Diese Bedenken habe ich auch und gerade für kleinere Kinder finde ich es unvorstellbar, wenn sie auch nur 3 oder 4 Stunden auf den Bildschirm starren.
Ich glaube wirklich nicht, dass das in den Grundschulen so passiert. Bei uns haben die Kollegen die digtialen Kanäle vor allem genutzt, um Aufgaben zu stellen, die dann analog bearbeitet wurden (vorzugsweise in den eh vorhandenen Materialien, damit nicht unnötig viel ausgedruckt werden musste), die etwas technickaffineren haben auch mal Erklärvideos verlinkt (gefundene und selbst erstellte) oder Arbeitsergebnisse der Kinder hochgeladen und präsentiert (ich habe z.B. mal eine virtuelle Kunstgalerie gebastelt, damit die Kinder gucken konnten, was die anderen gemalt haben, das gab sehr viel positive Resonanz!). Einzelne Kollegen haben mal eine Videokonferenz gemacht einfach um sich zu sehen und mal Hallo zu sagen (nicht für Unterricht). Der eine oder andere hat Antolin oder Anton in seinen Wochenplan integriert (bei mir aber z.B. auch nur als freiwillige Zusatzaufgabe), aber das war's dann auch schon. Die Kinder mussten also maximal mal ein Video gucken, ein Antolin-Quiz lösen oder konnten sich auf meinem Klassen-Padlet mal eine vorgelesene Geschichte als Sprachnachricht anhören oder sich im Tagebuch unseres Klassentieres Fotos angucken und lesen, was es bei mir zu Hause so erlebt... die meisten Tage haben sie aber gar nicht am Rechner gesessen (wofür die Eltern echt dankbar waren, weil die ihre Geräte oft selber brauchten).
Im Ernst: man kann Grundschullehrern durchaus zutrauen, dass sie im Blick haben, dass Kinder nicht ohne Not "stundenlang" vor dem Bildschirmen sitzen sollten. Die wissen selber nur zu gut, wie wichtig es für die Kleinen ist möglichst viel "per Hand" zu machen.
(ich hatte übrigends noch nie eine Klasse, in der alle so gut Schreibschrift schreiben konnten! Das haben die nämlich in der Schließzeit deultich ausgiebiger geübt, als es sonst in der Schule passiert!)
Niemand sagt also, dass Digitalisierung die Lösung für alles ist. Aber gerade in der jetzigen Situation zeigt sich, dass sie eben auch sehr sinnvoll eingesetzt werden kann! Und ich bin ausgesprochen dankbar dafür, dass wir diese Möglichkeiten haben.