Ich bin männlich, in verschiedenen Kontexten schon als Frau Schmidt angeschrieben worden und im Seminar wurden auch gelegentlich pauschal alle als Studentinnen angesprochen. Keine Ahnung, wie das jemanden stören kann. Fällt mir jetzt mein *** ab, nur, weil jemand in einer E-Mail "Frau Schmidt" geschrieben hat? Und warum ist das überhaupt relevant? Es geht ja in den E-Mails/im Seminar nicht um mich als Person oder um mein Geschlecht, sondern um Problem xy oder schöne Sache z oder Frage abc. Ich fühle mich ja auch nicht genervt oder persönlich beleidigt, weil jemand das falsche Datum in einen Brief schreibt. Wieso ist sovielen Menschen so ein unnützes (und teures) Konstrukt so wichtig?
Das Problem liegt eher darin: Sobald ein Dipl.-Ing. da steht wird man automatisch als Herr tituliert. Sobald ein Kollege Grundschullehrer angeschrieben wird, ists automatisch Frau xy.
Klar, Fällt mir mein Arsch da nicht ab, aber es zeigt ja mehr als deutlich, wie unsere Gesellschaft Frauen und Männer jeweils sieht. Und das ist auf Dauer eben nervig.
Ich habe für die Schulsanierung den Klassenraum mit den Tischen aufgezeichnet. Der Elektromeister, der die Zeichnung für seine Strippen brauchte, meinte, dass man meine Zeichnung nicht für bare Münze nehmen könnte, bis er sich beim persönlichen Ausmessen des Raumes doch von der Richtigkeit meiner Zeichnung überzeugen konnte. Vor allen (Schulleitung, Architekt, Schulträger) sagte er dann: Na, das Mädchen denkt ja echt mit!
Leider zieht sich das durch viele Bereiche und von daher ist das grundsätzlich schon ätzend.
Noch ne Anekdote: In einer Vorlesung des Maschbaustudiums wurde mir vom Prof gesagt: Jetzt kommt ein Thema für Sie, denn wir reden über Tiefziehen. So werden Kochtöpfe hergestellt.
Von solchen Storys kann ich Dir noch ein paar mehr erzählen.
Noch Fragen, warum das nervig ist?