Beiträge von chilipaprika

    Was sind die RegelschullehrerInnen, auf die du dich beziehst?
    GrundschullehrerInnen (weil sie durch Inklusion mehr mit den SonderschullehrerInnen arbeiten)? Auch RegelschullehrerInnen (zum Beispiel Gym), die gar nichts mit dem Ganzen zu tun haben?

    Ich bin für das Gymnasiallehramt ausgebildet, an einer Uni, die einzig und alleine das Gymnasiallehramt ausbildet (und ein paar WirtschaftspädagogInnen...). In meiner Studienordnung war die Anzahl an Päda-Scheinen "sehr überschaubar" und ich war das Gegenbeispiel der erwünschten Studentin, weil ich alle SWS (und weit darüber hinaus) eingelöst habe, obwohl es mehr als die Scheine waren. Unerwünscht, weil keine Kapazitäten und "Lehrämtler wollen doch eh nur absitzen, machen Sie es auch so.."
    Ich habe in meinen Lehramtsseminaren zwar einiges gelernt, aber im Prinzip nichts, was ich mittelbar in der Schule hätte gebrauchen können, wenn ich nicht soviele Seminare gemacht hätte (die dann in der Kombination doch einen Ah-Ah-Effekt brachten).
    Meine Uni bildete auch Sonderpädagogen aus (also Dipl-Päd), mit denen wir selbstverständlich nichts zu tun hatten. Da ich eine Zeit land ein Doppelstudium mit Dipl.-Pädagogik hatte, durfte ich dort Seminare besuchen. Da habe ich auch Sachen gelernt, die ich eventuell nie in der Schule brauchen könnte, die mir aber viel weiter gebracht haben: ein Seminar zu Dyslexie und Dyskalkulie zum Beispiel. Die Verfahren und Art und Weise zu denken und sich dem "Problem" anzunehmen, hat mir viel gebracht.

    Vielleicht kannst du in den Studienordnungen der "Aufbaustudiengänge" gucken, was man als RegelschullehrerIn nachmachen muss, um das Sonderpädagogik-Examen zu absolvieren. In Köln gibt es zum Beispiel Gym-Lehramt mit sonderpädagogischer Fachrichtung, in Heidelberg ein Aufbaustudium.

    Meinem Empfinden nach wird in der Sonderpädagogik viel mehr vermittelt, wie ich dem Kind näher komme und ihm auf seinem Lebensweg weiterhelfe. Damit will ich nicht sagen, dass ich es als Gymnasiallehrerin nicht mache / nicht machen soll, aber in meiner Ausbildung (Uni) kam es zu kurz.

    Chili

    Nein, es war überhaupt nicht als "ich weiß es besser und nörgle" gedacht. Wahrscheinlich bin ich zu sehr von SchülerInnen genervt, die als Quelle in einer ppt angeben "http://www.wikipedia.de" oder mir sogar komplette Wikipedia-Abschnitte als Facharbeit abgeliefert haben.
    Viel Oberstufen-Erfahrung habe ich nicht, wo ich viele Zusatztexte zur Verfügung gestellt hätte, weswegen ich nicht auf die Idee kam, was du mit der Funktion anstellen wolltest :-/

    Chili

    Hallo!

    Natürlich ist wikipedia ein sinnvolles Arbeitsmittel. Nicht desto trotz halte ich es für wichtig, den SchülerInnen klar zu machen, dass die Sicherheit der Artikel nunmal nie garantiert ist, da 10 Minuten vorher jemand etwas hat ändern können, ohne dass es einem auffällt. Dass dies später wieder gereinigt wird, ist aber irrelevant, da die Information nunmal aufgenommen wurde.
    Den richtigen Umgang mit Medien beibringen, sehe ich durchaus als meine Aufgabe, aber dann würde ich (persönliche Meinung) es nicht mit kompletten Artikeln machen, sondern eher anhand von Zitaten, die man dann auch nachrecherchieren soll, um sich an der Quellenarbeit zu machen.

    chili

    Der Ansatz "mit Grammatik quälen" ist schon ein ganz schlechter.

    Was ist das für ein Seminar? Uni? Studienseminar?
    In der Oberstufe gibt es festgelegte Themen, da solltest du im KC gucken, ob es überhaupt Sinn macht, bzw. welche Kompetenzen du überprüfen möchtest.
    Im Deutsch-KC habe ich noch nicht geguckt (ich mache gerade mein Ref in anderen Fächern) aber in den Fremdsprachen hat die Grammatik nur eine der Kommunikation dienende Funktion. Also wird es schwierig mit der "Grammatik pur".

    Aver "Reflexion über Sprache" ist zumindest ein geläufiges Thema in einigen Bundesländern.

    Chili

    Wie ist das mit der Hospitation? Sollte ich da einfach die Schulleiterin fragen ob ich mal zugucken darf?

    Du könntest tatsächlich versuchen, ein Praktikum in einer Schule zu machen, um dich dem Berufsfeld zu nähern, in dem du arbeiten möchtest. Während des Praktikums würdest du vermutlich hauptsächlich hospitieren, könntest aber auch vielleicht angeleitet ein paar Stundenabschnitte oder eine Stunde halten, um zu sehen, ob es dir liegt / passt / gefällt.

    Zitat


    chili

    Tut mir Leid, dass ich etwas nicht wusste.
    Beantwortest du die Fragen deiner SchülerInnen auch alle ironisch?

    Ja, das tue ich. Wenn ein Schüler ab einer bestimmten Jahrgangsstufe eine Frage stellt, die meinem Empfinden nach entweder zeigt, dass er seit geräumter Zeit im Unterricht träumt und gar nicht aufgepasst hat, oder gar nicht überlegt ist, nutze ich durchaus das Mittel der Ironie, um einen Denkanstoss zu provozieren.
    Es tut mir leid, wenn du dich womöglich angegriffen fühlst, aber versuche jetzt, eine solche Frage selbst zu beantworten:
    Es gibt ein Sek-I-Lehramt und eine Sek-I-Schule. Warum sollte es (für einen Anfänger!) die Möglichkeit geben, nur 3 von den 6 Jahrgangsstufen zu unterrichten?

    Physik ist in der Regel ein 2-stündiges Fach. Du musst also 14 Klassen unterrichten, um dein Deputat zu erfüllen. Wenn du auch noch weniger Stufen haben möchtest, musst du an einer mindestens 4-zügigen-Schule landen, und kein anderer Lehrer Lust haben, in diesen Stufen auch zu unterrichten.
    Ich kenne mich mit Haupt- und Realschule nicht aus, aber noch dazu die Frage: wird Physik durchgehend unterrichtet? Also in allen Jahrgängen? Vermutlich hättest du auch andere NaWi- oder Technikfächer..

    Chili

    das war selbstverständlich ironisch.

    Entweder war die Anfrage "kann ich auch sagen, ich will 8-10" ironisch oder so schul-/weltfremd, dass ich nur ironisch antworten konnte.
    Ich habe als Vertretungslehrkraft immer die Klassen bekommen, die bei der vorherigen Verteilung aus guten Gründen leer blieben. So ging es auch immer den neuen KollegInnen (weshalb unbeliebte schwierige Klassen lustigerweise ganz viele junge unerfahrene KollegInnen "anziehen". Selbst als Referendarin habe ich dieses Jahr die eine Klasse, um die kein Kollege sich wirklich prügeln wollte.

    Chili

    Nee, es ist sogar noch besser, du darfst sagen "ich hätte gerne bitte nur die 8e und die 9b, die anderen Klassen sind zu anstrengend, und die 10 traue ich mir doch nicht zu.

    Da ich übrigens davon ausgehe, dass keine Schule soviel Bedarf hat, dass sie 28 Stunden Physik braucht (falls sie auch nur einen anderen Lehrer dabei hat), wirst auch du fachfremd unterrichten müssen.

    Chili

    Ich habe ehrlich kein großes Problem mit den "richtigen" SeiteneinsteigerInnen. Also mit 40-jährigen Menschen, die sich umorientieren. Irgendwie muss das Land etwas tun, um sie zu locken, also ist die Festeinstellung womöglich gerechtfertigt. Ich verlange nicht von einem 40-jährigen, 2fachen Familienvater, dass er wieder studieren geht, obwohl er seit 10-15 Jahren im Beruf stand.
    Ich hab ein (riesen) Problem mit Leuten wie dir, die NOCH im Studium sind und überlegen, wie sie - obwohl sie die Möglichkeit hätten, noch das Lehramtsstudium problemlos zu erledigen - alles tun, um ohne vorherige (reale) Berufserfahrung, an eine feste Stelle zu kommen.

    Das Land braucht dich? Dann mache eine Vertretungsstelle. Befristet. Mach dein Studium daneben. und wenn nicht, dann nimmt das Land eben in ein paar Jahren die Leuten, die dann mit dem Studium fertig sind.

    Ja, das System ist schuld und nicht die SeiteneinsteigerInnen. Aber genau das meinte ich mit Überhand nehmen. Wenn meine Schule in einem absolut nicht Mangelfach eine Seiteneinsteigerin einstellt und mich nächstes Jahr nicht übernehmen kann, dann frage ich mich, warum sie nicht für nur ein Jahr eine Vertretungsstelle nimmt. Aber nein, das Land sagt, es muss eine feste Stelle sein, also ist die Schule gezwungen, jemanden aus dem Seiteneinstieg zu nehmen, weil andere LehrämtlerInnen in dem Durchgang so dämlich waren, sich nicht zu bewerben.

    Chili

    und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Fachdidaktiken? mit dem Zweitfach? mit dem erziehungswissenschaftlichen Begleitstudium? Machen wir grundständige LehrämtlerInnen nur ein bisschen Persönlichkeitsbildung in der Päda-, Psycho- und Soziologieseminaren? oder setzen wir uns wissenschaftlich mit dem Schulmilieu, dem Erziehungsprozess, usw.. um?

    Chili

    Nele

    Wie das in Geschichte oder Englisch aussieht weiß ich zwar nicht, aber in meinem Physik Bachelorstudium habe ich schon in den ersten beiden Jahren alles gehabt was in der Schule in Physik und Mathe vorkam und noch darüber hinaus.
    Und gerade wenn ich jetzt in die Sek 1 kommen sollte, ist der Stoff noch etwas einfacher.

    Ja, unglaublich. Stell dir mal vor. Ich hatte in der 6. Klasse auch den Stoff der Grundschule hinter mir. Sollte ich also nach der Mittelstufe Grundschullehrerin werden dürfen?
    Ein wissenschaftliches Hochschulstudium ist nicht nur "ein bisschen mehr als die Stufe davor", sondern eben eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fach.


    Zitat


    chilipaprika

    Nur noch 3 Jahre studieren. Das sagst du so einfach. Wenn ich überhaupt in den Master of Education wechseln darf, dann kommt noch viel Arbeit auf mich zu. Und mal ehrlich, wenn der Bachelor reicht, wofür sollte ich die ganze Arbeit auf mich nehmen?
    Verbeamtet werden ja auch nicht alle Lehramtsstudenten und ich muss es auch nicht unbedingt sein. Und mit Physik brauch ich auch keine Angst zu haben, dass ich gefeuert werde.

    Von der Verbeamtung spreche ich nicht mal, sie könnte für mich ein nettes Nebeneffekt sein. Für vollausgebildete Lehrkräfte. Aber es ist hier nicht die Frage. Du fragst nach einer unbefristeten Vollzeitstelle. Dann muss man doch akzeptieren, dass ein volles Studium nunmal notwendig ist. Nur, weil aufgrund von europäischen Abkommen / Vorgaben die alten Studienstrukturen geändert wurden und das deutsche Studium in 2 Abschnitten gesplittet wurde, heißt es so lange nicht, dass man mit dem ersten Abschnitt fertig ist.

    und ja, es kommt viel Arbeit auf dich zu.
    So ist es.
    Wenn man einen (festen) Job haben will, muss man eben was leisten.

    und doch, mit Physik kannst du gefeuert werden. An meiner letzten Schule kam mal ein Physiklehrer, der zwar wegen Verbeamtung nicht gefeuert wurde, aber nunmal seine 7. Schule hinter sich hatte. Er hat bei uns ein bisschen mehr als ein Jahr gemacht, war dann wieder verschwunden. Wäre es angestellt gewesen, wäre er sicher nicht mehr Lehrer.

    Chili

    Achtet dieses PE-Ding nicht ein bisschen aus?
    Du machst gerade deinen Bachelor. Dann mach jetzt den Master of Education. Du wirst womöglich 6 oder 7 Semestern statt 4 brauchen, weil du ein zweites Fach brauchst. Und?
    Warum sollte denn jemand mit "nur" 3 Jahren Studium OberstufenschülerInnen unterrichten? (ich sähe es übrigens genauso für Sek-I-SchülerInnen, aber scheinbar stört es die Ministerien nicht...)? Nur, weil du ein Mangelfach hast?

    So, Mut zum Studieren, in 3 Jahren hast du einen regulären Ref-Platz und findest danach mit Mathe / Physik eh problemlos eine Stelle.

    Chili

    waldkauz:

    auch wenn es nicht deine Frage ist (und ich nichts beitragen kann), eine neugierige Frage:
    vermute ich es richtig, dass deine Schulleitung bzw. die Organisation sich so ergeben hat, dass du jetzt eine Referendarin hast, du aber nicht soooo begeistert bist, weil du selbst merkst, dass du ihr das nicht bieten kannst, was sie braucht? (und zwar nicht darauf bezogen, dass dein Unterricht nicht gut sei, sondern, dass du eben nicht weißt, was die genauen gewünschten Kriterien sind?)

    Wenn es so ist, brauche ich mich nicht mehr über Schulleitungen zu wundern.
    Ich hatte auch letztes Jahr (Vertretungslehrerin ohne Ref) eine Praktikantin in der Klasse. 3 Minuten vor der Stunde angekündigt. Auf meine Nachfrage, ob sie nicht in die Parallelklasse (zeitlich parallel stattfindend) gehen solle, weil die andere Lehrerin eine erfahrene zweitexaminierte Kollegin sei, wurde mir gesagt, ach, sie hat meinen Namen ausgewählt, ich mache das schon...

    Meine Bitte wäre (auch wenn ich glaube, dass du damit schon offen umgehst): sag das der Ref'in, dass du keine Ausbildung hast.
    Ich war zu Schuljahresbeginn bei einer Kollegin (jetzt bin ich im Ref) und obwohl wir mehrmals über unseren Studiengängen geredet habe, habe ich erst nach Ende meiner Zeit bei ihr von einer anderen Kollegin zufällig erfahren, dass sie das Fach nie studiert hat und auch kein Ref da gemacht hat. Sie ist zweifelslos trotzdem eine gute Lehrerin aber es erklärt mein Unwohlsein in der Klasse und die mangelhafte Betreuung im Hinblick auf das Ref/Seminar.

    Chili

    Große Entrüstung! Was bin ich herzlos und gemein!
    Ich dachte immer, dass nach C1 nur noch C2 kommt oder liege ich da falsch? C2 ist doch Muttersprachler-Niveau,oder? Und so kurz vor Muttersprachler-Niveau sollte man Groß- und Kleinschreibung beherrschen.

    Ja, und da der Referenzrahmen nur 6 Stufen hat und A1 im ersten/ zweiten Lernjahr des schulischen Fremdsprachenerwerbs erreicht ist, kannst du dir vorstellen, dass einige Stufen näher aneinander liegen und andere sehr weit voneinander.

    C1 soll mit einem Leistungskurs erreicht werden.
    Der C1-Schein berechtigt GrundschullehrerInnen in einigen Bundesländern zum Unterrichten der Fremdsprache in der Grundschule.

    Dieses Zertifikat prüft verschiedene Kompetenzen und einige können andere ausgleichen (Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen, grob...)

    Also, ja: C1 ist ganz nett und beweist ein bestimmtes erreichtes Sprachniveau. aber trotzdem ist es einfach noch nicht der Beweis, dass man perfekt spricht und schreibt.

    Chili

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