Beiträge von Sissymaus

    Es wird wie auch jetzt schon sein: Man bekommt Zeitvorgaben für bestimmte Tätigkeiten. Dass die nicht immer der Realität entsprechen, dürfte klar sein. Und dass jeder anders arbeitet, ist auch klar (Effektivität etc.). Meine Idee wäre, dass man Lehrkräften Kurse anbietet, zB zur Konzeption von korrekturfreundlichen Klassenarbeiten. Und in vielem sollte es dann so sein, dass man endlich zeitfressende Konferenzen auf das mindeste zusammenstreicht und die blöden Zusatzaufgaben an Leute gibt, die günstiger und besser ausgebildet für diese Aufgaben sind.

    Nachteil: Man muss Urlaub anmelden (30 Tage/Jahr) oder eben so viel vorarbeiten, dass es für die Ferien reicht. Das wäre eine ganz schön heftige Stundenwoche für insgesamt 40 Wochen.

    Ich hab für mich eine gute Balance gefunden, daher hoffe ich für mich, dass das nicht so schnell kommt.

    Millionen von Menschen ausserhalb des Mikrokosmos Schule erfassen schon seit Jahrzehnten ihre Arbeitszeit und vermögen da keine "Schwierigkeit" zu erkennen. Es ist schon absolut typisch, dass wir Lehrpersonen uns diese "Schwierigkeit" dann mal ganz geschäftig herbeireden, weil wir uns für unglaublich speziell halten.

    Vielen Dank!

    Als würde jeder Arbeitnehmer, der zuhause an die Arbeit denkt, dafür später Arbeitszeit abrechnen.

    Wenn ich an den Unterricht denke - plane ich, und das ist Arbeitszeit

    Nein. Auch nicht, wenn du dich mit deiner Frau über Schule unterhältst. Wenn du dich hinsetzt und deinen Unterrichtsplan verschriftlichst: das ist Arbeit.

    Wenn du im Unterricht oder im Lehrerzimmer übers Wochenende quatschst: Arbeitszeit! Sogar (verrückt): aufs Klo gehen!

    Was glaubt ihr denn, was in „normalen“ Jobs gemacht wird: volle 8 Stunden schackern ohne auch mal private Gespräche?

    Selbst wenn das noch nicht vorhanden ist und bisher mit klassischer Kreidetafel gearbeitet wurde, ergibt sich aus der Nutzung der digitalen Tafeln zumindest kein Nachteil. Dann schreibt man halt noch einmal die Tafelbilder in digitaler Form an und speichert sie sich dieses Mal zur Nutzung in künftigen Jahren...oder tauscht sich im Kollegium schon einmal diesbezüglich aus.

    Trotzdem wäre das wieder typisch für die Planlosigkeit mancher Schulträger.

    Aber vielleicht sehe ich auch zu schwarz und hier liegt der Fall anders. Warten wie mal auf den/die TE.

    arüber hinaus lassen sich die Boards i.d.R. gleich als externer großer Bildschirm für das eigene digitale Endgerät nutzen und haben dabei wesentlich bessere Abbildungsleistungen als klassische Beamer. Insofern lassen sich auch alle bisher ohnehin vorhandenen Präsentationen, Abbildungen usw. nutzen und leicht überführen patti .

    Vielleicht liegt da das Problem. An den Grundschulen ist die Ausstattung mit digitalen Arbeitsgeräten für Lehrkräfte ja nicht unbedingt erfolgt, soweit ich da richtig informiert bin. Hat man nur analog gearbeitet, müsste natürlich ggf Material der eingeführten Schulbücher/Verlage diazugekauft werden.

    Wundern würde es mich nicht. So oft kam es vor, dass Geräte gekauft wurden ohne Software oder dass man nicht selbst administrieren kann oder so.

    Ein "Hilfsmittel", bei dem ich mein Material erst neu anpassen/erstellen muss, ist kein Hilfsmittel. Ich hab ein solches Board nicht, aber mein Verständnis davon wäre:

    Ich spiegele meinen Bildschirm, auf dem Board kann in das Material geschrieben werden und ich speichere meine Datei mit dem Tafelanschrieb ab, um beim nächsten Mal da weiterzumachen.

    Alles andere wäre für mich rausgeschmissenes Geld, bei dem der Schulträger sich selbst auf die Schulter klopfen kann, dass er tolle Sachen gekauft hat.

    Was die GEW für mich attraktiv machen würde, wenn ich deren Pressemitteilungen lese:

    • Wir kämpfen für eine Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie auch im Schulbetrieb
      • Pause heißt Pause auch für die Lehrkräfte... und eben nicht, daß zwischendurch laufend Schüler was wollen
      • Gegen die Entgrenzung der Arbeitszeit auf Klassenfahrten
      • Bei späten Elternabenden oder sonstigen Schulveranstaltungen sind Nacht- und Wochenendzuschläge zu zahlen
    • Durchsetzung der Arbeitszeiterfassung und Begrenzung der Arbeitszeit auf 41 Stunden
    • Lohnabschlüsse nicht unter der Inflationsrate, mit entsprechend höheren Forderungen starten
    • Übernahme der Lehrmittelkosten durch das Land (Schulbücher der Lehrer, digitale Entdgeräte, ...)

    Nur irgendwie lese ich solche Themen nicht einmal auf der Presseseite der Gewerkschaft. Stattdessen will sie in der Politik mitspielen.

    Bist Du Mitglied der GEW?

    Möglicherweise muss aber auch erst noch eine Arbeitsgericht klären, ob man so ohne weiteres die technischen von den anderen BKs abtrennen kann und tatsächlich die technischen BKs überhaubt einen Rechtsanspruch auf einen eigenen Tarifvertrag haben.

    Und was ist mit den Bündel-BKs mit technischer Abteilung? :pfeif:

    Leute, das mit der IG Metall ist doch völlig an der Realität vorbei. Wir haben mit dem Beamtentum nun mal das Recht auf Gehaltsverhandlungen abgegeben. Die Kröte muss man schlucken. Der Bereich der IG Metall hat auch reichlich mit Betriebsschließungen, Verlagerungen von Standorten und daraus resultierenden Kündigungen zu tun.

    Hier werden immer nur die Nachteile im Bezug auf die "freie" Wirtschaft aufgelistet. Vorteile werden dezent weggelassen. Dabei ist Corona doch noch nicht lange her mit Kurzarbeit und Kündigungen.

    womit wir bei einem zweiten Spruch wären, den ich persönlich als abwertend empfinde: (Spoiler: ich habe meine Belastungsgrenzen ganz gut im Blick,. soweit es an meiner eigenen Orga liegt)

    "Wer sich zu sehr belastet fühlt, macht etwas falsch. Selbst Schuld"

    Ja, das ist abwertend formuliert, aber einen winzig kleinen wahren Kern hat doch, denn es gibt doch bei dem ein oder anderen Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die Belastung zu senken. Ich weiß: das reicht nicht, aber manche Probleme sind hausgemacht und die muss man zuerst abstellen. Das ist besonders für Menschen schwer, die tendenziell perfektionistische Personen sind. War ich auch mal, hab ich mich schnell ans Pareto-Prinzip gehalten. Beispiel: Finde ich nach 2 Minuten das perfekte Bild oder das beste Video nicht, nehme ich das 2. beste oder auch mal gar keins. Oder zu Zusatzkram auch mal Nein sagen.

    Dass das bei manchen schon bis aufs Minimum runtergefahren ist, weiß ich auch. Aber es gibt durchaus Personen, die da noch was machen können.

    Nichts. Es erleichtert es aber dem Dienstherrn, strukturelle Probleme weiterzuschieben und nicht anzugehen, weil er es sich das offensichtlich erlauben kann. Daher empfindet der Dienstherr bisher keinen Druck, etwas an den problematischen Strukturen zu ändern. Und LK mit bestimmten Fächern leiden dann. An den Symptomen wird dann bspw. so herumgedoktert, dass Prüfungen in den Sprachen vor Prüfungen in MINT-Fächern liegen, weil die KuK halt mehr Zeit für die Korrektur brauchen. Symptomatische Behandlung.

    Da hast Du wohl (leider) Recht. Der Zusammenhang ist mir beim Lesen grad nicht gekommen.

    Allerdings gibt es ja einen großen Mangel in anderen Bereichen. Müsste man nicht aus diesem Grund schon an den Bedingungen was ändern (wollen), damit eben mehr Leute in den MINT/beruflichen Bereich gehen? Auch das ist ja aktuell in weite Ferne gerückt...

    Je nachdem wann ihr verreist, musst du die Olympischen Spiele vermeiden --- oder kräftig draufzahlen. Ansonsten wäre das Ereignis bestimmt attraktiv, wenn dein Teenie sportbegeistert ist.

    Steht dieses Jahr noch an, daher kein "Problem", wobei ich gern dann mal da wäre.

    Ich sage das auch gern, so wie pepe : Zu Leuten, die mir sagen, was für einen geilen faulen Job mit genialer Bezahlung ich habe.

    Aber auch wie Humblebee zu Leuten, die mich um Rat fragen, wenn es um Studium etc geht und sie Deutsch/Englisch am Gymnasium ins Auge fassen.

    Im ersten Fall würge ich damit blöde Diskussionen ab. Leider gibt es wirklich viele Leute, die eine derart schlechte Meinung über Lehrer haben, dass ich mich mit denen nicht unterhalten will.

    Im zweiten Fall spreche ich die von chilipaprika angesprochene ungerechte Verteilung der Belastung an, die nun mal faktisch da ist und an der sich auch erstmal nichts ändern wird, insbesondere, wenn Lehrer fehlen. Ich gebe aber uneingeschränkt Recht, dass es dringend notwendig ist, die Arbeitsbedingungen in den Systemen Bildung und Gesundheit drastisch zu verbessern. In Corona hatte ich dazu auch noch Hoffnung. Nun leider gar nicht mehr.

    Ich habe bspw. schon einen Kollegen erlebt der sich über Jahre weigerte zu unterrichten und in der Klasse einfach nur saß, ohne Klassenarbeiten zu schreiben, ohne Noten festzustellen. Nach dutzenden Beschwerden von Eltern, Betrieben, Kollegen, SL und höheren Instanzen ist nach Schuljahren nichts passiert außer die Person an eine andere Schule zu versetzen und die Dienstbezüge zeitl. befristet zu kürzen. Das hat besagte Person nicht davon abgehalten an der neuen Schule (aktuell) weiter so zu verfahren, wie ich hörte.


    Man muss schon die Missbrauchskarte ziehen das es gefährlich wird. Ansonsten sitzt man sehr, sehr lange in einem sicheren Sattel.

    Du erlebst Sachen.

    Ich habe da ganz anderes erlebt und wäre mir nicht so sicher, dass man sich alles bis auf Missbrauch erlauben kann, nur weil man Staatsdiener ist.

    Das sehe ich anders. Es gibt zwar Fächer die wechseln was den Lehrermangel angeht aber die Klassiker sind nicht erst seit einem oder fünf oder 10 Jahren Mangelfächer.

    Das ist mir klar. Ich rede davon, wenn man sich das nicht früh genug überlegt, sondern mit unbeliebten Fächern plötzlich gern ein Mangelfach hätte. Geht dann halt nicht mehr so einfach.

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