Beiträge von chilipaprika

    Hallo chilipaprika,
    das ist es doch genau, weshalb sich das "System" so hartnäckig selbst erhält: Warum soll es der Referendar besser haben? Ich musste doch auch kämpfen und leiden, um Lehrer/in zu werden.


    Ich glaube, du hast eine schlechte Phase und kannst nicht gerade denken.
    Das hat gar nichts mit einem Einführungsritual zu tun. Ich schließe ja die Fälle von Mobbing aus und gehe erstmal von einer "normalen" Drucksituation aus. Es ist klar, dass der Druck hoch ist. Von diesen 18 Monaten hängt deine gesamte zukunft ab...

    Im Ref habe ich mich am Anfang das eine oder andere Mal gefragt, warum ich denn alles so früh haben müsste, reicht doch am Abend davor. Ich habe gelernt, mich zu organisieren, das große Ganze zu sehen und verstanden, dass Reihen geplant werden müssen, dass ich besser weiß, wo ich nächste Woche hinwill, damit ich die passenden Hausaufgaben aufgeben kann, usw..
    Jetzt habe ich eine junge Referendarin, die das partout nicht einsehen will, mir ihre Planung für den nächsten Tag einfach nur zu spät abgibt oder einfach glaubt, dass sie es sich leisten kann, ohne vorbereitetes Tafelbild in die Stunde zu kommen. Ich habe als Grundsatz, dass ich nicht in die Stunde eingreife, weil ich nicht will, dass die SchülerInnen meine Meinung sehen. Mein Grundsatz ist aber auch, dass meine SchülerInnen saubere Notizen im Heft haben. Von einem schlechten Tafelbild ist noch nie jemand gestorben. Von einem katastrophalen, konfusen Tafelbild lernt man aber in den unteren Klassen nicht, also greife ich ein.

    Es gibt bestimmte Sachen, die man im Laufe des Refs und im Laufe der ersten Jahren erst begreift.


    Zitat


    In Zeiten, in denen Lehrerüberschuss herrscht, kann man das vielleicht noch als notwendige Selektion ansehen; derzeit aber wirkt das eher wie ein deplatzierter Automatismus. Man müsste die Reffis stark machen und auf den Beruf bestmöglich vorbereiten, stattdessen sind wir alle am Limit unterwegs und nicht wenige quälen sich täglich in die Schule, weil sie von ihren Mentoren drangsaliert werden.


    Tja, wenn "strukturierten UNterricht lernen" = drangsaliert werden, ja, gerne. Ich sage es mal so: Einige müssen es auch mal härter gesagt bekommen, weil sie die netten Worte nicht verstehen.
    Und nur, weil es einen hohen Lehrermangel gibt, heißt es nicht, dass die Qualität sinken darf.


    Zitat

    Es ist die Haltung und Grundeinstellung gegenüber den Berufsanfängern, was das Referendariat so sehr als Ausbildung belastet und in Misskredit bringt. Aber was rede ich mir den Mund fusslig.

    1) Referendare sind keine Berufsanfänger, sie lernen noch.
    2) sehr viele der Mentoren sind selbst Berufsanfänger. Sie wollen also genau das beibringen, was man braucht, um a) die Prüfung zu bestehen, b) bei der anschließenden vollen Stelle überleben zu können.

    Aber was rede ich mir den Mund fusselig...

    chili

    Aber dann sollte man auch die Stärke haben, das Ref woanders fortzusetzen.
    Aber das Spiel "ich bin nicht stark genug, dem Druck des Refs Stand zu halten, bin aber gut genug (und habe genug Spaß), eigenständig eine Vertretung zu übernehmen, ist widersprüchlich (und ich hatte im Ref echt einige Zusammenbrüche, obwohl ich vorher schon 80% reine Korrekturfächer schon unterrichtet hatte.) Ich weiß, dass der Druck anders ist. Aber es gibt Regeln, und einige muss man halt einhalten, wenn man dem System angehören möchte. Man kann sich leider nicht nur die Rosinen rauspicken. Vieles, was im Ref unverständlich im Ref erscheint, erklärt sich später (und dann versucht man auch, seinen eigenen Ref dahingehend auszubilden.)

    Dann geht man in Elternzeit oder wird krankgeschrieben? In NRW ist die Prüfungsphase verhältnismässig kurz, man gilt als endgültig abgebrochen/durchgefallen erst sehr spät. (Ich kenne es eher so, dass viele, die vorher woanders abgebrochen haben, nach nrw wechseln) Warum nicht durchziehen? Je nachdem wie lange der Abbruch auch ist, ist es die Frage, inwiefern die persönlichen Gründe beseitigt sind.

    Hallo Marina!

    Ich war selbst als Oberstufenschüler dort und erinnere mich, dass wir typische Programmpunkte [..] abgelaufen (!) sind.

    Ja, das ist nicht nur mein Geheimnis mit Schulklassen (schon 3 mal), sondern mit all meinen FreundInnen / Gästen, mit denen ich in Paris war. Ist günstiger und man sieht wirklich viel mehr.
    (ich habe bei meinem letzten Paris-Besuch meinem Mann vorgerechnet, dass ich zum 11. Mal auf dem Eiffelturm war (schon das 2. Mal mit ihm) und ich es ab jetzt nur noch mit Schulklassen machen, ich KANN es NICHT MEHR sehen :D )

    chili

    Also hier vielleicht ein bisschen mehr als im Referendarforum. Bist du denn Referendarin? Dort las sich das eher, als würdest du eine Ref-Sitzung leiten wollen/müssen... Ich gehe erstmal davon aus, dass das Setzen des Links nur reiner Zufall war.

    5 Tage in Paris sind ziemlich viel für eine 9. Klasse
    Wieviel Geld hast du denn zur Verfügung? Ich war schon für 180 Euro (60 Euro für 2 Nachtfahrten mit Flixbus, 85 Euro für 2 Übernachtungen in Halbpension, 30 Euro für Eintritte) 3 Tage in Paris.

    kostenlose / sehr kostengünstige Punkte:
    Notre-Dame: bis nach oben steigen und natürlich drin.
    Eiffelturm: zu Fuss bis in den 2. Stock (die Fahrt in den 3. Stock war bei meiner Fahrt optional und auf eigene Kosten)
    Abendfahrt auf einem Bateau-Mouche (wahrscheinlich das teuerste: 6 Euro?)
    Louvre: kostenlos, kann man aber flexibel gestalten
    Katakomben: selbst noch nie gemacht: Reservierung Monate im Voraus
    Versailles: habe ich selbst nie mit SchülerINnen gemacht, ist nicht mein Ding, kein Interesse
    durch Montmartre laufen
    die Seine ablaufen
    auf den Arc de Triomphe steigen, dann die Champs Elysées runterlaufen
    im Quartier Saint Michel essen
    bei den Halles essen
    in der Metro ohne Fahrer ganz vorne sitzen.
    Bei Pompidou die Statuen von Nicki de Saint Phalle begucken.
    Drum herum viel angucken
    IN Belleville die Architektur und den Migrantenviertel gucken.
    Die "Liebeswand" anschauen
    Den Sacré Coeur und den Viertel daneben angucken, vielleicht gerne abends
    jüdischen Viertel ablaufen
    ein Crepes essen
    in einer Patisserie eine Patisserie kaufen (nicht erst am letzten Tag. Wenn man es früh macht, gibt es Wiederholungschancen. Ist lecker, stärkt die französische Wirtschaft und Liebe (auch für ein Fach / eine Sprache) geht bekanntlich durch den Magen)


    ich mache soviel zu Fuss, dass die Kids nach dem Abendessen (bei unserer Unterkunft gegen 18uhr oder 19uhr) kaum Lust haben, rauszugehen (ja, selbst die 17jährigen). Ab ins Bett.
    An einem Tag Eiffelturm, einem Anderen Notre Dame, einem anderen Arc de Triomphe, wenn man Lust hat. Man kann vom Arc de Triomphe bis zum Louvre laufen, ist auch schön und anstrengend.


    Damit lässt sich ein wirklich volles, interessantes Programm basteln, das wirklich sehr kostengünstig ist.
    Quizz bzw. Arbeitsaufträge für die Woche geben, damit die Kids selbst INteresse entwickeln.

    Für die freie Zeitgestaltung: Frei geben, SchülerINnen in KLeingruppen haben den Auftrag, innerhalb der 2-3 Stunden, die sie frei haben, mindestens 1, 2, 3 Bilder in der WhatsApp-Gruppe zu posten, was sie machen: ein Crepe gegessen, vor dem Louvre gestanden, ein besonderes Straßenschild entdeckt, ... (ich war dort, als es noch keine Alterseinschränkung für WhatsApp gab und die Lehrkräfte wurden nach der Fahrt aus der Kursgruppe wieder "rausgeworfen" ;) )

    VIel Spass (und ich hoffe ernsthaft, dass deine Frage reell war und nicht wegen Werbung.)
    Chili

    es hängt sicher von der Schulform ab... Bei uns am Gym ist idealerweise schon alles am letzten Schultag vor den Ferien "fertig". Der Stundenplan und so muss noch gemacht werden, aber die KollegInnen wissen, was die im Jahr darauf unterrichten. Mögliche Verschiebungen sind selbstverständlich möglich, aber normalerweise soll es stimmen.
    An Sek I-Schulen, wo eh fast jeder fachfremd unterrichtet, ist es sicher so, dass einiges sich noch verschiebt...

    Danke für den Thread, ich habe zwar - aus finanziellen und Effizienzgründen - schon vor ein paar Monaten meine Raabits-Abos zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt aber jetzt werde ich doch überprüfen, ob sie für die letzten Monaten nicht ne Sonderzahlung gemacht haben.
    Bei mir ist es zb so, dass einige Raabits-Lieferungen tatsächlich komplett ungeöffner liegen bleiben, bis ich irgendwann wieder Zeit habe, sie zu lesen. Ich gucke nur auf das Thema, ob ich es gleich gebrauchen kann, sonst bleibt es zum Teil echt lange liegen...

    chili

    also: ich beziehe mich nur auf den letzten Beitrag und nicht auf die Situation.
    Ich würde nie SchülerInnen oder eine Klasse briefen oder gar manipulieren... ABER: auf die Frage "was habe ich davon" sehe ich mich auch mal als Mensch mit Verantwortung für die Gesellschaft. Wenn alle mit der Einstellung "nach mir die Sinntflut", braucht man sich nicht zu wundern, wer alles an deutschen Schulen unterrichtet.
    Ja, Leute mit mittelmäßigen Noten, die eigentlich hätten durchfallen sollen, wo aber die jeweiligen Betreuer und Prüfer sich gedacht haben: "ach, ich muss den nicht übernehmen, ich gebe ihm noch ne 3". Mir sagte mal ein Fachleiter "Stellen Sie sich die Frage, ob Sie möchten, dass Ihr Kind von dieser Person unterrichtet wird". und dabei war nicht gemeint, dass man sich immer nur die besten LehrerInnen für das eigene Kind wünscht.
    und ja: ich habe schon (Mit)Referendare gehabt, wo ich gebetet habe, dass sie durchfallen. (sie sind alle durch, und ich bete also dafür, dass sie eine Eingebung und plötzliches Fachwissen bekommen haben)

    Wie lange darf man eigentlich nach dem 1. StaEx bzw. dem Master of Education mit dem Referendariat warten?

    Wenn ich mich richtig erinnere, war eine maximale "Pause" zwischen 1. StaEx und dem Beginn des Referendariats von vier Jahren zulässig. Danach wurde das 1. StaEx nicht mehr vollständig anerkannt. Vielleicht meint der Erlaß genau das, wenn man trotz Lehramtsstudium nicht ins Ref. darf.

    Das wäre dann neben dem Einwand von calmac zur Schulform ein weiterer Aspekt.

    das mit einer Frist ist glaube ich für NRW ein Gerücht (sehr oft liest man in Foren von BaWü, wo dies der Fall ist.) 4 Jahre sind es auf jeden Fall nicht, da ich meine Ref-Zulassung für NRW 4,5 Jahre nach dem 1. Staatsexamen erhalten habe ;) (und für Niedersachsen gilt das selbe)

    Ja, ich weiß.
    Wie gesagt, ich hatte bisher das Glück, nur Fahrten zu machen, wenn ICH das wollte. und wer sich zum Schulaustausch anmeldet, bezahlt in der Regel. Da muss ich zwar auch regelmäßig in den Unterricht (und da verliere ich keinen Unterricht, sondern meine Freistunden, da ich in Klassen gehe, die ich nicht selbst unterrichte).
    Es war auch ein Playdoyer dafür, dass man bitte selbst entscheiden sollte, ob und mit wem man fährt. Wenn ich mich dann aber freiwillig melde, dann ist es halt so.
    Chili

    Ich verstehe nicht warum sich einige am Aufwand aufhängen.Der Aufwand ist extrem überschaubar.

    Also: ich finde einzelne Fahrten überflüssig, ich führe selbst Fahrten durch, die eine oder andere würde ich nicht unbedingt als pädagogisch absolut notwendig halten, aber sie hat tatsächlich sehr gute Auswirkungen auf den Kurs gehabt, aber:
    Arbeit und viel Aufwand war das schon immer.
    Ich vertrete allerdings die Position: WENN ich eine Fahrt mache, dann weil "der Kurs es mir wert ist", ich ihnen also zutraue, es wertzuschätzen und bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass man einiges "delegieren" kann (Zuschusssuche, Förderanträge ausfüllen, Programmgestaltung wie Suche nach Preisen für Unterkunft, Transport, usw...).
    Wenn man aber natürlich direkt bei einem der Anbieter bucht (absolut nachvollziehbar), glaube ich, dass es wirklich nur um das Schreiben der Elternbriefe geht und Geld eintreiben...

    chili

    In Sachsen-Anhalt muss/ kann man bis zu 80!!! Mehrstunden pro SJ machen. Von Bezahlen oder Abbummeln ist nie die Rede. Wenn man Mehrstunden im Laufe des SJ hat, dann werden die mit dem nächsten SJ verrechnet, d.h. dann muss man weniger arbeiten.
    Eine Unterscheidung zwischen Beamten und Angestellten erfolgt gar nicht.

    also eine Verrechnung zwischen Mehrstunden und Stundenausfall? und der Plus (oder der Minus) am Ende des Jahres wird als Grundlage für das Deputat genommen?

Werbung