Hilfe!!! Ungerechte Beurteilung

  • Hallo Zusammen!


    Ich brauche eine kleine Rechtsbelehrung. Folgendes Problem:
    Ich habe mich auf fünf A12/13 Stellen beworben. Entweder war die Stelle nichts für mich oder ich wurde nicht genommen. Das war bei 4 Stellen nach Vorstellungsgesprächen so. Eine Schule jedoch wollte kein Vorstellungsgespräch. Sie wollte einfach nur eine Anlassbeurteilung. Sonst erstmal nix. Darauf wurde von meinem Beurteiler (Abteilungsleiter) und dem Direktor auf die Schnelle eine Beurteilung zusammengezimmert, damit das ganze termingerecht bei dieser Schule ankam.
    Daraufhin fand ein kurzes Gespräch mit dem Beurteiler, dem Direktor und mir statt. Ich sollte mir das ganze in 3 Minuten durchlesen und unterschreiben.
    Ich fand darin sagen wir mal 2-3 ungerechte Formulierungen:


    Ich bin Musiklehrer. Wollte immer ´ne Band in der Schule aufbauen. Die Stunden hat man mir dafür aber wieder genommen.


    In der Beurteilung steht, dass ich aber immer noch keine Schulband aufgebaut habe.


    Durch den Zeitdruck und durch meine Unwissenheit habe ich diese Beurteilung nach den 3 Leseminuten UNTERSCHRIEBEN!!!


    Was kann ich jetzt tun? War das übereilte Unterschreiben überhaupt rechtens? Gab es einen Formfehler?


    Wer kennt sich da aus?

  • Hallo,
    ich bin kein Jurist, erstelle aber selbst Beurteilungen. Deswegen kann ich ein bisschen mitreden.


    Zitat

    Original von barmeliton
    Ich fand darin sagen wir mal 2-3 ungerechte Formulierungen:


    Ich bin Musiklehrer. Wollte immer ´ne Band in der Schule aufbauen. Die Stunden hat man mir dafür aber wieder genommen.


    In der Beurteilung steht, dass ich aber immer noch keine Schulband aufgebaut habe.


    Nun ja, diese Tatsache ist zunächst ja mal nicht falsch.


    Schule lebt einfach davon, dass sich einige besonders engagieren und auch einmal über das Plichtmaß hinaus bereit sind, etwas für die Schule zu tun.
    Versteh das bitte nicht falsch, das soll keine Kritik an dir sein, nur wäre in deiner Beurteilung sicher etwas Postiveres gestanden, hättest du die Band trotz der fehlenden Stunde aufgebaut.


    Mit anderen Worten: Ich sehe in dieser Formulierung nichts Anfechtbares.


    Zitat

    Durch den Zeitdruck und durch meine Unwissenheit habe ich diese Beurteilung nach den 3 Leseminuten UNTERSCHRIEBEN!!!


    Was kann ich jetzt tun? War das übereilte Unterschreiben überhaupt rechtens? Gab es einen Formfehler?


    Hat man dich denn zu der Unterschrift genötigt? Das wäre nicht nur ein Anfechtungsgrund, sondern auch ein Straftatbestand (Nötigung).
    Vorsicht aber gerade deshalb bei falschen Anschuldigungen hier!


    So sehr ich deine Verärgerung verstehen kann, sehe ich letztendlich doch leider keine formalen Fehler oder sonstige Gründe, warum du dagegen vorgehen kannst.


    Aber ich bin wie gesagt kein Jurist. Ein Rechtsanwalt kann dir hier sicher genaueren Rat geben.

  • Ich kann das im Moment nur für Bayern sagen - aber die Unterschrift bedeutet nicht die Anerkennung der Beurteilung, lediglich die Bestätigung, dass man sie zur Kenntnis erhalten hat (auf den Formularen für die Beurteilung findet sich bei uns der Satz: "Gemäß § 64 Abs. 1 Satz 1 LbV eröffnet erhalten" - und dann die Unterschrift des Beurteilten.


    Und dann heißt es in den Richtlinien für Regel- bzw. Probezeitbeurteilung (ob das also bei Dir so analog greift, weiß ich nicht):
    "Der Lehrkraft soll für etwaige Einwendungen eine Überlegensfrist von drei Wochen eingeräumt werden. ...
    Nach Ablauf der Drei-Wochen-Frist erhobene Einwendungen der
    Lehrkraft sind der überprüfenden Behörde nachzureichen. Die Lehrkraft
    ist jedoch darauf hinzuweisen, dass deren Berücksichtigung im
    Überprüfungsverfahren nicht mehr sichergestellt ist."


    Ich denke, dass Du - wenn Dir die Beurteilung heute eröffnet wurde - auf jeden Fall noch Einwendungen geltend machen kannst.

  • Es ist natürlich immer sehr peinlich, gegen einen Schrieb zu argumentieren, den man eigenhändig unterzeichnet hat. Das darf einem Menschen, der lesen und schreiben kann und zwei staatliche Examina hat, nicht passieren.


    Davon abgesehen rettet dich aber genau das, was der Kollege über mir bereits sagte: du hast weder unterschrieben, dass das, was da steht, die Wahrheit ist, noch dass du das gut findest oder genau so siehst oder sonstwas. Du hast lediglich unterzeichnet, dass du von der Beurteilung Kenntnis genommen hast - das heißt, sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort in Schriftform vorhanden und du hast sie entgegengenommen. Mehr nicht. Und diese absolut nachvollziehbare Kiste, dass du was realisieren wolltest, man dir aber die Stunden genommen hat, das sollte man eigentlich auch erklären können im Gespräch. Natürlich ohne beleidigten / weinerlichen / motzigen Unterton, sondern absolut sachlich.

  • [quote]Original von Philou
    . Das darf einem Menschen, der lesen und schreiben kann und zwei staatliche Examina hat, nicht passieren.


    So ein Kommentar. Genau deswegen habe ich das hier rein geschrieben....


    Das war hier nun die erste Beurteilung meines Lebens. Bin vor 3 Jahren aus NRW nach HH gezogen. Der Zeitdruck usw. Die beiden Verfasser standen neben mir und warteten darauf, dass ich das alles lese und endlich unterschreibe. Natürlich haben sie mich nicht genötigt.

  • Erkundige dich bei deinem Personalrat oder beim Gesamtpersonalrat (der weiß das mit Sicherheit) über die rechtlichen Voraussetzungen.
    Du kannst eventuell eine eigene Stellungnahme schreiben, die dann noch zu deiner Akte genommen wird.

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

  • Das war ja jetzt nun eine "Anlassbeurteilung". Hätte es diesen Anlass nicht gegeben, wäre im Sommer sowieso eine Regelbeurteilung zu erstellen gewesen. Auf meine erste flüchtige Anfrage bei der SL ob eine Regelbeurteilung denn jetzt noch notwendig sei sagte er mir: "Nein, nicht nötig."


    Kann ich eigentlich auf diese Regelbeurteilung bestehen? Die könnte ich dann ja auch mal mit Zeit kritisch lesen.


    Habe diese Beurteilung mit dem kopfschüttelnden Personalrat zusammen gelesen. Es wird ein Gespräch zwischen Sl, AL, PR und mir geben. Bin mal gespannt ....

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