Zitat
Und rate mal, wo ich arbeite? Wenn ich keinen bekommen würde, dann hätte ich das auch nicht geschrieben.
Naja, da Du hier in der absoluten Minderheit bist, der bereits bei Ausbildungsbeginn weiß, dass er im Außendienst arbeiten soll, lag die Vermutung nahe, dass das eine Vermutung deinerseits ist. Ich hab hier schon genug gelesen von überzogenen Vorstellungen vom Berufsleben.
Zitat von Unsicher
urch Tarifverträge und der vertraglich zugesicherten Übernahme habe ich einen Einblick erhalten, wie es finanziell in etwa nach dem Studium aussieht. Würde ich es nicht wissen, hätte ich es nicht geschrieben.
Ok, lass es mich anders ausdrücken: Zu wissen, was man später verdienen kann ist nicht gleichbedeutend mit, was man sich davon leisten kann. Darüber hatten wir hier schon diverse Threads, da die Lebensweise und der Wohnort deutlichen Einfluss auf die mögliche "Kaufkraft" des eigenen Gehalts hat.
Ich will damit sagen: Man hat das Geld nicht automatisch alles zur freien Verfügung. Die Fixkosten können einem schon die Lust am arbeiten vergehen lassen. Und das sind Kosten, mit denen man zu beginn seiner Ausbildung nicht rechnet, was ja auch völlig normal ist. Als Beispiel: Der "Luxus" der Berufstätigkeit hat uns zu Spitzenzeiten 800€ in Summe monatlich an Betreuungskosten für unsere Kinder gekostet. Unsere Hausfinanzierung ist in Zeiten höherer Zinsen abgeschlossen worden. Auf dem Land müssen wir 2 Autos finanzieren usw usf. Da kommt einiges zusammen und da erscheint mir Dein geschildertes Luxusleben auf Basis eines Bachelor-Hauptverdieners als überzogen.
Aber das ist eigentlich unwichtig. Ein Außendienstjob und Grundschullehrer ist wirklich kaum vergleichbar. Wieso man auf Druck von Eltern diesen völlig entgegengesetzten Weg einschlägt, kann ich nur damit erklären, dass Du einfach noch nicht in der Arbeitswelt angekommen bist. Ich hab mir niemals reinreden lassen und das war auch gut so, denn sowas geht immer nach hinten los. Finde Deinen Weg! Und wenn der Grundschullehramt ist, dann mach es.
Dabei realistisch diese beiden Jobs zu betrachten kann nicht schaden: Der Job des Bachelor-Absolventen ist kein Garant für einen Mega-Reichtum, der des Grundschullehrers hat außer des Unterrichts massig an Verwaltungsaufgaben und anderes (da haben die Primarstufenlehrer hier mehr Ahnung) und nicht nur leuchtende Kinderaugen, die einem an den Lippen hängen. Im Gegensatz zur Animation kommen die Kinder nämlich nicht zur Schule, weil sie dazu so große Lust haben und bleiben weg, wenn sie keine mehr haben.
Wir lesen hier oft von rosigen Vorstellungen vom Lehrerjob und da kommt der Praxisschock dann umso heftiger.
Auch Neles Einwand darf man nicht außer Acht lassen: Das Grundschullehramt wird im Gegensatz zu den anderen eher schlecht bezahlt. Ich sage nicht, dass das richtig ist und dass man davon nicht leben kann, aber bedenken sollte man es schon. Auch, dass dieser Zweig eher überlaufen ist.
Bin gespannt, wie Du Dich entscheidest. Erzähle es uns mal.