Beiträge von chilipaprika

    Okay, ich hätte Doppelsteckung anders verstanden (eingetragene Unterrichtszeit für beide Menschen, also für beide Teil des Deputats.).
    Wenn ich als Mentorin / Fachkollegin den Unterricht eines Referendars / eines Kollegen "besuche", dann ist es Teil meiner ungebundenen Arbeitszeit.
    Wenn der Reffi in meinem Unterricht ist (egal, ob er Unterricht hält oder zuschaut), dann ist es mein Deputat, sein Ausbildungsunterricht.

    (Ich hatte es gedanklich nah am Teamteaching verbunden, sorry)

    Es sind aber zwei verschiedene Schritte:
    Bei sehr vielen Attesten, die dem Antrag auf Teilzeit beigelegt werden, wird es einfach genehmigt und Punkt.
    Es MUSS NICHT zum Amtsarzt und Teildienstfähigkeit kommen. Das sind zwei Paar Schuhe (die zusammen hängen bzw. aufeinander aufbauen, aber soo schnell schickt das Land nicht zum Amtsarzt (kostet), nur weil man erstmal ein Attest hat.

    Ich wurde gerade aufgefordert, mein Attest einzureichen (ich habe formlos beantragt), das würde ich dann direkt der BR schicken. Meine Kollegin hat der SL gesagt, dass sie den Antrag stellt, ich weiß, dass sie ein Gespräch hatte, weiß aber nicht, WAS sie im Gespräch erzählt hat, die Unterlagen hat sie auch direkt der BR geschickt, es lief bisher nicht über den Tisch der SL.
    Wenn man aber schon des Öfteren gefehlt hat, liegen schon Atteste der Schule vor, die einen Grund verraten können.
    Wenn es allerdings kein Krankheitsgrund bisher gewesen ist, dann nicht.

    (und ich würde definitiv weniger Nachrichten konsumieren. Ist zwar gut für den mündigen Bürger, führt aber zu schlechter Stimmung und so weiter. Kann ich aber je nach Jahr und unterrichtete Lerngruppe kaum aussetzen, weil ich wissen muss, was meine SuS selbst konsumiert haben und mir zu Beginn der Stunde sagen werden)

    - Hospitationen sind sehr kurz (zuschauen), dann ist es Unterricht unter "Aufsicht". Wenn ein Reffi zu mir in den Unterricht kommt, ist es mir egal, ob er schon Vertretungslehrer war oder nicht: ich will seine Unterrichtsplanung bekommen. Rechtzeitig und spätestens 1-2 Tage vorm Unterricht. Er bekommt von mir auch nach jeder Stunde eine Rückmeldung und da würde ich durchaus was sagen, wenn etwas mir nicht passt.
    - Mentoren schreiben in NRW Beurteilungsbeiträge, die dann in das Schulleitungsgutachten am Ende einfliessen (mit allen Rückmeldungen und eigenen Eindrücken).
    - In MEINEM Unterricht gebe ich noch die Noten, auch wenn der Referendar die Einheit unterrichtet und die Notenvorschläge macht. Hart auf hart ist es am Ende meine pädagogische Verantwortung und mein Name auf dem Zeugnis. Von einer Weisungsbefugnis habe ich nichts gesagt.

    Ein Referendar hat einfach faktisch weniger Rechte, wenn er nicht in seinem eigenen Unterricht ist, weil es eben nicht seine Klasse ist, sondern die des Fachlehrers, mit dem er alles absprechen muss.
    Es ist nichts Dramatisches und in der Regel kein Problem, es ist trotzdem ein Fakt und kann stören, wenn man letztes Jahr die 8a vollständig alleine unterrichtet und bewertet hat und dieses Jahr als Reffi in der 9a sitzt, erstmals hinten und dann vorne mit dem Fachlehrer hinten.

    Welche Rechte gegenüber Kollegen werden denn andere?

    Also in MEINEM Bundesland und auch in vielen anderen (und wir kennen noch nicht das BL) fängt das Referendariat mit einer "Hospitationsphase" an. Ebenfalls hat man angeleiteten Unterricht unter Aufsicht, Besprechungen mit dem jeweiligen Mentor, usw.
    Wenn man natürlich in einem BL ist, das Referendar*innen wir Vertretungskräfte einsetzt, dann ist es doch anders ..

    Warum löst das Muschel-Sammeln so einen Widerstand aus? Das Lesen von Zeitungen aber nicht? Kann es sein, dass manche hier wieder ziemlich despektierliche innere Meinungen über vermeintlich niedere Grundschullehrkräfte-Aufgaben haben?


    Ich spreche für mich (und ich habe ausdrücklich geschrieben, dass ich es nicht einschätzen kann).
    Muschelsammeln wäre für mich - wenn die Person nicht gerade Horterin ist - ein Teil Unterrichtsvorbereitung (weil ich WEIß, dass ich nächsten Monat Muscheln in meiner Reihe brauche), aber die 5 Minuten würde ich nicht als Arbeitszeit innerhalb meines Urlaubs eintragen.
    (Auch nicht die 5 Minuten in der Buchhandlung, die ich brauche, um die ausdrücklich angegebene Abiturlektüre zu kaufen, wenn ich eh schon da bin, um zu stöbern)

    Das mit der Zeitung ist für mich anders (als Unterrichtsvorbereitung), weil es eben KEINE direkte Unterrichtsvorbereitung und -bindung hat. Ich werde NICHT morgen eine Stunde zum Attentat in München, zur Auflösung des Parlaments oder zu den prämierten Buchpreisromane halten.
    Aber es ist für mich essenziell wichtig (mit Abstufungen), dass ich im Flow bleibe.

    Genau.
    Es müsste bei einem Modell zur Arbeitszeit eine Art Pauschale geben, die für "auf dem Laufenden halten" ist. Mir ist klar, dass einige, egal welcher Fächer, es nicht machen würden und dadurch ihre Arbeitszeit senken, aber ich finde es fatal, dass unsere eigene Weiterbildung so vernachlässigt wird. Der Übungsleiterschein / die Trainerlizenz läuft ohne stetige Aktualisierung auch ab. Auch der Erste Hilfe oder Rettungsschein.
    Ich bin froh, dass Ärzte ihre Weiter-/Fortbildungspunkte holen müssen, usw.. (auch wenn es sicher Wege gibt, "Yoga am Strand als Muskelentspannung" zu buchen, aber egal.

    Okay, der Punkt der persönlichen Abgrenzung ist natürlich individuell.

    Ich fürchte allerdings, dass man der übergeordneten Sache keinen Gefallen tut, wenn man versucht, Dinge wie Muschelsammeln oder Zeitunglesen mit in eine irgendwann hoffentlich mal vorzunehmende Arbeitszeiterfassung aufzunehmen.

    Ich möchte meine Zeitung nicht mit den Muscheln gleichstellen, auch wenn ich nicht genau weiß, was man damit macht.
    Ich bin SoWi-Lehrerin, sorry, aber Nachrichten lesen / hören / was auch immer IST meine Arbeitszeit. (selbst wenn es nur 15 Minuten Tagesschau wäre).
    Ich bin Fremdsprachenlehrerin, Diskurse und Literaturbetrieb kennen gehören auch zum Job.

    Ich will KEINESFALLS so tun, als würde ich alles als Dienst ansehen und ich die Zeit durchgehend als Arbeitszeit erfassen würde, aber ich finde es wichtig, dass wir unsere professionelle Rolle nicht als nach dem Ref fertig ansehen. Mag vielleicht für Mathe gehen (sage ich nicht!), aber Schülerorientierung und Aktualität gehen nicht ohne ständige Weiterbildung und Weiterbildung/Fortbildung ist nicht nur formelle formalisierte Bildung, sondern auch eben solche Sachen. Ich verstehe mich nicht als reine Unterrichtsvorbereiterin, die sich ausschließlich und erst für Themen interessiert, wenn sie auf den Plan kommen (und trotzdem ist mein vieles Lesen nicht Arbeitszeit, aber daraus schöpfe ich Ideen, welches Jugendbuch aktuell in Frage käme).

    Ach, ich sehe es auch nicht als Dienstzeit an (außer natürlich, dass ich als brave Beamtin immer im Dienst bin), aber ich hatte putzmunter auch so verstanden, dass sie es nicht als Dienstzeit sieht, es aber trotzdem schwer ist, eine Grenze zu ziehen, weil man bestimmte Entscheidungen job- und interessenbedingt fällt.

    Dass ich gerne auf Französisch lese, ist mein Interesse, aber trotzdem gebe ich alle französischen Bücher bei der Steuer an. (und naja, ein sehr großer Teil der anderen auf Deutsch gelesenen Literatur findet über den einen oder anderen Posten auch in die Steuererklärung Eingang).
    Das Fischmittagessen im bretonischen Restaurant natürlich nicht, die gekaufte Zeitung schon (bei Büchern setze ich auf medimops, ist wirklich günstiger auf Dauer)

    Ja, das geht natürlich gar nicht.
    Und klar ist es Urlaub.

    Aber selbst ich als Muttersprachlerin (!) merke, dass es mir gut tut, ab und zu richtiges Französisch zu sprechen, das weg vom Lehrbuch und Klassenfranzösisch ist. Und da reicht mir das französische Fernsehen und Radio nicht ganz.
    Ich unterrichte kein Englisch, mein Englisch ist ganz passabel und ich würde (leider) sagen, dass mein Englisch gar nicht so weit vom Französisch vieler Lehrkräfte entfernt ist, die mal drei Monate im Ausland waren (ich war 10 Monate im englischsprachigen Ausland, habe viel auf Englisch (teil-) gearbeitet) und ich merke, wie gut es mir in den letzten Jahren getan hat, mindestens einmal im Jahr im englischsprachigen Ausland zu sein.
    Es ist definitiv keine Arbeit (also in meinem Fall schon, weil Dienstreise, aber nicht beim Urlaub), aber dieser Urlaub sollte bei vielen (nicht unbedingt allen) Fremdsprachenlehrkräften in Betracht gezogen werden. Nicht alles kann durch das Internet abgedeckt werden. Aber ja, es geht anders, man kann auch einfach mit Mitte 40 Angst haben, eine Oberstufe zu unterrichten, weil man im Stoff (egal ob Mathe oder Sprache) völlig eingerostet ist.

    Das ins Lächerliche Ziehen offenbart nur die mangelnde Vorstellungskraft, dass andere Fächer andere Hintergründe und Bedingungen haben.

    Ja, komme gerne mit meinem verhaltensoriginellen Hund spazieren, ich stelle dir eine Bescheinigung aus.

    Bedenken meinerseits (die ich gehabt habe, als ich mich zum Ref bewarb):
    - Statuswechsel kann schwierig sein (sowohl ggü Kolleg*innen als auch Schüler*innen, aber auch sich selbst). Egal, wie man es dreht, es ist eine Bewertungssituation und es kann sich wirklich als Rückschritt anfühlen, man sollte schon stark sein und nichts persönlich nehmen, die Kompetenzen bleiben die selben, die "Rechte" erstmal nicht mehr.
    - damit verbunden: die Angst, dass Kolleg*innen plötzlich auf einmal entdecken "ach, SO hast du unterrichtet".

    Naja, einen regelmäßigen Teil / Anteil des Jahresurlaubs gezielt irgendwo verbringen "müssen", um aktiv in der Sprache zu bleiben, kann ja auch für die Familie doof sein.
    Meine Deutschlehrerin gönnte sich den Skiurlaub in Österreich. Sie machte viele Aktivitäten, die Familie konnte Ski fahren.
    Der Besuch von Bayern, Spreewald und Lüneburger Heide ist für Teenies vielleicht nicht der Traum, nur weil Mama Deutschlehrerin geworden ist, ihren Sprachbad möchte und Landeskunde aufsaugt (und glaub mir, ich habe auch schon Kolleg*innen gehabt, die genau das sagen "ach mit Familie, nee, ich war das letzte Mal vor 12 Jahren in XY".... "Ja, das höre ich" würde ich dann antworten. Man darf nicht vergessen, dass die Sprache ein ständiges Medium ist, und eben nicht scheibenweise wiederholen lässt, wie man es schnell vor dem nächsten Kapitel im Geschichts- oder Mathebuch macht, weil man da eine Lücke hat.

    und natürlich ist es selbst gewählt, ABER ich habe trotzdem Respekt davor. Genauso (noch mehr!) wie bei den doppelten Fremdsprachler*innen, die bei Aufnahme des Studiums sicher nicht nachgedacht haben, wie anstrengend es im Hirn sein kann, immer wieder zu switschen (ich will gar nicht auf die Korrektur hinaus).

    also: einen Teil der Ausgaben würde ich bei der Steuer angeben (Zeitungen, Bücher, Museumsbesuch...), je nach Ziel sogar Anreise und so (Vorbesuch der Stadt der nächsten Kursfahrt), aber das als VZ-Arbeitszeit zu sehen...

    (und trotzdem habe ich vollsten Respekt vor allen (Einfach-/Zweifach)Fremdsprachlehrer*innen (und deren Familien), die wirklich regelmäßig in das Zielland reisen müssen/sollen. Weil es durchaus auch eine Bürde sein kann.)

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