Beiträge von Plattenspieler

    Ich übernehme den Sachunterricht in der ersten und zweiten Klasse. Und nein, ich bin nicht kurz vor der Prüfung, sondern in der Verlängerung und nicht im eigenverantwortlichen Unterricht.

    Zur Erklärung für Nicht-Baden-Württemberger: In den ersten 6 (von 18) Monaten hat man in BW nur angeleiteten Unterricht, d. h. der Mentor hockt mit hinten drin. Nach diesem halben Jahr müssen Seminar und Schulleitung zustimmen, dass der Referendar in der Folge eigenständigen Unterricht erteilen darf. Scheitert es hieran, muss man den ersten Referendariatsteil verlängern (das ist die Verlängerung, von der der/die TE spricht), um nach i. d. R. weiteren 6 dann eine erneute Einschätzung von Seminar und Schulleitung zu erhalten. Dadurch verlängert sich entsprechend auch die Gesamtdauer des Referendariats. Bekommt man auch nach der Verlängerung nicht die Befähigung zum eigenständigen Unterricht, gilt das Referendariat meines Wissens als nicht bestanden.

    Hallo!

    Das Lesen klappt gar nicht schlecht.

    Auch das Leseverständnis? Selbstständig Texten Informationen entnehmen? Aufgabenstellungen verstehen und umsetzen?

    wir sind normalerweise 25 Kinder und da kriegt er kaum irgendwelche Ansagen mit

    Worauf würdest du das zurückführen dass es nichts mitbekommt? Kann er nicht zuhören oder kann er die Aussagen nicht verstehen oder hast du eher den Eindruck, er will nicht?

    Du musst natürlich bedenken, dass er eine solche Gruppengröße schulisch bisher überhaupt nicht kennt und gewohnt ist und es allein daher erst einmal nachvollziehbar ist, dass ihn das überfordert.

    Das ist in der Tat auffällig und für dich/euch sicherlich oft auch anstregend, aber für sich genommen natürlich noch kein Förderbedarf Lernen.

    Ich bin überfordert. Hat er vllt. "nur" hochgradig ADHS? Wie kam er überhaupt in die Sonderschule?

    Du hast keine Schülerakte mit sonderpädagogischem Gutachten (mit Ergebnis eines Intelligenztests)?

    Zeugnisse/Berichte/Förderpläne aus der Zeit an der Förderschule?

    Ist der Schüler von der Klasse 2 der Förderschule Lernen zu dir in Klasse 3 gewechselt oder von einer höheren Klassenstufe aus (bzw. nach mehr Schulbesuchsjahren)?

    Wer hat denn den Schulversuch angeregt? Kam das von der Förderschule oder von den Eltern?

    Musst du dem Schulamt zurückmelden, ob der Schulversuch aus deiner Sicht erfolgreich war? Wenn ja, bis wann? Da ist ja sicher eine Dauer festgelegt.

    Wobei ich mir sicher bin: Eine kleine Gruppe ist besser für ihn, aber für wen nicht?

    So ist es. Das muss ich auch manchmal Eltern sagen, die ihr Kind gerne bei uns hätten, ohne dass der entsprechende Förderbedarf vorliegt.

    Letztendlich ist es beim Förderschwerpunkt Lernen aber insofern "einfacher" als in den zielgleichen Förderschwerpunkten: Erreicht er die Ziele der Grundschule insgesamt? Dann ist es eigentlich kein Förderschwerpunkt Lernen, denn hier geht es "um Kinder und Jugendliche, bei denen eine erfolgreiche schulische Förderung nach den Bildungsgängen der allgemeinen Schulen zeitweise oder dauerhaft nicht möglich ist" (Bildungsplan SBBZ Lernen, S. 8).

    Das "Halbjahreszeugnis" ist eine Halbjahresinformation, aber ja, da gibt es in BW Viertelnotenschritte, wie bei Klassenarbeiten ja auch. Das gilt auch für die Sek. 1. Wie ich hier im Forum gelernt habe, steht BW damit aber so ziemlich allein da, und in anderen Ländern fragt man sich, was eine 2-3 eigentlich sein soll.

    Ist es nicht so, dass bei den Katholiken das Christkind kommt und bei den anderen der Weihnachtsmann? Oder ist das wieder so ein Nord-Süd-Ding? Also oben und rechts Weihnachtsmann, unten und links Christkind? Wer weiß das denn????

    Das Christkind ist eine Erfindung von Martin Luther. Zumindest hat er es populär gemacht.

    Traditionell gab es bei Katholiken Geschenke an St. Nikolaus (oder, so Wikipedia (siehe unten), am Fest der unschuldigen Kinder), bei Protestanten an Weihnachten (weil keine Heiligenverehrung (das ließe sich auch weiter ausführen)).

    Aber es hat sich anders entwickelt, insofern ist deine Annahme nicht ganz falsch:

    Zitat

    Ursprünglich eine protestantische Tradition, ist die Idee des Christkinds heute überwiegend in katholischen Gegenden verbreitet

    Christkind – Wikipedia

    Zu Halloween: The Catholic roots of Halloween, the Vigil of All Saints' Day - Vatican News

    Ich habe noch etwas für refi1 und evtl. auch andere Interessantes gefunden: die Präsentation zu einem Vortrag über Bilderbücher in der Sprachtherapie von Frau Dr. Berg (inzwischen Professorin für den Förderschwerpunkt Sprache).

    Speziell für den Akkusativ schlägt sie darin das Buch "Die Maus, die hat Geburtstag heut" von Paul Maar vor und macht Vorschläge zum methodischen Vorgehen.

    Ich weiß nur nicht, ob das Buch für manche Zweitklässler vielleicht zu kindisch sein könnte?

    Für den Dativ schlägt sie übrigens "Lieselotte lauert" vor, für Kausalsätze "Mutig, mutig" und für die Subjekt-Verb-Kongruenz "Nur für einen Tag".

    refi1

    Die Hinweise von Frau Du finde ich super. Schau dir auf jeden Fall das verlinkte Dokument an und schau bei Motsch und Berg in die entsprechenden Bücher zur Kontextoptimierung.

    Was mir so spontan noch an Ideen einfällt, wo hochfrequent Akkusativformen gefordert sind bei einfachen syntaktischen Strukturen:

    - Quartett ("Hast du den ...?", "Ich habe den ...")

    - Wimmel-/Such-/Rätselbilder ("Ich sehe den ...")

    - Kaufladen ("Ich nehme/möchte den ...", "Willst du den ... oder den ...?")

    - Koffer packen

    Hast du denn dazu einen Lehrplanbezug? In der 2. Klasse unterscheidet man nur Nomen, Verb, Adjektiv. Ich verstehe nicht ganz, was du mit dem Akkusativ vorhast. Du schreibst, es geht darum, dass "der" zu "den" wird .... das habe ich jetzt so in der 2. Klasse noch nie gesehen. Kenne es nur von Klasse 4. Das wäre ja Deklination und eigentlich nicht in der 2. Klasse vorgesehen. Zumindest in BaWü und BY.

    Bei deinem Vorschlag fürchte ich, dass Wortarten und Satzglieder verwechselt werden könnten.

    Hm - ich finde die Thematik ebenfalls fremd für eine 2. Klass

    In NRW ist der Akkusativ in der 2. Klasse auch kein Thema und lässt sich auch nicht im Lehrplan verorten. Wortarten wie in Bayern, Akkusativ in der 4. Klasse ebenso analog zu Bayern.

    Ich finde das Thema gänzlich ungeeignet für eine 2. Klasse und ich würde meiner LAA abraten und wir sind keine GL Schule und haben SuS die durch entsprechende Sprachvorbilder den/dem/der meist richtig verwenden.

    Es geht um den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Sprache!

    Es geht nicht um eine theoretische, metasprachliche Einführung und Benennung von Fällen oder Satzgliedern, sondern um eine Förderung der konkreten sprachlichen Handlungsfähigkeit.

    Der Akkusativ wird nach Clahsen z. B. im dritten bis vierten Lebensjahr erworben. Wenn Zweitklässler ihn nicht bilden können, besteht da auf jeden Fall ein Bedarf. In der Sprachtherapie werden auch mit Kindern im Vorschulalter Akkusativmarkierungen geübt, wenn der Bedarf besteht (und vorrangig vor z. B. Wortschatz, Artikulation oder grundlegenderen grammatischen Strukturen ist).

    Lehrplanbezug (auf mein Bundesland bezogen):

    "Die Schülerinnen und Schüler

    [...]

    - erkennen und nutzen phonologische, morphologische, syntaktische, semantische, prosodische sowie non- und paraverbale Merkmale zur Bedeutungsunterscheidung;

    [...]
    - erkennen und verstehen morphologische Markierungen und nutzen sie korrekt;
    - artikulieren Laute, Silben, Wörter und Sätze korrekt;

    [...]

    Die Lehrkräfte unterstützen die Entwicklung der syntaktischen und morphologischen Fähigkeiten und stellen dabei sicher, dass sich alle Bildungsangebote am natürlichen Spracherwerb orientieren. Die Schule bietet Lern- und Übungsfelder für den Erwerb, die Erprobung und die Erweiterung morphologischer und syntaktischer Strukturen."

    BPL_Sprachbehinderte_online.pdf (bildungsplaene-bw.de), S. 14 und S. 16

    Ich bereite gerade meine Deutschstunde für meine Revision vor. Ich habe mich für ein Thema aus dem Bereich Rechtschreibung entschieden. Da bieten sich soviele Phänomene an und vielfältigste Möglichkeiten der Er- und Bearbeitung.

    Hättet du UB, Lehrprobe, Revision o. Ä. im Förderschwerpunkt Sprache, müsstest du zusätzlich zu deinem inhaltlichen Thema (Rechtschreibphänomen) ein sprachheilpädagogisches/sprachtherapeutisches Lernziel in den Unterricht integrieren (+ ggf. individuelle sprachliche Ziele für einzelne SuS). Insofern hilft das hier wenig weiter.

    Ich habe damals auch eine Maske getragen. Ich habe [...] dort meine Maske abgelegt.

    Was denn nun?

    Gemeinsamt mit zwei anderen Kolleginnen zu denen ich sowieso Kontakt habe. In diesen Moment wollte ich keinen Kontakt zu Dritten

    Wenn du mit zwei Kolleginnen warst, wart ihr doch bereits zu dritt?

    Ich darf also nicht entscheiden, bei wem ich eine Maske tragen möchte und bei wem nicht?

    Ich habe es so verstanden, dass du den hinzukommenden Kollegen aufgefordert hast, eine Maske aufzusetzen? Das ist doch etwas anderes als für dich selbst zu entscheiden.

    Ich glaube, das mit den Außenklassen gibt es nur in BaWü, Plattenspieler weiß das sicher.

    Ne, da kenne ich die Systeme der verschiedenen Länder nicht alle en detail.

    Ich weiß nur:

    1. Außenklassen heißen mittlerweile Kooperative Organisationsformen.

    2. Außenklassen Kooperative Organisationsformen werden nicht unter Inklusion gefasst. Die SuS verbleiben ja SuS des SBBZ (ehemals Sonderschule), bekommen Zeugnisse von dort und sind generell organisatorisch dort angebunden (auch was Gremien, Statistik usw. anbelangt). Das hat natürlich Vorteile, wie dass immer ein Sonderpädagoge da ist usw., du hast es ja auch als positiv wahrgenommen. Aber es ist eben nicht das, was im eigentlichen Sinne unter Inklusion zu verstehen ist und ist auch rechtlich nicht darunter gefasst.

    3. Der Umfang des gemeinsamen Unterrichts von Außenklassen Kooperativen Organisationsformen mit der Regelschulklasse kann sich stark unterscheiden. Ich kenne Varianten von 2 Stunden pro Woche bis fast die gesamte Stundentafel gemeinsam. Hängt auch vom Förderschwerpunkt ab, und natürlich von den beteiligten Personen vor Ort.

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