Beiträge von Plattenspieler

    Wäre auch meine erste Frage:

    Wie ist der sprachliche Entwicklungsstand in Erst- und Zweitsprache? Wortschatz? Lautbildung? Noch phonologische Prozesse vorhanden? Benennungsgeschwindigkeit? Auditiver Kurzzeitspeicher? Lautdiskriminierung?

    Kann das Kind Wörter in Silben segmentieren? In Silben und in Onset und Rime segmentierte Wörter erkennen (Fremdhören)?

    Sind Hören und Hörverarbeitung fachärztlich überprüft?

    Welche Rolle spielt Schrift im Alltag? Ist generell Interesse an Büchern und Geschichten da?

    Zeigen sich die Schwierigkeiten nur in Deutsch oder ist es in Mathe ähnlich?

    Welche Hilfestellungen gibt es im Unterricht zum Erwerb der Buchstaben? Anlauttabelle (welche?)? Lautgebärden/Manualsystem (welches?)? Visualisierungen? An welchen drei Buchstaben arbeitet das Kind?

    Der Hauptgrund warum katholische Geistliche statistisch häufiger interniert waren (im Vergleich zu denen anderer Konfessionen) ist relativ leicht zu erläutern:
    1.) Rabbiner wurden nicht als Geistliche erfasst
    2.) Polen war und ist erzkatholisch und daher stammten mehr als die Hälfte aller internierten Geistlichen. Die Chance für einen deutschen katholischen Priester interniert zu werden, dürfte eher gering gewesen sein

    Danke für die Erklärung. Das ergibt Sinn.

    Ich meine auch, das Buch, aus dem ich mich an diese These erinnere, war eine Biographie über Maximilian Kolbe. Vielleicht war es auch nur auf Polen bezogen und ich habe es hier fälschlicherweise verallgemeinert. Dann tut mir das leid. Ich habe das Buch nicht mehr. Ich werde vorsichtiger sein mit Äußerungen, wenn ich mir nicht sicher bin. Ich wollte niemanden ein "Stöckchen hinhalten", niemanden provozieren und erst recht keine Geschichte verzerren.

    Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass zum Beispiel auch die jüdische Gedenkstätte Yad Washem als "Nichtjüdische Opfer der Verfolgung durch das Nazi-Regime" neben Sinti und Roma, Homosexuellen und Menschen mit Behinderung die katholische Kirche listet (https://www.yadvashem.org/de/holocaust/a…#narrative_info). In diesem Sinn wollte ich auch meine Aussage verstanden wissen. Nicht als irgendeine Relativierung oder Verzerrung, und dass das schreckliche Verbrechen an den Juden nicht mit der Rolle der Katholischen Kirche verglichen werden kann, ist absolut klar.

    Oder Rabbiner, jüdische Musiker und Schriftsteller, jüdische Lehrer und Dozenten und und und. Katholiken gleich welchen Berufs als vorrangige Opfer des Holocausts bezeichnen zu wollen ist nun doch eine äußerst fragwürdige Verzerrung der Geschichte.

    Dass bestimmte Berufsgruppen, in denen vor allem Juden tätig waren, noch deutlich mehr Opfer zu beklagen hatten, möchte ich nicht in Frage stellen.

    Ich bitte darum, mir nichts zu unterstellen. Ich schrieb sehr vorsichtig, dass ich meinte, es einmal gelesen zu haben. Ich schrieb auch nicht "die am häufigsten umgebrachte Berufsgruppe", sondern "zu den häufigsten Todesopfern zählten".

    Ich bitte darum, auch beispielsweise den "Priesterblock" in Dachau nicht zu vergessen:

    Of the 2,720 clergy imprisoned at Dachau from Germany and occupied territories, 2,579 (or 94.88%) were Catholic.

    Wenn meine Beiträge geschichtsverzerrend wirken sollten, dann bitte ich darum, sie zu löschen. Das war und ist mitnichten meine Absicht.

    Ich habe mich nicht wissenschaftlich damit auseinandergesetzt. Ich bin auch kein Historiker.

    Ich beziehe mich auf Graphiken wie diese hier: https://ajps.org/2017/08/10/who…hitler-and-why/

    Das fügt sich ja wie ein Puzzle.

    Wenn mir jemand eine andere Interpretation anbieten kann, bin ich offen dafür.

    Dass natürlich vielfältige Gründe, unter anderem das Vorhandensein des Zentrums als explizit katholischer Partei, dazu beitrugen und nicht nur der Glaube an sich, ist klar.

    Ich meine auch einmal gelesen zu haben, dass, wenn man sich die verschiedenen Berufsgruppen anschaut, katholische Geistliche zu den häufigsten Todesopfern des Nazi-Regimes zählten. Kann dazu jetzt aber auch keine Quelle benennen, sorry.

    Stimmt bedingt, wenn man an die Taufe (oder auch die Kommunion) denkt. Der tatsächliche Eintritt erfolgt aber erst nach dem Erreichen der Religionsmündigkeit in Form der Konfirmation bzw. Firmung.

    Das ist Quatsch, mit Verlaub. Durch die Taufe werden wir zu Christen (theologisch, kirchenrechtlich und wie hier bereits geschrieben auch steuerrechtlich). Die 'Konfirmation' hat überhaupt keinen Einfluss, ist ja nicht einmal ein Sakrament. Die Firmung ist die Versiegelung mit dem Heiligen Geist und schließt die christlichen Initiationsriten ab, aber ist nicht in dem Sinne notwendig, dass sie die Taufe vervollständige oder die Taufe dadurch gar erst gültig würde. In den orthodoxen, altorientalischen und auch den katholischen Ostkirchen werden ja auch alle drei Sakramente (Taufe, Firmung, erste Kommunion) im gleichen Gottesdienst schon Säuglingen gespendet.

    Die Wirkung der Taufe ist übrigens nicht rückgängig zu machen (character indelebilis), auch nicht durch einen sogenannten Kirchenaustritt. Mich verwundert die große Zahl dieser 'Austritte' daher ja nach wie vor, da man dadurch seine Rechte in der Kirche verliert, seine Pflichten aber behält.

    Und das sprichst du als Omnibuhs aus?

    Von der obigen Erklärung abgesehen:
    Deine Frage müsste sein, ob ich es als [ɔmnibuːs] ausspräche.
    Denn gerade der Thread und die Diskussion hier zeigen ja, dass man von der Buchstabenfolge nicht in allen Fällen auf die Artikulation schließen kann. Um die Aussprache eines Wortes zu verdeutlichen, benötigt man folglich ein Transkriptionssystem wie z. B. das IPA.

    Dyskalkulie ist keine psychische Erkrankung...

    In der ICD-10 wird Dyskalkulie/Rechenstörung unter einer F-Nummer ("Psychische und Verhaltensstörungen") geführt.

    Im DSM-5, das per definitionem nur psychische Störungen führt, ist sie auch beschrieben.

    Die offizielle Behandlungsleitlinie wurde federführend von der DGKJP erarbeitet und publiziert.

    Oder geht es dir um eine Unterscheidung "Störung" vs. "Erkrankung"?

    Die Frage bleibt: Ein Schüler ist extrem schwach und steht quasi in allen Hauptfächern auf 6 wenn man ihn nach den Anforderungen des Bildungsplans realistisch bewerten würde. Nun verweigern die Eltern jedoch eine Feststellung des Förderbedarfs Lernen und eine Beschulung in der L-Klasse.

    Was machen wir in so einem Fall? Benoten wir realistisch und er sitzt mit 17 noch in Klasse 6? Ziehen wir ihn immer weiter mit und benoten ihn realistisch? Dann verstoßen wir allerdings gegen die Versetzungsordnung und müssen ihn am Ende ohne Abschluss von der Schule schicken.
    Können wir irgendwann die Feststellung des Förderbedarfs alleine einleiten, da wir das Kindeswohl gefährdet sehen?

    (2) Das Verfahren zur Prüfung und Feststellung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot (Feststellungsverfahren) wird auf Antrag der Erziehungsberechtigten eingeleitet; die allgemeine Schule wirkt hieran mit. Bei Vorliegen konkreter Hinweise, insbesondere dass dem individuellen Anspruch des Kindes beziehungsweise Jugendlichen ohne sonderpädagogische Bildung nicht entsprochen werden kann oder die Bildungsrechte von Mitschülern beeinträchtigt werden, kann das Feststellungsverfahren von der Schulaufsichtsbehörde auch ohne Antrag eingeleitet werden. Auf Verlangen der Schulaufsichtsbehörde haben sich Kinder und Jugendliche an der sonderpädagogischen Diagnostik (einschließlich Schulleistungsprüfung und Intelligenztest) zu beteiligen und vom Gesundheitsamt untersuchen zu lassen.

    Hervorhebung meinerseits.

    Inwieweit das tatsächlich umgesetzt wird, hängt vom jeweiligen Schulamt und sicher auch vom Einzelfall ab.

    Wobei es bei euch vermutlich dadurch komplizierter wird, dass die Schüler ja bereits einen Förderschwerpunkt haben (Hören) und es nur darum geht, dass es ein weiterer hinzukommt bzw. dass der Bildungsgang geändert wird.

    Offtopic und vielleicht auch keine allzu kluge Frage, aber um was für "Kommunikationsstörungen" (du schreibst es ja selbst in Anführungszeichen) geht es in den genannten Kurzgeschichten, die ich leider nicht kenne?

    Für mich ist selektiver Mutismus eine typische Kommunikationsstörung. Autismus ist mit einer Kommunikationsstörung verbunden. Im DSM-5 gibt es eine eigene Diagnose "soziale Kommunikationsstörung" (früher "pragmatic language impairment").

    Aber ich gehe nicht davon aus, dass diese Störungsbilder in den Kurzgeschichten thematisiert werden?

    Die Diskussion hatten wir an meiner Schule auch schon einmal, wir haben überall Parkettboden und es hallt ganz ordentlich. Teppichböden sind leider völlig unmöglich aufgrund neuer Regularien beim Brandschutz.

    Tragen die Schüler (und Lehrer) Hausschuhe?
    Haben die Stühle Fußbodenschoner?
    Habt ihr schallabsorbierende Materialien und Gegenstände?
    Deckenelemente?
    Gardinen/Vorhänge/Korkwände?

    (auch Rückfragen an die Threaderstellerin)

    Man kann schon manches verbessern, auch wenn ich froh über unsere Teppichböden bin.

    Dieser IQ Test zielte auch genau auf meine sprachlichen (eigentlich hören) Fähigkeiten ab.

    Was genau meinst du damit? Dass auditive Wahrnehmung und Verarbeitung und/oder auditiver Kurzzeitspeicher wesentlicher Teil des Tests waren? Welches Testverfahren wurde denn angewandt?


    Sonderschulen bzw. Sprachheilschulen erzeugen leider die Stigmatisierung, dass man behindert oder dumm sei. Da kann man auch niemals widersprechen.

    Woher weißt du das, wenn du doch nie an einer warst?


    Es ist auch nur ein Teil meiner Depression gewesen. Zusätzlich wurde ich gemobbt, litt an einer Essstörung und hatte damit zu kämpfen, dass ich mich nicht meinem Geschlecht zugehörig fühlte. Also ich bin Transgender von Mann zu Frau. Ich bitte euch nicht zu versuchen das irgendwie miteinander zu verbinden und es einfach hin zu nehmen.

    Das ist kein Problem. Ich respektiere das voll und wünsche dir da für deinen Weg alles Gute.
    Aber ich verstehe nicht ganz, wie du vor dem Kontext die Tatsache, dass du in die Vorklasse musstest, als Ursache für deine späteren Schwierigkeiten darstellst.

    @Miss Jones
    Nicht "reaktionäre Kreise" haben die CDU als links der Mitte wahrgenommen, sondern die Mehrheit aller Wähler nach der Umfrage von Infratest Dimap, auf die im von mir verlinkten Artikel Bezug genommen wird.
    Aber dass du die Deutschen generell für beschränkt hältst, lässt du ja auch sonst immer wieder deutlich anklingen ("für Otto Normalschaf deutlich zu hoch").
    Dass gerade du mit dieser Einstellung und Ausdrucksweise dann bei anderen eine "menschenverachtende Haltung der Gesellschaft gegenüber" diagnostizierst, kann man nur noch als Realsatire bewerten.

    Schrieb Miss Jones wo genau?

    Was soll denn "eine Menge demokratischer Platz" links der SPD sonst sein?

    Und bei aller Ablehnung von Gewalt, auch der linksextremen, ist die gegen Sachen immer noch anders zu gewichten als die gegen Menschen.

    Auch so ein Mythos und eine Verharmlosung: linke Gewalt sei harmloser als rechte Gewalt. Erinnerst du dich an den G20-Gipfel in Hamburg? Vergleichbare Aktionen Rechtsextremer in Deutschland sind mir nicht bekannt. Wikipedia nennt 476 verletzte und schwerverletzte Polizeibeamte. Auch steht die RAF dem NSU wohl in nichts nach.

    naja... nur dass eben "rechts von der Union" die Demokratie eben aufhört.
    Und das tut sie auch immer noch.
    links von der SPD ist aber noch eine Menge demokratischer Platz, da die SPD ja über die Jahre verlernt hat, wofür das "S" eigentlich steht.

    Das ist schon eine sehr einseitige Sicht auf die politische Bühne Deutschlands, zumal die CDU zunehmend als eine Partei links von der Mitte wahrgenommen wird.
    Alles ab der Mitte wird demnach als undemokratisch bezeichnet, während auf der linken Seite selbstverständlich gewaltbereite 'Autonome', Hausbesetzer etc. als Teil des demokratischen Spektrums wahrgenommen werden.
    :rolleyes:

    Pegida begann im Oktober. Und vorher war diese Partei in niemandes Bewusstsein, sie sprang dort mit auf den Zug des wütenden Mob auf.

    Bei der Bundestagswahl 2013 ist die AfD nur knapp an der 5-%-Hürde gescheitert.

    Mit 7 % zog sie 2014 ins EU-Parlament ein.

    Ebenfalls 2014 erreichte sie bei den Landtagswahlen in Sachsen 9,7 %, in Brandenburg und Thüringen bereits zweistellige Ergebnisse.

    Lucke tummelte ab 2013 durch sämtliche Talkshows. Man erinnere sich, wie er die Sendung bei Friedman verließ.

    Die Zeitungen schrieben ab Gründung über die AfD.

    Alles vor den ersten Pegida-Veranstaltungen.

    AfD und Pegida waren und sind grundsätzlich verschiedene Organisationen mit gewissen Überschneidungen bei den Positionen und Personen.

    In etwa so wie Linke/Grüne und Antifa.

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