1. ehrlich: ich bin miserabel. Liegt aber nicht nur am Lehrerberuf, ich bin grundsätzlich miserabel darin, auch in anderen beruflichen Situationen.
2. eigentlich ist es notwendig, ich sehe mich durchaus regelmässig in den Burnout zusteuern, aber es liegt NICHT an der Schule.
Wenn man es will (& kann), kann man auch den Schuljob in einen ‚Bürojob‘ umwandeln. Allerdings: und das ist die größte Hürde: mit Höhen und Tiefen in der Belastung. Ich hatte Phasen, da bin ich bis 17-18uhr in der Schule geblieben und habe dort korrigiert. Dann wiederum aber auch genossen, in Freistunden / nach dem Unterricht komplett was Anderes (einkaufen, Sport, Freizeit…) zu machen und dann abends zu arbeiten.
Welcher Typ du bist, findest du raus (und musst es ggf deinem Kontext anpassen, wenn Kinder da sind, wird es anders, wenn ein Partner einen bestimmten Rhythmus hat, auch, usw…)
3. die Arbeitsbelastung ist jahresbezogen sicher okay. Der November und Dezember sind der Horror… ich _könnte_ als Lehrkraft 6 Wochen im Sommer frei haben (ich nicht, aber viele KuK schaffen es), je nachdem wie schnell du einen Grundstock an Sachen hast, sind die ersten Jahre schwerer, ist ‚klar‘ aber im Vergleich zu meinem aktuellen (Büro)Job hatte ich vorher (mit nur Korrekturfächern) weniger Arbeit. Unterschied allerdings: jetzt dürfte ich sagen: 41 Stunden, Schluss. Bzw. Überstunden abfeiern. (Was man als LK aber auch in den kleinen Ferien, in September, in April oder so macht… je nach Korrektur- und Konferenzwellen).
Aber: mental war die Schule härter. Ich arbeite definitiv mehr als meine 41 Stunden im Home Office (wie gesagt Büro), und gebe lieber nicht öffentlich zu, wie viele (wenig) Urlaubstage ich in den letzten 17 Monate genommen habe. In Schulzeiten bin ich, wenn die Ferien kommen, deutlich ferienreif (und geniesse, dass ich zwar korrigieren und vorbereiten ‚darf‘ aber eben nicht zur Schule muss.
Die Belastung in der Schule ist (jenseits von Corona) halt eine andere. Kein Arbeitsplatz, ständig wechselnde Aufgaben, jede*r und niemand ist für alles zuständig und verantwortlich. Alle tragen alle mit..
Ach so: in Relation zur Besoldung: grandios. Ob dieses A13 mich allerdings bis zur Pension / Rente über einige Stressfaktoren und Mangeln tragen wird, wird sich zeigen und das bewertet jede*r anders.
Anders gefragt: gibt es etwas, was du dir konkret gut vorstellen könntest? Es gibt auch in Betrieben Jobs, in denen sich Lehre verknüpfen lässt (ob es ohne eigene Ausbildung nicht schwieriger wird, gute Frage)