Beiträge von Sissymaus

    Das sind eben Menschen, wenn man sich ehrlich für andere Menschen interessiert, dann entsteht eine Beziehung und das Miteinander funktioniert. Das ist zumindest meine "Strategie" als Person ohne päd. Studium.

    So ist es. Wir haben aber KuK, die direkt durch ihr Auftreten zeigen, dass sie keinerlei Wertschätzung für diese Schülergruppen haben. Das merken die sehr schnell und dann artet es aus. Und ich hab vollstes Verständnis für die Klassen.

    Hört man sich mal an, was die bereits für Rucksäcke tragen in ihrem jungen Leben, versteht man vieles besser. Das sind so oft ganz arme Jungs und Mädels. Und ich hab es wirklich viel leichter gehabt in meinem Leben.

    Gehalt habe ich außen vor gelassen.

    Dabei ist das doch ein zentraler Punkt.

    Nachteil: Material an privaten Schulen muss selbst beschafft werden: Bücher, Materialien

    Meinst Du "an öffentlichen Schulen"? Oder was soll nun der Nachteil des Wechsel von privat zu öffentlich sein?

    Das ist jetzt nicht Deine Baustelle, aber das Material muss nicht selbst gekauft werden. Jede Schule handhabt das anders, aber ein Budget ist bestimmt da. Es muss nur anders verteilt / priorisiert werden. Oder ist das in Sachsen anders, Quittengelee?

    Weiterhin viel Erfolg. Musst Du nun etwas nachstudierten oder nachholen?

    Ich hatte damals im ersten halben Jahr an unterschiedlichen Tagen Seminar. Bildungswissenschaften liegt irgendwo, manchmal auch Samstags. Da kommen alle Schulformen zusammen.

    Danach hatte ich Seminar zu wechselnden Zeiten. Grundsätzlich konnte da alles von 8 bis 18 Uhr dabei sein an unserem ZfsL.

    Samstags? 8-18 Uhr? Ach Du liebe Güte, da war ich ja mit meinem ZfsL gut bedient. Wir hatten wirklich nur den einen Tag. Da ich keine exotischen Fächer habe, lagen die auch zeitlich vernünftig, aber DU hast Recht: Einige von uns hatten einen Freiblock und dann bis 18 Uhr Seminar.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Orga stark von der Leitung abhängt.

    1. Ich habe mich auf einigen OBAS-Stellen bereits beworben mit Startdatum 01.11. Falls es doch nicht klappen sollte, ist der 01.05 das nächste Datum? Gibt´s auch Daten zwischendurch?

    Ja, gibts. Aber wenige. Ich würde Schulen gezielt kontaktieren und Deine Bewerbung auch Initiativ abgeben. Manchmal wird erst ausgeschrieben, wenn ein Bewerber da ist.

    2. Zum Auswahlverfahren: wie würdet ihr eingeladen? Telefonisch, per Mail oder per Brief? Ca. wie viele Tage nach Bewerbungsfrist?

    Schriftlich

    3. Wie sind die 7 Stunden Ausbildungszeit in der Woche verteilt?

    Einen Tag pro Woche ist man im Seminar. Bei mir wars von 7:45-15:45 Uhr. Meist gibt es dann in der Schule noch Ausbildungszeit. Das organisiert jede Schule anders.

    4. Ich habe meine CP in mathematischen Fächer gerechnet und diese sind vergleichbar zu dem Lehramt-Studium auf Master mit Mathematik als ein Fach. Dabei beruhte der wesentliche Teil meiner Promotion auf fortgeschrittene statistische Methoden. Sprich würde ich mir zutrauen, mindestens bis Sek I Mathe zu lehren, wenn auch nicht in der Sek II. Hat jemand Erfahrungen mit Anerkennung von Studienleistungen zwecks Einstellung mit Fach 1: Mathematik oder gar als mathematische Grundbildung und Einstellung als GrundschullehrerIn? Vielleicht passe ich besser vom Profil her bei BK, muss aber gestehen, dass die Arbeit mit den Kleinen in der GS mir Spaß machen würde.

    Genaues kann ich dazu nicht sagen, aber wenn die Schule jemanden haben will, ist vieles möglich.

    Ich erwarte keinen geringeren Arbeitaufwand als Lehrerin, sondern, dadurch dass die Unterrichtszeiten geregelt und während der Betreeungszeiten meines Sohnes sind, die Vereinbarkeit Beruf/ Familie etwa besser zu gestalten wird.

    Das ist jedoch ein Trugschluss. Hier ist extrem viel von der ungerechten Arbeitsbelastung bei Teilzeit zu lesen. Auch von Stundenplänen, die wie ein löchriger Käse aussehen. Mag in der GS anders sein, aber gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehe ich maximal in den Ferienzeiten. Im Vergleich zu anderen Jobs in der freien Wirtschaft mit ähnlichem akademischen Niveau ist es jedoch wirklich besser.

    Die Frage ist doch: Hättest Du dir diese Stadtführung als Video angesehen, vielleicht noch mit anschließender Videokonferenz, wäre der Lerneffekt dann geringer gewesen? Wenn nein, dann war die Stadtführung grandios touristisch.

    Es ist durchaus ein Unterschied, ob man die Umstände vor Ort erlebt oder in einem Video sieht. Es ging um Verkehr und Stadtplanung und Leben in der Stadt.

    Aber ich muss mich vor Dir auch nicht rechtfertigen. Dieser Austausch mit europäischen Partnern ist für mich und meine Arbeit an der Schule sehr wertvoll und auch nur deswegen nehme ich den Aufwand auf mich. Wer das nicht will, bleibt eben zuhause.

    Danke für die Rückmeldungen.

    Zur Klarstellung möchte ich unbedingt sagen, dass ich in keinster Weise Erasmus kritisiere oder Teilnehmer, die dort viel Herzblut und Engagement hineinlegen.

    Mich ärgert massiv die Intransparenz, mit der alljährlich Kollegen abgezogen werden, die selbst nach ihrer Rückkehr keinen Hehl daraus machen, dass diese Woche mitnichten schwere Arbeit war, sondern nach kurzem Vormittagsprogramm nur noch touristischen Charakter hatte.

    Die Arbeit mit Gelder verwalten, etc macht der Schulleiter. Der,nebenbei bemerkt ,auch mit WhatsApp Posts an sein Umfeld zu erkennen gibt, dass diese Woche für die Gruppe eher Ferien sind.

    Wer da gerade in der Vertretungsstunde sitzt, dem fehlt das Verständnis.

    Also, ich war neulich auch unterwegs und durfte eine Stadtführung genießen, die einfach grandios war. Es ging um Nachhaltigkeit und Umgang mit Ressourcen. Ich habe da extrem viel für mich und meinen Unterricht mitgenommen. Obwohl man von außen sagen könnte, dass es touristisch war.

    Ja, das gibts auch. Ich sag es auch gerne: Bitte nehmt das auf jeden Fall in Anspruch, aber dann auch bitte mit dem ganzen Rattenschwanz, der dahinter hängt. Erasmus fördert ganz viel. Aber nicht mal eben so, auch wenn sich das jetzt hier so anhört.

    Manchmal werden auch Kollegen mitgenommen, damit sie in Zukunft auch Arbeit in diese Projekte stecken. So kann man sich nämlich vom Nutzen des Austausches vor Ort überzeugen. Ich selbst war auch vor 8 Jahren in Finnland und durfte mir Schulen und Betriebe anschauen. Das war beeindruckend und seitdem betreibe ich auch an meiner Schule in kleinem Rahmen Erasmus plus. Ich hoffe, dass das neue Team an meiner Schule das größer macht.

    Außerdem bin ich auch für solche Themen an die BR abgeordnet. Das alles hätte ich nie angefangen, wenn die Fahrt nach Finnland nicht gewesen wäre.

    Aber warten wir mal auf den TE und weitere Erklärungen.

    Was ich mich frage: Wer managt denn diese ganze Woche und wer erledigt die damit verbundene Arbeit? man kann nicht mal eben mit Erasmus ins Ausland fahren, da hängt schon ein bißchen mehr dran. Gelder verwalten, Lernvereinbarungen schreiben, Programm erstellen, mit Partnern absprechen, Berichte schreiben und und und.

    Wenn noch Schüler beteiligt sind, wird das ganze noch aufwändiger. Ich weiß wovon ich rede. Morgen bekommen wir Besuch aus NL und ich stecke da eine Scheiß Arbeit rein und bin übrigens auch kein Sprachenlehrer.

    Wenn das die KuK machen, die dann auch fahren, dann passt das doch. Oder wie ist das bei Euch organisiert?

    Habt ihr kein EU-Team? Engagiere Dich doch auch, dann kannst Du ein eigenes Projekt machen.

    wobei der Antrag im Vertretungsplan ja die Anordnung ist, oder?

    Also, bei uns muss das durch die Schulleiterin schriftlich angeordnet werden. Eventuell reicht da schon der VPlan, da bin ich überfragt. Wir haben jedoch die Regel: nicht mehr als 3 Stunden und alles drüber wird nicht gemacht oder eben beantragt. Das geht aber zB auch nur, wenn nicht zur andere Lehrkräfte bereits frei haben weil Klassen weg sind. Das musste sich bei uns auch erstmal einpendeln, da waren KuK, die nur noch 3 Stunden hatten und den Rest der Zeit gemütlich zuhause saßen.

    Teilzeitkräfte dürfen auch Mehrarbeit leisten, wenn sie denn angeordnet ist. Keine Mehrarbeit dürfen befristet Beschäftigte leisten.

    Ansonsten stimme ich dir vollumfänglich zu.

    Ja, die Anordnung muss auch bei Vollzeitkräften ab der dritten Stunde sein. Nur dann wird sie ab der ersten bezahlt. Das ist bei Teilzeit nicht so, da wird jede Stunde bezahlt, aber sie muss auch angeordnet werden.

    Und wieso wird es das dann immer? Und wieso wird hier sogar empfohlen oder es als unausweichlich gesehen, dass man es umgehen muss?

    Man darf in NRW 3 Stunden pro Monat zusätzlich verplant werden. Wer mehr macht, sollte das verweigern bzw auf Anordnung von Mehrarbeit bestehen. Teilzeitkräfte dürfen genau null Stunden mehr machen. Es gibt einfach zu viele Sl, die das einfach machen und zu viele KuK, die ihre Rechte nicht kennen.

    Interessant. Auf der GLK, ist aber schon 5 Jahre her, wurde nochmal betont, dass der Weg zur Toilette kein Arbeitsunfall ist. Aber wie gesagt, es gab keine Spätolgen und die Kosten des privaten Unfalls wurden natürlich bezahlt.

    Spätfolgen können Jahre später auftreten. Daher ist die Feststellung eines Dienstunfalls wichtig.

    Bis zur Gruppenleitung inklusive sind die meisten Beschäftigten in der Schulabteilung dort ehemalige Lehrkräfte. Ausnahmen sind die SachbearbeiterInnen. Also mangelnde Expertise kann man ihnen nicht vorwerfen. Politische Entscheidungen folgen hingegen selten dem Rat von ExpertInnen...

    Ich bin in diesem Zusammenhang auch vielen ehemaligen Lehrkräften begegnet. Meine Erfahrung mit einigen Personen ist, dass sie sehr schnell die Bedingungen an den Schulen vergessen oder - ich sage mal- verklärt in Erinnerung haben.

    Ich steige ein in den doch schon älteren Thread und komme damit auf die Frage zurück ("Worüber ich mich heute freuen kann..."). Große Freude - und noch mehr Vorfreude - ist tatsächlich angesagt: Ich habe heute gekündigt! Volle Stelle, feste Stelle, unbefristet, lukrativ... am Ende war's alles wurscht. Eine von unzähligen Anekdoten, die es für mich klargemacht haben:

    In der vergangenen Woche hat das Kollegium meiner Schule im Rahmen einer Dienstbesprechung zwei Tagesordnungspunkte abgehandelt:

    Zum einen haben wir für die weitere Gestaltung der im Rahmen der andauernden Flüchtlingskrise eingerichteten DaZ-Klassen und ihre an unserer Schule dringend notwendige konzeptionelle wie ganz praktische Neuausrichtung keine fünf Minuten benötigt. Ein Kollege ist neben dem Schuldienst seit 25 Jahren als Uni-Dozent im Fachbereich „Deutsch als Fremdsprache“ sowie zertifizierter TELC und TestDaF-Prüfer in Integrationsmaßnahmen tätig und hat einmal mehr versucht, hier konstruktiv und sehr professionell Einfluss zu nehmen. Seine Hinweise wurden gehört und wie in der Vergangenheit ohne weitere konkrete Zielsetzung ins Protokoll aufgenommen: Sie bedeuten schlicht, dass zum Wohle der Kinder Personal und Zeit investiert werden müssten. Daran besteht in unserer Einrichtung eher weniger Interesse. Der übliche Textbaustein hier: „Wir nehmen das in den Blick.“ Bedeutet: Alle Flüchtlingskinder, die ihre Erstförderung an unserer Schule absolviert haben (meint: die den Zeitraum ihrer Erstförderung in einem ehemaligen Abstellraum abgesessen haben), werden wie in der Vergangenheit ohne Erreichen eines messbaren Sprachniveaus ans Berufskolleg und/oder die umliegenden Hauptschulen weitergereicht. Hier beginnen die Kinder in den IFK (Int. Förderklassen) wieder bei Null.

    Der zweite TOP, die Planung und sehr lebhafte Diskussion des Lehrerausflugs (in der Sprachregelung der Schule neckisch „digitaler Studientag“ genannt), insbesondere die Organisation des „Squaredance-Workshops“ für das Kollegium – eine teambildende Maßnahme - sowie die launige Kommunikation der Speisekarte einer angemieteten Gastronomie, nahm satte 45 Minuten in Anspruch.

    Also habe ich nach drei Jahrzehnten im Schuldienst quer durch alle Schulformen vor „Dienstbesprechungen“ wie dieser und vor allem anderen final kapituliert: vor hoffnungslos überfüllten Klassen, massivem Unterrichtsausfall, vor kleinen und großen Kindern mit bunten Tablets, vor Eltern, die höchste Ansprüche formulieren und gleichzeitig grundlegende Erziehungsaufgaben bereits delegieren, vor Netflix und Tiktok, vor heute kranken und morgen tanzenden Kolleginnen und Kollegen, vor Fortbildungsstrategen, die von „digitaler Transformation“ reden und keinen Satz mehr sprachlich sauber zu Papier bringen, vor Schulbüchern ohne Text und mit QR-Codes, vor einer Schulverwaltung ohne ansatzweise Ahnung, wie Schulen heute aussehen... Folgerichtig habe ich die Auflösung meines Arbeitsvertrages durchgesetzt. Das Gefühl, in diesem absurden Theater „entbehrlich“ (John Rambo) zu sein, empfinde ich als Kompliment. Ich werde in Kürze an anderer Stelle wieder mit dem anfangen, was einmal bei meiner Berufswahl entscheidend war: Zeit für Menschen und ihre Bildung zur Verfügung zu stellen, hatte ich doch das Glück einen großen Arbeitgeber zu finden, der die Sache ähnlich sieht und für meine altmodischen Vorstellungen vom Lernen und Lehren auch noch deutlich mehr bezahlen will. Wohl, weil ihm mehr am Menschen liegt.

    Beileidsbekundungen und - wie in diesem Forum oft zu finden - kluge Ratschläge gerne, aber ich werde sie nicht mehr lesen, sondern meine Zeit der neuen (alten i.S. von eigentlichen) Aufgabe widmen. Euch ebenfalls viel Glück!

    Alles Gute!

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