Beiträge von chilipaprika

    Ah, ok. Gut, dass du das richtig stellst. Dann ist es ja auch fast wie in Bayern -- nur halt besser verteilt.
    Ich fasse also zusammen:
    1. Quartal: 14 Std hospitieren
    2. bis 5. Quartal: ca. 9 Std eigenverantwortlich + 14 Std ausbildungsbezogen unterrichten.
    6. Quartal: 14 Std unterrichten + Abschlussprüfungen.
    Stimmt das so?

    1. und 6. Quartal: die 14 Stunden sind kein "Hospitieren". Im ersten Quartal hat man schon sehr schnell ein paar Stundenphasen zu übernehmen, dann Stunden, dann Reihen. Im 6. Quartal hast du 14 Stunden Ausbildungsunterricht. Also eben Unterrichten, aber immer unter "Anleitung".
    Unter Anleitung bedeutet übrigens, dass du sehr schnell alles selbst machst, nur ist ein anderer Lehrer immer im Raum, der davor und danach mit dir bespricht, ob deine Planung okay war, dein Tafelbild, dein Lehrerverhalten, usw...


    Zitat


    Bei uns gab es im ersten Halbjahr Seminare in Schulrecht/Schulkunde, Staatsbürgerkunde, Fachdidaktik, allg. Päd und Schulpäd.
    Die ersten beiden gibt es in NRW gar nicht?

    Was ist mit der schriftlichen Hausarbeit zum Ende hin? Gibt es die?

    Nee, Schulrecht und Staatsbüergkunde ist glaube ich etwas besonders Bayrisches...

    Das mit der schriftlichen Hausarbeit wurde geändert und ich will keinen Quatsch (ich selbst bin nicht mehr in NRW). Also ohne Gewähr: es gibt auf jeden Fall keine Arbeit mehr. Dafür glaube ich eine Art Portfolio. Wie dieses Portfolio zu führen ist, benotet wird, usw... weiss ich nicht.

    Ich würde aber das mit einer Arbeit unabhängig der Entscheidung belassen. Diese Arbeiten sind nämlich in jedem Bundesland so anders, dass man sich kaum etwas darunter vorstellen kann.
    Als es noch Arbeiten gab, durfte es zb in NRW kein Gegenstand aus dem Unterricht sein und nicht aus dem (Fach)Lehrplan entwachsen sein. Sondern zum Beispiel Themen wie "Schüler-Firma", "Entwicklung zur Ganztagsschule", usw... behandeln.
    In NDS schreiben wir auch noch beim "verkürzten" Ref eine Examensarbeit. Sie soll aber explizit 2-3 Unterrichtsstunden behandeln und reflektieren.

    Chili

    was sollst du dabei lernen, wenn du "nur" hospitierst?
    Natürlich kann es vom Betreuungslehrer abhängen, vielleicht will er ab und zu selbst Sachen machen und die Richtung korrigieren, aber nein, du sollst 14 Stunden unterrichten.
    Es waren vorher (24 Monate-Ref) 12 Stunden. Es sind jetzt 14.

    Chili

    Also: du unterrichtest selbstverständlich fast durchgehend 14 Stunden in NRW!

    nur hast du halt 9 Stunden alleine eigenverantwortlich, und den Rest mit einem anderen Lehrer. Du gehst in seine Klasse, beobachtest / hosptitierst ein paar Stunden und dann übernimmst du.

    Chili

    Ja, natürlich gilt es für Gymnasien, danach hast du schliesslich gefragt ;)

    Ja, 18 Stunden sind deine "Schuld", auf 2 Halbjahre verteilt. Da die Ausbildung in NRW nicht mehr zum Halbjahr beginnt, ist das erste Quartal zum Hospitieren und Einsteigen. Das letzte Quartal ist für die Prüfung vorgesehen, da hat man keinen eigenen Unterricht mehr, sondern "nur" noch 14 Stunden Ausbildungsunterricht.

    Chili

    Hallo!

    Ob du in einem neuen Bundesland von Beginn an wieder einsteigst oder eine Anerkennung hast und dann eine Kürzung der Ausbildungsdauer (aber wo ist die Kürzung?), musst du ja selbst bei den KMs ermitteln.

    hier Beschreibung:

    NRW:
    14 Stunden an der Schule (in Klassen, also nicht die Freistunden, natürlich :-D), über 18 Monaten
    Ref-Beginn in Mai oder November
    ab Aug/Sept bzw. Februar dann auch eigenverantwortlicher Unterricht 9 Sunden. (je nach Fächerkombi kann es 8-10 werden. Hauptsache, du hast über 2 Halbjahre 18 Stunden).
    Es ist dein BDU (bedarfsdeckender Unterricht). Daneben hast du noch 5 Stunden (bzw. bis 14 Stunden) AU (Ausbildungsunterricht), in dem du hospitierst (kurz!) und dann Stunden / Reihen hälst.
    Über die Zeit der Ausbildung hast du 10 Unterrichtsbesuche. 5 pro Fach. einige sind unbenotet, andere ja.
    Am Ende hast du an einem Prüfungstag die UPP (unterrichtspraktische Prüfung) in deinen 2 Fächern und eine mündliche Prüfung (Kolloquium).
    Da das Ref 18 Monate dauert, bist du Ende Oktober oder Ende April fertig.

    Es gibt Sitzungen am Seminar, an 1-2 Tagen bzw. Nachmittagen: Allgemeinpädagogik, und die Fachdidaktik deiner 2 Fächer.


    NDS:
    auch 18 Monate.
    Ref-Beginn zu August oder Februar (ca. 20. Januar in der Regel, um die Intensivtage zu haben, bevor du an der Schule bist)
    Von Beginn an UieV (Unterricht in eigener Verantwortung). In der Regel 6 Stunden. Prinzip: über 3 Halbjahre auf 18 Stunden kommen. das sind deine Klassen, da bist du alleine.
    Zusaätzlich dazu gibt es Ausbildungsunterricht, insgesamt bis 10 Stunden.
    Der Ausbildungsunterricht wechselt zu jedem Quartal (Februar, Mai, August, November).
    In jedem Quartal hast du pro Fach 2-3 Unterrichtsbesuche.
    Im 3. und 4. Quartal gibt es da auch Lehrproben, eine pro Fach (also insgesamt 2 in den 2 Quartalen), da musst du in den Entwürfen viel ausführlicher darstellen, was deine Planung ist. (bei den anderen Entwürfen hast du "nur" den Stundenverlauf zu dokumentieren).
    Einige Seminare bieten im 2. Quartal Übungslehrproben an. Sie sind von der PO nicht zwingend, die Seminare können, müssen sie aber nicht anbieten.

    Es gibt Sitzungen am Seminar. an meinem Seminar sind es 2 Nachmittage pro Woche, keine Ahnung, ob alles es so regeln.


    Sowohl NRW als auch NDS ist deine Bezahlung fix. Klar gibt es Familienzuschläge, in NRW auch Weihnachtsgeld (in NDS nicht!).
    Anders als in Bayern hast du aber nicht diese regelmässige Möglichkeit, durch deine Stundenerhöhung auf 16-17 Stunden deutlich mehr zu verdienen.
    In NRW können zusätzliche Vertretungsstunden bezahlt werden, aber die Regeln sind so, dass ich niemals darauf zählen würde. Von der Bezahlung her ist Bayern also eindeutig am Höchsten.


    In NRW machst du dein Ref in 2 Fächern, du kannst sie von deinen 3 Fächern auswählen (also kann das Erweiterungsfach eins der 2 Fächer sein).
    In NDS auch. Offiziell gibt es auch die Möglichkeit, 4 zusätzliche Stunden zu machen, so dass du auch in einem 3. Fach ausgebildet wirst. Es hat aber keinen Einfluss auf die Einsatzfähigkeit später.

    Chili

    Politik/Wirtschaft ist _jetzt_ ein "semi-hartes" Mangelfach. Also kein richtiges Mangelfach aber gesucht.
    In NDS. Mit Geschichte in der Kombi glaube ich nicht, dass es interessant bleibt.

    Wenn du weißt, dass du nächstes Wintersemester neu beginnst: geh doch jetzt ins Ausland. Mit oder ohne deine jetztigen Fächer. Mach Au-Pair, Praktikum oder Sprachkurs... (ich würde eher für Au-Pair oder Praktikum, auch außerhalb der Schule!!, werben)

    Chili

    Sagen wir es mal so:

    du studierst zur Zeit ein nicht besonders gefragtes Hauptfach, dafür muss aber jeder Schüler jedes Jahr 3-5 Stunden Deutsch in der Woche haben.
    Dein zweites Fach ist _eigentlich_ ein Fach, wo es rein theoretisch nicht genug LehrerInnen an den Schulen gibt. Liegt aber daran, dass Schulen oft Politik fachfremd unterrichten lassen, insbesondere in der 5/6. oder es über Vertretung regeln. Wenn ich die Sicht einer Schulleitung übernehme, kann ich es verstehen, denn zuviele SoWi-LehrerInnen an einer Schule machen einiges in der Stundenplanung kapput, da sie fast ständig ihr zweites Fach unterrichten müssen. (wenigstens hast du nicht SoWi mit Geschichte oder Erdkunde kombiniert).
    Mit Französisch würdest du ein Hauptfach nehmen, erhöhst somit deine Einstellungschancen. 2 Hauptfächer und 1 Nebenfach ist schon besser als 1 Hauptfach und 1 Nebenfach. Mit einem Nebenfach würdest du nicht deine Chancen verbessern, es sei denn, es wäre Physik :D

    du sollst dir die eintscheidende Frage stellen: Kannst du dir vorstellen, 18 Stunden die Woche Französisch zu unterrichten? auch in der Oberstufe? (wenn du die Sek II-Erweiterung machst). Wird deine Sprache gut genug sein. Ich bin froh, dass du den Auslandsaufenthalt einplanst.

    Meiner Meinung nach ist die Kombi eine wunderschöne Kombi. Im Idealfall bei guter Gewichtung im Stundenplan schön abwechslungsreich ;)

    aber ich würde sie nur nehmen, wenn du für das Fach brennst. Wenn du "nur" deine Einstellungschancen erhöhen willst, dann mache Zusatzqualis und konzentriere dich auf die bestmögliche Abschlussnote.

    Chili

    IUnd wenn es denn nicht "erniedrigend" ist, Chili, wieso dann doch einen Brief an die Eltern? Was ist es denn dann? Eine nicht-erniedrigende, aber dennoch mindestens mittelschwere Beleidigung? Solche Unterscheidungen führen doch zu nichts.

    Aber ich will diesen 'Richtungsstreit' entlang erotischer Etikette auch gar nicht weiterführen, meine Meinung ist damit klar.

    SchülerInnen bekommen von mir auch Klassenbucheinträge und Briefe an die Eltern, wenn sie "nur" Quatsch, Störungen, unpassendes Verhalten, usw... veranstalten. Nicht nur für erniedrigend.

    Ich bin übrigens die ganze Zeit davon ausgegangen, dass es irrelevant ist, ob es einen Wahrheitsgehalt hat oder nicht. Es ist unpassend, vulgär und ich dulde es nicht. Punkt.
    Wenn er geschrieben hätte "Nachbar ist schwul" würde ich den Eltern auch einen Brief senden, dass der Junge den Unterricht stört und versucht, andere Schüler zu beleidigen. Von "erniedrigend" würde ich aber die Finger lassen, weil ich sonst die bei putertierenden Jugendlichen existierende latente Homophobie übernehmen und unterstützen würde.
    und vulgäre Sexualität hat nichts im Klassenzimmer zu suchen, egal ob es Realität, Tratsch oder Lüge ist.

    Chili

    Hallo!

    Nein, so sehe ich das nicht. Ich versuche es klar zu erklären, auch wenn ich es scheinbar schwer verständlich mache.

    Der Sachverhalt "Ordner anlegen, unsachliche Beschriftung, vulgäre Sprache" ist einfach gar nicht in Ordnung und ich würde es auch mit einem Brief an die Eltern mit Besinnungsaufsatz mit genauem Wortlaut versehen.
    Sexuelle Sprache / Geschichten über sexuellen Praktiken haben nichts in meinem Unterricht zu tun, und noch weniger in einer vulgären Sprache.

    Wenn man die sexuellen Sachen umformuliert "X macht eine Fellatio", frage ich mich, wo das "erniedrigende" (einzig und alleine um dieses Wort geht es mir hier. Mit dem ganzen Rest gehe ich konform) ist.

    1) es ist erniedrigend, weil es ein Junge ist.
    -> dann übernehmen wir die homophobe Handlung des Schülers

    2) es ist erniedrigend, weil es ein Mädchen ist (nach dem Motto, "es ist eine Schlampe")


    Ist eine Fellatio erniedrigend? für wen?

    Wie schon gesagt: ich würde es in meinem Unterricht nicht dulden. Aber erniedrigend ist es für mich nicht. Sonst übernehme ich damit die beleidigende unreflektierte Absicht des Täters.

    Chili

    hm, es mag eine sprachliche Sache sein, aber selbst nach Durchblick im Wörterbuch ( bin nicht Muttersprachlerin), finde ich es nicht erniedrigend.
    Unpassend, ja. Fehl am Platz und Verletzung der Privatsphäre oder Ähnliches, aber erniedrigend wäre es für mich, wenn ich etwas peinliches erzählen würde, was man nicht machen darf.

    Chili

    Würdet ihr dann das Ganze auch als "erniedrigend" / "herabwürdigend" einstufen, wenn es sich um eine Nachbarin handeln würde?
    Ich meine, keine Frage, das Verhalten ist nicht zu dulden und hat nichts in einem Klassenzimmer zu suchen, aber ich habe mich gefragt, ob da nicht gleichzeitig eine latente Homophobie (Homoangst) ist, die vom Schüler ausgeht und man als Lehrkraft dann übernimmt.

    Chili

    und selbst, wenn du dann eine Sondergenehmigung hast: wer stellt dich an, wenn die Schulen Angebote mit HauptfachlehrerInnen auf dem Markt haben... (und bei der derzeitigen sich anbannenden Übersättigung am Gymnasialbereich gibt es genug von den LehrerInnen...)

    chili

    Hallo!

    Angenommen, du sprichst vom Ref in NRW:

    19 Sozialpunkte sind super viel und das sollte dir doch klar sein, dass die meisten Ref-BewerberInnen nicht verheiratet mit 3 Kindern und 2 Pflegefälle zu betreuen (oder ähnliches) sind.
    NRW differenziert bei der Sozialpunktvergabe nicht nach der Herkunft deines Abschlusses, deiner Adresse oder Geburtsort. die 19 Punkte sind dir also sicher.

    Dein Wunschort sollte dir also sicher sein.
    Außer, es gibt Verschiebungen in der Belegung und deine Fächerkombi wird kurzfristig nicht mehr am Wunschort angeboten.

    Chili

    In den reinen Abfrage-Vokabeltests "deutsch-französisch" gibt es bei mir richtig oder falsch. Soweit ich es aus Gesprächen "gelernt" hatte, haben es die anderen Lehrkräfte auch so gemacht.
    Wenn man das in den ersten Tests konsequent durchzieht, dann lernen die Schüler einfach besser und das Problem hat sich erledigt. Zumindest hatte ich durchaus vorzeigbare Schnitte.
    Diese halben Punkte waren meine SchülerInnen tatsächlich von Englisch gewöhnt (andere Sprachen haben sie ja nicht gelernt, deswegen die Einseitigkeit des Vergleichs...). und ernsthaft: nachdem ich gesehen habe, was 2-3er-SchülerInnen in ihren Lernstandserhebungen schreiben bzw. WIE sie es schreiben (ich habe der Englisch-Lehrerin geholfen, die Häkchen in den Heften zu machen), war ich total entsetzt. Aber kein Problem, da darf man weder Rechtschreibung noch Grammatik bewerten...

    Hälfte von Wörtern bringen mir nichts. Genauso wie falscher Artikel.

    Genauso hat mein Deutschlehrer (ich bin Deutschfremdsprachlerin) damals gewertet. Ich stand auf einer glatten 1 meine ganze Mittelstufenzeit, ohne jemals einen einzigen Genus gelernt zu haben. Der Punktabzug war dafür so minimal, dass ich einfach "nach Gefühl" gehandelt habe. Da aber mit dem Genus ziemlich alles zusammenhängt, lasse ich es bei meinen SchülerInnen nicht durchgehen.

    und die Hälfte der französischen Wörter haben einen "falsch geschriebenen Freund", der sich aus einem Fehler ergibt. Das zeige ich immer auf. Wer im Restaurant "Poison" bestellt, weil es zu kompliziert war, sich zu merken, dass man Fisch mit zwei "s" schreibt (und deswegen auch noch jetzt falsch ausspricht, oder die Bestellung schriftlich aufgibt), wird es nunmal nicht überleben... ("poison" = Gift)

    Chili

    Seiteneinstieg mit Germanistik?
    und das auch noch an der Grundschule?
    Vergiss es...


    Solltest du dein Profil einfach nur falsch ausgefüllt haben: sollte sich aus Medienwissenschaften ein Fach am Berufskolleg / Berufsschule ableiten lassen und dieses Fach ist nicht gerade überbelegt (guck dir die Prognosen vom Ministerium an), könntest du Chancen haben.
    Mit Germanistik ist es aber nicht so als hättest du keine regulären KonkurrentInnen...

    Chili

    Bei der Prognose vom Ministerium steht Sozialwissenschaften im Mittelfeld.
    Das größere Problem ist folgendes (ich spreche für Gym und Sek I, nicht für BBS!): In der Regel sind viele Schulen in Politik unterbesetzt. Aber Schulen schreiben nicht unbedingt aus. Politik wird in der Unterstufe sehr sehr oft fachfremd vom Klassenlehrer unterrichtet. und wenn noch Bedarf ist, dann schafft das schafft es doch der Geschichtslehrer, oder?

    Ich würde Sozialwissenschaften / Politik, egal an welcher Schulform, immer mit einem Hauptfach kombinieren. Sonst ist es für die Schule nicht besonders attraktiv.

    Chili

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