Ich glaube, Bolzbold hat es gut erklärt.
Wenn ich Kinder hätte, hätten sie von Anfang an Bücher im Kinderzimmer gehabt, wir wären zur Stadtbibliothek gegangen, vermutlich auch zur musikalischen Früherziehung. Meine virtuellen Kinder hätten ganz zu deiner Freude mehr Papier/Kartonbücher als Videospiele gehabt, im Grundschulalter hätten sie vielleicht eine kleiner Nachrichtenzeitung für Kinder gehabt, die Kika-Nachrichten geguckt, sie hätten zuhause gehört, wie sich deren Eltern über Gott und die Welt unterhalten.
Wenn mein virtuelles Kind mit Problemen aus der Schule zurückgekommen wäre, hätten wir darüber gesprochen, und eruiert (Achtung, ich spreche auch mit meinem virtuellen Kind mit Fremdwörtern), ob das Kind kognitive Probleme hat oder zuviel gequatscht hat, zu wenig geübt hat und so weiter. Bei "unangemessenem" Verhalten hoffe ich, dass gutes Zureden geholfen hätte, bei kognitiven Problemen hätte man vielleicht eine alternative, "schützende" Lösung gefunden. Im Unterschied zu den Eltern meiner SuS hätte ich nicht gesagt "Geil, eine 3 in Deutsch in der 5? Super! Hatte ich selbst noch nie!!"
Ich wäre vermutlich im virtuellen Elternbeirat gewesen, hätte mich für die Schulkirmes engagiert, oder was auch immer. Wenn es irgendwann dazugekommen wäre, dass mein nicht so schlaues Kind auf die bei uns sehr beliebte Gesamtschule oder seeeeehr beliebte Realschule kommen will und sich bewerben muss, dann hätte ich ein rotes Los bekommen und sein Name wäre gezogen worden.
Weil: mein virtuelles Kind hätte ziemlich sicher ein schönes, braves, Akademikerhabitus.
Nicht vollständig, weil man mir sicher ganz / zu oft ansieht, dass ich selbst von einer Trampelfamilie komme, aber: es hätte gereicht, um im Benehmen eine gute Note zu bekommen.
PS für mögliche empfindliche Menschen / Eltern: ich rede von meinem virtuellen Kind und genauso ist es: Kinder sind Menschen und auch "unerzogene" Kinder sind ganz oft sehr wohl erzogen, die Eltern konnten aber keine Wunder machen. und Intelligenz ist nicht genetisch und eh ungleich verteilt.
Ich weiß es, mein Hund ist viel weniger intelligent als ich, ich liebe ihn trotzdem über alles 