Beiträge von chilipaprika

    Bei uns aktuell werden Lehrer für Sozialwissenschaften, Französisch, Spanisch und Erdkunde gesucht, von Kollegen an anderen Schulen in der Umgebung höre ich ähnliche Mängel. Aber die Naturwissenschaften sind gedeckt.

    Unsere Geschichtsfachschaft ist größer als die Deutschfachschaft. Damit kann man echt das ganze Schulgebäude plastern...

    Also von keiner Schule bei uns in der Umgebung, oder wo ich mal war, waren SoWi, Spanisch oder Erdkunde reale Mangelfächer.
    Ich hatte schon mal eine Vertretungsstelle in SoWi (20 Stunden), es war Elternzeit. Nächstes Jahr müssen wir an meiner Schule schieben, weil wir zeitweise einen Bedarf in SoWi haben, aber nur weil eine Kollegin in Elternzeit geht.
    Bisher hatte ich eher das Gefühl, dass Spanisch das Fach schlechthin der Überbelegung (auf dem Markt und an Schulen) sei. So nach dem Motto, zuerst viel eingestellt und dann ist der Run auf die Sprache abgeflaut. So an unserer Kooperationsschule.
    Erdkunde ist bei uns total anders als an anderen Schulen leicht in Gefahr, weil viele in Teilzeit arbeiten. Aber das überrascht die Geografen auch sehr, weil sie es auf Fachfortbildungen von anderen Schulen immer anders hören. Es hängt wohl davon ab, was das Zweitfach der KollegInnen ist.

    dann sag mal: wie ist es denn bei euch in der Schule?

    Bei uns an der Schule wäre _gerade_ sehr dringend gebraucht: Sport, Französisch, relativ dringend: Erdkunde. in ein paar Jahren: Latein.
    Physik & Co ist bei uns gesichert, aber kein Überhang.

    Geschichte ist zum Wände-Pflastern.
    Italienisch ebenfalls im Überhang.

    Die einzigen akuten Unterschiede zur Tabelle und Bedarfsprognose haben mit einer aktuellen Elternzeit zu tun. und da wir rein rechnerisch im Überhang sind (unter anderem mit ganz vielen Geschichts- und DeutschlehrerInnen), dürfen wir nicht ausschreiben.

    PS: Zugegeben, die realen Ausschreibungsprobleme sind eher, dass das Land mit Phantasiezahlen arbeitet, mit denen gar kein Puffer ist, um eine sinnvolle Unterrichtsverteilung zu gewährleisten.

    Es ist ein typischer Effekt für: die Ausschreibungsrunde war bis vor ca. 10 Tagen. Die Stellen standen ca. 2-3 Wochen im Netz und es gab welche. Auch für deine Fächer, zumindest NRW-weit, ich habe nicht gezielt nach deinem Ort geguckt.
    Es gibt in NRW mittlerweile 4 Ausschreibungs- / Einstellungszeitpunkte, es kommen zwar vielleicht noch vereinzelt ein paar Stellen, aber generell sind sie zu relativ festen Punkten im Netz.
    chili

    1) beides einbringen (du hast ja mehr als 3 Zeilen zur Verfügung...)
    2) auch warum es ein Zweitstudium ist. Sprich: was kannst du vom Erststudium schon nutzen (nicht als Anrechnung gemeint, sondern allgemein, was hat es dir gebracht), was erhoffst du dir vom Zweitstudium (du studierst auf Kosten der Allgemeinheit, also will der Kostenträger sicher sein, dass du ja nicht aus Spass studierst [/ironie off])
    3) deine allgemeine Motivation (vielleicht durch Praktika gestütze) für den Lehrberuf, den man nunja nur mit genau DIESEM Abschluss ausüben darf (und deswegen bist du auf das Studium angewiesen und kannst nicht auf Erfahrungen und Hocharbeiten setzen).
    4) warum die Fächer, die du ausgesucht hast, mit ein bisschen Glück hast du auch interessante Fächer

    was ist SoWi/ Pflege für ein Fach? Zwei Fächer?
    Pflegewissenschaft ist vermutlich ein Fach, das nicht jeder hat, weil man ja quasi aus dem Berufsbereich kommen soll.
    Da es sicher keine 1000 Schulen mit dem Fach gibt, sei doch froh, dass in deinem Kreis gerade nicht gesucht wird: dann gibt es mehr Chancen in 3 Jahren.

    Wieviele Schulen bieten überhaupt das Fach an? Du willst schon auf Berufsschullehramt studieren, oder? (ich verstehe den Absatz mit Berufschule und Realschule nicht ganz).

    Ja, für Reli wirst du die Taufe brauchen und auch die Bescheinigung, dass du ein aktives Mitglied deiner Gemeinde bist...

    chili

    Vielleicht als Schlusswort-Bogen:
    Man sollte immer mit JEDEM seiner Fächer im Zweifelfall "alleine" leben können. Ich unterrichte seit Jahren zu ca. 60-70% meiner Stunden ein Fach. Dieses Jahr ein bisschen weniger, weil man doch erkannt hat, dass ich an ein Fach "herangeführt" werden muss. Nächstes Jahr werde ich vermutlich in eben diesem zweiten Fach 80% meiner Stunden machen, in dem "ersten" Fach womöglich nur einen Kurs, wenn überhaupt.
    Ein anderes Fach habe ich seit 3 Jahren nicht unterrichtet und es sieht so aus, dass ich auf Jahren nicht wieder reinkomme. So ein bisschen wie bei Miss Jones.
    Die Fächerwahl sollte also auch gut überlegt werden.

    Andererseits: Vorlieben ändern sich im Laufe des Studiums und der Schulkarriere und es ist das Wunderschöne an unterschiedlichen Fächern.

    Beispiel von Miss Jones an Informatik:
    Wir haben keinen einzigen grundständig ausgebildeten Informatiklehrer. Sie haben alle einen Zertifikatskurs gemacht.
    Eine Kollegin muss jedes Jahr kämpfen, in ihren zwei "grundständigen" Fächern je einen Kurs zu bekommen. Der Rest wird durch Info abgedeckt.
    Hätten wir einen studierten Informatiklehrer, würden wir nicht nur eine Party machen, sondern vermutlich auch Ausbildungsschule für Informatikreferendare werden. Weil es eben auch zu wenig solche Schulen gibt. Ein Teufelskreis. Also müsste der Informatiklehrer noch diese Aufgabe übernehmen :)

    und was spricht Kunst und SoWi?
    (Nebenbei gesagt: wenn du keine große Präferenz zwischen Erdkunde und SoWi hast, ist Erdkunde besser dran als SoWi, aber nur so nebenbei)

    Klar, mit Chemie oder Informatik bist du attraktiv. Mit Informatik auf dem aktuellen Markt könntest du meinetwegen Geschichte mit einer 4,0 abgeschlossen haben, da würdest du eine Stelle bekommen. Wie es in 7 Jahren aussieht, weiß keiner, aber ziemlich sicher nicht viel schlechter als jetzt.

    Von den Einstellungschancen auszugehen ist eine gute Idee. Von seinen Interessen aber auch. Es mag sein, dass du ein sehr vielseitig interessierter Mensch bist (davon gehe ich erstmals aus, es ist bei mir nicht anders), aber du erscheinst jetzt nicht so auf ein Fach fokussiert. Und der Fokus wird bei einem Chemie- oder Informatikstudium sehr notwendig. (Gut, ich habe keine Ahnung vom Thema, haben aber Leute im Umfeld, die Naturwissenschaften studieren und das zweite, sozialwissenschaftliche Fach eher so nebenbei erledigen...)

    Nicht nur, dass du das Studium schaffen musst: du musst auch die Möglichkeit in Erwägung ziehen, SoWi für den Rest deines Lebens nur 3-6 Stunden pro Woche zu unterrichten und nur noch Chemie oder Informatik zu haben. Mindestens jahrelang.

    ups, sorry. Aber ja, leicht besser aber immernoch keinen Job :(

    Mit Kunst ändert sich natürlich alles. Kunst ist alleine oft die Garantie einer Stelle.

    Wir haben mehrere KunstkollegInnen. Kollegin 1 unterrichtet (Vollzeit) einen (1) Kurs in ihrem zweiten Fach. Kollege 2 unterrichtet grob Hälfte Hälfte. Aber: sein zweites Fach ist Musik ;) Unschlagbare Kombi :D
    Kollegin 3 (Teilzeit) hat daneben noch 2 sozialwissenschaftliche Nebenfächer und macht die Hälfte ihrer Arbeitszeit Kunst.

    pro: Solltest du jemals eine Stelle bekommen, hast du ein (korrekturmäßig) entspanntes Leben und zwei tolle Fächer.

    contra:
    1) zwei Kurzfächer / Nebenfächer, die nicht in jedem Jahrgang unterrichtet werden.
    2) auch in der Oberstufe ist nur Geschichte "Pflicht" (zumindest die Belegung eines Zusatzkurses), es gibt Schulen, die kaum Erdkunde unterrichten.
    3) aufgrund des verhältnismäßig geringmöglichen Einsatzes keine Attraktivität für eine Schulleitung bei der Stellenbesetzung
    4) Geschichte ist sowas von überlaufen
    5) in Kombi: wenn eins der 2 Fächer an einer Schule gerade Mangel ist (eher: Erdkunde), dann wird jede Schule den anderen Kandidaten nehmen, der kein solches, unmögliches Nebenfach dabei hat.

    Deine mögliche Rettung: du kannst Englisch und studierst Geschichte / Erdkunde / Englisch und das ganze bilingual.
    Aber auch da bist du noch nicht ganz oben auf der Wunschliste der Schulleitungen.

    Bei der letzten A15-Bewerbung mit Konferenzleitung gab es zwei Bewerberinnen, also zwei Konferenzen, ich war zwei Mal dabei, es war aber "Zufall" (naja, es sind ja immer dieselben Leute, die man so trifft), es waren "Teilkonferenzen" zu je einem Thema innerhalb des Themenbereichs. Es waren nur ca. 8-10 KollegInnen dabei. und wir wussten vorher Bescheid, weil wir eben angefragt wurden. Ich weiß nicht, ob jemand Nein gesagt hat.

    Ich vermute eher 2. Lernjahr der ‚ersten‘ Fremdsprache, oder? (Ich kenne das aktuelle Découvertes nicht, aber Wegbeschreibung ist nicht ohne, grammatikalisch gesehen)
    Es ist wie gesagt ohne 100% Lernen und Pauken der Extra-Sätze immer eine Katastrophe. Ich bin jetzt eine Weile im Geschäft (mein Gott, wie es sich anhört, aber in 10 Jahren hatte ich schon 8 mal die Wegbeschreibung in der 7. Klasse):
    Das Kind soll die Verben (alle) können, es sind mindestens 2 unregelmässig. Die Präpositionen, mit deren Kontraktionen, also ist es hier noch wichtiger, was das Genis des Wortes dahinter ist. Und dann die Accents der Ordinalzahlen richtig setzen.
    Wie gesagt, ich mache jetzt nicht mehr die Anfängerfehler, ich gebe zig Übungen dazu im Vorfeld, viele vermasseln es trotzdem (ob ‚nicht gelernt‘ oder ‚tut sich sprachlich schwer‘, es IST ein harter Broken.) (zur Beruhigung, falls die anderen Übungen in der Arbeit gut gingen)

    so einfach ist es auch nicht.
    Ich habe es tatsächlich ganz oft, dass in dieser Art Übung 0/10 Punkte herauskommen, auch wenn es "verständlich" wäre. Der kommunikative Teil kann zb bei der Textproduktion oder im mündlichen stärker hervorgehoben werden. In einer Grammatikübung gibt es (von mir) MINUSpunkte für Fehler, keine PLUSpunkte für irgendwas. (Naja, eigentlich gebe ich tatsächlich Punkte und ziehe nicht Fehler ab, aber in einem Satz "An der Ampell muss du links laufe" würde ich 0/2 Punkte geben, weil / wenn es für mich eine kombinierte Wortschatz/Grammatik-Übung war: "Ampell" ist falsch geschrieben, "Links laufen" ist falsch und auch noch falsch geschrieben. Also: zuviele Fehler, um Punkte zu vergeben.
    [In der Textproduktion habe ich, wenn es eine "freie Produktion" ist (sprich: keine "Übersetzung"), 3 Spalten mit ca. je 1/3 der Punkte: Inhalt, Sprache/Grammatik, Sprache/Wortschatz, da habe ich vielleicht SuS, die 80% der Punkte im Inhalt (kreative, kommunikative Geschichte) haben, 30% in der Grammatik (Verbkonjugation, Artikel, Präpositionen vorwiegend falsch...) und 40% im Wortschatz (zu einfacher Wortschtz und / oder viele Fehler) haben]

    Hallo!
    Soweit ich weiß, muss man einen Erwartungshorizonten erst in der Oberstufe (in allen Fächern) verpflichtend dazu legen.
    In Französisch lege ICH einen in der 6. und mal 7. Klasse für die Textproduktion bei, danach erst recht nicht, da die Lösung ja schülerabhängig ist.
    Ich gehe jetzt von meinem Lehrwerk aus (das dein Kind vermutlich nicht hat, wir sind ein bisschen einsam: À Plus von Cornelsen): am Ende von jedem Kapitel stehen alle "Redewendungen". Also zb "tourner à gauche", "aller tout droit", usw... Ich hasse übrigens die Lektion mit der Wegbeschreibung, weil die SuS es NIE können.
    Vermutlich kommt der vorgeschlagene Weg nicht am Ort an, weswegen viele Punkte abgezogen werden mussten. Oder dein Kind hat immer "aller" (gehen) benutzt, und nicht "wenden", "nehmen", "weitergehen". Es hängt aber natürlich auch vom Unterricht ab. Ich sage es auch im Unterricht, dass es nicht die volle Punktzahl für 10 mal "gehen" gibt, sondern, dass ich möglichst viele Redewendungen sehen will (also in der Kategorie "Sprache", falls es eine Textproduktion ist).
    Falls es eine "stumpfe" Übung mit 5 Wege zum Beispiel, dann lege ich für sowas auch keinen EWH bei, sondern die SuS sollen in der Korrekturzeit im Unterricht und Lernzeit (=Lernaufgabenzeit) mit ihren Materialien arbeiten und mich natürlich auch fragen.
    chili

Werbung