Alltägliche Stundenplanung grob, ausführlich oder gar nicht?

  • Hallo,
    mich würde mal interessieren, wie ihr im Alltag eure Stundenvorbereitungen festhaltet. Immerhin sind es ja doch einige. Schreibt ihr jeden Tag ausführlich in einem Heft o.ä. auf, was ihr in jeder Stunde macht? Ich hatte das in mehreren Varianten begonnen. Z.b. ein großes A4 Heft führen oder wenigstens den Inhalt sehr grob in einem HA-Heft festgehalten. Leider ließ ich das immer schleifen. Ich bin auch etwas "schreibfaul" mit der Hand und so eher der "Merker". D.h. ich plane so manche Stunde im Kopf durch und kann sie auch so umsetzen.
    Manchmal mach ich mir ein paar Notizen auf einem kleinen Zettel, meist aber eher Organisatorisches, was ich für den Unterricht nicht vergessen darf. Diesen hebe ich aber auch nicht auf. Sind mir Themen jedoch wichtig, z.B. in Musik, dann plane ich auch ausführlicher eine ganze Thematik durch und halte sie auch richtig fest.
    Dann noch eine andere Frage, dich mich zum Grübeln brachte: Es kam bei mir so jetzt noch nicht vor, aber kann die Schulleiterin/der Schulleiter verlangen, Einsicht in die konkrete Stundenplanung (keine Grobplanung der Woche) zu bekommen, was man vielleicht vor drei Wochen an einem Dienstag in der 3. Stunde (z.B. Mathe) gemacht hat? Ist man "gezwungen", alles akkurat festzuhalten und in der Nachweispflicht? Oder reicht da der Blick ins Klassenbuch?


    Meine derzeitige Schulleiterin, die ich seit diesem Jahr in meiner Abordnung habe, hat sich heute zwischen Tür und Angel zur Hospitation für morgen in der 3.Stunde angekündigt. Ich finde das zwar ziemlich kurzfristig von ihr, habe aber damit keine Probleme, weil ich schon oft genug vor anderen Stunden zeigen musste. Nur stell ich mir grad die Frage, ob sie dann auch meine Vorbereitung sehen will und verlangen kann? Da ich genau weiß, was ich morgen in der Stunde mache, wollte ich das jetzt nicht noch ausführlich festhalten. :gruebel:

    • Offizieller Beitrag

    Verlangen kann sie es als deine Dienstvorgesetzte schon, aber üblich und nötig ist das (detaillierte Aufschreiben) unter Profis eigentlich nicht mehr. Das hab ich kurz nach dem Ref noch gemacht, weil ich das Ganze zu überblicken da noch schwerer fand, heute weiß ich, was die Schüler kapieren sollen bzw welche Techniken sie erlernen sollen und dann habe ich das entsprechende Material dazu - das zu finden/erstellen/umzuarbeiten ja grad lang genug dauert! - und dann bin ich flexibel, was die Stunde angeht: meist hab ich zwei , drei Ideen, wie ich ans Ziel kommen kann, bzw die Schüler - und dann guck ich in der Stunde, was am besten passt/läuft. Ein fixiertes Konzept ist auch immer ein festes Korsett für die Schüler. Nicht immer günstig, vor allem wenn man auch differenzieren möchte.


    Ich erstelle zB für die Oberstufe immer Material, wo die möglichen oder einige der möglichen Arbeitsaufträge schon drauf sind und damit ist der Stundenverlauf eigentlich oft festgehalten. Auch für die Schüler, die krank waren oder nochmal nachlernen wollen etc. Und ich kann nächstes Jahr gucken, ob davon noch was passt.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zitat

    Nur stell ich mir grad die Frage, ob sie dann auch meine Vorbereitung sehen will und verlangen kann?

    Da sie nichts gesagt hat, würde ich denken, sie wird nichts sehen wollen. Vorauseilender Gehorsam weckt nur immer neue Begehrlichkeiten. Wenn sie Dich fragt, wo Deine Vorbereitung sei, musst Du ihr halt sagen: Im Kopf. Soweit ich weiß, gibt es keine rechtliche Verpflichtung, Stunden schriftlich (!) vorzubereiten. Weshalb auch? Wenn der Unterricht ordentlich ist. Ich nehme nie irgendeine Notiz mit in die Klasse, nur Material (und ja, hin und wieder einen Zettel mit aktuellen Ansagen, die ich nicht vergessen darf).

  • Also, ich hab mittlerweile mein gelbes Buch und da schreibe ich meine Grobplanung rein.
    Allerdings mache ich mir für bestimmte Stunden noch zusätzliche "feinere" Planungen auf weißen DinA4-Blättern. Meistens mach ich das bei Fächern, die ich so noch nicht unterrichtet habe. Dieses Jahr ist für mich das Fach Englisch neu, da hab ich noch keine Erfahrungen und durchdenke die Stunden genauer. Diese Blätter hefte ich dann später mit dem Material der Stunde in meinen Ordnern ab (zuvor hab ich mir ein paar Notizen gemacht was gut war oder gar nicht ging). Diese Art der Vorbereitung dauert natürlich etwas länger, erspart aber im 2. Durchgang schon einiges an Zeit.
    Ansonsten mach ich es auch wie Maike, oft stelle ich meinen Plan während der Stunde um, weil ich merke, dass die Schüler was ganz anderes brauchen.


    Wenn ich Besuch vom Chef oder einem Fachleiter bekomme, mache ich denen gerne noch einmal eine Unterrichtsskizze. Nicht weil es verlangt wird - es ist einerseits Service und anderseits fühle ich mich sicherer, wenn ich es nochmal aufgeschrieben habe. Obwohl ich viel Praktikanten und Referendare bei mir im Unterricht sitzen habe, bin ich doch nervös, wenn der Chef kommt - da freu ich mich einfach über ein bisschen Sicherheit.

  • Danke für die schnellen Antworten!
    Wenn ich das richtig lese, macht ihr es auch ähnlich wie ich. Neue Fächer oder besondere Themen etwas konkreter, ab und an mal eine Notiz oder auch gar keine schriftliche Vorbereitung. Ich bin auch schon über 12 Jahre im Dienst und von daher wäge ich einfach nur noch ab, ob ich diese Einheit noch einmal in einer anderen Klasse so ähnlich machen kann oder nicht.


    Wenn eine Stundenplanung vorher konrekt verlangt wurde, habe ich diese natürlich auch eingereicht. Da aber nicht danach gefragt wurde, sehr ich nicht ein, mir noch noch zusätzliche Arbeit zu machen. Ich denke einfach, dass ich erfahren genug bin, um zu wissen, welches Ziel meine Stunde jeweils hat und wie ich dort hin komme.

    • Offizieller Beitrag

    Damit hast du deine Frage doch schon selbst beantwortet.
    Ich persönlich mache eine grobe Wochenplanung und die Feinheiten (Arbeitsblätter erstellen usw.) am Vortag. Gelegentlich mache ich mir genauere Notizen um den Stundenverlauf im Kopf besser auf die Reihe zu bekommen- aber eben nicht ständig.

  • Ich denke, ich mache auch so eine Mischform des hier schon Genannten.


    Da ich überwiegend im Blockunterricht arbeite mit oft mehrmonatigen Pausen, habe ich komplexe Themen in einzelne "Doppelstundensequenzen" eingeteilt und deren Reihenfolge festgelegt. Dazu gibt es je Doppelstunde eine Mappe mit allen Kopiervorlagen und Materialien. Zu jeder Sequenz habe ich ein Blatt dazu gelegt, auf dem z.B. zusätzlich benötigte Medien kurz notiert sind (Flipchart, Plakate, .......) und eventuell weitere Unterrichtsideen, die mir dazu eingefallen sind, oder auch ein mir sehr wichtiges Tafelbild skizziert. Dadurch ist der Verlauf eigentlich mehr oder weniger fest und ich kann sicher sein, dass alle Inhalte vermittelt werden. Zusätzlich notiere ich eine (grobe) Zeitplanung für einzelne Aktivitäten.


    Für mich hat das den Vorteil, dass ich Dinge, die nicht funktionieren, einfach "rausschmeisse", aber neue Ideen zu dem jeweiligen Thema einfach in die Mappe gebe.


    Die Mappe legt die Inhalte somit fest. Allerdings handhabe ich das im Unterricht doch recht flexibel - das Gerüst steht eben fest und bildet auch die Basis, aber die aktuelle Situation spielt natürlich immer mit rein.

  • Ich plane ganze Reihen am PC
    Nicht völlig im Detail... aber ich schreibe doch dazu, welche Arbeitsblätter ich nehme, suche auch die vorher raus und plane ebenfalls schon die zur Stunde passenden Hausaufgaben. Wir sind gehalten täglich Hausaufgaben aufzugeben, und wenn die vorher schon klar sind, ist das kein Stress.
    Da ich das mit den Kollegen der Parallelklassen zusammen plane, drucke ich meine Planung dann aus, kopiere die für alle und dann läuft der Unterricht.
    Natürlich gibt es immer mal spontane Abweichungen... aber das ist dann so.... wichtig ist mir, dass das Grundgerüst steht.
    So fahre ich jetzt auch wieder los, um den Unterricht bis Weihnachten zu planen... 8)


    Und... ich hasse Papierkram... da hefte ich nicht ordentlich ab und finde niemals etwas wieder.
    Aber digitale Ordner sind fein für mich... da kann ich meine Planung auch im nächsten Durchgang problemlos finden, überarbeiten und wieder einsetzen.

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

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