Beiträge von Plattenspieler

    Ich finde gar nicht, dass die Naturwissenschaften in unserem Schulsystem benachteiligt werden; ich sehe eher das Gegenteil.
    Als ich vor einigen Jahren Abitur in Baden-Württemberg gemacht habe, musste ich beispielsweise 2 Naturwissenschaften bis zum Abitur belegen, während diejenigen, die es wollten, mit nur einer Fremdsprache ausgekommen sind.
    Neben den drei Kernkompetenzfächern Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache musste verpflichtend entweder eine weitere Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft vierstündig gewählt werden (neben einem gänzlich freigewählten Fach). Hier sehe ich die Gesellschaftswissenschaften deutlich benachteiligt.
    Diejenigen, die in der Mittelstufe keine dritte Fremdsprache gewählt hatten (also der naturwissenschaftliche Zug, der Großteil meiner Mitschüler), hatten in der 10. (oder 11. oder beide?) Klasse Physik als Hauptfach und zusätzlich zu den drei Naturwissenschaften auch noch den Fächerverbund Natur und Technik.
    Auch sonst wurde für die Naturwissenschaften immer sehr viel Werbung gemacht, Projekte, Wettbewerbe angeboten etc. In den Geisteswissenschaften sah es meiner Erinnerung nach eher mau aus.

    Man sollte an höherer Stelle mal arg darüber nachdenken, ob man sich gesamtwirtschaftlich gesehen noch leisten kann so viele Stunden Literatur und, etwas flappsig ausgedrückt, tote oder zum Teil für internationale Forschung und Wirtschaft relativ unwichtige (Französisch?!) Sprachen zu unterrichten.

    Ich halte es für falsch, schulische Inhalte rein nach 'wirtschaftlicher Nutzbarkeit' auszuwählen. Die Schule ist meines Erachtens kein Zulieferbetrieb für die Wirtschaft. Geisteswissenschaftliche Fächer sind von großer Wichtigkeit auch für die moralisch-ethische Bildung; wenn wir hier 'der Wirtschaft' die Deutungshoheit überlassen, möchte ich nicht sehen, wo wir ankommen werden... Ganz abgesehen davon, dass dir auch in 'der Wirtschaft' jeder sagen wird, wie wichtig gute sprachliche Kenntnisse und Fähigkeiten (in Deutsch wie Fremdsprachen) sind.

    In BW gibt es (noch) verschiedene Modelle integrativen/inklusiven Unterrichts.
    Wenn die Kinder offiziell Schüler der Sonderschule sind, ist der Sonderpädagoge für die Zeugnisse etc. zuständig. Sind sie offiziell Schüler der allgemeinen Schule, der Regelpädagoge.
    Wie das aussehen wird, wenn Sonderpädagogen bald zunehmend auch fest an Regel- und nicht mehr an Sonderschulen arbeiten, weiß ich nicht.
    Im Idealfall sollten sich die Lehrkräfte sowieso absprechen, wenn sie die Zeugnisse schreiben, weil sie ja beide mit den Schülern arbeiten und ihre Beobachtungen machen.

    Zu meiner Schulzeit hat ein älterer Lehrer immer das Pult angehoben und mit Gewalt auf den Tisch geschlagen, wenn es ihm zu unruhig wurde. Als wir ihn darauf ansprachen, dass es kaputtgehen könnte, meinte er, er habe dieses Pult höchstpersönlich angefertigt und deshalb sei das stabil genug im Gegensatz zu Fabrikware.

    Die katholische Kirche achtet und schützt im Gegensatz zum Großteil der westlichen Gesellschaft zumindest das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod - kann es ein grundsätzlicheres Menschenrecht geben?

    Zu Glaube und Vernunft empfehle ich dir die Lektüre der gleichnamigen Enzyklika des heiligen JP II: http://w2.vatican.va/content/john-p…s-et-ratio.html

    Aus meiner Sicht:

    - Inklusion: Geplante Änderungen des Schulgesetzes zum kommenden Schuljahr ("Sonderschulpflicht" vs. Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungs- oder Beratungsangebot + Umsetzung)
    - neuer Bildungsplan GS: unter anderem natürlich sexuelle Vielfalt, Auflösung der Fächerverbünde, ...
    - Gemeinschaftsschule
    - Reform der Lehrerausbildung: geplante Umstellung auf das Bachelor-Master-System, Änderungen im Vorbereitungsdienst ab nächstem Jahr, ...
    - Entwicklungen im Elementarbereich: Akademisierung der Ausbildung, aktuelle Projekte, ...

    So etwas?

    Die "Heiligen Schriften" haben keinen ethischen Gehalt jenseits dessen, was man ihnen in der Antike zugewiesen hat.

    Auch heute weist der Großteil der Menschheit heiligen Schriften einen ethischen Gehalt zu.


    Alles, was der heutige Religionsunterricht an "Gutem" und "Wichtigem" in ihnen sieht ist nur das Resultat von Umerzählerei und Hineininterpretiererei.

    Ich sehe keinen zentralen Unterschied zwischen der Auslegung der Bibel und des christlichen Glaubens seitens der frühen Kirchenväter und der heutigen Kirche.


    Der Ethos der Bibel ist ein Ethos [...] in dem - im NT! - nicht einmal Familienbeziehungen einen Wert haben.

    Das stimmt so nicht. Familienbeziehungen haben einen großen Wert in der gesamten Bibel. Nur: Die Beziehung zu Gott hat einen noch höheren Wert.


    Diese inhaltliche Manipulation zur "Guten Nachricht" im heutigen Ethos funktioniert normalerweise darüber, dass sämtliche Beteiligten weder die Bibel oder anderes genau gelesen haben, noch darüber tiefer nachgedacht haben. Deshalb wird in der Grundschule z.B. die Noah-Geschichte mit dem Regenbogen auf intellektuell erbärmlichste Art und Weise als "Hoffnungeschichte" fehlgelesen - was daran liegen mag, dass Religionslehrer in der Grundschule sehr oft nicht so wirklich am Lesen und kritischen Denken interessiert sind.

    Hier stimme ich dir zu. Auch ich bin der Überzeugung, der Religionsunterricht sollte sich stärker am Katechismus und der offiziellen Lehre orientieren als an dem Gutmenschentum vieler linksideologischer Religionslehrer. Aber diese Verdreherei beginnt leider oftmals bereits an der Uni im Theologiestudium ...



    Im Ethik-Unterricht darf das einfach nicht passieren, denn der Ethik-Unterricht ist von der Grundanlage her der Unterricht, der außerhalb der christlichen Propaganda zu liegen hat.

    Auch für das Fach Ethik gilt das Schulgesetz, das in NRW beispielsweise statuiert: "Ehrfurcht vor Gott [...] ist vornehmstes Ziel der Erziehung."
    Oder für Bayern, weil du darauf anspielst: "Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung, ..."

    Ich würde es befürworten, wenn wir sprachlich genauer von der Erstkommunion und von der heiligen Messe (anstatt Gottesdienst) sprechen würden. Darüber hinaus sehe ich die Sache einfach. Die Sonntagspflicht gilt für Katholiken sowieso. Also warum nicht in die Kirche gehen, wo die Erstkommunion der Kinder der eigenen Klasse stattfindet? (Bei uns Sonderschulleuten wäre es schon etwas schwieriger, weil unsere Kinder ja in der Regel ganz verschiedenen Pfarreien angehören.)
    Ist man kein - praktizierender - Katholik, hat sich die Sache m. E. auch erübrigt. Wenn ich in die Kirche gehe, dann Gott zuwegen, und nicht "weil es die Kinder freut". Das ist Heuchelei. Auch die Kinder sollen ja begreifen, dass es das Zentrale ist, dass sie Leib und Blut Christi empfangen, und nicht, dass ihnen da möglichst viele Leute zuwinken.

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