Beiträge von Plattenspieler

    Ich denke, dass beim Einmaleins beides wichtig ist: das Verstehen der Rechenoperation und Herleiten wie das Automatisieren.

    Denn wie viele schon schrieben, entlastet das Automatisieren das Arbeitsgedächtnis und ermöglicht somit für die meisten SuS erst komplexeres mathematisches Problemlösen.

    Einzelne SuS können ggf. das Automatisieren durch gute mathematische Fähigkeiten kompensieren, wie das bei dir, Schmidt , der Fall zu sein scheint, aber auch du hast ja zumindest die nötigen Additionsaufgaben automatisiert.

    Die SuS, die in der Primarstufe große Probleme damit haben, wissen typischerweise bei 4 * 3 vllt. noch, dass 3 + 3 = 6, benötigen dann für 6 + 3 und 9 + 3 aber auch die Finger oder alternative Zähltechniken. Oder bei 3 * 4 wissen sie 4 + 4 = 8, aber 8 + 4 wird dann ebenfalls schwierig. Dass die beiden Aufgaben etwas miteinander zu tun haben, fällt ihnen auch nicht immer auf.

    Andererseits reicht reines Auswendiglernen eben auch nicht aus. Es gibt immer wieder SuS, die sonst in Mathematik Schwierigkeiten haben, aber dann erstaunlich gut das ganze kleine Einmaleins automatisiert haben. Wenn man dann z. B. nach 11 * 4 fragt oder nach 3 * 20, haben sie mitunter keine Ahnung, denn das haben sie ja nicht gelernt.

    Ich habe nicht Mathe studiert, aber ich denke, es geht darum, die Zahlvorstellung und das Zehnersystem zu festigen und zu üben.

    Gerade das lerne ich ja aber über die Diskussion über verschiedene Verfahren, über das Ausprobieren und den Austausch darüber, warum das eine funktioniert, das andere nicht usw., und nicht dadurch, dass ich ein Schema vorgebe, nach dem dann etliche Aufgaben heruntergerechnet werden müssen.

    Disclaimer: Dass Üben auch ein wesentlicher Bestand des Mathematikunterrichts (eigentlich jeden Unterrichts) ist und dass manche Basisfakten automatisiert werden müssen, ist mir auch klar.

    Ich muss gestehen, dass ich den Kindern auch "keine Wahl" lasse.Es ist genau so wie du es beschreibst. Aus meiner Erfahrung kommen die Kinder besser mit den Aufgaben zurecht, wenn sie EIN vorgegebenes Schema kennenlernen mit dem sie arbeiten können.

    Es ist halt die Frage, was man als Ziel des Mathematikunterrichts definiert: das Herunterrechnen vieler Aufgaben nach einem Schema oder doch eher das mathematische Verständnis, das Begründen und Argumentieren?

    Griechisch bedeutet dann m.W. Altgriechisch

    Natürlich.

    außer man möchte mal Platon oder so im Original lesen

    Oder Homer. Oder das Neue Testament. Usw.

    Latein ist wenigstens noch vorteilhaft für Studiengänge wie Medizin und Jura

    Eher für Geschichte, Philosophie, Theologie, Sprach- und Literaturwissenschaften.

    Das Fachvokabular für Medizin hat eher weniger mit dem klassischen Latein zu tun und auch für Jura braucht man Latein (von ein paar Sprichwörtern, die man auch so lernen kann, abgesehen) wohl nur, wenn man sich auf römische Rechtsgeschichte spezialisiert.

    Wenn noch weitere moderne Sprachen zur Auswahl stehen würden, bin ich mir sicher dass noch weniger Latein wählen würden.

    Ich bin mir sicher, dass noch mehr SuS Latein und Griechisch wählen würden, wenn das an mehr Schulen zur Auswahl stünde.

    Das braucht nämlich später fast niemand. Ein moderne Sprache kann man aber sehr gut gebrauchen.

    Es ist die Frage, was in dem Zusammenhang mit "brauchen" gemeint ist.

    Aktiv angewandt habe ich die Kenntnisse in manchen der "modernen Sprachen", die ich gelernt habe, schon eine Weile nicht mehr. Latein hingegen kann man täglich anwenden, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.

    Es ging hier nicht um das Förderschullehramt, sondern um das Gymnasiallehramt und insbesondere um geisteswissenschaftliche Fächer und Informatik.

    Weder in dem Eröffnungsbeitrag dieses Threads noch in dem darin zitierten und verlinkten Artikel kann ich eine Einschränkung auf bestimmte Schulformen oder Fächer erkennen.

    Zumal gerade Gymnasiallehramt mit geisteswissenschaftlichen Fächern aktuell im Allgemeinen ja die wenigsten Personalprobleme und damit den geringsten Bedarf nach Bachelor-Quereinsteigern haben dürfte. Aber auch das ist vielleicht in Brandenburg anders, mag sein.

    bevor du empört bist

    Bin ich nicht, keine Sorge. :_o_)

    Das ist doch mal eine belastbare Quelle. Da zeigt sich dein vertieftes, wissenschaftliches Studium.

    1. Ad-hominem-Argumente bringen uns auch nicht weiter.

    2. Mir ist das relativ egal, was als "Grundstudium" bezeichnet wird. Wikipedia nennt als Möglichkeiten das Studium bis zum ersten Abschluss (was i. d. R. der Bachelor ist), das Studium bis zum Vordiplom (wie von mir genannt) sowie den ersten Teil eines Studienganges (wie wohl von dir bevorzugt). Wenn es dir wichtig ist, dass nicht das gesamte Bachelorstudium ein "Grundstudium" ist, dann wäre es doch deine Sache, (wissenschaftliche) Quellen hierfür zu nennen?

    Wenn jeder x-beliebige Gymnasiallehrer sich nebenbei mal schnell das Wissen und die Fähigkeiten draufschaffen kann, die es bspw. für die Arbeit im Förderschwerpunkt GE braucht (das hast du so im Thread zur Inklusion behauptet), dann ist das Studium offenbar unnötig.

    1. Welcher Thread zur Inklusion? Meinst du den Thread zur Abordnung an eine G-Schule (in dem es zwischenzeitlich auch mal kurz um Inklusion ging)?

    2. Falls ja, sollte man differenzieren: Ob ein Gymnasiallehrer auch an einer Förderschule arbeiten kann und ob es gut und spezifisch ausgebildete Förderschullehrer braucht, sind zwei grundlegend unterschiedliche Fragen, die problem- und widerspruchslos beide bejaht werden können.

    Auch in meinem Studium kam im Hauptstudium (oder sagen wir: in der zweiten Hälfte des Studiums)

    neuer, klar umrissener Stoff hinzu

    nämlich die gesamten diagnostischen und therapeutischen Inhalte, die wesentlich für meine alltägliche Arbeit sind.

    Diese Forderung - bezogen auch auf andere Lehrämter, Länder und Unis als die deinigen - kann ich demnach nur an dich zurückgeben:

    Vielleicht machst du dir mal die Mühe, zu prüfen wie diese Studiengänge aufgebaut sind.

    Der Bachelor ist übrigens mehr als ein Grundstudium. Die Behauptung Bachelor = Grundstudium kommt gerne von Menschen, die den Abschluss entwerten wollen (und selbst weder in diesem System studiert haben noch sich die Mühe gemacht haben, sich in konkrete Studiengänge einzulesen.

    Das ist jetzt etwas offtopic, aber ich erinnere mich noch an die Diskussion, als es 2021 um Frau Baerbock ging, die in Deutschland nur das Vordiplom gemacht hat (und dann einen Master im England). Damals hieß es immer, das Vordiplom sei ja gleichzusetzen mit einem Bachelor. Das Vordiplom aber schloss klassischerweise das Grundstudium ab.

    Grundsätzlich denke ich, dass Grundstudium sehr unterschiedlich definiert werden kann, auch je nach Studiengang. In meiner Studienordnung kam der Terminus meiner Erinnerung nach nicht vor.

    Du bist soch selbst der Ansicht, dass der Anteil von über 100 LP im Studium Förderschullehramt überflüssig ist. Genauso, wie das Referendariat an Förderschulen.

    Bitte? Wie kommst du darauf?

    Wenn es nach dem Grundstudium nur noch in die Breite geht und das alles gar nicht unbedingt notwendig ist, dann finde ich, dass wir den Ärztemangel am besten beheben, indem Mediziner nur noch bis zum Physikum studieren müssen. Und auch Juristen brauchen kein neun- bis zehnsemestriges Studium + Referendariat - die Methodik der ersten juristischen Hausarbeiten unterscheidet sich im Wesentlichen auch nicht von den Staatsexamensklausuren ...

    Auch im (Nicht-Lehramts-)Bachelor studiert man zumindest bei geisteswissenschaftlichen Studiengängen in der Regel mehrere Fächer, hat Bezugswissenschaften, übergreifende Studienanteile sowie Praktika. Insofern kann man nicht davon ausgehen, dass ein (geisteswissenschaftlicher) "Fach"-Bachelor 180 CP in seinem Fach im engeren Sinne erworben hat.

    Warum muss ich beim Lesen an die Mikätzchen denken?

    Wie immer auch der Vergleich mit anderen Berufen: Wir haben Ärztemangel. Bitte auch Bachelorabsolventen in verwandten Fächern als Assistenzärzte. Die Justiz hat auch Personalmangel: Warum keine Bachelorabsolventen als Richter?

    Wird beides nicht kommen? Da sieht man mal wieder, welcher Stellenwert der Bildung von der Politik zugewiesen wird ...

    Vieleicht kann man ja ChatGPT dazu bringen nach Eingabe der Noten ein entsprechendes Gutachten zu formulieren.

    Was schätzt ihr, welche Noten habe ich hier kompetenzorientiert umschreiben lassen:

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