Beiträge von chilipaprika

    und damit meine ich auch nicht, dass die Personen, die es machen (egal ob Vertretungslehrkraft oder Schule), schuld sind oder gar der Teufel oder was auch immer (eyh, steinigt mich als Erste), sondern dass das System problematisch ist.
    Und dass man sich selbst gut einschätzen muss, was man sich aufbürdet. 8-10 Stunden in seinen Fächern ist eine ganz andere Erfahrung als 20-28 Stunden schulart- und gar fachfremd.

    Btw: ich kenne keine Schule, die studentische Vertretungslehrer einstellt, die nicht erst einmal den Studenten Kollegen an die Seite stellt, bei denen sie lernen….

    1) die TE ist keine Studentin mehr.

    2) Ich kenne da einige Schulen. Sowohl bei Studierenden, als auch Absolvent*innen.

    Ich will dir gerne glauben, dass einige Schulen es sich "leisten" können, eine Anleitung oder gar bezahlte Doppelsteckung zu machen, ich vermute aber, dass die meisten Schulen, die aus der Not heraus (keine vollständig ausgebildete Lehrkräfte) eine quasi-Vollzeitstelle mit Nicht-Examinierten besetzt, eben nicht die Kapazität haben, eine Doppelbesetzung zu machen.
    Ich wurde kein einziges Mal beobachtet und ich habe noch nie davon gehört, dass irgendeine*r der "Nicht-Erfüller*innen" (benutze das Wort als Sammelbegriff) je besucht wurde.

    Guter Ansatz. Habe noch mal recherchiert und folgendes Zitat gefunden:

    "In den Laden geht man zum einen freiwillig, in der Schule herrscht Schulpflicht. Zum anderen handelt die Schulleitung insoweit für das Land beziehungsweise für den Staat. Und staatliche Eingriffe in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger bedürfen immer einer Ermächtigungsgrundlage in Form eines formellen Parlamentsgesetzes oder einer auf dieser Grundlage erlassenen Rechtsverordnung, also etwa einer Corona-Verordnung Schule." (Stuttgarter Nachrichten vom 30.3.22)

    Handelt eine verbeamtete Bürgermeisterin nicht auch für den Staat? Muss man nicht manchmal auch zwangsweise ins Rathaus, um sich zum Beispiel umzumelden? Mich verwundert diese Unterscheidung. Aber vermutlich liegt der Knackpunkt in der gesetzlichen Schulpflicht.

    Mich wundert es auch.
    Natürlich MUSS ich nicht zu allen kulturellen Angeboten, für die ich mich angemeldet habe (Musikschule, VHS, ..) aber auch diese Orte fallen jetzt in den von mir besuchten Städten unter der Maskenpflicht. Und ich glaube nicht, dass ich jetzt die Möglichkeit hätte, meine Beiträge zurückzubekommen, weil das Angebot nunmal stattfindet.
    (und ich finde es gut. Aber ich verstehe die Ungleichbehandlung nicht. Die Schulen sind meistens auch städtische Gebäude. Ich musste gestern abend in einer Schule, in der den ganzen Tag Schulbetrieb ohne Maskenpflicht war (weil Schule), eine Maske tragen, weil es VHS-Betrieb war.
    Ist doch total bescheuert, oder?)

    aber es muss ja sachlich falsch sein. Sorry, ich will es nicht so stehen lassen.

    Grundschullehramt Uni Duisburg (nicht meine Uni), "Sowi" für Grundschullehramt ist ein Teil von Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Sachunterricht). Gesamtzahl an ECTS-Punkten:41. Davon 8 auf Erdkunfe, 6 auf Politik, 8 auf Chemie und Bio, 8 auf Physik, 6 auf Methoden. Didaktik ist zum Teil in den jeweiligen Fachkrediten integriert.
    HRSGe: 59 Credits,
    Gym/Ges: 68 Credits.

    Beim Modulhandbuch für sprachliche Grundbildung finde ich auf Anhieb ein paar Module, die nur für Grundschule sind (Schriftspracherwerb, Spracherwerbsprozesse, Literarische Sozialisation / Literatur im kulturellen Kontext.
    Die Grundschulleute haben da auch weniger ECTS als im Gym-Bereich (schließlich haben sie 3 Fächer plus BiWi..)

    Es sind also zwei Hochschulen, die es regelkonform durchführen.
    Wenn deine Uni es nicht so macht wie auf dem Papier (also du nur Kurse zu Grundschuldidaktik hast, keine innere Differenzierung der Seminare (manchmal ist es gemischt, weil man voneinander lernt), dann beschwert euch. Dafür gibt es Fachschaften (nicht nur für Ersti-Wochenende) und Vertreter*innen in den Fachbereichsräten. Ihr habt Anspruch auf qualitative Ausbildung.

    Oder: rück deine Sicht ein bisschen gerade, weil es ist definitiv ein Fakt, dass du mehr ECTS in deinen zwei Fächern hast, die Grundschulleute also automatisch mehr Kurse woanders haben.
    Es läuft einiges schief in der Lehrer*innenbildung, aber man muss sich nicht noch mehr Sachen herbeidenken, indem man immer wieder glaubt und betont, dass die universitäre Ausbildung eh "umsonst" war.

    Was ist denn das für eine unglaublich schlechte Uni, wo die Grundschulleute keine Differenzierung von Schriftspracherwerb, keine Leseförderung für kleine Kinder, keine Grundschuldidaktik haben oder wo die Gym-Leute sich die ganze Zeit mit Grundschulthemen beschäftigen?

    Und die Grundschulleute haben an deiner Uni nicht mehr Didaktik, kein anderes Fach (Mathegrundlagen?), nicht andere BiWi-Veranstaltungen?

    das Fach "SoWi" spricht für NRW, das wäre eine ganz klare Missachtung des LABG und der verabschiedeten Studienordnungen. An meiner Uni sitzen zwar die Studierenden zum Teil in einigen Veranstaltungen zusammen (zum Beispiel im Drittfach GS-Lehramt mit dem einen Fach des 2FB /MEd), aber sie haben (insbesondere in Deutsch und Mathe, die auch sprachliche und mathematische Grundbildung heißen) weitaus mehr Grundschulbezug...
    Ich glaube also, dass du nur einen kleinen Einblick als die Realität wahrgenommen hast (oder deine Uni einfach richtig richtig schlecht ist. Weil so wird die Qualität von gar keinem Lehramt gewährleistet)

    20 Stunden als Nicht-Schulform-Absolvent (und ohne Ref!) sind aber schon echt eine Menge. Ich hoffe sehr, dass der TE nicht wirklich von 28 Stunden ausging...

    Arme Grundschulen...
    (Ja, wie ich letztens hörte: "schlechte Lehrer*innen sind besser als keine Lehrer*innen" und ja, schulformfremde Personen und Quereinsteiger*innen sind nicht per se schlecht, ABER: ich gönne jeder Schule die beste Auswahl an Kandidat*innen. und es beinhaltet für mich mindestens Menschen mit Ref, Erfahrung und der passenden Ausbildung (sowohl fachlich als auch didaktisch / für die Altersstufe)

    Öhm, nein. Manche Bundesländer stellen vor den Sommerferien bereits ein, die alljährlich anders liegen, a

    Neugier: welche?

    (NDS: ich wurde zum 1. August eingestellt, unabhängig davon, dass die Schulferien noch gute 3,5 Wochen dauerten. Einstellung ist glaube ich dort immernoch 1.8., 1.2.)

    NRW: 1.11., 1.5. Entlassung genau 18 Monate später.
    Neueinstellungen für Planstellen: 1.8., 1.11., 1.2., 1.5., Hauptverfahren 1.8. und 1.2., aber man will es sich auch mit den Absolvent*innen gut stellen, deswegen auch November und Mai, obwohl es an den wenigsten Schulen Sinn ergibt...

    Diagnostik ist eine Kernkompetenz des Lehrer*innendaseins.
    Du musst also wissen, welche Kompetenzen in welchen Zeiträumen / Klassenstufen erreicht sein sollten, dann kannst du überprüfen, wo sich die Schüler*innen befinden.

    Einige Verlage haben sowas in den ersten Seiten des jeweiligen Lehrwerks oder in Handreichungen für Lehrer*innen.
    Aber was willst du damit anfangen? Kannst du mit dem Diagnoseinstrument umgehen und dann entsprechend fördern?
    (oder ketzerisch gefragt: wärst du nur ein besseres Automat, das die Materialien herausgibt?)

    Ich sehe den Umweg nicht als Umweg.
    Aber dafür bin ich 1) zu französisch sozialisiert, 2) Eisenbahnertochter. Da kennen wir uns mit Streiks aus.

    ich habe mich bis vor ein paar Jahren (deutsche Mentalität kommt an) nie als geschädigte Kundin eines Angebots gesehen, sondern als "doof aber ich bin im Geiste (oder auf dem Platz) mit den Streikenden"
    Ich war im Winter 95 6 Wochen auf dem Schulhof und habe den Streik unterstützt, hatte nicht mal die Hälfte an Unterrichtsstunden. Wir haben in dem Zeitraum keine Post, Diesel war knapp und mein Vater streikte. Weihnachten 95 war in streikenden Familien (mehrheitlich öffentlicher Dienst) keine schöne Sache, das kann ich sagen.

    Wenn ich als Lehrerin streike(n dürfte), dann streike ich nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen für mich (was mein absolutes Recht ist), sondern auch für gute Bildungsbedingungen für die Schüler*innen. Also im Schul- und Kitabereich *sollte* man noch mehr die Eltern mitnehmen können.

    Chili, die in der 11. Klasse ihren Deutschunterricht durch einen fast 3-tägigen Sitzstreik vor der Tür der Schulleitung erkämpft hat :D Da habe ich nebenbei keinen beschädigt (außer meinen anderen Unterricht), sondern nur genervt. wer weiß, wo ich sonst heute wäre...

Werbung