Beiträge von chilipaprika

    OT: Da ich eine Studentin im ersten Jahr zuhause habe: das Studium ist aber auch wirklich nicht mehr das, was wir vor 10-20 Jahren kennengelernt haben.
    (Von "ich stelle die wortwörtliche PPT jeder einzelnen Sitzung im Voraus" bis zu den 1000 Begleitveranstaltungen zum Mitkauen des Stoffs über die "Länge" der Aufgaben. Alles nur gestückelt.)


    also ja: sie werden durchs Abitur leider "studierfähig". Die Menge erschlägt sie, viele lachen aber über die "Selbstständigkeit", weil eben alles so überbetreut wird.

    _Irgendwas_ muss sie sich aber aufbauen, um sich attraktiv zu machen... Darstellendes Spiel, Sport-Schein, Wettbewerb-Erfahrung (im Ref zb), ...
    Wir könnten die Kombi auf keinen Fall gebrauchen, obwohl wir bald einen Erdkundemangel haben...
    Und um zu zeigen, wie schlimm es mittlerweile um Geschichte geht: wir bevorzugen den Vertretungslehrer x/ geschichte, statt x/y, obwohl wir ein paar Stunden in y gebrauchen/vergeben könnten, weil wir Angst haben, dass der x/y sonst bald eine Stelle hat, bei x/Geschichte sind wir realistischerweise der Meinung, dass es ruhig noch eine Weile dauert, bis er was bekommt.

    "den Ball flach halten" würde ich keinesfalls. Es ist DEINE Note. Du musst sie rechtfertigen können. Würdest du genauso "den Ball flach halten", wenn die Noten nach unten geändert worden wäre?
    Es ist dem Schüler unfair gegenüber, der eine faire Bewertung seines Leistungsstandes verdient hat, es ist dem Schüler und dir gegenüber unfair, weil sich der Schüler (und sicher auch weitere) nicht mehr auf deine Aussagen verlassen können (wenn es Sek 2 ist, hast du die Note genannt, wenn es Sek 1 ist, kann sich ein Schüler aus seiner grob bekannten SoMi-Note plus Klassenarbeit denken, was kommt).
    Ich würde nicht den Kollegen "angreifen", sondern einen Übertragungsfehler ansprechen und dann darauf bestehen, dass die Note neu geändert wird (es hat nebenbei auch möglicherweise Einfluss auf die Versetzung) und das "falsche Zeugnis" wieder eingezogen wird.

    Ich bin übrigens in NRW und kann nur die Noten der KollegInnen sehen, die sich den USB-Stick mit mir teilen. Um allerdings die Noten von KollegInnen zu ändern, müsste ich mutwillig in ihre Datei reingucken und etwas aufschreiben. Da es nur purer Zufall wäre, dass ich auch genau dieselbe Klassengruppe hätte, wird sowas bei uns nicht passieren.

    Gerade der PhV hat bei uns an der Schule dafür gesorgt, dass 2 befristet angestellte KollegInnen (&sorry, dass ich es sage, aber durchaus ‚berechtigt‘ befristet, in dem Sinne, dass sie nicht die benötigte Qualifikation im Form eines Staatsexamens fürs Gymnasium hatten) unbefristet übernommen werden. Bei einer dritten Kollegin haben sie auch nach 12 Jahren die Entfristung erfolgreich eingeklagt.


    Oder bei mir: Als ich angefangen habe, gab es im ganzen Bundesland im ganzen Jahr 14 Stellen, auf die ich mich bewerben konnte. Da war die Stelle in 120km Entfernung fast noch die mit der geringsten Anfahrt zur Schule.

    so darf man es aber im NRW-Bayern-Vergleich nicht sehen. Du hast dich "freiwillig" auf die 120km-Stelle beworben. (Ich übrigens auch: trotz 4 vollen Fächer (darunter 2 Hauptfächer) gab es in 100 km-Umkreis ganze 5 Stellen, auf die ich mich bewerben konnte!! Zugegeben: da ich am Bundeslandrand wohnte, hatte ich nur ein Halbkreis). Ich hätte warten können. Du auch. Ich habe die Stelle genommen, weil sie es mir wert war (also von der Schule her), du auch, ich bin gependelt, du auch auch, bin jetzt am Schulort, du nicht. Es sind aber unsere privaten Entscheidungen. Zu einer anderen, 60 km weit gelegenen Schule wäre ich nicht gependelt, weil sie mir nicht passte.
    In Bayern hast du aber gar keine Wahl, gar keinen Einfluss auf die Stelle. Friss oder stirb. Keine Möglichkeit zu steuern, eine Schule anzusprechen, dass sie dich kennenlernt, toll findet und versucht, dich durch eine passende Ausschreibung zu gewinnen.

    Selbst, wenn es im berufsbildenden Bereich vielleicht weniger Schulen mit deinem Fach gibt (was du dir beim Studium auch ausmalen konntest), diese eigene Freiheit ist auch mal etwas wert.
    [Zugegeben: auch wenn ich aufgrund vieler anderen Sachen nicht so gerne in Bayern arbeiten möchte, die 23 Stunden am Gym sind attraktiv]

    Ich wüsste von keinen beworbenen Massnahmen à la ‚du machst im Mai Staatsexamen? Unterrichte dieses Schuljahr eine halbe Stelle für 700 Euro monatlich und wenn du in Mai bei den Prüfungen (Wettbewerb! Nicht nur Prüfungen) auf einem guten Platz ankommst, darfst du dir die Region (!) aussuchen‘

    Das Sek-Lehramt ist national, man hat keinen/ kaum Einfluss auf die Einsatzregion.
    Beim Primarlehramt ist es regional (ich glaube, ca. 20 Regionen hat mittlerweile Frankreich? Sorry, ich komme nicht mehr mit, es waren früher 36)

    Bis vor ein paar Jahren war das 3-jährige Studium (egal was) die Zugangsvoraussetzung für das Concours (Wettbewerb) für das jeweilige Lehramt. (Logisch, dass die fachliche Vorbereitung sinnvoll ist, aber ich dürfte jetzt auch das Concours in Geschichte machen (im Fach habe ich gar keinen Abschluss), Hauptsache ich bin unter den x Besten, dann bin ich 2 Monate später irgendwo in Frankreich Lehrerin.
    In der Zwischenzeit hat man daraus 5 Jahre gemacht, jetzt eher 4, zum Teil mit ‚Brücken‘ davor, wo man mit einem Hilfsvertrag sich vorbereitet (definitiv kein Ref sondern das ganz offizielle Recht, ausgebeutet zu werden)


    Noch was: die Sozialversicherung (s.o.) deckt in Frankreich nur einen (z. T. kleineren) Teil der Kosten ab, man braucht dafür eine Zusatzversicherung.

    Ich versuche nicht, es schlimm zu reden. Ich bin nur so zutiefst dankbar, dass mein Weg mich nach Deutschland verschlagen hat. Nicht nur kann ich mir ein wunderschönes Haus leisten, meinen Hund fürstlich füttern und versorgen, schönen Urlaub machen und Hobbyes finanzieren, nein, ich stehe jetzt nicht gerade regelmässig vor der reellen Frage, meinen Job zu kündigen (was in Frankreich sehr viele Besmten machen...). (Nebenbei habe ich natürlich auch die Liebe meines Lebens gefunden )

    Alter/ Höhe der Rente schlecht, genauso wie halt in Frankreich, ich müsste nachrecherchieren. Französische LehrerInnen fangen mit 21/22 an zu arbeiten.

    Klassengrösse lässt sich ja wie in Deutschland nicht pauschalisieren, Aber die Tochter einer Freundin ist zum Beispiel in der Vorschule in einer Klasse mit 30 Schülern, sie ist zweieinhalb. In der Grundschule aber auch in der Oberstufe ist Klassengröße von 30 oder in der Oberstufe 30+ relativ normal.

    Die Krankenversicherung ist halt die ganz normale Sozialversicherung. Im Krankheitsfall gilt jetzt mittlerweile für Lehrer wie für viele andere Angestellte in Frankreich, dass die ersten drei Tage nicht bezahlt werden. Anders als in der Privatwirtschaft, wird allerdings der Lohnausfall nicht vom Arbeitgeber übernommen.

    Chili

    Interessanterweise zieht es mich in letzter Zeit thematisch im Bereich ‚Schulentwicklung‘ und mein ganzer Schulfrust erinnert mich daran, dass ich vielleich nebenbei wissenschaftlich arbeiten möchte, vielleicht Richtung Promotion... die aktuellen Reformen gäben zumindest reichlich Denkanstösse (wenn ich nur eine komplette Freistellung bekäme, nur um Sachen zu lesen und zu forschen..)

    Je n‘ai été seulement qu‘une fois à Colmar (sur le chemin des Vosges), mais cela ne nous a pas ‚fascinés‘. Maintenant, on passe donc plutôt la nuit à Strasbourg. Comme ma meilleure amie y habite, c‘est forcément plus attractif mais je dois avouer que je préfère les petits villages que Colmar en soi. (Par contre, le Cora de Colmar est super, pour y acheter des Carambar, Dragibus ou autres)

    Ich finde, schon bestehende Beziehungen sollte man nicht abbrechen (darf auch keiner erwarten). Wenn die Beziehung so stark ist (wie "Familienmitglied", Patenkind, ...), dann kann man im Vorfeld es anzeigen (nicht der Klassenpflegschaft sondern in der Schule), dann wundert sich keiner. Da lässt sich eine Löung finden.
    Eine besondere Beziehung _während_ des Schuljahres entwickeln würde ich seltsam finden.
    Ich wohne am Schulort, eine (zu dem Zeitpunkt schon ehemalige Schülerin, die ich nicht mehr im Unterricht hätte haben können) Schülerin kam zu meiner Sportgruppe, die ersten Wochen in der Dusche waren beiderseits leicht seltsam, ich habe der Oberstufenleitung gemeldet, dass ich auf keinen Fall in ihrem Abitur involviert werden darf, weil wir schon in ihrem Abijahr sehr viel gemeinsam unternommen haben, auch in der Öffentlichkeit (Kleinstadt, da trifft man beim gemeinsamen Joggen _immer_ jemanden) und weil ich mich auch für befangen gehalten hätte.
    In den nächsten Jahren werden die Kids der Vereinskollegen auf die weiterführenden Schulen kommen und sollten sie bei mir im Unterricht landen: eigentlich kenne ich sie kaum, aber tätsächlich, ich habe sie schon wie eine Verrückte am Rand einer Sportveranstaltung angefeuert (Gebt mir einen Vornamen, ich bin Anfeuerweltmeisterin!). Käme vielleicht bei einigen komisch vor. (Andererseits: bei den paar Veranstaltungen hier in der Gegend treffe ich immer auf einzelne SchülerInnen (anderer Vereine / Abteilungen) und da feuere ich sie auch wie verrückt an.)

    Vielleicht ist es also auch ganz anders, als es aussieht. und vielleicht ist es einfach eine normale Freundschaft.

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