Beiträge von Plattenspieler

    Ich würde sagen: Jein! Vollverben haben eine volle Semantik, Kopulaverben eher eine eingeschränkte (sieht man mal von "Gott ist" oder so ab). Vollverben bilden das Prädikat alleine, Kopulaverben bilden das Prädikat zusammen mit anderen Elementen (z.B. Adjektivphrasen oder Nominalphrasen im Nominativ). Ob man sie nun als Vollverben ansieht oder eine Extraklasse aufmachen möchte, kann man sich am Ende aussuchen und mit der Frage kommen wir vielleicht auch etwas vom Thema ab, es ändert ja nichts daran, dass die Aussage der Friesin, dass auf das ?-Verb "sein" nicht nur Adjektive folgen können, richtig ist.

    Aber gerade "Gott ist" wird "sein" doch nicht als Kopula, sondern als Vollverb verwendet, weil es das Prädikat alleine bildet (wie auch bei "cogito, ergo sum"). Ein Kopula ist doch gerade dadurch definiert, dass es eine Ergänzung braucht, um das Prädikat zu bilden - oder irre ich?

    Für die Sinnesbehinderungen sind meines Wissens deutschlandweit Sonderschullehrer zuständig, weil es dort ganz einfach sonst keine derart spezialisierten Kräfte für den Frühbereich gibt. Aber klar: Sinnesbehinderungen sind im Vergleich zu den anderen Förderschwerpunkten quantitativ eher von geringer Bedeutung.

    Hier übrigens eine kleine Quelle für BW, allein für den Förderschwerpunkt Sprache (!), wenngleich nicht ganz aktuell:

    http://www9.landtag-bw.de/WP13/Drucksach…0/13_1298_d.pdf

    Ich kenne mehrere Lehrer, die ihr gesamtes Deputat im Elementarbereich arbeiten - und zwar nicht nur im "Übergang", sondern mit Kindern ab 3 Jahren (und teilweise noch früher). Frühförderung ist zumindest in Bayern und Baden-Württemberg eine ganz zentrale Aufgabe von Schulen und Lehrkräften; jede meiner Zivi- und Praktikumsschulen hatte eine Frühberatungsstelle und die meisten auch einen Schulkindergarten (i.d.R. 8 Deputatsstunden von Sonderschullehrern pro Kiga-Gruppe).

    Ich versteh das mit der Fogelscheuche nicht... wenn doch bei V ein Vogel abgebildet ist, wieso schreibt das Kind dann ein F? Wäre doch folgerichtiger, dann eben das V zu nehmen.

    Weil es vielleicht auch Kinder gibt, die den Zusammenhang zwischen den Wörtern Vogel und Vogelscheuche nicht herstellen können?

    Oder weil das Kind auf der Anlauttabelle nach dem ersten Laut des Wortes gesucht, das <f> gefunden und gar nicht weiter gesucht hat, bis es zum <v> gekommen wäre?

    Oder weil ...

    Ja, aber ich dachte bei dem Lineal geht es um den Anlaut und NICHT die Schreibweise, also dürfte da doch nur eine Vase abgebildet sein?? Denn es sind ja untersch. Anlaute..

    Na ja, es geht bei den Anlauttabellen darum, dass die Kinder erkennen, dass bestimmte Laute/Lautkombinationen in der Regel durch bestimmte Buchstaben/Buchstabenfolgen repräsentiert werden. Daraus, dass es im Deutschen aber aufgrund unterschiedlicher orthographischer Prinzipien keine 1-zu-1-Zuordnung von Phonemen und Graphemen gibt, entstehen dann die Schwierigkeiten in der Konzeption und Anwendung von Anlauttabellen.

    Das V wird manchmal als V [Vogel] und manchmal als W [Wase] gesprochen.

    Ähhmm... Vogel beginnt mit [f], Vase mit [v].


    z.B. der Laut W (durch Buchstabe V oder W)

    Den Laut [w] gibt es im Deutschen nicht!


    Eben genau aus dem Grund. Weil man die Wörter eben verschieden ausspricht aber derselbe Anlaut ist.

    Es ist eben nicht derselbe Anlaut (s.o.); es ist der gleiche Anfangsbuchstabe.


    Nele, wo bleibst du, um dich über die linguistischen Kompetenzen der Grundschullehrer auszulassen?

    Ist es hilfreich, wenn sie mit dem anderen Mädchen polnisch sprechen kann oder sieht sie dann evtl keinen Grund darin deutsch zu lernen?


    ???

    Natürlich darf sie mit dem anderen Mädchen polnisch sprechen. Überleg dir mal, du kämest in ein fremdes Land, verstündest niemanden und nichts um dich herum und mit dem einzigen anderen Mensch, der deine Sprache sprichst, darfst du dich nicht in der unterhalten ...

    Na ja, im englischsprachigen Original der Behindertenrechtskonvention (das im Gegensatz zur deutschen Fassung verbindlich ist) steht schon etwas von einem "inclusive education system". Ob da die deutsche Übersetzung "integrativ" passend ist, "inklusiv" besser wäre oder eigentlich keiner der Begriffe wirklich passt (meine Meinung), ist wieder eine andere Diskussion.

    "ich habe hier ein attest wegen meiner redeangst. ich kann nicht vor gruppen vortragen. ich brauche also einen alternativen leistungsnachweis, kein referat." - kecks: "???? was studieren sie gleich nochmal?" - "lehramt vertieft". kein witz, echt passiert.

    Logophobie ist ein ernst zu nehmendes Störungsbild. Wo liegt das Problem? Sollen Menschen mit Behinderung nicht Lehrer werden dürfen?

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