Beiträge von Sissymaus

    Auch wenn ich hier seit 20 Jahren dabei bin und um die Qualitäten dieses Forums weiß, habe ich gerade bei Schulrechts- oder Dienstrechtsfragen immer "handfestere" Quellen zu Rate gezogen. Das tue ich nach wie vor - wenn ich dann immer noch unsicher bin, greife ich auf meine Kontakte bei Stellen, die es wissen müssen, zurück.

    Absolut. Aber oft weiß man einfach nicht, wo man schauen muss. Daher kann ein Hinweis aus dem Forum schon hilfreich

    Ich möchte an der Stelle nicht weiter ins Detail gehen aber ich habe da einen konkreten Fall im Kopf.

    Ich ebenfalls. Und da hat die Bezirksregierung direkt mit drastischen Maßnahmen reagiert. Dabei ist auch interessant, dass es zu keinem Fehlverhalten im Unterricht oder mit SuS gekommen ist. Ich will auch nicht ins Detail gehen, da ich und meine Schule identifizierbar sind, aber dass es den Arbeitgeber nichts angeht ist ein Trugschluss.

    Wenn Personen mit Maschinen arbeiten, ist auch ohne Fehlverhalten der Arbeitnehmer direkt freizustellen. Man stelle sich vor, der Arbeitgeber weiß von Alkoholsucht, unternimmt nichts und dann passiert ein Arbeitsunfall. Das finden die zuständigen Stellen vermutlich weniger witzig.

    Nur weil deine Gründe redlich sind, kannst du nicht für alle sprechen, die den Weg in die Schule wagen. Ein Berufskolleg ist typischerweise mit vielen Quereinsteigern besetzt. Hier gab es diesen Weg in unterschiedlichen Formen schon immer. Und da haben wir schon alle Ausprägungen von Leuten erlebt.

    Es gibt:

    Engagierte Kollegen, die gern was lernen wollen und Ratschläge annehmen und es gibt Leute, die sagen: ich zeig euch jetzt mal wie unterrichten geht, ihr Pfeifen. Dazwischen noch die ganze Bandbreite von einem extrem bis zum anderen. Die Einarbeitung wird oft nicht entlastet und wenn dann nur in homöopathischer Dosis und nicht nach Zeitaufwand. Und manchmal hat man viel Zeit und Energie in Ausbildung gesteckt, der Kollege schafft es dann aber nicht oder wechselt die Schule. Je nachdem, wie eine Schule organisiert ist, kann das wirklich Kraft kosten, wenn man es ernst nimmt. In meiner Abteilung hatten wir in den letzten 10 Jahren 12 Quereinsteiger und 5 Referendare. Ich war quasi 10 Jahre Ausbilderin. Und hab da wirklich vieles erlebt: gutes wie schlechtes.

    Daher musst du den Kollegen auch zugestehen, dass sie müde sind, dass sie skeptisch sind und dass sie je nach individuellen Erfahrungen auch sagen: lieber keine Lehrkraft als ein weiterer Quereinsteiger.

    Das mit dem Umzug weiß ich, da die nächst gelegene Schule von dem nächst gelegenen Einzugsgebiet 120km von mir weg ist. Sofern mein Erstwunsch berücksichtigt wird. Falls nicht, geht's noch weiter weg.

    Ich bin verwirrt. Diese Aussage verstehe ich nicht. Es gibt keine erreichbare Schule mit Deinen Fächern in Deiner Nähe? Wo bist Du in der Ausbildung zur Schule gegangen? Um welche Bezirksregierung geht es denn? Kannst ja auch per PN sagen. Ich bin selber aus dem ländlichen Bereich und habe trotzdem nicht solche Entfernungen zu schultern.

    Ich habe damals bewusst meinen gut bezahlten Job in einer Führungsposition aufgegeben um Lehramt zu studieren, da es mein Wunsch war / ist Berufsschullehrer zu werden.

    Wenn das so ist, frag ich mich, warum Du Dich jetzt davon abhalten lässt?

    Sämtliche Referendare die ich ebenfalls mit dem Fach Maschinenbau kenne (hier aus der Gegend) bekamen direkt schon von ihrer Schule gesagt, dass Sie im Prinzip kein Bedarf haben, wenn überhaupt ist Elektrotechnik oder Informatik gesucht ist.

    Auf Hörensagen würd ich mal gar nichts geben. Es ist vieles möglich, wenn man jemanden haben will. Zudem gehen zB bei uns in den nächsten Jahren 30 KuK in Pension. Da bereiten wir uns jetzt schon gemeinsam mit der Schulaufsicht drauf vor. Du weisst nicht, warum solche Aussagen getätigt werden. Manchmal stimmt die Chemie auch nicht und das wird als Ausrede genommen.

    Man muss manchmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, aber durch das Ref bekommst Du in jedem Fall einen Fuß durch die Tür an eine Schule, die Dich dann schon mal kennenlernt. Das ist die halbe Miete. Der Mangel ändert sich stetig. Bei uns ists grad Deutsch und Bautechnik. Nächstes Jahr vielleicht Maschinenbau. E-Technik hatten wir Mangel, der ist behoben. Das hat so viel mit Fluktuation und Schülerzahlen zu tun, aber dass Maschinenbauer gar nicht mehr gebraucht werden, sehe ich in den nächsten 15 Jahren eher nicht. Ich würde das Ref auf jeden Fall machen. In die Industrie kannst Du immer noch. Schweinezyklus-mäßig erholt sich die Konjunktur auch wieder und dann wird vermehrt ausgebildet. So viel Mühe und Geld und dann kurz vorm Ziel wegen Gerüchten aufgeben: Das kann nicht ernsthaft Dein Ziel sein.

    Ganz oft lese und höre ich, Seiteneinsteiger seien doch keine richtigen Lehrer. Kann ich nicht nachvollziehen. Wird mit Sicherheit nicht gehen, was Du vor hat....

    Wer sagt das?

    ch denke, auch wenn es eher ein Produkt aus dem Mangel an Lehrern ist; dass es in einem gesunden Verhältnis sehr positiv und bereichernd für alle Beteiligten sein kann.

    Unbedingt! Behauptet jemand was anderes?

    In der Regel gehen Seiteneinsteiger auch äußerst bewusst diesen Schritt. Weil sie gelernt haben, dass sie Lehren können.

    Das eben nicht! Es gibt Seiteneinsteiger, die in der freien Wirtschaft nicht klar kamen und meinen, im Lehramt wird das dann was. Leider haben sie nicht erkannt, dass sie selbst das Problem sind.

    Im Idealfall sollte es so sein, wie Du es schreibst, aber das ist eben nicht immer so. Die Möglichkeit eines Seiteneinstiegs zieht eben auch Leute an, die in ihrem studierten Job versagt haben.

    Weil sie Lust darauf haben, weil sie Erfahrungen gesammelt haben.

    Auch das ist der Idealfall. Trotzdem gibts dann welche, die vormittags Recht und nachmittags frei haben wollen und sich dann zB von einer Konferenz abmelden wollen, weil sie an dem Tag schon 6 Stunden Unterricht hatten.

    Ja, prinzipiell ist es egal. Ich bleibe aber bei meiner Aussage, von der ich mich mittlerweile überzeugt habe: In den meisten Bundesländern und damit einem sehr großen Teil der beruflichen Schulen in Deutschland gibt es keine langen Mittagspausen, also Pausen von mehr als einer halben Stunde

    Kenne ich hier auch so, insbesondere vom gewerblich-technischen Bereich.- Diese sind teilweise aus Lehrwerkstätten entstanden, daher auch die manchmal frühen Anfangszeiten von 7:30 Uhr. In den Betrieben gabs auch keine lange Pause, daher haben sich die Zeiten dort angeglichen.

    Ich hätte vielleicht auch gern so eine Schule wie bei Super-Lion beschrieben, aber wir haben zB keine Mensa, daher dürfen wir solche Zeiten gar nicht machen, selbst, wenn wir es wollten. Es gibt auch keine schönen Aufenthaltsräume (daran arbeiten wir grad), daher wüssten weder Schüler noch Lehrer, wo man die Pause verbringen könnte.

    Außerdem haben wir Abendunterricht und daher gehts dann ab 17:30 wieder los mit Schulbetrieb. Azubis, die gleichzeitig beides besuchen, hätten dann einen echt langen Tag.

    Also: Keine Option für uns, daher nur Pausen von 15-20-15 Minuten und Ende um 14:40 Uhr. So kenne ich auch die meisten gewerblich.technischen BKs im Reg-Bezirk.

    Aber ja, ohne Mittagspause bin ich vollkommen bei dir. Dann muss es mindestens für diejenigen, die durchgängig 8 Unterrichtsstunden haben, wenigstens 2x15 Minuten "echte" Pausen geben.

    Jeder vernünftige Stundenplaner vermeidet sowas. Und ansonsten: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Hier werden wieder Extrembeispiel konstruiert.

    An BKs ohne Ganztagesbetrieb gibts üblicherweise keine Mittagspause.

    Ein Bisschen schon. Ich habe situativ gehandelt. Ob ich das wieder so machen würde weiß ich nicht.

    Welche alternativen Handlungsmöglichkeiten hätte ich gehabt? Ich bin erst seit einem Jahr Lehrer...

    Ist Passiert und würde ich an deiner Stelle nicht wieder machen.

    Du kannst da nicht viel tun, in so einer Situation. Dann hat er eben eventuell einen Vorteil gehabt bei diesem Mal. Beim nächsten mal weißt du Bescheid. Man lernt mit jedem Fall ein bisschen dazu.

    Sowas nennt sich auch Flurfunk. Du glaubst doch nicht dass innerhalb von Schulbezirken sich Kollegen nicht kennen oder?

    Man weiß sehr schnell über die jeweiligen Kollegen Bescheid.

    Naja, das ist genau das, was Quittengelee meint. Eine Vorverurteilung. Das ist auch schlechter Stil, man sollte sich zunächst selbst ein Bild machen. Ich gehe natürlich davon aus, dass fachinformatiker sich dieses bilden konnte und auch versucht hat, den Kollegen zur Durchführung sorgfältigem Unterricht zu bewegen.

    Kommt drauf an. An BKs mit Abendbetrieb, ja. An WBKs mit Vormittags- und Abendbetrieb geht es ebenfalls. Ich habe eine Kollegin, die abgeordnet ist, die eine Zwei-Tage-Woche hat. Ok, sie ist in Teilzeit, aber wäre sie in Vollzeit wäre mit einem ähnlichen Pensum eine 3-Tage-Woche ebenfalls möglich.

    Der Nachteil am BK: Ihr habt 25,5. Wir haben 22.

    Wenn alles komplett den Bach runter geht (Wonach es perspektivisch aussieht), melde ich mich bei dir ;)

    Ich befürchte, du willst nicht aufs Dorf 😅 könnte etwas zu weit weg sein.

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