Weißt du, Silicium, das nervige an dir sind gar nicht deine verqueren Ansichten und abstrusen Ideen - die sind bisweilen sogar ganz amüsant. Nervig hingegen ist der Absolutheitsanspruch, mit dem du als Student des Gymnasiallehramts mit naturwissenschaftlichen Fächern erfahrenen Grundschullehrerinnen zu erklären versuchst, wie sie Deutschaufsätze zu korrigieren haben. Oder eben hier glaubst, dich über Leute erheben zu können, die eine fundierte Ausbildung für den Elementarbereich haben, weil du einen Artikel von Spiegel online zu dem Thema überflogen hast. Übrigens stellt auch keiner der beiden Artikel (beide aus fragwürdiger Quelle btw) die "Konzentrationstrainings" für Säuglinge in den Mittelpunkt, wie du an dem Namen dieses Threads sowie dem von mir zitieren Fazit des Spiegel-Artikels erkennen kannst. Aber man kann halt schön selektiv lesen, wenn es ins eigene Weltbild passt, gell?
Beiträge von Plattenspieler
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Eltenrschreck und Silicium, man merkt, dass ihr nicht allzu viel Erfahrung mit Babys und Kleinkindern zu haben scheint. Kinder in diesem Alter müssen nicht dazu angehalten werden, ordentlich zu laufen oder zu sprechen. Das machen sie schon von allein. Und so gut, wie sie es hinbekommen - da spielt natürlich die elterliche Zuwendung eine entscheidende Rolle.
Ein Verweis darauf, doch "deutlich und angemessen zu sprechen", bringt in keinem Alter irgendwas außer Frustration. So viel Erfahrung habe ich mittlerweile in Sachen Sprachheilpädagogik und Sprachtherapie, dass ich das als Faktum schreiben kann. Wenn es so einfach ginge, bräuchte es unsere Profession nicht.
Und Silicium, ich glaube, ich habe es dir schon einmal geschrieben, aber der Terminus Frühförderung bezeichnet unterschiedliche Angebote für behinderte oder von Behinderung bedrohte Säuglinge, Klein- und Vorschulkinder. Das hat mit Konzentrationsübungen o.ä. wenig zu tun. Bitte benutze eine angemessene Terminologie, sonst entsteht hier nur Verwirrung.
Und klar, ich habe die Artikel auch gelesen und natürlich können Übungen bestimmte Sachen verbessern. Logisch. Dass sich das aber auf die allgemeine Entwicklung besser auswirkt als eine stabile Eltern-Kind-Beziehung und natürliche Kommunikations- und Interaktions- und Explorationserfahrungen, wage ich zu bezweifeln. -
Zitat Plattenspieler :
Das sehe ich nicht so ! Beide Begriffe bedingen einander. Ein (gesundes) Fordern setzt die intensive Zuwendung seitens des Erwachsenen voraus. Wenn das Kind zu Pflichten angeleitet werden soll, wie z.B. das Weg- und Einräumen des Geschirrs, das Bettenmachen, Ordnung in der Stube halten, der Mutter beim Putzen helfen, dem Vater im Garten zur Hand gehen...bedarf es langer Zeit die intensive Zuwendung, Anleitung und Geduld.
Natürlich hat mit steigendem Alter auch das Fordern in angemessenem Umfang einen entscheidenden Stellenwert. Ganz klar.
In dem von mir zitierten Abschnitt ging es aber um Kinder "im Babyalter"; ich selbst schrieb dann von Zweijährigen. In dem Alter braucht man nichts von Kindern zu fordern - weder irgendwelche "Konzentrationsübungen" noch Pflichten im Haushalt. Hier reicht Zuwendung. Auch Therapie- und Förderangebote für dieses Alter werden nicht so gestaltet, dass von den Kindern etwas gefordert wird, sondern so, dass man sich ihnen erst einmal zuwendet. -
Interessanter Artikel, vielen Dank! Allerdings ist es ja schon länger bekannt, dass Kinder und Babies auch entsprechende Stimuli brauchen um ihr Gehirn optimal im Rahmen ihrer genetischen Ausstattung zu entwickeln.
In diesem Zusammenhang kann man auch lesen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m…e-a-864144.html
Da merkt man mal, wie wichtig es ist Kinder frühzeitig, am besten schon im Babyalter (!) zu fordern, damit das Optimum herausgeholt wird.
Fordern ist das falsche Wort. Zuwendung trifft es besser.
So statuiert ja auch der letzte Absatz des von dir verlinkten Artikels:
Zitat"Kinder brauchen Interaktionen mit echten Menschen um zu lernen. Wer sein Baby viel mit sich herumträgt, mit ihm spricht und seine Aufmerksamkeit immer wieder durch Zeigen auf die interessanten Dinge in der Umgebung lenkt, kann nicht viel falsch machen."
Und das wiederum ist irgendwie auch nicht großartig Neues. Bei den meisten mittel- und oberschichtsgeprägten Eltern klappt es in der Regel, bei anderen oftmals leider nicht. Daran wird sich auch durch neue Forschungsergebnisse nichts ändern.
Fordern hingegen könnte missverstanden werden als möglichst viel Input für das Kind. Montags Chinesisch, dienstags Klavier, mittwochs Wirtschaftsenglisch und donnerstags Physik für Zweijährige. Ähnlich sieht es ja mancherorts leider schon aus. Das überfordert die Kinder aber. Sie brauchen Zeit für natürliche Interaktion (s.o.) und für eigenes Explorationsverhalten. Viel hilft nicht viel. Ähnlich ist es ja auch in der Therapie. Es braucht möglichst sinnvolle und aufeinander abgestimmte Angebote, nicht möglichst viele.
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Das ist nicht freundlich und der Sache wenig dienlich.
Ich finde es auch wenig der Sache dienlich, dass ihr beiden alle möglichen Threads, egal zu welchem Thema, nehmt, um eure immer gleiche Ideologie und Stammtischparolen zu verbreiten.
Ich finde es hat wenig mit Grunschulpädagogik oder Deutschdidaktik zu tun, wenn man überlegt einem Schüler, der die Kriterien nicht erfüllt (...) dennoch eine gute Note (...) zu geben.
Es klingt für mich einfach eher danach, dass jemand nicht gewillt ist eine angemessen schlechte Note zu verteilen, vielleicht aus Mitleid, aus Sympathie, aus persönlicher Weltanschauung (es darf keine schlechten Noten geben) heraus.Da es mit einer Deutscharbeit in der Grundschule zu tun hat, ist das selbstverständlich eine Frage dieser beiden Disziplinen, da es sowohl schulstufen- als auch fachspezifische Aspekte zu berücksichtigen gilt (siehe auch Maras Beitrag).
Deine Lesart des ursprünglichen Beitrags kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das Posting ist sachlich geschrieben, es wird konkret gefragt, wie bei LRSlern und der landesspezifischen Verordnung zum Umgang mit diesen vorzugehen ist, dass die Note angemessen und auch rechtlich vertretbar ist. Bitte sei so gut und zeige mir auf, wo konkret du in Fibys Beitrag erkennst, "dass jemand nicht gewillt ist eine angemessen schlechte Note zu verteilen" - das würde mich wirklich interessieren.
Und selbst wenn es so wäre, hülfe deine Antwort nicht sonderlich weiter, da sie eben überhaupt nicht auf die spezifischen Schwierigkeiten von Schülern mit LRS eingeht und keine Aussage trifft, inwieweit diese Benotung rechtlich vertretbar ist. Dass es bei bestimmten Behinderungen und Benachteiligungen Nachteilsausgleiche gibt, magst du bedauern und für falsch halten, aber es ist nun mal so und muss berücksichtigt werden.
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Danke, Silicium, für deine Weisheit. In Sachen Grundschulpädagogik und Deutschdidaktik bist du wirklich einer der wenigen hier im Forum, die richtig Ahnung haben.
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Dass Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Pausenaufsicht manchmal nur als halbe Deputatsstunde angerechnet werden, mag sein. Aber eine normale Unterrichtsstunde ... mit Verlaub, diese Vorstellung ist doch absurd und kann nur aus der Sekundarstufe des Regelschulbereichs kommen, wo Teamteaching leider immer noch nicht so richtig angekommen ist. Da würde doch niemand mehr in Doppelbesetzung arbeiten wollen, wenn das bedeutete, dass man insgesamt mehr Präsenzzeit im Unterricht hat.
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Generell differenziere ich schon in den unteren Klassen.
Und in den oberen?
Immer noch interessiert mich allerdings die Frage, ob die zweite Lehrkraft eine ganze Stunde dafür angerechnet bekommt?
Denkst du, der hockt sich da zum Spaß mit rein?
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Meine Güte, wann verstehst du es endlich? Nicht zu fein, sondern schlichtweg nicht ausgebildet.
Ich gebe zu bedenken: Bis zur 9. Klasse haben auch Gymnasiasten keinen Hauptschulabschluss. Sind Gymnasiallehrer dann auch nicht für diese Klassenstufen ausgebildet?
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Gerade als Student der Sonderpädagogik sollte man sich eigentlich nicht über diese Schüler lustig machen.
Schade, dass du meine Intention nicht verstanden hast - und das trotz der Smileys.

Ich wollte mich mitnichten über die Schüler lustig machen, sondern darüber, dass manche Gymnasiallehrer sich wohl für zu fein halten, sie zu unterrichten. Zumindest interpretiere ich das so, wenn gesagt wird, dass man sich wegen dieser Schüler gut überlegen sollte, ob man wirklich an dieser Schulform arbeiten will. Oder habe ich da einen Denkfehler drin?
Dass heute nicht mehr so viele Förderschüler den Hauptschulabschluss schaffen, hat indes andere Ursachen als das Engagement der Sonderschullehrer: Wir haben nämlich auch an der Förderschule (Schule für Lernbehinderte) einen Wandel der Schülerschaft zu verzeichnen. Die früheren fitteren L-Schüler besuchen heute überwiegend Regelschulen. Dafür hat man eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Schülern an der L-Schule, die eigentlich an eine G-Schule gehören würden. Viele Schüler haben zunehmend massive emotional-soziale Probleme, die jegliches schulisches Arbeiten auf einen Abschluss hin unmöglich machen.
Hinzu kommt auch, dass in manchen Gegenden Schulabgänger mit Förderschulabschluss einen Ausbildungsplatz beim Berufsbildungswerk garantiert bekommen. Haben sie jedoch einen Hauptschulabschluss erworben, müssen sie sich selbst nach etwas umschauen, was mit einem (unterdurchschnittlichen) Hauptschulabschluss von der Förderschule natürlich nicht unbedingt einfach ist. Deshalb wählen auch fittere Schüler oft die einfachere Variante. -
In der Tat ist es ein sehr relevanter Punkt, zu wissen, dass man wohl nicht allein am beruflichen Gymnasium unterrichtet, sondern in allen Schulformen. Möglicherweise eben auch im BVJ mit Schülern, die (noch) nicht den Hauptschulabschluss haben.
Oh, Gott, schrecklich; dabei beginnt doch die Menschwerdung erst mit dem Hauptschulabschluss.


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Ich würde eigentlich immer eher ein offeneres Konzept bevorzugen.
Sehe ich auch so. Gerade beim Schriftspracherwerb, wo die Schüler ja mitunter extrem verschiedene Lernvoraussetzungen mitbringen, ist das klassenweise vorgehen von Buchstabe zu Buchstabe für Schüler und Lehrer doch unglaublich zäh.
Im Grunde ist mir schon das Wort "Buchstabeneinführung" zuwider. Ich sehe keine Notwendigkeit, dass alle Buchstaben eingeführt werden. Die Schüler müssen sich alle Buchstaben aneignen oder erwerben, aber sind dabei doch unterschiedlich schnell und gehen unterschiedliche Wege.
Als Angebot, wie von Cambria dargestellt, kann ich mir einen "Buchstaben der Woche" (analog zum Wort der Woche!) aber durchaus vorstellen, so dass jede Woche ein spezieller Buchstabe besonders präsent ist (ohne dass er eingeführt werden müsste).
Bei Variante A wäre zu berücksichtigen, dass "die Starken, Mittleren und Schwachen" sich dann ausschließlich auf die Feinmotorik beziehen würde.
Genau, und das ist ja in dem Kontext erst einmal nachrangig. Wichtig ist, dass die Schüler eine Verbindung zwischen einem Buchstaben und dem entsprechenden Laut/den entsprechenden Lauten herstellen können und die Laute in Wörtern "hören" können.
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Auf jeden Fall solltest du einen Antrag auf die Festellung von sonderpädagogischem Förderbedarf (wie auch immer das in deinem Bundesland genau heißt) stellen.
Erst mit dieser Feststellung ist eine Sonderbeschulung überhaupt möglich, und auch wenn diese nicht stattfindet, bekommst du zumindest professionelle Unterstützung (wenn auch vermutlich nicht viel). Evtl. kann der Sonderpädagoge in seinem Gutachten ja auch erwähnen, dass er eine Schulbegleitung und/oder weitere sozialpädagogische Maßnahmen für sinnvoll hält; das kann manchmal auch hilfreich sein.
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Auch ich würde mich zumindest bei Kindern mit Schwierigkeiten auf eine Strategie begrenzen. Ich habe es häufig bei Kindern erlebt, dass sie die Varianten sonst vermischen und zu sehr abenteuerlichen Ergebnissen kommen.
Wenn eine Möglichkeit (wirklich) sicher beherrscht wird, kann man sich überlegen, ob es Sinn ergeben würde, noch die andere Strategie zu erklären. Aber auch dann nicht zwingend, denn wenn die Kinder über ein mathematisches Verständnis verfügen, entwickeln sie teilweise selbst für sich geschickte Methoden. Wichtig ist, dass er die mathematische Operation des Subtrahierens versteht und nicht nur mechanisch ein Verfahren anwendet. -
Vielleicht auch nicht verstanden werden wollte. Für die G- und K-Schulen gibt es nun einmal mehr als genug Leute. Und zumindest bist du ja jetzt erst einmal wieder fest an einer Förderschule, oder? So schnell werden die nicht alle aufgelöst werden (können).
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bei einer fortbildung zum thema "elterngespräche" sprach die dozentin häufig von adressen, die man den eltern in bestimmten fällen anbieten sollte (bevor man z.B. selber diagnostiziert... .Das verstehe ich nicht. Ich weiß ja nicht, wie es anderswo ist, aber wir haben eine umfangreiche und fundierte Ausbildung in Diagnostik. Wir schreiben unter anderem ein ausführliches diagnostisches Gutachten über ein Kind als Staatsexamensleistung. Sollte ich dann nicht erst einmal meine eigenen diagnostischen Kompetenzen einsetzen und erst, wenn ich selbst nicht mehr weiterkomme, auf außerschulische "Experten" verweisen?
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Wie alt ist das Kind denn? In welchen Symptomen und welchem Ausmaß zeigt sich das Stottern?
Auch wenn du dich da sicher schon informiert hast und Tips von der Logopädin bekommst, möchte ich dir noch folgende Seite empfehlen, auf der wichtige Hinweise gut zusammengefasst sind: http://www.sprachheilpaedagogik.de/stottern/stott…ern/lehrer.html
Weißt du, nach welchem therapeutischen Ansatz die Logopädin vorgeht? Auch das kann hilfreich sein für die Unterrichtsgestaltung!
Wenn die Kinder aus deiner Klasse das Kind nicht "hänseln" und das Stottern da kein größeres Thema ist, würde ich wahrscheinlich eher keine Einheit zu "anders sein" extra durchführen. Zumindest nicht, ohne das betreffende Kind vorher gefragt zu haben, ob es das möchte, denn auch wenn man das natürlich allgemeiner behandelt, dass alle/manche etwas anders sind etc., merken die Kinder in der Regel doch, worum es geht.
Die Kinder aus anderen Klassen sind natürlich ein anderes Problem. Wenn sie ihn nur darauf "ansprechen", also fragen, warum er das macht etc., dann würde ich mir mit dem Schüler zusammen überlegen, wie er darauf reagiert und antwortet (evtl. auch in Zusammenarbeit mit der Logopädin). Das ist ja durchaus eine legitime Frage und nichts verwerfliches.
Beim "Hänseln" ist es natürlich schwieriger. Hast du mal mit den Lehrern der entsprechenden Klassen geredet?Wie sehen denn die sprachlichen Fähigkeiten des Jungen generell aus? Nicht zwangsläufig, aber öfters ist Stottern verbunden mit generellen sprachlichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten. Eventuell könntest du dich für weitere Beratung auch im Rahmen der Kooperation an eine Schule für Sprachbehinderte wenden. Die Lehrer dort (sonderpädagogischer Dienst) haben in der Regel Erfahrungen damit.
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Materialien in der Klasse sind auch kein Allheilmittel. Der Lehrer ist immer Bindeglied zwischen Kind und "Welt". Ich würde mir die besagten Kinder mal zum Gespräch aus der Klasse rausnehmen und authentisch sagen: "Ich muss jetzt mal mit euch reden. Mir ist aufgefallen, dass ihr irgendwie zu nichts (wirklich nichts? oder zu was nicht) Lust habt. Egal, was ich versuche, euch anzubieten, ihr wollt es nicht. Und das macht mich traurig. Ich möchte gern mit euch allen zusammen arbeiten, was Neues lernen. (...)
Kinder haben ein ganz feines Gespür für authentische Gespräche. Und nicht sofort eine Reaktion erwarten. Inspirieren, einladen und ermutigen. Und das immer wieder. Dass 6jährige auf nichts Lust haben ist nicht normal. Was haben sie vorher erlebt? Was hat ihre eigene Motivation genommen? Verweigern ist ein Machtmittel, wenn man anders nicht weiter kommt.
Das klingt für mich weniger nach Authentizität als vielmehr nach emotionaler Erpressung. Emotionale Erpressung ist auch ein Machtmittel.
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