Ich habe es halt schon mehrfach erlebt, daß bestimmte Kollegen immer wieder Krankmeldungen einreichen und sich so vor ungeliebten Aufgaben drücken. Den letzten Zwist hatte ich deswegen gerade erst vor 2 Wochen mit unserem SV-Lehrer. Er hatte bestimmte Schüler zu Gesprächen eingeladen, war dann aber selber nicht zu den Terminen zugegen. Jedenfalls standen morgens die Schüler/Azubis samt Eltern/Ausbildungsbetrieben vorm Lehrerzimmer und der werte Kollege, der das alles angeleiert hatte, war natürlich krank. Er hielt es auch nicht für nötig uns über die Termine zu informieren, so daß wir uns irgendwie darauf hätten vorbereiten können. Ihn darauf angesprochen, warum es denn nicht wenigstens ein Telefonat oder eine eMail gab mit der Information, kam als Antwort nur, daß jemand, der "krank" ist, ab der Sekunde sofort den Hammer fallen lassen kann, egal wie drastisch die Folgen für das System Schule sind.
[...]
Es gibt halt im System immer wieder Kollegen, die "defekt spielen" (siehe Spieltheorie) und leider auch viel zu oft damit durchkommen. So haben wir z.B. einige Kollegen, die nicht mehr als Klassenlehrer eingesetzt werden, weil sie sich dann höchstwahrscheinlich doch wieder ihren Verwaltungspflichten entziehen.
Und in dem hier präsentierten Fall denke ich von der beschriebenen Kollegin genau das Gleiche. So lange sie die Kraft hat Kontaktversuche abzublocken kann sie nicht wirklich schwer erkrankt sein und das ihre Krankheit schulbedingt ist, vermutet auch nur sie selber. Ärztlich bestätigt ist da rein gar nichts.
Schwarze Schafe gibt es überall. Dennoch wünsche ich mir von einer Lehrkraft, dass sie nicht vorurteilsbehaftet ist.
Wir solten Vorbilder für unsere SuS sein. Von einem funktionierenden Kollegium erwarte ich
(1) Dass dieses bei einer Krankschreibung keine Mutmaßungen anstellt (welche Art der Erkrankung ist und wie glaubwürdig diese ist)
(2) Nicht ablästert
(3) Dass einzelne KuK, wenn sie Zweifel haben, ihre Klappe halten
(4) Die Schulleitung oder andere KuK wenn sie dieses mitbekommen eindeutig Stellung beziehen und den Mobbern/ Läster-Mäulern eine Ansage machen (erst im "Guten" bis zu dienstrechtlichen Konsequenzen im Extremfall)
(5) Niemand (generell) das ärztliche Attest anzweifelt
Als Lehrkraft kann ich nicht von SuS einen respektvollen Umgang miteinander verlangen, aber selbst anders handeln.