Beiträge von chilipaprika

    Siezen vs. Duzen hat für mich nicht wirklich viel mit einer Vereinfachung der Sprache zu tun, sondern zeugt u. a. von flacheren Hierarchien in Betrieben und auch davon, dass häufig in international operierenden Unternehmen auf Englisch kommuniziert wird, die halt nur das "you" kennt, und immer öfter alle mit dem Vornamen angesprochen werden (was ich im Übrigen auch super finde).

    Ich suche mal den Artikel, den ich letztens gelesen habe, aber es hat tatsächlich mit einer Vereinfachung der Sprache zu tun.
    Gut daran zu sehen, dass viele Menschen das "Ihr" als Plural von "Sie" nutzen.
    Also nicht systematisch, aber das "Ihr" wird oft in Kontexten benutzt, wo nachweislich eine Einzelperson der Gruppe gesiezt wird.
    Den Artikel hatte ich gefunden, nachdem ich genau diese Erfahrung im Krankenhaus gemacht habe: einige Mitpatient*innen haben das Pflegepersonal mit "Ihr/Euer" angesprochen, obwohl ich beobachten konnte, dass Sie einzeln nicht geduzt haben (sprachlich. verhaltensmäßig zum Teil naja).
    Einige Formen verschwinden, das ist die Vereinfachung der Sprache, bzw.: Sprachwandel (juhu!)

    Ich mag duzen bei Fremden nicht. Kinder werden gedutzt, in einer Kneipe akzeptiere ich es, bei einer langjährigen Friseurin auch. Und ich bin nicht allein, ich sehe dies im Kollegium. Praktikanten erhalten selten das Angebot, Referendare oft erst nach einiger Zeit.

    ... zwischen "das Angebot erhalten" und "trotzdem tun" gibt es leider nicht viel.
    Sowohl an der Uni (als Dozentin) als auch im Kollegium leider mehrfach erlebt.
    An der Uni habe ich konsequent zurückgesiezt, bis der Letzte es verstanden hatte, dann habe ich es auch zum Thema in der ersten Sitzung gemacht (passenderweise ging es um interkulturelles Lernen).
    An der Schule traue ich mich nie, sehe aber nicht mehr jung genug, dass jemand denken könnte "sie ist gleich alt" und frage mich, wie es dazu kommt...

    kolina98 hat noch Unterricht (gehabt), ist also nicht in NRW und NDS, es sind die zwei einzigen BL mit der komischen Konstellation der Bekanntnisgrundschulen (und Hauptschulen).
    Ich wüsste von keinem Gymnasium oder Gesamtschule (sie hat einen Sek2-Kurs).
    Da ist es wie Pepe sagt, natürlich an Schulen privater Träger anders, aber ich hätte nicht gedacht, dass es noch Flecken in Deutschland gibt, wo eine Schule sich sowas leisten (!) könnte, nur getaufte Kinder ohne Ausnahme zu nehmen.
    Wäre gut, wenn unser bischöflicher Konkurrent auf die Idee käme, dann hätten wir weniger Existenzängste.

    Und ich weiß nicht, an welchen konfessionellen Schulen muslimische Schüler zugelassen sein sollen. Bei uns ist es jedenfalls nicht der Fall und ich habe das ehrlich gesagt auch noch nie gehört. Alle Kinder müssen getauft sein, um sich einschreiben zu können (ob man gläubig ist, ist natürlich eine andere Frage). Finde ich das gut? Nein, sicher nicht. Aber es ist eben so.

    Das noch enger zu gestalten, indem man wirklich nur Angehörige einer einzigen Glaubensgemeinschaft akzeptiert liest sich für mich als Widerspruch zur christlichen Lehre einerseits

    Das.
    und:
    Achtung Zynismus: Manchmal nimmt man (Schule) , was man kann. Die Anzahl an katholischen Schüler*innen ist nunmal auf dem absteigenden Ast und eine Schule braucht Schüler*innen, wenn sie nicht schließen will.
    Taufe zu verlangen, sich aber nicht dafür interessieren, ob jemand glaubt, ist scheinheilig.
    SuS anderer (oder ohne) Konfessionen/Religionen aufzunehmen, aber von ihnen erwarten, dass sie die christlichen Werte akzeptieren, im großen Ganzen leben und am jeweiligen Unterricht teilnehmen, ist da viel ehrlicher.

    Denn: Ohne, dass ich ein großes religionswissenschaftliches Studium hinter mir hätte, bin ich ziemlich sicher, dass die großen monotheistischen Religionen sehr nah aneinander sind.
    Und wer als Lehrer glaubt, dass Eltern eine konfessionelle Schule wegen des konfessionellen Hintergrunds wählen, nunja... der ist sicher ein bisschen naiv unterwegs.

    Also: mein Mann ist nicht der Meinung, dass Ärzte das so machen bzw. machen sollen, sondern dass mein Entsetzen (mittlerweile weg, ich finde es schräg, aber gut) kulturell bedingt sei (ich schaffe es immer noch nicht durchgängig, meine Schwiegereltern zu duzen, bin in dieser "ich sage gar keine Pronomen-Phase" drin. Dabei bin ich allerdings ziemlich gut und das ziehe ich in vielen Lebensbereichen durch. Auch bei diesem Arzt. Den ich nicht duzen kann, aber natürlich auch nicht mehr sieze.

    ich kenne mehrere katholische Schulen, habe sogar an einer "gearbeitet" und es gab schon damals (2001!!) Muslimas an der Schule. Und sie haben am katholischen Reliunterricht teilgenommen, haben trotzdem ein Kopftuch getragen und sind ziemlich sicher nicht barfuss oder schulterfrei rumgelaufen.
    Aber irgendwie war mir das Argument "Muslime" nur der Versuch, mehr Verständnis zu gewinnen, denn offensichtlich ist das Argument "mein Körper meine Entscheidung" nicht ausreichend genug.

    chili: Das mit den Ohrproblemen kenne ich auch. Nach mehreren Ärzten konnte mir schließlich eine HNO Ärztin helfen, die auch Allergologin ist. Sie sah, dass ich eine Art Neurodermitis im linken Ohr habe, die übrigens auch mein Hörvermögen beeinträchtigt und ich muss lediglich regelmäßig eine Creme (Leti AT 4) mit Hilfe eines Ohrenstäbchens ins Ohr bringen und meine Beschwerden (nicht gut hören, Schmerzen, jucken, eingezogenes Trommelfell...) sind weg. Die anderen Ärzte haben erst einmal das volle Programm mit Hörtests, usw. ausgeschöpft (ich lernte dabei, dass die Rechnungen für die gleichen Untersuchen zwischen 150 und 450 € liegen können) und konnten nichts finden (das mir geholfen hätte).

    Sieht man das nicht mit dem kleinen Sicht-Gerät, das der HNO in mein Ohr gesteckt hat?
    Ich behalte das im Hinterkopf, ich habe nicht die Kraft, immer unterschiedlichen Ärzten nacheinander zu besuchen (der Hörtest ist ja total unauffällig. Ich höre gut, meine Verarbeitung scheint leicht gestört. Behindert mich nicht zu sehr im Alltag, aber mein Vater hat sich jahr(zehnte)lang geweigert, zum Hörtest zu gehen, trägt jetzt endlich Hörgeräte ("Oh, es gibt Vögel im Garten") und das tue ich meinem Umfeld nicht an.
    Meine Ärztin hatte aber einen anderen möglichen, mehr als plausiblen Grund, dem gehe ich jetzt nach.

    Mir ging es einzig und allein darum, dass es ja auch sein kann, dass man am Ende vielleicht keine Lösung findet, mit der alle zufrieden sind und es evtl. ja auch Kompromisse geben könnte.

    Komische Einstellung.
    Immerhin hat dein Kurs (ich weiß langsam nicht, ob ich es allerdings glaube) ein ganzes Stück alleine geschrieben.
    Und offensichtlich nicht immer wieder einen Teil der Gruppe unterdrückt.

    Und es gibt Sachen, da gibt es keine Kompromisse und keine Abstimmungen darüber.
    (Aber eyh, kirchliche Arbeitgeber tun eh, was sie wollen, vielleicht ist es auch mit den SuS so.)

    Ich glaube, es war von Raabits und ich habe den Namen "Mercato-Spiel" im Kopf.
    Ich habe noch einen großen Umschlag mit vielen Umschlägen drin und viele kleine Bildchen (Reise, Hygiene, Fernsehen,...), ich weiß, dass es eine Tabelle gab, wieviele einzelne Bildchen von welcher Sorte bei der Anzahl X SuS gab.
    Und mehrere Verhandlungsrunden.
    Wer schnell gecheckt hatte, was die raren Güter war, kam gut durch.

    Ich habe leider weder die Anleitung noch die Zahlen mehr.
    Sorry.
    Aber jedes einzelne solche Spiel würde gut sein.

    Ich habe dieses Jahr eine 9. und dann nach den Herbstferien eine 7., bin also auch wieder am Planen. Ich glaube, das erste Mal seit 10 Jahren wieder in der Mittelstufe. Und ausnahmsweise freue ich mich sogar.

    ja, betrifft sicher jeden, aber irgendwie hat mein Mann nicht so lustige Anekdoten von Arztbesuchen (und zum Teil haben wir die selben Ärzte.)
    Mein Lieblingssatz (passt auch zur obigen Anekdote) ist von meinem Hausarzt, fiel schon sehr oft. Er kennt wie gesagt meinen Mann.

    Untersuchung für einen grippalen Infekt / whatever...
    "Du bist aber dünn... Gefällt es denn deinem Mann?"
    (er kennt mich nur so, es hat also keinen anderen Hintergrund haben)

    Mein Mann hat einen gesunden Bauch, er wurde nie gefragt, ob es mir gefällt. (Was sehr schade ist, ich würde ihm zuflüstern, dass er ein paar Kilo abnehmen darf. aber nicht muss.)

    Oh ja, Nebenwirkungen von Medikamenten, die eigentlich nicht möglich sind, hatte ich auch.
    Es ist rein Zufall, dass sie mit der Medikamenteneinnahmen begannen und aufhörten, als ich sie eigenständig absetzte.
    (aber zugegeben: die Nebenwirkungen stehen auf dem Beipackzettel. Aber der Arzt meinte, die gebe es nicht :D )

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