Beiträge von caliope

    Das kannst du ja auch schlimm finden.

    Ich werde da keine Reihenfolge festlegen.

    Und ich bin mir ganz sicher, dass es schlimmere Dinge gibt, als Einsterns Schwester.

    Aber das Thema kam hier auf... und ich hab da durchaus etwas zu zu sagen.

    Gestehe bitte mir zu, dass ich den Titel des Werkes "Einsterns Schwester" und auch die Namensgebung des Mädchens nicht gelungen finde... ja, auch schlimm... als Vorbildfunktion für Schülerinnen.

    Das ist nicht persönlich gemeint, und sagt auch nichts über die Qualität des Schulbuchs und wie gut KInder damit lernen können.

    Aber so ein Titel und solche Geschlechtsrollenbilder... und eine Wertigkeit der Geschlechter... das geht heutzutage wirklich nicht.

    Und verstehe bitte, dass es nicht nur mir alleine so geht.

    Mir geht es um die Vorbildfunktion... mir geht es um die Aussage... so etwas darf heutzutage nicht mehr passieren.

    Auch nicht aus Versehen... auch nicht, weil man ja schon ein gut laufendes Werk hat und da ja nur Verwandtschaft mit darstellen möchte.

    Was macht das mit kleinen Mädchen... es zeigt, dass sie nur interessant sind, weil sie einen tollen Bruder haben? Dass ihr Bruders sie definiert. Dass sie hinter ihrem Bruder an zweiter Stelle stehen.

    Wir leben nicht mehr zu Zeiten, in denen man Frau Doktor war, nur weil man mit dem Arzt verheiratet war.

    Wir hatten hier auch Threads über das korrekte Gendern. Solche Themen sind heute wichtig.

    Und auch wenn man ein gutes Schulbuch macht, muss man sich über solche Dinge Gedanken machen, wenn es zum Titel des Buches kommt.

    Mich verwirrt generell, warum man jetzt wieder eine Genderproblematik aufmacht, wo eigentlich keine sein muss.

    Die Genderproblematik macht das Werk auf. Sonst niemand.

    Warum sollte Anna aus meiner Klasse nur als Alexanders Schwester bezeichnet werden?

    Warum sollte meine Kollegin als Michaels Schwester bezeichnet werden?

    Natürlich ist man eine Schwester, wenn man einen Bruder hat.

    Aber der Bruder bestimmt nicht die Identität des Mädchens.

    Jeder Mensch hat einen eigenen Namen und muss sich nicht über andere identifizieren.

    Klar gibt es auch im Deutschwerk für das Mädchen einen eigenen Namen... aber im Vordergrund... und auf dem Titel des Buches... steht der Name des Bruders. Das ist die Identität. Der eigene Name kommt dann auf Seite 4 oder so. Nicht so wichtig.

    Niemand hätte es je andersherum gemacht.

    "Lola" als Name fürs Mathewerk.... und... "Lolas Bruder"... als Werk für das Deutschwerk.

    Mir scheint, du nimmst dir das persönlich zu Herzen, weil du die Autoren kennst.

    Dabei ist das eine Kritik an der Sache, nicht an der Person.

    Gerade heute, geht so ein Rollenklischee wirklich nicht.

    Und das fällt auch nicht jetzt erst auf, das fiel mir direkt auf, als das Werk herauskam. Ich hatte deswegen auch an den Verlag geschrieben, aber bekam nicht mal eine Antwort.

    Hier auch... erste in der Familie mit Abitur... erste Lehrerin der Familie.

    Meine Vorfahren waren arme Leute... Bauern, Weinbauern, Handwerker.

    Die Lehrerdynastie gründe ich allerdings... einer meiner Söhne ist schon Lehrer und arbeitet in dem Beruf. Die Tochter studiert noch, wird auch Lehrerin.

    Falls du mich meinst... ich habe niemanden persönlich abgewertet.

    Mir musst du auch nichts erklären.

    Ich habe auch nicht das Konzept der Hefte angezweifelt.

    Ich habe nur erklärt, warum ich die Namensgebung aus meiner Sicht als Frau... und als Botschaft für kleine Mädchen... äußerst misslungen finde.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Kinder richtig stresst, wenn sie so ein Mitteilungsheft mit Eintrag überbringen müssen. Auch wenn sie es nicht sagen... das lastet wie ein Druck auf ihnen.

    Ich bin dazu übergegangen, die Kinder als Boten herauszunehmen und die Eltern direkt zu kontaktieren. Wir haben SchoolFox, da geht das unproblematisch und schnell. Vorher habe ich direkt von der Schule aus angerufen oder eine Mail geschrieben. Das nimmt Stress von den KIndern und belastet das Schüler-Lehrer-Verhältnis weniger.

    Hier ein völlig ernsthafter Kommentar zu "Einsterns Schwester"

    Ich würde dieses Werk niemals in meinem Unterricht verwenden.

    Und zwar weil es so heißt, wie es heißt.

    Der Verlag hatte zuerst ein Mathewerk gemacht... Einstern. Klingt gut... und auch schlau... so in Anlehnung an Einstein.

    Sind mehrere Hefte pro Jahrgang und kann man gut zum selbstständigen Lernen einsetzen.

    Soweit OK.

    Weil das Heftekonzept offenbar aufging, dachte man dann aber darüber nach, so etwas auch in Deutsch zu machen. Ist ja auch naheliegend.

    Aber dann kam es zur Namenswahl... und die Hefte für Deutsch wurden... Einsterns Schwester genannt.

    Einstern kannte man ja schon... und um zu zeigen, dass es hier Verwandtschaft gibt, ist das halt die Schwester... gleiches Konzept.

    Aber sorry... da empört sich in mir alles.

    Das eine ist der schlaue Junge... Einstern... hat einen coolen Namen.

    Und das hier ist... Einsterns Schwester. Das Mädel muss sich über ihren Bruder definieren. Hat keine eigene Identität.

    OK, sie wurde dann Lola genannt. Ist ja auch genau so cool wie "Einstern". Volle Anlehnung an eine schlaue und bekannte Wissenschaftlerin.... *nicht*

    Ich bin echt eigentlich raus aus meiner emanzipatorischen Phase... den Märchenprinz hab ich schon lange ins Altpapier gegeben... und das gendern geht mir mehr auf den Keks als ich es gut finde... aber nunja, muss ja nun.

    Aber hier sträubt sich bei mir alles. Was ist denn das für eine Aussage für kleine Mädchen? Hauptsache ihr seid... Schwester von einem coolen Bruder?

    Und noch mehr wundert es mich, dass in der heutigen Zeit, das anscheinend jeder OK so findet.

    Wie soll das auch gehen? Geht man davon aus, dass Distanzunterricht nach Plan erteilt wird, dann kann ja niemand gleichzeitig auf die Betreuung achten. Oder denke ich zu kompliziert?

    Wir haben auch gar kein sonstiges Personal.

    Wir überlegen auch schon, wer den dann betreuen soll. Wir hätten Sekretärin oder Hausmeister im Angebot. Oder die jungen Menschen, die ein freiwilliges Soziales Jahr machen. Oder die Sozialpädagogin, die die Klassen 1 und 2 mitbetreut und nur eine halbe Stelle hat? Die Damen und der Herr, die in der Betreuung arbeiten, kommen erst ab 11:35 Uhr.

    Ich sehe es schon die Lehrerinnen machen... denn... wer sonst?

    Und vor allem werden da Beschlüsse gefasst und gefeiert, die jeder so auslegen kann, wie er will.

    Aber es ist ein Unterschied, ob man den Eltern schreibt "Die Präsenzpflicht ist aufgehoben. Sie können Ihr Kind zu hause lassen" oder ob man schreibt "Die Präsenzpflicht ist aufgehoben. Im Sinne des Infektionsschutzes möchten wir Sie bitten, diese Möglichkeit auch zu nutzen."

    Meine Schulleitung hatte es drastisch formuliert vor den Ferien... so nach dem Motto... Ich fordere Sie auf, Ihre Kinder zu Hause zu lassen. Das hat gar nichts genützt... ca 3/4 aller Schüler waren da. Und es waren durchgehend die "Kracher" die kamen... die lieben, ruhigen Kinder konnten auch zu Hause ein Plätzchen finden. Und wenn man so fragte... warum seid ihr hier... Mama sagt, zu Hause guck ich doch nur Fernsehen.... oder... Mama sagt, ich gehe ihr auf den Geist...

    Und so wird es dann diesmal auch wieder sein.

    Ich finde immer schon, dass es einheitliche Regelungen Je nach Zahlen geben sollte.

    Wenn die Zahlen unter 50 sind, dann ist eben ganz normaler Regelunterricht.

    Ab 100 dann eine andere Regelung... Maskenpflicht auch in Grundschulen... usw.... und ab 200 dann Distanz für alle.

    Oder so. Das kann man sicher besser präzisieren.

    Aber dann weiß doch jeder woran er ist, wenn die Zahlen in seinem Kreis steigen oder fallen.

    Und damit ist es super individuell gelöst... und Kreise mit wenigen Zahlen haben dann eben ganz normalen Unterricht. Und Kreise mit höheren Zahlen wissen dann, ab wann es Distanzunterricht gibt.

    Und man muss nicht dauernd neue Briefe schreiben und neue Regeln erfinden... sondern das gilt dann halt überall.

    Wir planen den Unterricht schon seit den Herbstferien so, dass wir den Plan sowohl im Präsenzunterricht, als auch als Arbeitsplan zu Hause durchziehen können.

    Es waren immer mal wieder Kinder in Quarantäne... und auch wir Lehrerinnen... das hat sich also schon bewährt.

    Ab Januar führen wir das also nur so weiter.


    Und ja, ich hatte gelesen, dass für Szenario 2 eine Grundsatzentscheidung der Landesregierung notwendig ist.

    Aber das kann ja ziemlich willkürlich durchgeführt werden. Ab einem Wert von 500? 1000? 5000?

    Ich weiß halt gerne vorher, wie die Regeln sind... und werde so ungerne Freitag am späten Nachmittag von Mails überrascht.

    Aber offenbar soll das so.

    Ich bin echt kein Typ für so ein wischiwaschi.

    Warm kann man nicht schreiben: Ab Wert von 200 gilt:

    1. Maskenpflicht auch in der Grundschule.

    2. Ab Klasse x: Wechselunterricht

    3. Ab Klasse x: Kompletter Distanzunterricht

    usw

    Dann weiß man doch woran man ist.


    Aber zu schreiben... wenn die Werte so um 200 sind... dann kann es vielleicht möglich sein, dass man auch eine Maskenpflicht in der Grundschule... und....in höheren Klassen xxxxx machen kann, aber nur mit vorheriger Genehmigung von mindestens zwei Landesbehörden und einer Kommunalbehörde.


    Und wo sind eigentlich die 50 geblieben, die vorher schon so risikoreich waren?


    Und ich weiß immer noch nicht ab wann Szenario 2 gilt.

    1+ gilt ja ab einem Wert von 200.... und 2 dann ab... wann nochmal? Ich bin vielleicht blind, aber ich finde es nicht.

    Ich könnte es ja noch verstehen, wenn das alles Kinder wären, deren Elternteile arbeiten gingen.

    Aber wir kennen ja die Familiensituationen unserer Schüler und da sind zu einem großen Teil Kinder angemeldet, bei denen mindestens ein Elternteil sowieso immer zu Hause ist.

    Klar babysitten wir diese KInder auch... müssen wir ja... aber ein klein bisschen Unverständnis habe ich dafür schon.

    Ich hätte eine Arbeitgeberbescheinigung schon sehr sinnvoll gefunden.

    Kannst du etwas zu Hause bleiben?
    DANN wäre ich auch erleichtert.

    Ich muss aber bis zum letzten Tag anwesend sein und unterrichten und notbetreuen.


    Meine Eltern sind fast 90... meine erwachsenen Kinder möchte ich zu Weihnachten sehen. Freunde will ich ja schon gar nicht treffen... aber meine Familie steht mir doch sehr nahe.


    Also... ich bin nicht erleichtert.

    Für meine Sicherheit hat sich nichts verbessert... aber die Sicherheit der Lehrer war ja niemals wichtig.

    Ist bei uns ganz genau so.

    Anwesenheitspflicht... und jeder betreut seine eigenen SuS. Bei mir hat sich genau ein Schüler für die Notbetreuung angemeldet. Das wird lustig mit uns.

    Wer nicht betreut, der arbeitet in Arbeitsgruppen. Präsent. IN der Schule.


    Mir geht es nicht um die Arbeit... ich habe kein Problem damit, an diesen Tagen zu arbeiten.


    Aber es geht mir wie anderen Kollegen auch:
    Wir fühlen uns alle am Limit... wir arbeiten alle deutlich mehr als sonst... die erste Kollegin ist bei uns schon krank... Corona-Burnout... ich habe deshalb noch ein zusätzliches Hauptfach zu unterrichten.

    Wir fühlen das weder gesehen noch wertgeschätzt.

    Der Schutz unserer eigenen Familien bleibt uns versagt... wir haben keine "kleine Quarantäne". Meine Eltern sind fast 90 Jahre alt... die hätte ich gerne gesehen zu Weihnachten. Sie sind so hochbetagt, da weiß man doch mit und ohne Corona nicht, ob es noch ein nächstes Weihnachten für sie gibt.

    Meine Familie kann ich also nicht sehen... aber 60 fremde Haushalte sitzen mir quasi täglich auf dem Schoß.

    Grundschule NRW: keine Masken und kein Abstand im Klassenzimmer notwendig. Sagt Frau Gebauer. Fenster auf reicht.


    Das Opfer der offenen Schulen und des Präsenzunterrichts... das bringen WIR.

    WIR frieren den ganzen Tag.... WIR sehen unsere Familien deswegen nicht. Und ich bin selbst fast 60 Jahre alt... wir haben auch ein hohes gesundheitliches Risiko.

    Diese zwei Tage... die hätte ich gerne von zu Hause gearbeitet.

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