Dienstverpflichtung für Verabschiedung?

  • Hallo zusammen,
    Wer kann mir Auskunft geben über den Umfang von Dienstverpflichtungen, vielleicht sogar bei meinem speziellen Fall?: Bei uns war neulich an der Schule für 13.00Uhr die Verabschiedung einer langjährigen Putzfrau angesetzt. Da sich der Schulträger für diese Angelegenheit ausgeklinkt hat, ist die Schule damit beauftragt worden. Ich habe sofort nach Kenntnisnahme angekündigt, dass ich zu dieser Zeit nicht mehr anwesend sein werde, da ich größeren Wert darauf lege,mein schulpflichtiges Kind mittags zu versorgen, als mit der Putzfrau Brötchen zu essen. Wegen meines Sohnes habe ich mich auch auf 22 Stunden reduzieren lassen. Bei uns finden alle Besprechungen um diese Zeit statt, da es für die meisten Kolleginnen so praktischer ist. Für mich bedeutet das 1Hohlstunde, Besprechung, spät n.H. -auch noch für die Putzfrau, das finde ich dann nicht mehr gut!
    Die SL nimmt mir dies nun übel.
    Würde mich freuen, wenn jemand Genaueres weiß. Das gesetzliche Schulrecht war für mich nicht sehr ergiebig.


    Grüße an alle
    Malika

  • Normalerweise handhaben wir das in solchen Fällen so, dass wir um eine möglichst große Teilnahme bitten. Wer dann nicht kann, ist eben nicht da. Meistens finden sich immer genug Kollegen, beim nächsten Mal sind dann andere dran.


    Nur so am Rande, ich habe mal vor langer Zeit im Ref von einer erfahrenen Kollegin gelernt, dass Personen wie Hausmeister und Putzfrauen im Schulbetrieb sehr wichtige Leute sind, die auch wie wir oft Dinge noch erledigen, die eigentlich gar nicht in ihren Aufgabenbereich gehören oder über ihre Dienstzeit hinausgehen. Gerade an unserer Schule gibt es längjährige Reinigungskräfte, die sich auch mit "ihrer" Schule identifizieren. Ich wäre da wahrscheinlich nicht sauer über das Nichterscheinen sondern über die vielleicht ungeschickte Formulierung, dass dir die Putzfrau nicht wichtig genug erscheint.

  • Ich glaube nicht, dass die Nichtteilnahme an einer solchen Verabschiedung dienstrechtliche Konsequenzen hat.


    Aber wie Tintenklecks schon schreibt, mit Formulierungen wie "Sohn ist wichtiger als Putzfrau" kann man sich nur in die Nesseln setzen.


    Gutes Benehmen wäre, sich höflich zu entschuldigen, dass man nicht kann, und der Reinigungskraft persönlich alles Gute zu wünschen.

  • Ihr habt selbstverständlich recht, so wie ich es im Forum formuliert habe, klingt das sehr abwertend. Natürlich habe ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich aus fam. Gründen nicht anwesend sein werde und gute Wünsche habe ich auch übermittelt. Meine Verärgerung resultiert daraus, dass ich an unserer Schule vier Posten übernommen habe und mich für alle unsere Projekte sehr engagiere, also über den normalen Unterricht hinaus viel mehr Zeit investiere, als einige andere Kolleginnen. Daher war meine Botschaft: Ich muss auch Prioritäten zu Gunsten meiner Familie oder auch für mich selbst setzen. Das war so eine Priorität und dazu stehe ich auch.
    Ich habe von Anfang an in der Steuergruppe und im Schulvorstand mitgewirkt, was ich sehr gerne getan habe. Diese zwei Posten habe ich nun abgegeben. Wer viele Termine hat, muss eventuell ganz gelegentlich auch mal was absagen, und den unnötigen Stress mag ich mir nach dieser Erfahrung nicht mehr antun.


    Den Tipp abzufragen, wer bei ähnlichen Veranstaltungen kommen kann und wer nicht , werde ich bei der nächsten "13Uhr"-Dienstbesprechung zur Diskussion stellen. Danke dafür.


    Übrigens habe ich oft ein privates Schwätzchen mit Hausmeister oder Reinigungskraft.


    Gruß Malika

  • Ok, manchmal formuliert man ein bisschen salopp ... :)


    Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass die SL da übelnimmt. Aber das musst du jetzt wohl einfach aushalten.


    Sie kann dich nicht rauswerfen mit der Begründung "bei einer Verabschiedung gefehlt". Dazu kann ich keine Dienstvorschrift angeben, aber das sagt doch der gesunde Menschenverstand. Es ist doch klar, dass du nicht jeden Termin wahrnehmen kannst. Also sag sowas ab ohne schlechtes Gewissen. Sonst machen diese Ansprüche an Teilzeitkräfte Schule.


    Also bei uns ist das jedenfalls nicht so verpflichtend. Ich komme zu sowas, wenn ich kann und will. Anderenfalls eben nicht, kein Problem.

  • Ich denke, bei solchen Anlässen sollte man eine eigene Entscheidung treffen dürfen. Sicherlich sieht es schöner aus, wenn viele "Gäste" dabei sind, aber verlangen kann es wohl keiner. Ich habe mich auch höflich abgemeldet, wenn ich wirklich nicht konnte oder andere Prioritäten setzte. Sicherlich gab es auch schon ab und an lange Gesichter, aber da habe ich mein schlechtes Gewissen ignoriert. Jetzt z.B. bittet eine langzeitkranke Kollegin nach der DB zu einem Untrunk bei ihr Zuhause, die ich nicht einmal kenne, da ich neu dort angefangen habe. Daran nehme ich zum Beispiel auch nicht teil. Andere Kollegen melden sich nicht einmal vorher ab, sondern erscheinen erst gar nicht. Da wird am nächsten Tag auch meist nicht mehr nachgefragt, wo derjenige denn geblieben sei.

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