Beiträge von Sissymaus

    Ich verstehe das total, dass du dir als Kollege an einem „normalen Gymnasium“ das nicht vorstellen kannst. Das ist bei uns aber quasi Standard.

    Es haben diesmal sage und schreibe 4 Studierende Abitur gemacht. Das ist ein völlig anderer Rahmen, als man es vom „normalen Gym“ kennt.

    Edit: Die Schüler gehen danach dann häufig noch in die Altstadt oder so, da gehen die Lehrer dann eher nicht mit.

    Ist am BK auch oft so. Das sind in der Regel nicht so viele. Man geht essen und feiert ein bißchen zusammen. Fertig.

    Puh. Wenn du in diesem Gespräch genauso anstrengend gewesen bist wie hier, dann kann ich die Schulleitung leider gut verstehen.

    Anstrengend? An welcher Stelle findest du das anstrengend?

    In Guten Unternehmen würde keiner einfach irgendwohin gesetzt, wo grad ein Schreibtisch frei ist, sondern es würden Entwicklungsgespräche geführt und wenigstens das Gefühl der Mitbestimmung zu vermitteln. Wenn die Vorstellungen und Realität zu sehr auseinander liegen, kann man immernoch intervenieren und nachjustieren, aber hier findet ja einfach kein Gespräch statt.

    Das ist ein nicht-nutzen von evtl. Wertvoller Expertise.

    Ich glaube, es ist einfach das fehlende Interesse an meiner Person, das mich stört. Ich erwarte natürlich nicht, dass man Stellen für mich freischaufelt. Nur, dass man Perspektiven aufzeigt. In der Vergangenheit habe ich auch erfolgreich Jugend forscht gemacht, war SV-Lehrerin, saß in der SchuKo. Wenn man gewollt hätte, hätte man einen Ansatzpunkt gefunden. Ich hatte dem Schulleiter im Vorfeld des Gesprächs extra meinen Lebenslauf und das aktuelle Arbeitszeugnis gemailt, damit er sich einen Eindruck von mir machen kann. Die Unterlagen lagen im Gespräch in einer Mappe vor ihm. Er hatte aber offensichtlich nicht einmal reingeschaut. Stattdessen wurde ich behandelt wie frisch aus dem Ref bzw. teilweise wie aus dem Elfenbeinturm. Elfenbeinturm bin ich überhaupt nicht. Aber wer ich bin, ist scheinbar egal. Das ist so schade.

    Ja, das ist kein schöner Umgang mit Personal, wenn man nur als Personalnummer mit den Attributen zweier Fächer gesehen wird. Ich würde mir da auch einen anderen Umgang wünschen, auch bei Versetzungen etc. Leider ist der Mangel so groß und die Überarbeitung auch, dass das oft auf der Strecke bleibt und man nur froh ist, ein Loch stopfen zu können.

    Hast Du mal mit der zuständigen Behörde Kontakt aufgenommen? Es ist ja schon etwas fahrlässig, wenn man nicht versucht, Deine erworbene Expertise von der Uni bestmöglich zu nutzen.

    Für mich kamen als Fächer immer nur Englisch, Deutsch und Geschichte in Frage.

    Nun, Du hast hier viele Kommentare bekommen, warum das nicht so ratsam ist mit der Kombi D+E. Man nennt sie auch Todeskombi, das kommt wohl irgendwoher. Wenn sonst nichts anderes in Frage kommt, bleibt Dir wohl nur Englisch+Geschichte oder eben das dauerhafte Leisten von Überstunden = Verzicht auf Geld. Einen Tod wirst Du sterben müssen.

    Auf Veränderung der Prüfungsformate würde ich bei unserem trägen Bildungssystem in den nächsten 20 Jahren nicht hoffen.

    Ich danke euch für die Kommentare und eure Zeit! Es tut gut sich mal austauschen zu können. Ich hatte gestern auch noch mehr hier über Stress / Überforderung gelesen. Lehrerin ist eben mehr als viele denken.

    10 Jahre Entwicklung - dann habe ich noch einiges vor mir...

    Das muss nicht so lange dauern. Ich hatte nach ca. 1,5 Jahren das Gefühl, dass ich mich anfange zu langweilen und mir schon wieder was Neues gesucht hab.

    Es wird besser. Versprochen.

    Aber das Pareto-Prinzip ist wirklich ein Gamechanger! Halte Dich daran und Du wirst sehen: Es macht in der Qualität Deines Unterrichts keinen Unterschied, aber Du gewinnst immens Zeit. Und denk auch daran: Du kannst nicht alle retten.

    (Man sollte als Moderator/ Schulleiter nur betrunken (ggf.) posten, wenn man's dann auch noch so einigermaßen drauf hat.

    Die gezeigte Rechtschreibschwäche ist auch sonst schon eklatant genug. Sorry, aber ich kann "Schulleiter"/ Lehrer, die ständig nachweisen, dass sie u.a. das/ dass nachweislich nicht unterscheiden können, einfach nicht ernst nehmen. Zum Fremdschämen.

    O.g. passt übrigens in so manchen Fällen wie die Faust aufs Auge zum ideologischen, inhaltsleeren, wenig intellektuellen "Denken" und Handeln, das u.a. unser "kleiner grüner Frosch" hier desöfteren zur Schau stellt.

    Was stimmt mit Dir denn nicht?

    Alles fest in Frauenhand hier. Krabbelgruppe, Elternabend Kiga/GS, Kinderturnen, ... mich langweilt das alles sehr. Muss immer mein Mann hin.

    Ja, so ist das. Ich halte mich da auch raus. Ich hab kein Kaffeetrinken zur Kommunion vom Sohn gemacht. Ich bin daher Dorf-Gespräch seit Jahren (weißt Du noch, Sissy hat damals gar kein Kaffeetrinken gemacht. Echt ein Unding). Ratet mal, wer NICHT der Unhold ist?

    Vielleicht können sich einige nicht vorstellen, dass der soziale Druck auf dem Dorf immens ist. ich lasse mich davon nicht beeindrucken, aber viele schon. Und viele finden das auch normal und mich unnormal.

    st es wirklich so schlimm? Was würdet Ihr mir raten zu tun?

    Ja. Und noch viel schlimmer. Lies Dich mal hier durchs Forum, aber die Lehrkräfte werden sich gleich sicher noch melden, falls sie vor lauter Korrekturen dazu Zeit finden (keine Ironie!)

    Bleib bei Englisch und Geschichte. Dann kannst Du auch BiLi unterrichten. Noch besser: Nimm ein MINT-Fach dazu.

    EDIT: Ich hab auch Themen in meinem Fach, die ich nicht so gern mag, aber anderes, was ich dafür umso lieber mache. Es gibt nahezu keinen Job, bei dem alles supi ist, also solltest Du Dich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass du auch mal nicht so interessante Themen behandelt musst.

    Spiegel.

    An dem hier verlinkten Beispiel sieht man ja, wie lächerlich dieser Terminus ist. Schon mal ein Gartenhäuschen gebaut?

    Ja. Und noch viel mehr. Und? Was genau hat das damit zu tun? Es geht um Mental load, also nichts, was körperliche Arbeit angeht.

    Nun mal Butter bei de Fische. Wer von Euren Männern bzw. wer von den anwesenden Männern mit Familie wissen folgendes:

    • Wie groß der Vorrat an Toilettenpapier ist.
    • Wann Ibu nachgekauft werden muss.
    • Ob Geschenkpapier etc in ausreichender Menge für die nächsten Geburtstage und Weihnachten vorhanden ist.
    • Welche Geschenke überhaupt so in der nächsten Zeit anstehen und was es wird.
    • Was Eure Kinder an Schulmaterial demnächst mal wieder benötigen.
    • Wie der Stundenplan der Kids aussieht.
    • Wann Klassenarbeiten/sonstige Abgaben/besondere Schultage sind.
    • Wann die nächsten Familientermine anstehen.
    • Wann (wieder) geimpft werden muss.
    • Was in der Woche gekocht wird und ob dafür Vorräte da sind.
    • Ob Wäsche gewaschen werden muss.
    • und und und

    Ich könnte da noch ne Weile weiterschreiben.

    Ihr wisst das alles? Eure Männer kümmern sich das alles? Toll, dann übernimmt der Mann einen großen Teil des Mental loads.

    Fühlt Euch also nicht angesprochen (nur zur Vorsicht, falls wieder jemand anmerkt, dass er selbst oder der Ehemann das natürlich alles weiß und man selber dafür samstags ne Runde auf dem Sportplatz abhängt).

    Falls nicht: Eure Frau weiß das alles und vermutlich noch sehr viel mehr und denkt auch an das alles ständig und das führt zur Überforderung.

    Falls nun noch einer schreibt: selbst Schuld, dann steig ich aus.

    Und? Dann sollen sie lieber gar nicht leben?!

    Das hab ich nicht gesagt. Wenn das hier aber als Argument genannt wird, sollte man auch die ganze Realität benennen. Die Winzlinge überleben nur mit Hilfe von Maschinen und tragen Schäden davon, aber hier wird von Mord an Kindern gesprochen. Sie sind eindeutig noch nicht allein lebensfähig.

    Mir geht’s aber auch gar nicht um einen Abbruch in der 20. Woche, da kann man sich auch gern eher entscheiden. Mich stört, dass Frauen in dieser Situation einen Spießrutenlauf durchmachen müssen und zudem eine Straftat begehen. Man kann sich ja mal vorstellen, wie es ist, wenn diese ganzen Termine und die Überlegungen dazu innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen untergebracht werden müssen.

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