Beiträge von Sarek

    Ich denke, eine Überlastungsanzeige ist hier nicht der richtige Weg.

    Ich mache mir gerade Gedanken, ob du in einen Burn Out hineinschlitterst, und würde ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Erste Anlaufstelle der Hausarzt, dem ich das alles schildern würde, damit der dir erst einmal die nötige Auszeit verschafft bzw. dir fachkundige Hilfe weitervermitteln kann.

    Sarek

    "Universalindikator"

    Oder warum sagen manche Blaukraut und andere Rotkohl? Und gelb kann er auch werden.

    Damit habe ich letzte Woche auch Säuren und Laugen eingeführt.

    Für meine Chemie-Lehrprobe über Puffersysteme hatte ich damals mit meiner Küchenmaschine und dem Filter meiner Kaffeemaschine Unmengen an Blaukrautsaft zubereitet.

    Vor rund 20 Jahren war der 1. April in die Ferien gefallen und meine damalige recht pfiffige 5. Klasse "nötigte" mir daher einen Vertrag auf, dass sie mir in der Woche nach der Ferien Streiche/Aprilscherze spielen dürften. Ich wartete und wartete und fragte am letzten Tag der Woche, wann denn der Scherz der Klasse kommen würde.

    "Haben Sie nicht gesehen, dass Maria am Mittwoch ihre Hand verbunden hatte? Dabei war sie gar nicht verletzt."

    "Anna ist heute auf einem Pupskissen gesessen. Haben Sie das nicht gehört?" Nö, hatte ich tatsächlich nicht. :hammer:

    Den Fall hatte ich tatsächlich einmal bei einer Stegreifaufgabe. Mittendrin wurde einem Schüler schlecht, er wurde leichenblass und schaffte es nicht mehr bis zur Toilette, aber wenigstens noch bis zum Waschbecken. Es war so offensichtlich, dass ich seine Arbeit natürlich nicht wertete. In den 25 Jahren meiner Karriere war dies bisher der einzige Fall, dass ein Schüler wegen Krankheit einen Leistungsnachweis abbrechen musste.

    Als Schüler erlebte ich mit, wie eine Mitschülerin in der Oberstufe während der Schulaufgabe krampfend zusammenbrach und sogar der Rettungsdienst gekommen ist. Die Schulaufgabe war fast zu Ende und wer weiterschreiben wollte, durfte dies. Die anderen bekam eine Woche später einen Nachtermin.

    Sarek

    Apropos Schulnetz ... Ich habe grade einen interessante Bug gefunden:

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    Also abgesehen davon, dass unsere Kursbezeichnungen wirklich fürchterlich mühsam sind (kaum eine neue Lehrperson schafft es im ersten halben Jahr überhaupt die Stundenpläne richtig zu lesen ...) ist da ein Kurs dabei, den ich ganz sicher noch nie gegeben habe. Wer findet den Fehler? Ausserdem frage ich mich sowieso, was diese Auflistung soll, das ist jedenfalls nicht das, was ich nächstes Schuljahr unterrichten werde und wenn's das sein soll, was ich alles schon mal hatte, fehlt PrIG. Also Schulnetz macht manchmal auch sonderbare Dinge. ^^

    Die Gehörbildung?

    Zum Fach Chemie: Das wird gerne von den Schülern und Schülerinnen unterschätzt. Das erlebe ich jedes Jahr, wenn ich eine Anfängerklasse habe. Tatsächlich ist es ähnlich wie bei einer Sprache, weil in Chemie sehr viel aufeinander aufbaut. Die Schüler und Schülerinnen realisieren das häufig aber nicht oder zu spät, weil es - zumindest im nicht-naturwissenschaftlichen Zweig - häufig kein Kernfach ist und sie häufig denken, es ist ählich wie in Biologie, wo man tatsächlich ganz gut mitkommt, wenn man den Stoff der letzten zwei Stunden parat hat. In Chemie gelingt das aber nicht, das Vorwissen, z.B. Atombau, ist für spätere Inhalte essenziell. Gleichzeitig wird vieles auf der abstrakten Teilchenebene erklärt und da tun sich viele schwer. Daher ist Chemie für viele ein anstrengendes und eher unbeliebtes Fach. Ich habe gelernt, damit zu leben und habe diese Woche erst eine Arbeit mit einem Notenschnitt von 4,0 herausgegeben.

    Insofern ist die Note 3 in Chemie ganz und gar nicht ungewöhnlich. Befriedigend, okay. Das bedeutet "3" und ich sehe hier vor allem enttäuschte Schüler und Eltern, die nun ihre Enttäuschung bei dir ablassen. Hilfreich ist bei solchen Gesprächen aktives Zuhören: "Verstehe ich richtig, dass Sie...?", "Meinen Sie also, dass...?", wo man Eltern in ihrer Empörung auch gerne Wind aus den Segeln nehmen kann. Ähnliche Tipps kamen hier schon von den Schreibern vor mir.

    Ich hatte vor vielen Jahren auch mal ein Gespräch mit einem Schüler, der mir vorwarf, er wäre im Vorjahr besser gewesen und nur bei mir so schlecht. Ich schaute im Schülerakt nach und stelle fest, dass der Schüler im Vorjahr nur minimal besser gewesen ist. Der Schüler war tatsächlich beleidigt, dass ich nachgeschaut hatte, aber ich basiere meine Gespräche lieber auf Fakten statt auf Vermutungen und danach war mit diesen Vorwürfen Ruhe. So wie es ähnlich bei dir war mit der Aussage, die Schülerin wäre "naturwissenschaftlich begabt". Und auch in diesem Fall muss man lernen. Genauso wie jemand, der sprachlich begabt ist, dennoch die Vokabeln lernen muss.

    Ich bin mir bewusst, dass ich ein bei Schülern eher unbeliebtes Fach unterrichte, zeige aber gerne meine Begeisterung für mein Fach (für beide Fächer) im Unterricht und bekomme dann auch entsprechende Rückmeldungen. Eine gute Lehrkraft zu sein, heißt nicht automatisch, bei den Kindern beliebt zu sein. Vieles bei unserer pädagogischen Arbeit ist anstrengend, für beide Seiten. Da gehört auch dazu, sich bei den Schülern unter Umständen unbeliebt zu machen. Ich freue mich, wenn die Schüler und ich ein gutes Verhältnis miteinander haben und wir auch unsere Späße im Unterricht machen können, aber bisweilen muss ich auch unbequem sein und damit gehr einher, dass manche mich dann nicht lieben. Und unabhängig davon - ich mag auch nicht alle Menschen gleich gerne und bei meinen 200 Schülern pro Jahr sind immer welche dabei, die mich und meine Art nicht mögen werden. Mir geht es ja umgekehrt nicht anders, aber von mir als Lehrkraft kann man erwarten, dass ich damit professionell umgehe. Von den Schülern kann man das im Gegenstück nicht erwarten.

    Sarek

    Also, dann löse ich auf.
    Ich bin Mitte 50, unter 1,70 m groß und musste bei muskulös und sportlich grinsen, denn das bin ich überhaupt nicht. Vom Körperbau das, was ich als normal bezeichnen würde. Tattos trage ich auch nicht. Brille vor Jahrzehnten, dann Kontaktlinsen und mittlerweile implantierte Linsen.

    Der Bart wird allmählich grau, die kurzen blonden Haare noch nicht. Das könnte ich von meinem Vater geerbt haben, der auf dem Kopf auch noch nicht grau wird. Kleidungsmäßig - bequem. Blue Jeans mag ich nicht und habe tatsächlich auch keine. Ich finde die zu steif und zu unbequem bzw. bin seit Jahrzehnten nicht mehr auf den Gedanken gekommen, eine zu kaufen. Stoffhosen und auch mal Hemden, in der Regel aber Sweatshirts und T-Shirts (im Sommer) mit bisweilen nerdigen Aufdrucken, gerne auf Katzen oder meine naturwissenschaftlichen Fächer bezogen. Da ich Klamotten ungern kaufe und auch keinen Modetrends folge, habe ich viele Sachen, die 10 Jahre und älter sind. Einige habe ich noch mit DM bezahlt, aber die sind noch gut. (Ich sehe gerade die Gesichtsausdrücke einiger Kolleginnen vor mir. "Noch gut." :autsch: )

    Meistens fallen mir Löcher oder schadhafte Stellen erst beim Bügeln auf und wenn ich das Teil schon halb gebügelt habe, ziehe ich es noch einmal an. (Diese Woche war wegen Fasching an einem Tag das Motto "Die 2000er Jahre" und da habe ich halt einfach ein Teil aus meinem Schrank gezogen, nachdem ich ChatGPT gefragt hatte, wie denn die Mode der 2000er war.) Wenn ich daran denke, streife ich die Katzenhaare vorher ab. Manche Kolleginnen schimpfen mich, wenn ich im Sommer Sandalen mit Socken trage, aber das habe ich schon seit meiner Kindheit gemacht. Sommer ist Sandalenzeit und lange Hosen ohne Socken kann ich mir nicht vorstellen. Und in diesen Momenten denke ich mir, ich bin Beamter auf Lebenszeit und es kann mir sowas von egal sein. ;)

    In der Regel bin ich in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs, und auch da haben praktische Bezüge Vorrang vor Stil/Mode. Daher in die Schule in der Regel mit dem Rucksack, zum Einkaufen häufig mit dem Jutebeutel oder was sonst in den Fahrradkorb passt.

    Sarek

    Sollte nicht jedes Geräusch im Körper der Mutter für den Fötus lauter sein als der Schall, der durch die Bauchdecke, die Uteruswand und das Fruchtwasser zum Fötus durchdringt? Ich überlege gerade, ob das Fruchtwasser auch gluckst.

    Wollen wir hier mal weitermachen? Bin aber nicht mehr auf dem Laufenden, wer schon dran war. Neulich gab es doch in einem anderen thread einen Kommentar, auf den jemand antwortete "sowas gibt es schon." Hier ist das Gemeinte....

    War Sarek schon dran? Nachdem er schrieb, er hat Haare und keine Frisur....

    Also sarek ist so Ende 40, Anfang 50, öhm.... und jetzt weiß ich nicht weiter.... ^^

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich war noch nicht dran.

    Ich gehe auch zum lokalen Weißwarenhändler und wir haben gerade Waschmaschine und Spülmaschine nach 16 Jahren ausgetauscht. Die waren beide viel im Einsatz und ich muss mich an die neuen umweltfreundlichen Geräte gewöhnen, die aber viel länger brauchen.... Was daran umweltfreundlicher sein soll, erschließt sich mir nicht ganz. Vmtl. ist der Wasserverbrauch niedriger, aber braucht man nicht mehr Strom?

    Der Löwenanteil am Stromverbrauch ist das Aufheizen des Wassers. Je weniger Wasser aufgezeit werden muss, um so besser. Das Warmhalten des Wassers kostet dann nicht mehr so viel Strom und die Bewegungen der Trommel sowieso nichtl.

    Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht. Ich hab festgestellt, dass die neueren Energiesparenden Maschinen schlechter sind als die alten Schätzchen. So ging es mir bei der Wasch-und Spülmaschine.

    Ich drücke die Daumen, dass du zufrieden bist .

    Die Wäsche kam sauber heraus und deutlich trockener als bei der alten Maschine. Wie lange die neue halten wird, das zeigt sich im Lauf der Zeit.

    Nach über 25 Jahren ist letztes Wochenende die Waschmaschine kaputt gegangen. Ich hatte sie gekauft, als ich für das Referendariat meine erste eigene Wohnung bezogen hatte.

    Heute wurde die neue Waschmaschine geliefert und morgen werde ich zum ersten Mal mit ihr eine Ladung Wäsche waschen. *Freu* Aber auch etwas Nostalgie, denn zum ersten Mal benutze ich eine Waschmaschine, die nicht mehr den Programmablauf durch einen Drehschalter anzeigt, wie ich es seit meiner frühesten Kindheit kannte.

    Ich bin nun seit rund 15 Jahren hier im Forum, mittlerweile also auch älteres Semester. Tatsächlich bin ich mit meiner jetzigen Situation auch sehr zufrieden und fühle mich wohl und so war es auch vor 10 Jahren mit dem damaligen Alter geworden. Ich merke, dass ich mittlerweile gelassener werde, weil ich schon so vieles erlebt habe.

    Wie lange ich nun schon im Dienst bin, merkte ich dieses Schuljahr, als eine Referendarin an unsere Schule kam, die in ihrer Schulzeit eine Lehrerin hatte, die früher mal meine Schülerin gewesen ist und späteren auch Referendarin bei uns. So gesehen also bereits die dritte Generation an Lehrkräften.

    Sarek

    Okay das ist wirklich krass... sind ja im Schlimmstfall 500 Aufsätze pro Jahr... Mit Probeaufsätzen locker 15-20 Stunden Korrekur pro Woche, wenns gleichmäßig verteilt ist. Wird sicher der Grund gewesen sein, warum sie nur ein halbes Jahr da war :sterne:

    Nein, sie war als mobile Reserve ein halbes Jahr unserer Schule zugeteilt und hat dann die feste Stelle an einem anderen Gymnasium angetreten.

    Darf man als Deutschlehrer in Bayern nicht mehr als 3 Klassen unterrichten? Komme aus BW und kenne mich damit leider kaum aus :D

    Dürfen schon, aber wenn möglich, achtet die Schulleitung darauf, dass man maximal zwei Deutschklassen bekommt, eben wegen dem Korrekturaufwand.

    vor Jahren hatten wir aber auch schon mal eine Kollegin für ein Halbjahr, die nur als „die Lehrerin mit den fünf Deutschklassen“ bekannt war, da für ihr anderes Fach kein Bedarf vorhanden war.

    Bisher war es in Bayern schon immer so, dass jeder Bewerber einen Platz als Referendar erhalten hat. Derzeit sind die Studienseminare eher klein. Unser Gesamtseminar ist in den letzten Jahren stets unter 10 Referendarinnen und Referendaren gewesen. Vor 10 Jahren sah es noch anders aus, da hatten wir bis zu 28 im Seminar.

    Generell ist derzeit die Stellensituation in Bayern gut und wird es auch noch in den nächsten Jahren sein. Die Zahl der Bewerber ist deutlich zurückgegangen und es herrscht praktisch Volleinstellung. Kommendes Jahr gibt es erst einmal wieder die 13. Jahrgangsstufe und für diese werden natürlich auch Lehrkräfte benötigt.

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