Zu viele I-helfer sind keine Hilfe

  • Hallo liebe kolleg/innen!


    Ich arbeite an einer Förderschule für KM und habe vier Integrationshelfer in der Klasse, wobei zwei weitere Eltern ständig nachbohren und auch noch I-helfer für ihre Kinder wollen. Ich selbst habe mittlerweile das Gefühl, dass ich neben meiner eigentlichen (geliebten) Unterrichtsarbeit noch Chefin eines Kleinbetriebes mit vier unausgebildeten Kräften bin, die ich ausbilden, anleiten, bei der Stange halten und überprüfen muss.


    Hat von euch jemand ähnliche oder andere Erfahrungen?


    Grüße Bieberette

  • ... noch Chefin eines Kleinbetriebes mit vier unausgebildeten Kräften bin, die ich ausbilden, anleiten, bei der Stange halten und überprüfen muss.


    Es ist zwar mittlerweile üblich, dass versucht wird, Lehrkräfte mit allen möglichen Zusatzaufgaben zu belasten, die nichts mit ihrem Kerngeschäft (Unterricht erteilen) zu tun haben, aber ich rate dir, hier DEUTLICH eine Grenze zu ziehen.


    Es ist sicherlich NICHT DEIN JOB, irgendwelche "unausgebildeten Kräfte" "auszubilden", "bei der Stange zu halten" oder "zu überprüfen". Erstens wirst du weder dafür bezahlt noch bist du dafür deinerseits ausgebildet, Integrationshelfer "auszubilden", noch kannst du diese effektiv "bei der Stange halten" oder "überprüfen", da du sicherlich nicht deren (disziplinarischer) Vorgesetzter bist. Willst du diesen Personen bettelnd hinterherlaufen, damit sie ihre Arbeit tun mögen?


    Was ich machen würde: Wenn Mängel in der Ausbildung oder im Arbeitsverhalten sichtbar werden, diese schriftlich an die Schulleitung melden. Es ist deren Job, sich um Abhilfe zu kümmern, notfalls anderes Personal anzufordern. Es ist sicherlich nicht dein Job!


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Naja, aber irgendwie muss man sich doch absprechen. Selbst die allernötigste Kommunikation kostet schon Zeit. Darunter fallen alltägliche Dinge wie Terminabsprachen und Raumabsprachen, außerdem finanzielle Angelegenheiten, denn der Lehrer muss mit Unterschrift die Arbeitszeit des I-Helfers bestätigen. Und natürlich der Austausch über die Schüler: welche Hilfen er benötigt, welche Fortschritte er gemacht hat, welche Fördermöglichkeiten anstehen...


    I-Helfer haben oft keine Ausbildung, bzw. kein pädagogisches Grundwissen. Nein, es ist nicht meine Aufgabe das nachzuholen und das würde ich ganz klar ablehnen und verweigern. Aber ein gewisser Austausch im Sinne des Schülers sollte dann doch sein. Bei 4 I-Helfern enorm viel Zusatzarbeit. Das stimmt und das würde mich auch nerven. Auf der anderen Seite nehmen sie dir Arbeit ab, wenn du sie richtig anleitest / einsetzt. Was dann wiederum zum Zeitfaktor führt. Ein Teufelskreis.

  • Es kommt sicherlich immer auf den I-Helfer an.
    Ich hatte mal einen, der war richtig klasse. Da konnte man sich voll drauf verlassen, er wusste, was zu tun war.
    Da genügte eine kurze Absprache und die Sache lief.


    Dann wiederum gibts auch die I-Helfer, mit denen man quasi ein Kind zusätzlich im Unterricht sitzen hat.
    Die spielen mit Handys, kommen zu spät, verbrüdern sich mit Schülern und sitzen mehr oder weniger lässig neben dem zu betreuenden Kind.
    Das ist wirklich keine Hilfe und da braucht es sehr viel Geduld und Zeit für, denen zu erklären, was sie eigentlich hier machen sollen.
    Irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht meine Aufgabe sein kann und habe das an die Schulleitung abgegeben, die sich entsprechend gekümmert hat (wobei es gewiss auch nicht Aufgabe der SL ist...)
    Ich habe die Absprachen mit den I-Helfern dann auf das Nötigste (im Sinne des Kindes) beschränkt.

  • Ich habe vier Ihelfer in der Klasse, von denen drei so sind, wie die von dir geschilderten. Aber selbst, wenn es nette,hilfsbereite Menschen sind ist der Redeanteil mit Erwachsenen sehr hoch. Meine Direktorin kann sich wohl nicht um die 69 I-Helfer an unserer Schule kümmern. Sie wirkt so schon überlastet.
    Ich habe meine I-helfer wirklich versucht gut anzuleiten. Wir haben sogar im Morgenkreis zusammen kurze Kapitel zu pädagogischen Themen gelesen. Ich fand es zeitweise sogar ganz spannend, einiges, was ich auf den Uni gelernt hatte, in Kurzvorträge zu fassen.
    Aber ich mußte auch ganz einfache Absprachen ständig wiederholen und dennoch wurden sie wieder vergessen. Zudem war für ein Kind keine feste Hilfe da, so dass oft täglich zwei völlig fremde I-helfer "mal eben" einzuweisen waren.
    An meiner Schule klagen fast alle Lehrkräfte über diese Zustände. Was soll man da machen?

  • Ich bin ganz Mikaels Meininung. Wenn die SL sich nicht kümmern kann, dann eben die Stelle, die die I-Helfer schickt und bezahlt. Beschwer dich dort doch mal schriftlich und schildere ungeschönt, was los ist und was du schon alles versucht hast. Im schlimmsten Fall hast du dann keine Helfer mehr, aber so wie ich das verstehe, sind sie dir sowieso mehr Arbeit als Hilfe.
    Gruß
    Anna

  • Nun ja, es kann auch ein Fiasko mit dieser Berufsgruppe werden, wenn sie die tägliche Arbeit ständig kommentieren, päd. Einschätzungen kundtun, auch während! des eigenen Unterrichtes, sich mit SL und Eltern verbünden und utopische und auch falsche Forderungen aufstellen: " In der Integrationsklasse muss! ZIELGLEICH unterrichtet werden, bei Schülern mit Unterstützungsbedarf GE....., ebenso sollen diese Schüler ein Noten - anstelle eines Berichtszeugnissses erhalten......., "


    Würd mich freuen, Erfahrungen darüber auszutauschen.


    LG KONRAD

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