Beiträge von chilipaprika

    Ich würde mich nicht danach entscheiden, was ich für Geld bekomme (es ist in dem Fall meiner Meinung nach zu nah aneinander und 'auf hohem Niveau').
    Ich würde die anderen Faktoren berücksichtigen.

    Oh warte, ich kann das...

    Ich würde als ausgebildete Gymnasiallehrerin meine Fächer unterrichten, nicht wie ein kleines Kind Angst vorm möglichen Schulleiterbesuch haben und die Grundschulidee ganz schnell fallen lassen...

    Chili

    PS: und ich würde gegebenenfalls zu meiner Meinung stehen. Wenn du also unbedingt den vermeintlich einfachen Weg der Grundschule gehen willst, gehe ihn, entscheide dich aber suche nicht immer wieder nach Zustimmung im Internet

    PS2: sollte ich bei meiner Vermutung falsch liegen: der erste Abschnitt war absolut ernst gemeint.

    Nachdem du alle Fächer "ausschließt", die einigermaßen von Interesse sind, bleib lieber bei Erdkunde.

    1) Ergänze deine Grundkombi auf jeden Fall um mindestens ein Erweiterungsfach!
    2) du musst aber damit leben können, dass du erstmals / dauerhaft nicht die drei Fächer unterrichtest, sondern eventuell nur eins oder zwei Fächer.
    3) Selbst, wenn das Studium abgespeckt ist, haben die Schüler natürlich den selben Anspruch an dich und erwarten auch Niveau.

    chili

    Hallo!

    vorab: ich bin keine Informatikerin und habe diesbezüglich auch gar keine Begabung.

    Ich sage dir das, was ich jedem sage oder sagen möchte, der Latein / Physik / Informatik als Drittfach nimmt, weil es - tatsächlich! - die Einstellungschancen erhöht.

    Nicht umsonst hattest du Info nicht in deiner Grundkombi dabei. Nicht umsonst hattest du zwei komplett andere Fächer dabei.
    Überlege also nicht (nur), wie schwer das Studium sein könnte, sondern, ob du dir vorstellen könntest 16 Stunden /25,5 (NRW) Informatik zu unterrichten.

    Eine Kollegin mit zwei "Mangefächern", bzw. Fächern, die an unserer Schule überhaupt nicht überfüllt sind, hat sich bei ihrer Einstellung bereit erklärt, den Zertifikatskurs in Informatik zu machen. Sie unterrichtet mittlerweile mehr als die Hälfte (von Vollzeit) Informatik. Eins ihrer Fächer hat sie im 2. Jahr nacheinander nur eine Klasse und muss quasi dafür kämpfen.
    Solche "Schicksale" kenne ich übrigens von vielen (Erweiterungsfach / Zertifikatskurs-Leute für Latein oder Physik).

    In deinem Kopf denkst du dir "cool, ich kriege eine Stelle und dann werde ich 1-2 Kurse Info unterrichten und den Rest meine tollen grundlegenden Fächer".
    Denkfehler.
    Die Schulleitung setzt dich, wie sie will, ein.
    Ich habe mehr als 2 Fächer und alle Fächer aus reiner Neigung studiert (kaum eins davon ist ein Mangelfach, sie sind nur interessant, weil ich eben soviele Fächer habe und deswegen hin- und herschiebbar bin). Eins meiner Fächer habe ich aus "weniger" Liebe studiert (zumindest mit weniger Liebe in dem Plan, das Fach zu unterrichten). Tja, wenn die Hälfte meines Stundenplans aus diesem Fach besteht, ist es halt so. (und es ist halt so).

    Denk also wirklich wirklich daran: Bist du dazu bereit? Wenn eine Schule dich für Info einstellt (es wäre mit 90%iger Wahrscheinlichkeit der Grund deiner Einstellung), kann es gut sein, dass du mehrere Jahre gar kein Erdkunde unterrichtest, zum Beispiel.

    chili

    [quote='eva1987',index.php?page=Thread&postID=341807#post341807]
    chili: Warum sollte das nicht stimmen. Der Rechner zeigt genau das an, bei dem Bruttogehalt A12 Steuerklasse 1 100% Arbeitszeit usw. ca. 2500 Netto und bei A13 Stufe 5 usw. ca. 2800 euro raus.
    Was kannst du dir daran also nicht vorstellen?


    Bin von Netto ausgegangen und hab nicht an Brutto gedacht.

    Chili

    Ich bin aus einem (mehreren) anderen Bundesländern, aber: ich kann mir nicht vorstellen, dass es geht.
    Das ist genau der formale Unterschied zwischen Gym und restlichen Schulformen. "Wir" haben die Berechtigung, bis zum Abi zu unterrichten und haben es auch nachgewiesen. In allen mir bekannten Ordnungen und durch das Lesen hier im Forum: du musst die Hälfte deines Examens in der Oberstufe machen und einen nicht kleinen Teil der Ausbildung / des Ausbildungsunterrichts ebenfalls.

    chili

    Darf man als Angestellter des Landes eigentlich sagen, dass die Methoden, die unser Dienstherr anwendet, sich in meinen Augen stark diversen Heuschreckenfirmen ähnelt, die unser Dienstherr sonst verteufelt?

    Nein, darfst du nicht unbedingt in der Ausübung deines Amtes. In deiner Freizeit und im anonymen Netz ist es weniger problematisch.
    Allerdings ist dein Dienstherr laut Profil NRW und soweit ich es hier erlebt habe, macht es NRW eben nicht so, sondern erkennt ziemlich großzügig an. Also aufpassen bei der Kritik ;)

    chili

    Hallo!

    Ich habe seit Februar eine Vollzeit-Planstelle am Gym, bin nicht komplett Anfängerin, da ich vorher ein paar Jahre als Vertretungslehrerin gearbeitet habe, allerdings habe ich gerade mal die Hälfte der Klassen schon mal vorher unterrichtet.
    Mein Fächerkombi ist Sprachen / Sowi, ich habe dieses Halbjahr keine einzige Stunde Sowi. 6 Korrekturgruppen, 17 Klausur-/Klassenarbeitstermine dieses Halbjahr, à mindestens 25 SchülerInnen.
    Ich hatte mal eine Vertretung Vollzeit nur SoWi, viele Doppelungen, insgesamt 2 Klausurtermine à ca 20 SchülerInnen. Ein himmelsweiter Unterschied.

    Insbesondere als "Anfänger" ist die Vollzeitstelle an der (eigenen) Schulform Gymnasium kein Zuckerschlecken. Ich liebe meinen Job und würde ihn um nichts in der Welt tauschen. Ich bin an einer Ganztagsschule und abends bin ich zu gar, um Deutsch zu korrigieren, also sind meine Wochenenden voll mit Planung und Korrekturen. Ich bewundere jede Deutschjunglehrerin mit Kindern, die (nahezu) Vollzeit arbeitet.
    Aaaaaaaber: es sind meine Fächer, ich habe sie studiert, ich bin fit und dafür qualifiziert. Mein Ref hatte Höhen und Tiefen, aber ich habe bestanden, ich KANN das. (Attestiert! :-D)

    An der Grundschule wirst du kaum nur "Deutsch und SoWi" unterrichten. und selbst wenn es so wäre: Der Lese- und Schreiberwerb ist echt was Anderes als Rechtschreibunterricht in der Mittelstufe. Es ist eine gaaaaaaanz andere Didaktik! Ein ganz anderer Umgang. Du hast an der Grundschule die "ganze Bandbreite", müsstest also quasi immer doppelt differenzieren. Am Gymnasium muss man natürlich auch differenzieren, aber seien wir mal ehrlich, ich möchte den sehen, der das in jeder Stunde konsequent macht (und nicht nur "und für die Schnellen noch eine Aufgabe"), an der Grundschule kannst du nicht anders. Einige SchülerInnen können schon am ersten Schultag fliessend lesen, andere werden es erst am Ende der 2. Klasse können. Bei den Zahlen dasselbe.
    Was mich zum nächsten Punkt bringt: Welche Ahnung / Erfahrungen hast du denn in Mathe und Naturwissenschaften? Ich unterstelle einem Deutsch/SoWi-Lehrer eben relativ wenig. Wie machst du denn spannende Experimente in Sachkundeunterricht? Wie sorgst du denn dafür, dass die Kids in Mathe super begeistert werden? Kannst du dir vorstellen, Kunst und Musik zu unterrichten? Auf Grundschulniveau und auf der Ebene, dass die Kids was damit anfangen können?
    Im Prinzip: kannst du einen Stoff, den du auf hohem Niveau (noch) nicht beherrschst, sinnvoll didaktisch reduzieren?

    Ich habe oben erwähnt, dass ich unglaublich viele Korrekturen habe. Klar, an der Grundschule schreibt kein Kind 5seitige Aufsätze.
    Dafür schreibt es jeden Tag neue Buchstaben, neue Texte, rechnet neue Zettel, malt neue geometrische Formen, sammelt neue Informationen von den tollen Stationen, die du am Wochenende gebastet hat, usw... und das muss überprüft werden... ich bin oft mit dem Bus und Zug unterwegs und ich "treffe" regelmässsig eine Grundschullehrerin. Wir haben an einzelnen Tagen den selben Stundenplan. Sie hat quasi immer eine riesige Stofftasche dabei und ständig Mappen in der Hand mit einem Blatt pro Kind (so Matheblätter des Tages, Deutsch-Aufgaben, ...). Es sollte ja möglichst fehlerfrei im Heft stehen und du kannst bei den jüngeren GrundschülerInnen nicht davon ausgehen, dass sie sich alle selbst verbessern. Außerdem willst du ja einen Überblick über den Stand haben, damit du zum Beispiel die individualisierten Wochenpläne entwickeln willst.

    Ich hatte in der Jugend / im Studium überlegt, auf Grundschule zu wechseln. Ganz ernsthaft: ohne eine gute Ausbildung für diese unglaublich komplexe, herausfordernde Schulform halte ich es für fahrlässig. Vom Bundesland und vom Lehrer, der die Stelle annimmt. Geh ans Gymnasium.

    chili

    ich bezog mich rein auf die ANgst, GAR KEINE Stelle dann zu haben.
    Mir ist der finanzielle Unterschied sehr bekannt, hatte ich mich doch darauf eingestellt, Angestellte zu sein, bis ich durch ein Wunder (warum auch immer..) verbeamtet wurde.
    Manchmal sind Amtsärzte einfach auch nett und realistisch. Jeder / fast jeder hat ein Päckchen zu tragen und die meisten leben mit diesen Päckchen eben doch ganz gut und stelle keine "Gefahr" für den Staat... (ich finde den Gedanke einfach so absurd, warum jemand abgelehnt werden kann...)

    chili

    Du bewirbst dich auf eine sogenannte Planstelle, das heißt eine unbefristete Stelle.
    Wenn dir das Land seines Dienstes 'würdig' erachtet, wirst du verbeamtet, wenn nicht hast du AUTOMTISCH eine unbefristete Angestelltenstelle.
    Also: keine Angst :)

    Chili

    Hallo!

    Verzeiht erstmal den ungenauen Ausdruck, ich bin erst wieder nach NRW gewechselt, "neu" im Schuldienst und habe die Entwicklung des letzten Jahres nicht mitverfolgt.

    Mein Kenntnisstand zur Faktenlage:
    - Fahrtkosten von LehrerInnen MÜSSEN vollständig übernommen werden.
    - Kein Lehrer darf "auf die Fahrtkosten verzichten" (ich will hier keine Debatte darüber, ob es okay ist, das zu wollen oder nicht)
    - der Topf für die Fahrtkosten ist aber (lächerlich) begrenzt.

    Bei uns an der Schule bedeutet es, dass wir vom Topf aus nicht mal alle Kursfahrten aus der 12. Klasse finanzieren können. (Englisch-LKs fahren zur Zeit nach England, aber auch die anderen Kurse generieren Kosten, die in der Summe nicht passen).

    Wie ist es denn bei euch an der Schule?
    Wie wird es demnächst sein? Musstet ihr Fahrten canceln? Welche dann?

    Chili

    Ich finde es immer wieder schön, wie gut vorbereitet zentrale Klausuren / Lernstandserhebungen sind...

    Wie das rechtlich ist, weiß ich nicht, aber die Schulen, an denen ich in NRW beschäftigt war / bin, haben alle ein Kopiergeld (6-12 Euro pro Jahr pro Schüler, in der Regel ein höherer Betrag in der Oberstufe), um eben die Kopierkosten zu decken (wir LehrerInnen können an meiner Schule frei kopieren).
    Ich habe aber auch an einer Schule gearbeitet, an der die Oberstufen-SV gegen dieses System gestimmt hatte, weil es eben unfair sei, wenn man kein Päda hätte sondern nur Chemie, wo es ein so tolles Lehrwerk gab. Da hat jeder Lehrer eine Strichliste geführt und in regelmässigen Abständen Geld von den Schülern des jeweiligen Kurses eingesammelt. Da haben die Schüler auch Geld für die Kopien bezahlt.

    chili

Werbung