Beiträge von Plattenspieler

    Gibt es Lehrkräfte, die auf das GG vereidigt wurden? Also, ich habe auf die Hessische Landesverfassung geschworen.

    Hoffentlich auf beides. Es sei denn, der Amtseid hatte damals noch einen anderen Inhalt:

    "Ich schwöre, dass ich das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Hessen sowie alle in Hessen geltenden Gesetze wahren und meine Pflichten gewissenhaft und unparteiisch erfüllen werde, so wahr mir Gott helfe."

    Übrigens genauso in den anderen Bundesländern, die ich jetzt auf die Schnelle gefunden habe:

    „Ich schwöre, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Freistaats Thüringen sowie alle in der Bundesrepublik geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft und unparteiisch zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“

    „Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.“

    „Ich schwöre, daß ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

    „Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung für Rheinland-Pfalz, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.“

    ...

    Das a und m kann man mit Bedeutung füllen: Ah! Verstanden! Oder Ah! Hilfe! Ich bin hingefallen! Oder: Mmh, wie lecker! Bilder zu solche Situationen finden, Sprechblasen einzeichnen, in denen nur der einzelne Buchstabe geschrieben wird und vorlesen lassen. Das Kind kann auch selbst Bilder von Momenten malen, in denen man A oder M sagt.

    Das halte ich eher für kontraproduktiv.

    Gleichzeitig viel zur visuellen Wahrnehmung anbieten

    Das ist ja nach den Schilderungen nicht das Problem des Kindes.

    Die Fragen von @Plattenspieler sind wirklich gut

    Danke. :_o_)

    Darin sind Bilder enthalten, die in beiden Sprachen den gleichen Anlaut haben.

    Bilder haben keine Anlaute. Wörter haben Anlaute (so der Grundschulterminus).

    Wenn ihr mit Anlauten/ Anlauttabelle arbeitet, könnte man ggf. eine zweisprachige wählen. Darin sind Bilder enthalten, die in beiden Sprachen den gleichen Anlaut haben.

    Was ich wichtiger finde: Man sollte auf jeden Fall eine reduzierte Tabelle nehmen. Die 'Basisgrapheme', die für lautgetreues Schreiben erforderlich sind, sind für Schüler mit Schwierigkeiten für den Anfang genug.
    Außerdem bitte auf die Bilder achten: klare Erkennbarkeit, häufige Wörter mit schneller Abrufbarkeit, keine Wörter mit Konsonantenclustern oder koartikulatorischen Besonderheiten. Auf mögliche Assimilationsprozesse achten. Anordnung der Bilder und Buchstaben auf der Tabelle etc.
    Und natürlich: regelmäßig Üben (auch spielerisch), bis die Graphem-Phonem-Korrespondenzen automatisiert sind.

    Und: ganz regelmäßig die Lautgebärden (die immer die Artikulation wiedergeben sollten!) dazu verwenden.

    Zur konkreten Arbeit würde ich bei diesem Kind auf die Wahrnehmung von Silben zurückggehen und schauen, ob diese möglich ist (Silbenbögen unter Bilder schreiben).

    Bei Kindern mit großen Schwierigkeiten würde ich zunächst rein auf die mündliche Ebene zurück. Die Silbenbögen zu malen ist schon wieder ein weiterer Schritt, der schwierig sein könnte.

    Bei den eingeführten Buchstaben finde ich es auch wichtig, dass die ihnen entsprechenden Phoneme sich in möglichst vielen distinktiven Merkmalen unterscheiden sollten (Ähnlichkeitshemmung) und dass es 'Dauerlaute' (also keine Plosive) sind. Wenn bei einem Kind noch phonologische oder artikulatorische Prozesse auftreten, dann natürlich am Anfang auch auf die entsprechenden Laute oder Lautgruppen soweit möglich verzichten.

    @CDL

    Du gibst viele sinnvolle Hinweise, aber in manchem zeigt sich meiner Meinung nach, dass dir etwas der Einblick in den sonderpädagogischen Bereich bzw. den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (GE) fehlt:

    - Auch ich habe in der Schilderung der fehlenden Kulturtechniken keine Abwertung der Schüler oder gar mangelnde Achtung der Würde des Menschen erkennen können.

    - Schüler im Förderschwerpunkt GE sind sehr heterogen. Es ist für mich daher nicht verwunderlich, dass, wenn die TE bisher stets mit tendenziell fitteren Kindern, die lesen und schreiben konnten, gearbeitet hat, es eine deutliche Umstellung ist, zum ersten Mal auf solche zu treffen, die das überhaupt nicht können.

    - Auch das Sprechen und die Sprache sind bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, speziell GE-Schülern, nicht automatisch vorauszusetzen (weder in Primar- noch in Sekundarstufe). Nicht ohne Grund gibt es verschiedene Formen der unterstützten Kommunikation (UK).

    - Es müssen im GE-Bereich nicht alle Schüler den Umgang mit Arbeitsblättern erlernen. Es gibt Schüler, für die dies dauerhaft zu abstrakt oder aus anderen Gründen ungeeignet ist.

    - Für sehr spezielle Fragestellungen aus dem sonderpädagogischen Bereich gibt es oft nicht die Fülle an Fachliteratur wie für den Regelschulbereich. Insbesondere dürfte das für den Förderschwerpunkt GE gelten, da hier, wie gesagt, große Heterogenität herrscht und viele Schüler tatsächlich sehr individuelle Zugänge zu den Inhalten benötigen. Schulbücher gibt es für den GE-Bereich aus demselben Grund auch nur begrenzt.

    - Einen Bildungs- oder Lehrplan für GE gibt es meines Wissens nicht in allen Bundesländern. Und auch die existierenden Pläne sind meistens sehr allgemein verfasst und bieten nur begrenzt konkrete Hilfestellung (siehe oben, Heterogenität der SuS).

    - Dazu, wie das Nachfragen als 'Aufhetzen' verstanden worden sein könnte: In Förderschulen GE und KME arbeiten in den Klassen oft interdisziplinäre Teams (Sonderpädagogen, Fachlehrer, Erzieher, Therapeuten, ungelernte Betreuungskräfte, ...). Man bekommt immer wieder mit, dass die verschiedenen Gruppen aufgrund unterschiedlicher Qualifikation, Aufgabenbereiche, Arbeitszeiten, Verantwortung, Besoldung etc. nicht immer alle gut miteinander auskommen. Eventuell ist die TE hier unbewusst in einen bereits schwelenden Konflikt hineingeraten. Nur eine Möglichkeit; ich habe ja auch keine näheren Einblicke.

    Wäre auch meine erste Frage:

    Wie ist der sprachliche Entwicklungsstand in Erst- und Zweitsprache? Wortschatz? Lautbildung? Noch phonologische Prozesse vorhanden? Benennungsgeschwindigkeit? Auditiver Kurzzeitspeicher? Lautdiskriminierung?

    Kann das Kind Wörter in Silben segmentieren? In Silben und in Onset und Rime segmentierte Wörter erkennen (Fremdhören)?

    Sind Hören und Hörverarbeitung fachärztlich überprüft?

    Welche Rolle spielt Schrift im Alltag? Ist generell Interesse an Büchern und Geschichten da?

    Zeigen sich die Schwierigkeiten nur in Deutsch oder ist es in Mathe ähnlich?

    Welche Hilfestellungen gibt es im Unterricht zum Erwerb der Buchstaben? Anlauttabelle (welche?)? Lautgebärden/Manualsystem (welches?)? Visualisierungen? An welchen drei Buchstaben arbeitet das Kind?

    Der Hauptgrund warum katholische Geistliche statistisch häufiger interniert waren (im Vergleich zu denen anderer Konfessionen) ist relativ leicht zu erläutern:
    1.) Rabbiner wurden nicht als Geistliche erfasst
    2.) Polen war und ist erzkatholisch und daher stammten mehr als die Hälfte aller internierten Geistlichen. Die Chance für einen deutschen katholischen Priester interniert zu werden, dürfte eher gering gewesen sein

    Danke für die Erklärung. Das ergibt Sinn.

    Ich meine auch, das Buch, aus dem ich mich an diese These erinnere, war eine Biographie über Maximilian Kolbe. Vielleicht war es auch nur auf Polen bezogen und ich habe es hier fälschlicherweise verallgemeinert. Dann tut mir das leid. Ich habe das Buch nicht mehr. Ich werde vorsichtiger sein mit Äußerungen, wenn ich mir nicht sicher bin. Ich wollte niemanden ein "Stöckchen hinhalten", niemanden provozieren und erst recht keine Geschichte verzerren.

    Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass zum Beispiel auch die jüdische Gedenkstätte Yad Washem als "Nichtjüdische Opfer der Verfolgung durch das Nazi-Regime" neben Sinti und Roma, Homosexuellen und Menschen mit Behinderung die katholische Kirche listet (https://www.yadvashem.org/de/holocaust/a…#narrative_info). In diesem Sinn wollte ich auch meine Aussage verstanden wissen. Nicht als irgendeine Relativierung oder Verzerrung, und dass das schreckliche Verbrechen an den Juden nicht mit der Rolle der Katholischen Kirche verglichen werden kann, ist absolut klar.

    Oder Rabbiner, jüdische Musiker und Schriftsteller, jüdische Lehrer und Dozenten und und und. Katholiken gleich welchen Berufs als vorrangige Opfer des Holocausts bezeichnen zu wollen ist nun doch eine äußerst fragwürdige Verzerrung der Geschichte.

    Dass bestimmte Berufsgruppen, in denen vor allem Juden tätig waren, noch deutlich mehr Opfer zu beklagen hatten, möchte ich nicht in Frage stellen.

    Ich bitte darum, mir nichts zu unterstellen. Ich schrieb sehr vorsichtig, dass ich meinte, es einmal gelesen zu haben. Ich schrieb auch nicht "die am häufigsten umgebrachte Berufsgruppe", sondern "zu den häufigsten Todesopfern zählten".

    Ich bitte darum, auch beispielsweise den "Priesterblock" in Dachau nicht zu vergessen:

    Of the 2,720 clergy imprisoned at Dachau from Germany and occupied territories, 2,579 (or 94.88%) were Catholic.

    Wenn meine Beiträge geschichtsverzerrend wirken sollten, dann bitte ich darum, sie zu löschen. Das war und ist mitnichten meine Absicht.

    Ich habe mich nicht wissenschaftlich damit auseinandergesetzt. Ich bin auch kein Historiker.

    Ich beziehe mich auf Graphiken wie diese hier: https://ajps.org/2017/08/10/who…hitler-and-why/

    Das fügt sich ja wie ein Puzzle.

    Wenn mir jemand eine andere Interpretation anbieten kann, bin ich offen dafür.

    Dass natürlich vielfältige Gründe, unter anderem das Vorhandensein des Zentrums als explizit katholischer Partei, dazu beitrugen und nicht nur der Glaube an sich, ist klar.

    Ich meine auch einmal gelesen zu haben, dass, wenn man sich die verschiedenen Berufsgruppen anschaut, katholische Geistliche zu den häufigsten Todesopfern des Nazi-Regimes zählten. Kann dazu jetzt aber auch keine Quelle benennen, sorry.

    Stimmt bedingt, wenn man an die Taufe (oder auch die Kommunion) denkt. Der tatsächliche Eintritt erfolgt aber erst nach dem Erreichen der Religionsmündigkeit in Form der Konfirmation bzw. Firmung.

    Das ist Quatsch, mit Verlaub. Durch die Taufe werden wir zu Christen (theologisch, kirchenrechtlich und wie hier bereits geschrieben auch steuerrechtlich). Die 'Konfirmation' hat überhaupt keinen Einfluss, ist ja nicht einmal ein Sakrament. Die Firmung ist die Versiegelung mit dem Heiligen Geist und schließt die christlichen Initiationsriten ab, aber ist nicht in dem Sinne notwendig, dass sie die Taufe vervollständige oder die Taufe dadurch gar erst gültig würde. In den orthodoxen, altorientalischen und auch den katholischen Ostkirchen werden ja auch alle drei Sakramente (Taufe, Firmung, erste Kommunion) im gleichen Gottesdienst schon Säuglingen gespendet.

    Die Wirkung der Taufe ist übrigens nicht rückgängig zu machen (character indelebilis), auch nicht durch einen sogenannten Kirchenaustritt. Mich verwundert die große Zahl dieser 'Austritte' daher ja nach wie vor, da man dadurch seine Rechte in der Kirche verliert, seine Pflichten aber behält.

    Und das sprichst du als Omnibuhs aus?

    Von der obigen Erklärung abgesehen:
    Deine Frage müsste sein, ob ich es als [ɔmnibuːs] ausspräche.
    Denn gerade der Thread und die Diskussion hier zeigen ja, dass man von der Buchstabenfolge nicht in allen Fällen auf die Artikulation schließen kann. Um die Aussprache eines Wortes zu verdeutlichen, benötigt man folglich ein Transkriptionssystem wie z. B. das IPA.

    Dyskalkulie ist keine psychische Erkrankung...

    In der ICD-10 wird Dyskalkulie/Rechenstörung unter einer F-Nummer ("Psychische und Verhaltensstörungen") geführt.

    Im DSM-5, das per definitionem nur psychische Störungen führt, ist sie auch beschrieben.

    Die offizielle Behandlungsleitlinie wurde federführend von der DGKJP erarbeitet und publiziert.

    Oder geht es dir um eine Unterscheidung "Störung" vs. "Erkrankung"?

    Die Frage bleibt: Ein Schüler ist extrem schwach und steht quasi in allen Hauptfächern auf 6 wenn man ihn nach den Anforderungen des Bildungsplans realistisch bewerten würde. Nun verweigern die Eltern jedoch eine Feststellung des Förderbedarfs Lernen und eine Beschulung in der L-Klasse.

    Was machen wir in so einem Fall? Benoten wir realistisch und er sitzt mit 17 noch in Klasse 6? Ziehen wir ihn immer weiter mit und benoten ihn realistisch? Dann verstoßen wir allerdings gegen die Versetzungsordnung und müssen ihn am Ende ohne Abschluss von der Schule schicken.
    Können wir irgendwann die Feststellung des Förderbedarfs alleine einleiten, da wir das Kindeswohl gefährdet sehen?

    (2) Das Verfahren zur Prüfung und Feststellung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot (Feststellungsverfahren) wird auf Antrag der Erziehungsberechtigten eingeleitet; die allgemeine Schule wirkt hieran mit. Bei Vorliegen konkreter Hinweise, insbesondere dass dem individuellen Anspruch des Kindes beziehungsweise Jugendlichen ohne sonderpädagogische Bildung nicht entsprochen werden kann oder die Bildungsrechte von Mitschülern beeinträchtigt werden, kann das Feststellungsverfahren von der Schulaufsichtsbehörde auch ohne Antrag eingeleitet werden. Auf Verlangen der Schulaufsichtsbehörde haben sich Kinder und Jugendliche an der sonderpädagogischen Diagnostik (einschließlich Schulleistungsprüfung und Intelligenztest) zu beteiligen und vom Gesundheitsamt untersuchen zu lassen.

    Hervorhebung meinerseits.

    Inwieweit das tatsächlich umgesetzt wird, hängt vom jeweiligen Schulamt und sicher auch vom Einzelfall ab.

    Wobei es bei euch vermutlich dadurch komplizierter wird, dass die Schüler ja bereits einen Förderschwerpunkt haben (Hören) und es nur darum geht, dass es ein weiterer hinzukommt bzw. dass der Bildungsgang geändert wird.

    Offtopic und vielleicht auch keine allzu kluge Frage, aber um was für "Kommunikationsstörungen" (du schreibst es ja selbst in Anführungszeichen) geht es in den genannten Kurzgeschichten, die ich leider nicht kenne?

    Für mich ist selektiver Mutismus eine typische Kommunikationsstörung. Autismus ist mit einer Kommunikationsstörung verbunden. Im DSM-5 gibt es eine eigene Diagnose "soziale Kommunikationsstörung" (früher "pragmatic language impairment").

    Aber ich gehe nicht davon aus, dass diese Störungsbilder in den Kurzgeschichten thematisiert werden?

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