatte 1200 Euro und war gesetzlich versichert, schafft man locker‘

    2) ich wüsste nicht, dass ich eine Abneigung dir gegenüber habe.

    Wir mögen in einigen Themen unterschiedliche Positionen und beide diese hart vertreten aber eyh, wir sind nicht im Kuschelhaus sondern in einem Diskussionsforum und zum Diskutieren gehören unterschiedliche Positionen. Das kann ich ab, ich dachte, die Anderen auch.

    3) nebenbei schätze ich zb, dass du durchaus einen breiten Überblick auf vieles hast.

    Mindestbeitrag der GKV aktuell: 153,53€. Da kommen wir dann von 1480€ schon recht nah an die 1300€.

    es ging im Thread um 1300 minus KV/KK.

    1300 ist das, was ich ca. rausbekommen habe. Minus 200 Euro KV.

    1488 Euro minus 100 Euro KV für gesunde 24-Jährige kommen dann heute bei 1388 netto raus. Also atemberaubenden 8,45 € / 7,88 € netto Stundenlohn.

    Wäre schön, wenn man berücksichtigt, dass das für die Unterhaltung keinen Unterschied macht.

    Wenn du in NRW 2021 am Gym/BK warst: welche LSK, wenn ich fragen darf? (Irgendwie wüsste ich gerne, warum es im Netz falsch steht)

    (Der TE ist 2022 in NRW am Gym, es geht um ihn)

    Jeder Mensch lebt in einem System.

    Warum machen deutsche Lehrkräfte einen Aufstand um ihr Geld, obwohl die Lehrkräfte in Frankreich oder Polen die Hälfte verdienen?

    Man orientiert sich an dem eigenen System und wenn die Prüfungsordnung davon ausgeht, dass ein NRW-Reffi mit 9 Stunden BdU, plus 5+ Stunden Ausbildungsunterricht plus Seminaren seine 41 Stunden VZ macht, dann ist es so.

    Bei meinem Antrag auf Genehmigung eines Nebenjobs könnte ich nicht sagen, dass Ärzte viel mehr Stunden arbeiten und ich also 10 Stunden neben VZ in der VHS packen will.

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