Beiträge von Sissymaus

    Also ich bin eine von diesen Seiteneinsteigern! Aber was sag ich schon. Hab ja keine Ahnung davon.

    Diesmal muss ich Lehramtsstudent in einer seiner Aussagen auch recht geben: warum alle meinen, dass das Land gefälligst froh sein soll, Leute mit fehlender Qualifikation zu bekommen, erschließt sich mir auch nicht. Ich wäre auch nie auf den Trichter mit Mathe am Gymnasium gekommen, da aus meinem Maschinenbaustudium nun mal am ehesten Maschinentechnik abzuleiten ist.

    Und auch Veronica gebe ich recht: Berufskolleg ist die tollste Schulform und wenn man an meinem landet hat man einen tollen stundenplaner, Schluss spätestens um halb 3 und meist einen Tag frei pro Woche. Mit Eltern kein Theater, maximal ein Gespräch mit der Firma. Alles toll! Niemals möchte oh woanders hin.

    Die Reaktion des TE zeigt deutlich, warum an manchen Schulen Seiteneinsteiger ungern gesehen sind. Ich musste leider auch schon an meiner Schule solche Exemplare erleben. Schade, das bringt so manchen guten SE in Verruf.

    Es ist ansonsten auch schon alles gesagt worden. Also ciao

    Na, wenn ich namentlich erwähnt und als Profi bezeichnet werde, melde ich mich gern zum Thema ;) Obwohl ich das eigentlich nicht wollte, denn das hier:

    Falls ja, frag ich mich doch ernsthaft, was der ganze Aufriss mit dem Seiteneinstieg denn nun überhaupt soll.

    fand ich schon ziemlich anmaßend. Ich kann verstehen, wenn Seiteneinsteiger an den Schulen skeptisch aufgenommen werden, wenn sie so auftreten, nach dem Motto: "Es gibt keine Lehrer, also was stellen die sich so an? Das bißchen Grundschule oder SEK I Mathematik mache ich mit links, hab schließlich Maschinenbau studiert. Die sollen froh sein, dass ich mich erbarme, meine weitreichenden Kenntnisse unter die Leute zu bringen."
    Kommt sicherlich gut an bei den zukünftigen KollegInnen.
    Sorry, kam so rüber, auch wenns vielleicht nicht so gemeint war.

    Nun werden wir wieder fachlich:
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass mit diesem Studienabschluss ein Seiteneinstieg außerhalb des BKs möglich ist. Und ich finde das auch absolut in Ordnung. Das 1. Fach wird aus dem Studienabschluss abgeleitet, also bei Dir Maschinenbau (warum sollte es ein anderes sein?). Das zweite kann dann Mathe sein, aber es wird viele Schulen geben, die lieber wollen, dass Du Fahrzeugtechnik als 2. Fach nimmst, da dort der Mangel einfach sehr viel größer ist. Aber das ist sicherlich einzelfallabhängig. Versuch macht kluch.
    Unser letzter Bewerber hat die Stelle nur bekommen, weil er sich bereiterklärt hat, Versorgungstechnik als 2. Fach zu studieren (er hat nur einen Bachelor). Da schauen die Schulen schon, was sie so gebrauchen können.

    Auch wenn die Not in der SEK I groß ist, so ist die Not am BK noch größer. Wenn die Bezirksregierung eine Chance sieht, den wichtigen dualen Partner (die Wirtschaft) zufrieden zu stellen, indem sie jemanden einstellt, der genau das benötigte studiert hat, wird sie Dir kaum eine Möglichkeit an einer Hauptschule mit Mathe eröffnen. Die Lobby ist am BK einfach größer. Was soll denn dann eigentlich Dein 2. Fach sein?

    Eine Möglichkeit wäre natürlich noch eine Privatschule. Die schauen da nicht so genau hin.

    Sich nicht entziehen können sieht zB so aus, dass es nichtmal auf die körperliche Anwesenheit im Lehrerzimmer oä ankommt - notfalls werden Dritte wie Eltern, Kollegen etc. angerufen um Gerüchte über Kollege xy weiterzugeben oder zu erfragen oder schlimmeres. Ziel davon - keine Ahnung. Wenn eine Schule dann noch sehr klein ist, dann bringt weghören oder raushalten nicht viel. Priorität hat für mich EIGENTLICH das Schülerklientel. Aber angesichts der Situation frage ich mich gerade ernsthaft, ob ich in diesem Fall meine Prioritäten überdenken sollte, um mich nicht aufgrund meiner Entscheidung selbst unglücklich zu machen.

    ach du liebe Güte! Sieh zu, dass du weg kommst.
    Reden wir denn hier von Wechsel auf die gleiche Schulart? Warum verändert sich das Klientel so drastisch?

    Kommt darauf an, wo Deine Prioritäten liegen: Willst Du langfristig mehr in Schule erreichen? (Funktionsstelle, zusätzliche Aufgaben etc), dann würde ich das neue Kollegium vorziehen. Gute Ausstattung heißt auch oft: SL kümmert sich um das Kollegium und die Ausstattung und zapft viele Töpfe an. Daraus folgt auch manchmal, dass das Kollegium motiviert ist, also das Klima gut ist.

    Willst Du dagegen möglichst wenig Zeit in der Schule verbringen, wäre es vielleicht auch ratsam, die Schule mit der geringsten Anwesenheit"Pflicht" zu wählen.

    Meine Meinung: gutes Klima im Kollegium kann Gold wert sein. Und: wohnortnah und Verbeamtung geben eigentlich den Ausschlag! Rechne Dir aus, was Dir mehr im Portemonnaie bleibt (weniger Fahrtkosten, mehr Netto durch Verbeamtung).

    Alter Verwalter ... das ist ja Sexismus unter aller Kanone, habe ich in diesem Ausmass zum Glück schon lange nicht mehr erlebt. Kann man sich über sowas nicht irgendwo beschweren (Frauenbeauftragte oder so)?

    Mir ist auch ein bißchen die Spucke weggeblieben. Aber dann dachte ich mir, was solls. Meine Kollegen wissen, dass ich kompetent bin. Und dieser Typ einer externen Firma soll mir einfach nur meinen Raum verkabeln. Nach den Sommerferien kann ich hier schreiben, ob ER es drauf hat. ;)

    Auch an einer Grundschule fiele mir erheblich Sinnvolleres ein, als Klangschalen und Plastikständer für auf'n Tisch bei Gruppenarbeiten. Entlastet das irgendjemanden? Führt es in irgendeiner Art und Weise zu einer Effizienzsteigerung oder verbessert es belegbar die Qualität des Unterrichts?

    Aber kleine Kinder benötigen doch solche Rituale. Die helfen, dass sie in ihrem Schulalltag eine Struktur vorfinden! Was hilft da ein Experimentierkasten, wenn die Kinder ansonsten völlig mit dem ganzen Ablauf überfordert sind? Der Schuleinstieg ist schon eine Herausforderung für die Kleinen.
    Du hast keine eigenen Kinder, oder?

    Ich bin männlich, in verschiedenen Kontexten schon als Frau Schmidt angeschrieben worden und im Seminar wurden auch gelegentlich pauschal alle als Studentinnen angesprochen. Keine Ahnung, wie das jemanden stören kann. Fällt mir jetzt mein *** ab, nur, weil jemand in einer E-Mail "Frau Schmidt" geschrieben hat? Und warum ist das überhaupt relevant? Es geht ja in den E-Mails/im Seminar nicht um mich als Person oder um mein Geschlecht, sondern um Problem xy oder schöne Sache z oder Frage abc. Ich fühle mich ja auch nicht genervt oder persönlich beleidigt, weil jemand das falsche Datum in einen Brief schreibt. Wieso ist sovielen Menschen so ein unnützes (und teures) Konstrukt so wichtig?

    Das Problem liegt eher darin: Sobald ein Dipl.-Ing. da steht wird man automatisch als Herr tituliert. Sobald ein Kollege Grundschullehrer angeschrieben wird, ists automatisch Frau xy.

    Klar, Fällt mir mein Arsch da nicht ab, aber es zeigt ja mehr als deutlich, wie unsere Gesellschaft Frauen und Männer jeweils sieht. Und das ist auf Dauer eben nervig.

    Ich habe für die Schulsanierung den Klassenraum mit den Tischen aufgezeichnet. Der Elektromeister, der die Zeichnung für seine Strippen brauchte, meinte, dass man meine Zeichnung nicht für bare Münze nehmen könnte, bis er sich beim persönlichen Ausmessen des Raumes doch von der Richtigkeit meiner Zeichnung überzeugen konnte. Vor allen (Schulleitung, Architekt, Schulträger) sagte er dann: Na, das Mädchen denkt ja echt mit!
    Leider zieht sich das durch viele Bereiche und von daher ist das grundsätzlich schon ätzend.

    Noch ne Anekdote: In einer Vorlesung des Maschbaustudiums wurde mir vom Prof gesagt: Jetzt kommt ein Thema für Sie, denn wir reden über Tiefziehen. So werden Kochtöpfe hergestellt.
    Von solchen Storys kann ich Dir noch ein paar mehr erzählen.

    Noch Fragen, warum das nervig ist?

    Ich habe das gleiche „Problem“ anders herum. Ich habe einen Dipl-ing und als ich den ganz frisch hatte, habe ich ihn stolz auf jedem Formular eingegeben. Auch ich habe einen eindeutig weiblichen Vornamen. Wieviele Briefe ich bekommen habe, die an Herrn Dipl-ing Vorname Sissymaus gerichtet waren, kann ich nicht mehr zählen.

    Fossi, ich kann verstehen, dass dich das nervt. Allerdings ist das vielleicht auch dann mal ein Denkanstoß für viele Männer, die uns Frauen nicht verstehen wollen, weil wir von der Sparkasse als Kundin angesprochen werden wollen. Denn wenn man mal Werbung schaut, ist es doch auch klar verteilt: der Mann schuftet im Garten an seinem Herzensprojekt und die Frau freut sich über das geniale Putzmittel. Solche Stereotypen nerven mich auch sehr und zeigen doch deutlich, wie die Rollen im Kopf verteilt sind.

    Sissymaus: Mir war klar, dass es entsprechende Einrichtungen für entsprechende Ausbildungsgänge gibt - etwas Anderes hatte ich auch nie behauptet. Es ging nur um die Frage, ob Coyo mit ihrem studierten Hintergrund in diesem Bereich unterrichten dürfte, da sie ja durch die sonderpädagogischen Anteile im Studium geeigneter hierfür wäre als Leute, die hiervon überhaupt keine Ahnung hätten.

    Ich kenne natürlich nicht alle Einrichtungen, die es deutschlandweit gibt, aber ich vermute, dass sie alle ähnlich sind. Und dort arbeiten Meister/Techniker und bilden diese Schüler in Praxis und Theorie aus. Dass diese nicht die gleichen Bedingungen und die gleiche Bezahlung haben wie an einem Regel-BK dürfte klar sein. Von daher sollte man diese Möglichkeit nur als Notnagel in Betracht ziehen.

    Mag sein, dass es Eltern gibt, die es sich nicht leisten können. Die Kosten sind in Genf und in Basel aber die gleichen und dort sind die Maturitätsquoten doppelt so hoch wie z. B. im Baselland.

    Erwähntest Du nicht mehrmals, dass die Quote bei 20% liegt? Hast Du Dich da auch dein Kanton bezogen?

    Und: bleibt es denn bei den ca.1000€? Oder was kommt noch dazu?

    Sobald es sich eine Familie nicht leisten kann, ist es leider tatsächlich so, dass das Einkommen der Eltern die Bildung der Kinder bestimmt.
    In D ist es ja leider auch so. Liegt aber eher daran, dass Eltern, die kein Abitur/Studium haben, ihren Kids nachher nicht mehr helfen können. Das ist genauso blöd.

    Kerlokiste, 5 Wochen und da machst Du so einen Aufriss? Geh hin, mache Deinen Unterricht und belaste nicht die Schüler und Kollegen zusätzlich.
    So ist das nun mal, wenn man Vertretungslehrkraft ist: Man macht Vertretungsstunden. Schließlich wirst Du ja auch dafür bezahlt. Ob das, was Du als Systembetreuer in 5 Wochen noch großartiges leisten willst, der Schule einen Gewinn bringt, kannst Du evtl auch gar nicht beurteilen. Vielleicht siehst das nur Du so, wenn Du alle anderen Systembetreuer als unfähig darstellst.

    Was ich mich gerade frage:
    Wäre es möglich einfach erstmal soziale Arbeit zu studieren ( hier um die Ecke) und kurz vor dem Bachelor ( also keinen Bachelor machen ) nach Dortmund für die restlichen Fächer zu wechseln ?
    Dann wäre ich immer noch Erststudienbewerber und könnte mir einiges anrechnen lassen.

    Das würde ich auch mit Vorsicht genießen. Gerade Dortmund hat "Probleme" damit, Leistungen von FHs anzuerkennen und packt direkt noch halbe Bachelor-Studiengangleistungen mit drauf. Jedenfalls ist das im Bereich Maschinenbau so. Ein Bachelor der FH (180 CP) und der Bachelor an der TU Do (210 CP) weisen fehlende CP von 30 CP auf. Aber es gab da so hohe Auflagen bei einigen Kollegen, dass locker 1-2 Jahre ins Land gegangen wären, BEVOR sie überhaupt mit dem Master hätten starten dürfen.
    Wenn Du jedoch Studienleistungen an einer Uni erbringen könntest, dann wäre es kein Problem.

    Hast Du einen Bachelor in Theater..Dings? Sorry, müsste zurückblättern, habs nicht mehr genau im Gedächtnis.

    Davon mal abgesehen gibt es auch bestimmte Ausbildungsgänge extra für Menschen mit Behinderung. In diesen würdest du wohl auch schwerpunktmäßig eingesetzt werden.

    Das sind aber in der Regel extra Einrichtungen für Behinderte! Nicht mit einer normalen Regel-Berufssschule vergleichbar. An diesen Einrichten machen die S. die praktische UND die theoretische Ausbildung der dualen Berufsausbildung. Das ist überhaupt nicht mit einem Lehramt vergleichbar, denn dort können auch Meister den kompletten Unterricht halten. In der Regel sind diese Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft.
    Bitte wirf nicht immer so ein Halbwissen in den Raum. Andere glauben das womöglich. Ein Regel-Berufskolleg kann sowas überhaupt nicht leisten.

    Zum Beispiel das hier: https://josefsheim-bigge.de

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