Fremdsprachenbeginn Realschule/Hauptschule NRW

  • Hallo zusammen,


    heute im Gespräch mit Freunden diskutierten wir darüber, ob der Fremdsprachenbeginn an der Realschule ebenso wie der am Gymnasium vorverlegt wurde?
    Also, liebe Realschulkollegen in NRW: Wann beginnt man mit der zweiten Fremdsprache an der Realschule? Ebenfalls in der 6 wie am Gymnasium oder immer noch in der 7?
    Und wenn es vorvleregt wurde, warum? Wegen des Wechsels nach der Orientierungsstufe?


    Lieben Dank
    katta


    P.S.: Wie ist das eigentlich an der Hauptschule, wenn ich schon dabei bin? ;)

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    2 Mal editiert, zuletzt von katta ()

  • An den Realschulen, die ich kenne (zumindest zwei) ist der Wahlpflichtbereich auf Klasse 6 vorverlegt worden. Bei uns an der Gesamtschule übrigens auch.

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Original von Finchen
    An den Realschulen, die ich kenne (zumindest zwei) ist der Wahlpflichtbereich auf Klasse 6 vorverlegt worden. Bei uns an der Gesamtschule übrigens auch.


    die Kinder sollen doch dieMöglichkeit haben, in die "nächsthöhere" SChulform zu wechseln,von daher muss der Unterricht in einer 2.Fremdsprache gleich liegen.

  • Danke für die Antworten und die links (die ich auch selber hätte finden können, wenn ich an die Seite gedacht hätte... :rolleyes:).


    Aber ich hätte trotzdem noch mal weitere Fragen.
    Gibt es auch Realschulen, die als zweite Fremdsprache Latein anbieten? Denn auf der Seite stand was von "in der Regel Französisch (manchmal auch Niederländisch oder Spanisch)".
    Für die Hauptschule stand da gar nichts über eine zweite Fremdsprache. Aber eigentlich muss den Schülern doch auch der Weg nach "oben" ermöglicht werden, d.h. da müsste es doch dann wenigstens einen Wahlbereich für die zweite Fremdsprache geben, oder?


    Lieben Gruß
    Katta


    Nachtrag:
    Gesamtschulen bleiben doch beim Abitur nach Klasse 13, richtig? Find ich interessant, dass die dann ein ganzes Jahr länger eben auch für ihre Fremdsprachenkenntnisse haben.
    Ich bin ja mal gespannt, ob durch die Umstellung auch G8 die Gesamtschulen wieder interessanter werden...

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    Einmal editiert, zuletzt von katta ()



  • Gesamtschulen in NRW bieten nach wie vor das Abi nach 13 Schuljahren an. Das hat schon zu einer Steigerung der Anmeldezahlen geführt weil einige Eltern ihren Kindern das G8 nicht antun wollen. Wahrscheinlich besonders diejenigen, deren Kinder nur bedingt für´s Gym geeignet sind (laut Grundschullehrer).


    An Hauptschulen wird nur eine Fremdsprache (in NRW Englisch) gelernt. Wer auf die Realschule wechselt, muss ein anderes Wahlpflichtfach auswählen. Wer von der Hauptschule kommt und noch Abi machen möchte, muss in der Oberstufe einen Intensivkurs in einer zweiten Fremdsprache (in der Regel Spanisch oder Französisch) absolvieren.
    Ich kann mich noch an meine eigene Schulzeit erinnern, wo viele wegen genau diesem Kurs am Abi gescheitert sind. Das war wohl ziemlich heftig weil bis Ende der 13 das Niveau B1 erreicht sein muss und manmindestens mit "ausreichend" abschließen muss.

  • Was dann natürlich für Hauptschüler bedeutet, sie können entweder nach Klasse 5 wechseln oder erst nach der 10 und dann auch nur auf ein besonderes Aufbau-Gymnasium oder ähnliches. An meinem Gymnasium gab es meines Wissens nach solche Kurse nämlich nicht.
    Also an diese Schwierigkeiten bei der Durchlässigkeit nach oben hatte ich bislang noch gar nicht gedacht...

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    • Offizieller Beitrag

    Aber man kann ja von der Hauptschule auf die Realschule wechseln. Ein Wechsel direkt von der Hauptschule aufs Gymnasium ist doch eher unwahrscheinlich.


    De facto ist es übrigens so, dass das Sprachniveau der 2. Fremdsprache erheblich (!) von dem am Gymnasium abweicht. Das liegt zum einen daran, dass an der Realschule die 2. Fremdsprache nur positiv versetzungsrelevant ist und viele Schüler das Fach ja nicht weiterwählen wollen, so dass viele Schüler in der 6. Klasse gar nichts für Französisch tun, keine Hausaufgaben machen etc.
    Zum anderen geht man bei uns einfach viel langsamer vor und behandelt beispielsweise manche grammatischen Phänomene, die im Gymnasialstoff enthalten sind, gar nicht. Und ich glaube - da bin ich mir aber nicht ganz sicher - wir haben auch weniger Wochenstunden, nämlich soweit ich es in Erinnerung habe nur 3 Stunden pro Woche.
    Deshalb ist es Realschülern (zumindest bei uns) in der Regel nicht möglich, am Gymnasium diese Fremdsprache fortzuführen. Die meisten steigen am Gymnasium neu mit Spanisch oder einer anderen Sprache ein.


    Die 2. Fremdsprache ist in den Realschulen leider ein Stiefkind und hat - und das ist meine persönliche Beobachtung - einen viel geringeren Stellenwert als am Gymnasium. Der Französischunterricht in der 6. Klasse ist leider eher eine Katastrophe und das System, dass alle ein Jahr lang Französisch machen müssen, auch wenn sie nicht wollen und es nur positiv versetzungsrelevant ist, ist ziemlich ineffektiv.

  • Zitat

    Original von katta
    Was dann natürlich für Hauptschüler bedeutet, sie können entweder nach Klasse 5 wechseln oder erst nach der 10 und dann auch nur auf ein besonderes Aufbau-Gymnasium oder ähnliches. An meinem Gymnasium gab es meines Wissens nach solche Kurse nämlich nicht.


    Soweit ich weiß müssen alle Gymnasien und Gesamtschulen in der Oberstufe solche Kurse anbieten, die einen Erwerb der 2. Fremdsprache ermöglichen.
    Ob das mit G8 allerdings immernoch so ist, weiß ich nicht.

  • Soweit ich mich erinnere, gab es das an meinem eigenen Gymnasium nicht - gaaaanz vielleicht Franzsösisch in der 11. Aber ehrlich gesagt sind an unser Gymnasium eh keine Schüler von anderen Schulformen gekommen... es hatte da nicht so den besten Ruf... (galt als extrem schwer, naturwissenschaftlich... und arrogant...)

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Was Referendarin zum Französischunterricht in Klasse 6 an der Realschule sagt, kann ich aus eigener Erfahrung nur stützen. Allerdings ist Französisch danach für die SuS, die sich für ein Weitermachen entscheiden, wichtiges Haupt- und Leistungsfach, das dann auch vierstündig unterrichtet wird. Stofflich zieht es schon an, denn immerhin gibt es Schüler, die nach Klasse 10 am Gymnasium mit Französisch weitermachen wollen und somit vorbereitet sein müssen.
    Insofern möchte ich unseren Französischunterricht ab Klasse 8 nicht als "Katastrophe" bezeichnen.

    Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand. (A.Schopenhauer)

    • Offizieller Beitrag

    Allegra, dann läuft es bei euch wahrscheinlich anders als bei uns an der Schule.
    Bei uns ist es so, dass in der 10. Klasse normalerweise grade mal das Neunerbuch beendet wird und in den Klassenarbeiten kaum Textproduktion erwartet wird. Aber dann kann die Qualität des Französischunterrichts wirklich von Schule zu Schule unterschiedlich sein.


    Bei uns ist Französisch zumindest in der 7 und 8 nur 3-stündig, aber laut Stundentafel http://www.schulministerium.nr…dentafeln/Realschule.html
    sind es 3-4 Wochenstunden pro Schuljahr. In meiner 7. Klasse wurde es nur dreistündig unterrichtet (habe grade noch mal im Stundenplan meiner Klasse nachgeschaut).

Werbung