Beiträge von chilipaprika

    Ich denke, daß das stark damit zusammenhängt wo die Gesamtschule liegt. Ist die Gesamtschule auf einer der Ostfriesischen Inseln oder wirklich im extrem ländlichen Gebiet, macht das Konzept meiner Meinung nach durchaus Sinn. Zumal dann auch die wirklich guten Schüler die Gesamtschule besuchen und nicht gleich zum Gymnasium abwandern. Aber in einer Gegend, wo es schon alle drei weiterführenden Schulformen gibt, noch zusätzlich eine Gesamtschule dazwischen als Pflock einzuschlagen, funktioniert nicht.

    Haha.
    Es GIBT (bzw. gab) in meiner nicht besonders großen Stadt ALLE Schulformen von der Hauptschule, (Realschule war, ist nicht mehr da), über Sekundarschule, GymnasiEN (!), BKs (!) und trotzdem blüht die Gesamtschule.
    GEsamtschule ist nicht gleich Gesamtschule, Gymnasium ist nicht gleich Gymnasium. Palim hat es schon hier geschrieben: die Kenntnis der örtlichen Angebote ist essentiell wichtig. Und wenn eine Schule die Angebote macht (machen kann), die Eltern erwarten, dann ist sie beliebt. Und wie so alles im Leben: Angebot und Nachfrage. Eine beliebte Schule kann sich Schüler*innen aussuchen und wird immer beliebter.
    Eine Schule, die jede*n aufnehmen muss, schon alleine, um keine Stellen zu verlieren, hat es umso schwieriger in der Öffentlichkeit.

    Interessant, wie du aus Beiträgen von 1-2 (Gym-)Lehrer*innen auf die Beliebtheit (bei wem?) einer Schulform im ganzen Bundesland kommst. Irgendwie hatte ich zum Beispiel das Gefühl, dass Leute wie Karl Dieter und Andrews an der Gesamtschule sehr glücklich sind. Und wenn ich mir den Schulentwicklungsplan und die Anmeldezahlen meiner Stadt anschaue: die Gesamtschule ist SEHR beliebt. und zwar durch alle "Schulformempfehlungen" hindurch, am meisten sogar bei den Kindern / deren Eltern mit Gymnasialempfehlung.

    Es ist eine ähnliche Frage wie "Was wählt ihr, ich weiß nicht, wen ich wählen soll" oder "seid ihr in einer Partei? Ich möchte gerne, weiß aber nicht welche".

    Die erste Idee (Gewerkschaftsmitglied werden) ist schon gut: Informiere dich einfach, wer für DEINE Interessen einsteht bzw. wo DU der Meinung bist, dass es die größten Schnittmengen gibt.

    Achtung, was das "Parkstudium" angeht.. Wenn man Bafög bekommen möchte, ist es ein Fachwechsel (selbst wenn man während des Parkstudiums kein Bafög beantragt oder bezieht). In der Regel kann man keine Prüfungsleistungen in Fächern machen, in denen man nicht eingeschrieben ist, höchstens Studienleistungen.

    (hier auch: kann man sich noch fürs Nachrücken bewerben?) oder ganz andere Fächer.

    Nein. Man bleibt nur für das Nachrückverfahren im Verfahren, wenn man sich vorher für den Studiengang beworben hat (Ausnahme mögen besondere Studiengänge mit "Losverfahren".

    Im pädagogisch-sozialen Bereich dürfte es kaum /keine Studiengänge ohne NC geben, in denen man sich jetzt einschreiben könnte.
    Zu Bedenken ist auch, dass man KEINE Wartesemester sammelt, wenn man (egal wie ernsthaft) an einer deutschen Universität eingeschrieben ist.

    Das ist schlau! 😁

    geht so...
    Ich glaube, ich hätte Spass an Physik gehabt, ich konnte mit Chemie nichts anfangen. Da Bio auch ein rotes Tuch war, erwog ich nie einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.. (weil man entweder alle Fächer als LKs hatte oder keinen).
    Chemie bleibt also für mich ein Mysterium (und Physik auch :-D). Wenn ich zwei Flüssigkeiten in ein Glas kippe, vermischen sie sich (oft), wenn ich auf den Schalter drücke, kommt Strom (in der Regel). Das war's :D

    dafür habe ich zu wenig Ahnung sowohl von Chemie als auch von Physik, dass ich es auseinanderhalten könnte (und da es in meiner Schulzeit nur ein einziges Fach war, kann ich bei einigen Themen nicht genau sagen, zu welchem Fach es gehört). Aber ich dachte, wer einen Nobelpreis für Chemie bekommt, sei als Chemikerin (und auch Physikerin möglicherweise) auch anerkannt.
    aber wie gesagt: interessant :)

    ja klar, ich habe eben konkrete Beispiele genommen, die ich aus meinem / dem Schulalltag kenne.
    Aber ich glaube, je mehr solche Themen, zum Teil intensiver (weil ohne Grundlage) im Unterricht Platz einnehmen, desto weniger Platz ist da, um zum Beispiel das Lesen /Schreiben beizubringen. (Ich hatte keine Reihe Radfahren. Irgendwann kamen wir mit dem Rad zur Schule, wenn wir wollten, unser Radverhalten wurde vom netten Polizisten geschaut, wir hatten vorher im Unterricht geklärt, was alles an einem Fahrrad sein soll (Lichter, Reifen usw..) und wer mit einem Rad einen kleinen Parcours fahren konnte, hat ein Zettelchen bekommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur jemand das Ding nicht bekommen hat oder hätte nicht bekommen können. Bin ich im Wunderland aufgewachsen oder ist es ein Generationsding? (menno bin ich alt)
    und DAS auslagern geht gar nicht.
    Wenn Kinder "zufällig" durch GuteNachtGeschichten Wörter lernen oder sich Buchstabenkombinationen merken können: super. Aber Eltern haben NICHT Wörter beizubringen.
    (und meiner Meinung nach Erzieher*innen auch nicht. Ich fehlschätze wahrscheinlich Erieher*innen, aber Schriftspracherwerb gehört glaube ich nicht zu deren Schwerpunkten). Dafür ist deren Rolle in der Entwicklung, insbesondere sensomotorisch, sozial, sprachlich besonders wichtig und prägend.

    @DpB 
    Ich hätte gedacht, dass Oberstufenschüler*innen (nicht die Lehrer*innen in der Sammlung ;) ) sie kennen und eben nennen (weil Antinom meinte, dass oft SuS nicht auf bekannte Chemiker*innen kommen).
    Ich meinte die Familie "Curie": Die Tochter hat ebenfalls mit ihrem Ehemann einen Chemienobelpreis ;) Wobei in der Familie eben Chemie und Physik sehr eng beieinander liegen.

    Edit: beim nochmaligen Lesen von Antinoms Beitrag: Zählst du nicht Marie Curie zu den berühmten Chemikerinnen? und Irene Joliot-Curie?

    Es bringt ja nichts die Einstellung zu haben "Och, Klaus, du hast leider Pech gehabt, du stammst nicht nur aus einer ärmeren Familie, deine Eltern haben dich auch nicht gefördert, deshalb wird aus dir nichts."

    nein, das stimmt. Und die Schule soll eben ermöglichen, dass jede**r dieselben Chancen hat, "hochzukommen", unabhängig seines Hintergrundes (mir gruselt es, wenn ich hier lese oder im Bekanntenkreis höre, was Kinder BEI der Einschulung schon alles können MÜSSEN..).
    Aber wo wird die Grenze vom Ausgleich gezogen? Fahrrad fahren? Schuhe zubinden? Schwimmen können? in eine größere Stadt fahren? Zoobesuch?

    Also es ist eine reale Frage, mit der ich mich in den letzten Jahren immer mehr beschäftige. Was ist MEIN Auftrag in der Schule? Wie balanciere ich zwischen "kein Kind zurücklassen" und "verdammt noch mal, ich will UNTERRICHTEN und "nebenbei" auch erziehen und nicht ERZIEHEN und nebenbei auch unterrichten (und ja, Erziehen gehört definitiv zu meinen Dienstpflichten, und Unterrichten geht auch nicht ohne Erziehungsauftrag aber zwischen Werte vorleben / beibringen (ich bin in der Sek, nicht Primarbereich) und Kindern der 8. Klasse erklären (also nicht nebenbei sondern eine Unterrichtsreihe), dass Chips zum Frühstück solala sind oder wie man Fahrrad fährt.. ich weiß nicht...

    Lise Meitner und Marie Curie, nehme ich an? Mir wär auch nur noch eine weitere eingefallen, und die auch nur, weil sie neben mir sitzt 😎

    Das irritiert mich auch. Bin ich zu sehr "nationalistisch beeinflusst", oder ist Marie Curie nicht ziemlich bekannt? Ich hätte noch ein paar aus der Familie dann zitieren können, wobei ich denke, dass DAS wiederum sehr damit zusammenhängt, dass eine Nachbargrundschule in meiner Kindheit nach dem Schwiegersohn genannt wurde, und ich damals eh doof fand, dass es nicht genug Frauennamen unter den Schulen gab (eine Widerstandskämpferin gab es damals).

    und jetzt eine persönliche Erfahrung einer gesamtschulisch erfahrenen Schülerin (und zwar REALE Gesamtschule).

    Ich kannte es nicht anders, und deswegen habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht. In Deutschland angekommen fand ich das dreigliedrige Schulsystem und alle "Fehlentscheidungen" (Reproduktion sozialer Ungleichheit, Habitus...) furchtbar.
    Und ich weiß nicht, wo ich, Arbeiterkind mit leistungsorientierter Mutter, gelandet wäre, aber: schon in der Schule (so 9./10. Klasse) konnte ich sagen, dass ich in der 6. Klasse absolut REIN GAR NICHTS gelernt habe. das bisschen Mathe hätte ich in 3-4 Wochen aufgeholt, nur Deutsch war neu. Das Jahr hat nur als Beweis dazu gedient, dass die Schulleitung am Ende doch die Deutschschüler*innen nicht auf alle Klassen der Schule aufpatscht, "um Elitenbildung zu vermeiden". Ich saß mit SuS, die keinen Satz ohne Fehler schreiben konnten. Die Stifte durch die Gegend warfen. Die die Lehrer*innen beleidigten.

    Rückblickend war es selbst bis zum Abitur solala, wer alles in den Klassen saß und bis zum Abitur kam. Aber Jahr für Jahr wurden die Klassen neu gebildet, nach der 7. Klasse gingen einige in die Klasse ohne 2. Fremdsprache über. und langsam war das Leben in der Schule ein bisschen einfacher.
    Ich habe erst Jahre später verstanden, dass mein Sitznachbar (echt nett und lieb aber nicht der "intellektuellste", nicht scherzt, wenn er sagt, er habe 2 Stunden an einigen Übungen gesehen, die ich ohne Übertreibungen in 5 Minuten runtergeschrieben hatte. (und ich hatte Schule bis 16 Uhr 30. JEDEN TAGE der 4 Schultage) Warum? Er hat berufliches Abitur gemacht und in der Oberstufe aufgeblüht, wo er viele mathematisch-technische Fächer hatte. Warum hatte er nicht ein Jahr mehr Mittelstufe (bzw. ich ein Jahr weniger?)

    Eine Frage an die Gesamtschulerfahrenen (Integriert): Habt ihr "oft" (also sagen wir mal, über einen Drittel) Schüler*innen, deren Kursbelegung bei den differenzierten Fächern echt auseinandergehen? Also E1 in Deutsch, E3 in Mathe, E1 in Englisch (oder wie auch immer die Kurse heißen, ihr wisst schon).
    Ich habe nur ein Jahr an einer Gesamtschule gearbeitet und es ist fast 20 Jahre her, aber da war es so, dass alle SuS des E1-Franz-Kurses (es gab da sogar 2 Franz-Kurse pro Jahrgang) ausnahmslos in Englisch, Deutsch und Mathe auch im "Gymkurs" waren. und alle aus dem "Hauptschulkurs" in Deutsch auch in Mathe und Englisch unten waren, eventuell ausnahmsweise in einem Realschulkurs.
    und ehrlich: in Bio waren plötzlich keine aus den "Hauptschulkids" ein Überflieger. Die Stimmung in der Klassengemeinschaft war super, ich hatte nicht das Gefühl, dass die Kursbelegungen schlimm waren, die SuS erzählten mir immer selbst, dass es eben möglich sei, zu wechseln, usw.. (ich war Fremdsprachenassistentin, keine feste Lehrerin, da hatte ich schon andere Kontakte), aber sich eigentlich gut damit "abfanden", auch wurde von 10-Klässler*innen gut reflektiert, dass die Pubertät bei einigen zum "Runterrutschen" führte, erst in einem Fach, dann in allen, höher kommen sei dann wesentlich aufwändiger.

    Habt ihr ähnliche Erfahrungen?


    EDIT: den Beitrag meine ich nicht als Beweis, dass integrierte Gesamtschulen nicht gut sind, sondern dass ich mich frage, ob es nicht eine Menge Halo-Effekte gibt, sowohl beim / bei der Schüler*in als bei den Lehrer*innen. Dass die Kids wissen, ach, ist okay, ich bin halt ein "E3-Typ"...

    Müsste man chilipaprika fragen, in Frankreich gibt es Aufnahmeprüfungen, wenn ich recht erinnere. Aufnahmeprüfungen haben auch wieder so ihre Tücken, triezen auf dieses Ziel hin usw.

    Aufnahmeprüfungen? Für die Uni?

    Für die Elite/ ‚Grandes écoles‘ ja. Und ich „befürchte“, es ist weiterhin (selbst wenn sicher weniger als damals) das beste Beispiel und Treiber der ‚Reproduktion sozialer Ungleichheit‘ unter dem Deckmantel / ‚Illusion der Chancengleichheit‘ (Bourdieu)

    Hallo ihr Lieben

    ich habe gestern mit einer Freundin gesprochen, welche mich davor "gewarnt" hat, ich würde mit Sonderpädagogik Probleme bekommen, geeignete Stellen zu finden.

    Ohne Glaskugel und ohne Expertise in dem Gebiet aber von den Bedarfsprognosen und bildungspolitischen Entwicklungen:

    Du könntest eher Probleme bekommen, einigen Schulen klarzumachen, dass du dich für eine andere entscheidest ;) (und deine Entscheidungsgrundlage ist dein Steuerungsinstrument: wo willst du hin? Inklusion? mehr Beratung? Förderschule?)

    Das Problem bei der Sonderpädagogik hängt eher damit zusammen: wenn du zum Beispiel nur an einer Förderschule mit einem besonderen Schwerpunkt hinwillst und nicht in die Inklusion usw.. Aber es wird ja nicht der Fall sein, wenn du Schwerpunkt Grundschule hast.

    aber Hessen hat noch Examen und deswegen auch eine Examensarbeit ;)

    melli-gruber Verstehe ich es richtig, dass du nach der Examensarbeit aber noch vor deinem Abschluss wechselst willst? DAS würde niemals im Leben klappen.

    Wenn du mit einem Staatsexamen in der Hand wechselst, schaut kein Mensch mehr auf die unterschiedlichen Voraussetzungen nach. Wenn dein Lehramt mit der jeweiligen Fächerkombination existiert und zulässig ist, ist es kein Problem.

    (Beispiel: es wechseln auch Leute, die kein Latinum haben, in Bundesländer, wo das Latinum notwendig wäre, das interessiert keinen... oder die Anzahl an Praktika im Studium, usw..) Die Studienabschlüsse werden als gleichwertig anerkannt.

    chilipaprika wie hat es sich bei dir mit der Abordnung ergeben?

    Ich wusste schon immer, dass eine Tätigkeit in einer Abordnung mich reizen würde, hatte es aber für "später" "geplant". An einem ganz bestimmten Tag habe ich für mich beschlossen, dass ich eine Veränderung brauche und mich nichts mehr zurückhält (tut es doch, aber frische Luft tut mir trotzdem gut), und zwei Wochen später kam diese Ausschreibung auf Stella, die im Prinzip mein Lebenslauf war. Da konnte ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, mich NICHT zu bewerben und ich hatte eher Probleme mir vorzustellen, wer sonst auf die Stelle passen könnte (klingt arroganter als real, eigentlich war ich total verunsichert). In meinem eingeschränkten, bisherigen Schulberufsleben kannte ich aber keine*n, der dazu gepasst hätte (bis ich verstanden habe, dass nicht wenige der Anforderungen absolut "Standard" sind und eigentlich für den realen Stellenprofil irrelevant sind (Gremienerfahrung, DaZ-Bereitschaft (wohl ein Pflichtsatz).
    Mein "Abordnungskollege" war vorher schon abgeordnet und hat sich direkt an die für Abordnungen zuständige Person gewandt, um herauszufinden, was möglich wäre.
    Die Person, die vorher auf "meiner" Stelle war, war vorher Fachleiter, da kam er glaube ich auch nicht zufällig an den Job ;) (Mein Stellenprofil ist aber anders, weswegen es vermutlich keine Kandidat*innen für Querverschiebungen gibt.)

    Mir ist aber eben aufgefallen, dass ich viele Menschen "kenne", die voll raus sind aus der Schule, aber eben mit ganz vielen Aufgabenbereichen. Und dass ich diese Aufgabenbereiche auf Stella immer mit Teilabordnung sehe. Ich will NICHT komplett aus der Schule sein (wobei es mit 50:50 und dem Stundenplan und Pendeln so eine Sache wäre), aber ich glaube, man muss erstmal in den sauren Apfel beißen mit 5-6 Stunden Abordnungen, die sich dann vermehren.
    "saurer Apfel", weil ich vermute, dass die Entlastungsstunden im Zusammenhang mit den zwei Dienstorten und der Schule doch schwierig sind, auch wenn es ganz viel Spaß macht.

    Danke Sissy, für die Bestätigung. (Ich finde es übrigens voll okay, man will auch mal wissen, wen man einkauft).
    Ist von außen immer schwierig zu wissen, wo man sich wendet, um auf sich aufmerksam zu machen.
    Chili, ohne Vitamin B an die Abordnung gekommen, aber durchaus entschlossen, die neuen Netzwerke entsprechend zu nutzen, wenn sich etwas in meinem Interessenbereich eröffnen würde.

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