Mein persönlicher Erfahrungsbericht zum Thema zeigt, dass es durchaus Lehrer/Schulen gibt, die dahingehend Nachholbedarf haben. An der Grundschule meines Sohnes war ich vor einem haben Jahr dabei, als ein gesundes Frühstück bereitet werden sollte. Es kamen ca. 20 Mütter, die nach lustigen Bildchen Melonenschiffchen, Spieße mit Wiener Würstchen, Trauben und Käse, belegte Brote (gefärbtes Weizenbrot getarnt als Vollkornbrot) mit Gesichtern aus Paprika usw zubereiten sollten. Danach wurde es den Kindern (1.-4. Klasse) einfach hingestellt. Die Meute kam und fiel drüber her. Nachher sah es aus wie auf dem Schlachtfeld. Insbesondere das "Vollkornbrot" blieb liegen. Teilweise wurde die Wurst vom Brot gegessen und der Rest blieb liegen.
Meine Kritikpunkte:
1. Muss das Essen unbedingt so aufwändig und unsinnig gestaltet werden? Insbesondere die Melone als Schiff war eine Heidenarbeit. Kann man Melone nicht einfach in Stücke schneiden?
2. Wiener Würstchen und dieses "Vollkornbrot" darf man wirklich nicht unbedingt als gesund bezeichnen. Das war für mich nicht unbedingt ein gesundes Frühstück.
und das Wichtigste: 3. Warum haben die Kinder bei der Zubereitung nicht geholfen? Inzwischen gibt es Studien darüber, dass ein identisches Essen besser schmeckt, wenn man es selbst zubereitet hat. Stattdessen wurde den Kids das als Buffet hingestellt und unreflektiert "verfressen" (so sah es echt aus). Das Gemecker von: ich mag das nicht, ich mag jenes nicht, wie sieht das denn aus, das ist ja eklig, ich will nur Melone usw usf liegt mir heute noch in den Ohren. So bringt man den Kids jedenfalls nicht bei, wie man sich gesund ernährt. Da hat DIESE Schule in jedem Fall noch Nachholbedarf!
Da hat der KiGa mit den ganz Kleinen dieses Thema sehr viel besser hinbekommen.