Beiträge von Ilse2

    Es hat mir jetzt doch keine Ruhe gelassen.

    Wenn Eltern meiner Schule jemals überhaupt Kuchen mtbringen, ist das immer eine tiefgefrorene Torte von coppenr.... Das gilt für 90% der Eltern. Die anderen 10% backen tatsächlich mal was selbst. Die könnte man ansprechen.

    Und zu den Schülern: Sie verkaufen mit, räumen auch mit auf.

    Zum Kuchen backen sind sie aber intellektuell nicht in der Lage. Dies so an meiner Brennpunktschule.

    Das ist an "meiner" Brennpunktschule tatsächlich anders. Die Eltern bekommen nicht viel hin, aber Kuchen backen und andere internationale Köstlichkeiten herstellen, das funktioniert immer. Oft in solchen riesigen Mengen, dass wir gar nicht wissen, wohin damit.

    Ich habe keine Angst, nur ist mir meine Freizeit ebenso wichtig, weshalb ich keine zusätzlichen 30h mit Unterrichts vor- und Nachbereitung verbringen möchte.

    Du solltest wirklich über was anderes als Lehramt Sonderpädagogik nachdenken. Wenn es nicht Unterrichtsvorbereitung fürs Teamteaching, Kleingruppen- oder Einzelförderung ist, was außerhalb des Unterrichtens gemacht werden muss, dann sehr viel Administratives, Förderpläne, Gutachten, Zeugnisse, Berichte für Ärzte, Psychologen, Jugendamt usw. Mit deiner Einstellung und Vorstellung vom Job des Sonderpädagogen liegst du ziemlich neben der Spur.

    Übrigens hatte ich an der Förderschule deutlich weniger Papierkram als jetzt im inklusiven Setting.

    Es gäbe auch die Notwendigkeit, in die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zu investieren, um die Zukunft zu sichern.

    Zehra, es gibt unterschiedliche Fachrichtungen in der Sonderpädagogik, die man studieren kann. Für dich wären sicher die Förderschwerpunkte Lernen und Emotionale und Soziale Entwicklung (so heißen sie in NRW, kann in Hessen etwas abweichen) interessant. Man studiert 2 Fachrichtungen plus Unterrichtsfächer und macht ein Referendariat. Der Einsatz als Lehrer für Sonderpädagogik ist dann in der Regel entweder an einer Förderschule/ einem Förderzentrum oder in der Inklusion an einer allgemeinen Schule. In der Inklusion ist man häufig für fast alle Förderschwerpunkte zuständig und man ist manchmal ein bisschen eine Mischung aus Lehrer und Sozialpädagogik.

    Sonderpädagogen sind aber Lehrer .

    Hast du schon über Sonderpädagogik nachgedacht? Gerade, wenn du gerne an einer Hauptschule unterrichten würdest und Kinder/ Jugendliche aus/in schwierigen Verhältnissen begleiten möchtest hättest du als Sonderpädagogin die Möglichkeit vielleicht noch näher an den Schülern zu sein. Korrekturen sind da sicher nicht die Hauptarbeit, dafür dann Förderpläne, Gutachten etc. Deine studierten Unterrichtsfach spielen bei Sonderpädagogik quasi keine Rolle, obwohl ansich Hauptfächer für die tägliche Arbeit vermutlich sinnvoll wären, weil man gerade in der Inklusion kaum Zeit für anderes hätte.

    Ich würde die Eltern regelmäßig, d.h. wöchentlich zum Gespräch bitten. Wenn sie nicht erscheinen, Kontakt zum Jugendamt aufnehmen. Sie haben die Pflicht zur Mitwirkung. Wenn das Kind in der Klasse so eskaliert, dass Selbst- und Fremdgefährdung besteht, sofort abholen lassen. Sind die Eltern auch da nicht erreichbar, kann man bei völligem Ausrasten auch den Krankenwagen rufen, ansonsten wieder Meldung an das Jugendamt. Das würde ich den Eltern auch genau so mitteilen. Letztlich müssen die Eltern in die Gänge kommen, vermutlich wäre eine (Teil-) stationäre Unterbringung richtig. Darum muss der Druck auf die Eltern erhöht werden, damit sie den Handlungsbedarf sehen. Bei allem ist es wichtig, die Schulleitung und gegebenenfalls das Schulamt zu informieren und hinter sich zu haben.

    Zum Spielen statt arbeiten - vermutlich kann das Kind nicht anders. Ich würde versuchen, dem Kind zunächst anzubieten über einen kurzen Zeitraum (wenige Minuten, sichtbar evtl. mit einem Timer) eine Aufgabe (anfangs auch gerne eine, die ihm Spaßmacht) bearbeiten zu lassen und es danach spielen zu lassen. Den Zeitraum dann in kleinen Schritten größer werden lassen. Erfolgserlebnisse sind wichtig um das Verhalten zu steuern.

    Und nur eine kurze Anmerkung: Schulbegleiter sind NICHT dafür verantwortlich, dass die Schüler etwas lernen. Das sind immer die Lehrer.

    Ich habe ein Pferd, dass einen großen Teil meiner Freizeit (und meines Geldes :pfeifen: ) einnimmt. Außerdem koche ich sehr gerne und ich denke auch gut, gerne auch mal aufwändiger für Gäste. Lesen tue ich auch, finde aber immer weniger Zeit dafür, weshalb ich zum Teil auf Hörbücher umgestiegen bin. Das ist perfekt für mich :aufgepasst: .

    Hallo zusammen,

    Ich bin fest angestellt in NRW seit 2009. Jetzt musste ich operiert werden und werde voraussichtlich länger als 6 Wochen krank geschrieben sein. Die Situation hatte ich noch nie und bin entsprechend planlos. Was muss ich tun? Klar, der Krankenkasse Bescheid geben und die AU einreichen. Und sonst?

    Außerdem könnte ich noch Tipps gebrauchen für die Zeit, wenn ich wieder arbeiten kann. Ich werde ca 1 Jahr lang nicht mehr als 3-5 kg tragen dürfen. Ich hab meinen üblichen Arbeitsrucksack mal gewogen, 15 kg... Ideen, wie man da reduzieren kann? Gefühlt brauche ich eigentlich alles, was da drin ist, einen eigenen Raum habe ich nicht.

    Vielen Dank und viele Grüße!

    Zumindest bei uns sind für den Förderbedarf Geistige Entwicklung vor allem die lebenspraktischen Fähigkeiten das entscheidende Kriterium. Lesen, schreiben, rechnen sind da eher untergeordnet. Den Förderschwerpunkt Lernen gibt es meines Wissens nach auch nur in Deutschland, nirgends sonst.

    Ich bin Sonderpädagogin an einer Grundschule in NRW mit ca 270 Schüler: innen mit Sozialindex 8. Wir haben insgesamt offiziell 42 Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, viele, bei denen noch ein AOSF ansteht. Ich bin die einzige Sonderpädagogin an der Schule. Die Kinder sowohl mit als auch ohne Förderbedarf werden bei uns nicht gut gefördert und das liegt nicht an der Haltung des Kollegiums. Das kriecht auf dem Zahnfleisch. Dazu kommt eine inkompetente Schulleitung, die unpassende Prioritäten setzt und die Kolegen mit unnötigem Kram belastet. Außerdem arbeiten bei uns nur 1/3 tatsächlich ausgebildete Grundschullehrer, der Rest sind Verena-Kräfte und Seiteneinsteiger. So soll gute Inklusion funktionieren? Und ehrlich, ich bin mal mit voller Überzeugung ins Grundschulkapitel gegangen. Würde ich heute nie wieder tun und hoffe, ich schaffe es noch, den Weg zurück in die Förderschule zu gehen. An eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Inklusion glaube ich leider nicht mehr.

    Wir rechnen einen sehr kleinen Teil an Schwerpunktstunden mit. Das sind Stunden, wo bei Bedarf äußere Differenzierung stattfinden kann. So ca. 5-10%. Die Mehrheit der Stunden legen sich die Sonderpädagogen im Nachgang. Da die Sonderpädagogen ausschließlich für Sonderpädagogische Förderung eingesetzt werden und das Team groß genug ist, gibt es da auch keine Abdeckungskonflikte.

    Die Sonderpädagogen verteilen auch die GL-Stunden von Regellehrern im Nachgang. Diese können dann natürlich nur in deren Stundenplanlücken liegen.

    Was sind denn GL-Stunden bei Regellehrern bei euch?

    Wieso ist ein bestimmtes Arbeitsverhalten an der Gesamtschule besser aufgehoben, führt das nicht genau zu dem Problem, dass sozial schwache aber kognitiv fitte SuS überproportional häufig in der Gesamtschule beschult werden? Und am Gym wiederum entsprechend verhältnismäßig oft die Leisen, Ordentlichen, die aber nur mit Nachhilfe durch die Schulzeit kommen?

    Ja, das sehe ich schon auch so. Trotzdem ist die Chance für Kinder, die gerade in diesen Bereichen Schwierigkeiten haben an der Geamtschule erfolgreicher zz sein als am Gymnasium höher. Ich sag nicht, dass ich das gut finde, sehe aber die Realität zumindest in meiner Stadt. Da sortieren die Gymnasien und auch die Realschulen gnadenlos aus.

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