Beiträge von Shadow

    Hallo! Du bist bereits fertiger Lehrer und verbeamtet. Deine erste Lehrbefähigung bleibt erhalten, die nimmt man dir nicht weg.

    Du machst lediglich eine Zusatzqualifikation, darfst dich bei Bestehen dann Sonderpädagoge nennen und wirst somit auch als solcher bezahlt (A 13). An der Verbeamtung ändert sich nichts.

    LG

    Ich finde es schon dreist von Schulen die Information so verfälscht wiederzugeben. Diese Notbetreuung hat schon einen wichtigen Grund; und der ist auch für uns Lehrer gut. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man sich so egoistisch seine unterrichtsfrei Zeit "besorgt" und nicht sieht, dass man sich damit indirekt selbst schadet.

    In meiner Region geben zumindest die Grundschulen alles korrekt wieder.

    Wie die Notbetreuung genau aussieht, wird sicherlich am Montag/Dienstag noch geklärt.

    Vermutlich wird man da arbeitsteilig rangehen und sich mit der Notbetreuung abwechseln, während einige KollegInnen Homeoffice machen.

    @ Plattenspieler: Danke für die Links! Hab ich gerade mal überflogen.
    Interessant finde ich u.a., dass es "in der Forschungswelt umstritten ist, ob eine AVWS als Ursache für eine Sprachentwicklungsstörung und Lernstörung gelten kann".
    Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich das bestätigen.

    Gezielte Lernspiele fallen mir da gerade nicht ein, vielleicht spuckt google was aus.
    Allerdings wage ich auch zu bezweifeln, dass das wirklich allzu viel bringt.


    Ich hatte in der Klasse mal zwei Familien, die wirklich SEHR engagiert waren und zu Hause mit ihrem AVWS-Kind alles Mögliche geübt und trainiert haben. Viele Übungen kann man eben auch gut in den Alltag einbauen, man braucht sich ja nur Einkaufszettel zu merken oder sonstwas.
    Was ich sagen wollte, ist, dass sie wirklich viel getan haben, auch Sport, Instrument und spielerische Gedächtnisübungen, es hat aber die Merkfähigkeit nicht wirklich trainiert, zumindest nicht so, dass man in der Schule Fortschritte feststellen konnte.
    Ich denke, da sind einfach irgendwo Grenzen, über die man nicht hinauskommt.

    Meinst du mit Gedächtnisspielen sowas wie "Ich packe meinen Koffer..." oder "Quatschsilben merken und nachsprechen"?


    Ich muss ehrlich sagen, dass die meisten Kinder, die ich kenne und bei denen eine AVWS diagnostiziert wurde, nahe an der Grenze zur "Lernbehinderung" waren und somit oft in den Bildungsgang Lernen abrutschten. IQ war meist sehr grenzwertig schwach und die Merkfähigkeit so wenig ausgeprägt, dass sie nicht zielgleich unterrichtet werden konnten.


    Ich habe mich immer gefragt, welche Hilfen es im Unterrichtsalltag bei AVWS für die Kinder gibt? Was kann man tun, damit sie besser lernen können?

    Falls es jemanden interessiert:


    Ich habe da mal weiter nachgeforscht, allerdings auch keine bahnbrechenden Ergebnisse.
    Die Problematik der abweichenden Behandlung scheint tatsächlich bekannt zu sein. Es wird davon ausgegangen, dass eine solche Praxis aber auf der Grundlage des sogenannten "Gebotes der sparsamen Mittelverwendung" einer gerichtlichen Überprüfung standhalten dürfte.
    Man könne im Einzelfall prüfen, ob ein gerichtliches Verfahren erfolgreich angestrengt werden kann.


    Das LBV verwies übrigens sofort an die Bezirksregierung. Der Sachbearbeiter dort schien die Problematik allerdings nicht verstehen zu wollen. Vielleicht müsste man dort noch einen Schritt weiter gehen.
    Falls jemand Lust hat zu klagen, über Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar.

    Die Schulleitung sollte dir die Frage eigentlich beantworten können.


    Soweit ich weiß, gibt es aber gar keine Lehrpläne für den Förderschwerpunkt Lernen. Es wird sich an den Lehrplänen der Grund- und Hauptschulen im jeweiligen Fach orientiert. Je nachdem, was das einzelne lernbehinderte Kind in der Lage ist, zu leisten. Da gibt es keine verbindlichen Regeln. Zieldifferente Förderung auf dem Leistungsniveau des jeweiligen Kindes, auch im Fach Religion.


    Aber vielleicht hat jemand noch genauere Informationen.

    Sicher? Ich hatte reduziert und das Geld wurde mir zu August gekürzt (ja, jetzt dieses Jahr 2019).

    Das würde mich auch sehr interessieren.
    Wenn dem so wäre, würde ich nämlich mal einen Beschwerdebrief ans LBV schreiben.


    Ich habe ebenfalls Stunden reduziert und für den gesamten August schon das Gehalt für die reduzierten Stunden bekommen (ab dem 1.8.).
    Eine Freundin hat Stunden erhöht, bei ihr wurde der 1. Schultag berechnet.
    Eben immer so, wie es für den Geldgeber am besten ist.
    Leider scheint das ja rechtens zu sein. Bei Stundenreduzierung gilt der 1.8. bzw. der 1.2., bei Erhöhung jeweils der 1. Schultag.

    Aber da die meisten sich nicht "ohne Grund" entlassen lassen, wird das kaum jemand riskieren, da man davon ausgehen muss, dann schlimmstenfalls doch noch 3 Monate arbeiten zu müssen. Man könnte es natürlich dann mit einer Krankschreibung versuchen...
    Alles nicht ganz ohne... Aber wäre wirklich mal interessant, wie so ein Fall dann gehandhabt würde!

    Die Wahrscheinlichkeit, dass du die Sommerferien komplett bezahlt bekommst, ist sehr gering.
    Wenn du Glück hast, bezahlen sie dir den Juli noch voll und setzen den Termin auf den 31.7. Aber wenn du Pech hast, nehmen sie den letzten Schultag.
    Letztlich kann dir das niemand sicher sagen, du wirst bei der Bezirksregierung nachfragen oder es einfach riskieren müssen. Viel Erfolg!


    In der Mittelschule kommen dann diese "Minderheiten" aus vielen Klassen in einer neuen Klasse zusammen, oft mit ganz negativem Selbstbild und noch negativerer Einstellung Schule gegenüber. Der "Rest", "ich bin dumm", "alle anderen haben es geschafft", ... diese Einstellung wurde jahrelang in den Kindern gefestigt. Vielleicht liege ich ja falsch, aber ich bilde mir ein, dass es diesen Kindern besser täte, nähme man sie frühzeitig raus und ließe sie in aller Ruhe und ohne Druck die Grundlagen lernen.

    Wir haben hier im Umfeld in den 4. Klassen nicht nur "ganz wenige Schwache", sondern durchaus einige, die schwächer sind. Da wurde natürlich nicht bei jedem ein IQ-Test gemacht, aber sicher sind da einige grenzwertige bei. Deshalb sind es aber trotzdem erstmal Hauptschüler und keine Förderschüler.
    Es gibt Kinder - und die sind nicht sofort als lernbehindert einzustufen - die werden in ihrem ganzen Leben das 1x1 nicht auswendig können. Die werden vielleicht auch den Zehnerübergang und Rechenstrategien nie wirklich begreifen, sondern rechnen mit Material oder zählen auch in der 9. Klasse noch ab. Die Grundlagen werden NIE sicher sitzen, da kann man noch so in Ruhe und ohne Druck jahrelang arbeiten. Und trotzdem kann es für diese Kinder auf einer Hauptschule (bzw. jetzt Gesamtschule) gut laufen, weil sie da eine neue Chance bekommen und mit viel Fleiß und Übung durchaus ihren Hauptschulabschluss schaffen.

    Der sonderpäd. Förderbedarf im Lernen besteht darin, dass man - theoretisch - Unterstützung für das Kind durch den MSD und /oder eine 2. Lehrkraft bekommt. Welche Entwicklungsrückstände das Kind hatte, damit habe ich mich nicht genau beschäftigt bzw. ist es auch nicht genau ausgeführt. Es tat sich einfach in allen Sachen schwerer und hat zudem mittlere Konzentrationsprobleme.
    Wenn das Kind einen überdurchschnittlichen, mehrstündigen Lernaufwand in Lernfächern (HSU z.B.) betreibt, schafft es noch eine 4. Es war aber auch schon so, dass bei einem etwas schwierigen Thema trotz hohem Lernaufwand eine 6 herausgekommen ist. Das 1x1 kann es sich nicht merken und die Herleitung klappt aufgrund des nicht Durchdringens nicht. Das sind die negativsten Punkte. Im Lesen ist es bei ungeübten Texten eines der schwächsten der Klasse, bei geübten Texten gehört es zum Mittelfeld.


    Die Kinder werden zielgleich unterrichtet. Zieldifferent unterrichtet zu werden heißt das Klassenziel nicht erreichen. Das muss man sich in Bayern schon überlegen. Leichtere Proben darf man den Kindern nicht geben. Entweder ohne Noten oder mit Noten wie die anderen auch.


    Der Hintergrund meiner Eingangsfrage eher darum, welche Chance hat ein Kind mit diesem IQ auf einer Mittelschule? Hier habe ich wenig Erfahrung. Ich hatte eher Schüler mit einem IQ im Normalbereich, die auf eine andere Weise blockiert waren.

    Okay, das wird in Bayern also schon etwas anders gehandhabt. Danke für die Erklärung!
    Die Idee, ihn zurückzusetzen finde ich ja prinzipiell gut. Das wird in NRW sowieso erstmal gemacht. Dann hat er ein Jahr mehr Zeit - trotz begrenztem IQ - einige Inhalte zu wiederholen und zu üben. Aber dazu müsste er ja ins Förderzentrum wechseln mit schwierigem Klientel.
    Hm, keine einfache Entscheidung.
    Vielleicht solltest du auf dein Bauchgefühl hören und ihn dort belassen, wo er gerade ist, sofern die Eltern auch dafür sind. Welche Chance ein Kind mit diesem IQ auf der Mittelschule hat, kann ich leider auch nicht sagen, habe da keine Erfahrung.
    Vielleicht kann jemand aus Bayern das besser einschätzen.

    Und worin besteht der sonderpäd. Förderbedarf, den es seit dem 1. Schuljahr hat, genau?
    Nennt sich das in Bayern auch Förderschwerpunkt "Lernen"? Es wird aber zielgleich mit den anderen unterrichtet?
    Und es schafft trotzdem 4er, mal ne 5, aber auch mal ne 3?
    Dann hat es meiner Ansicht nach aktuell keinen Förderbedarf im Bereich Lernen.
    Sind die 5er nur in bestimmten Fächern oder quer durch die Bank?
    Sehe da keinen Grund, warum es auf eine Förderschule wechseln sollte.

    Ich weiß nicht, wie es in Bayern ist, aber ich sehe aufgrund deiner Schilderung nicht, dass das Kind an einer Förderschule besser aufgehoben wäre. Erstmal müsste doch überhaupt ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt werden, oder wie ist das in Bayern (habe keine Ahnung). Hat das Kind schonmal eine Klasse bei euch wiederholt? Würde das evtl. etwas bringen?
    Wenn es 4er schreibt ist doch erstmal alles ok. Mal ne 5 ist auch kein Beinbruch.
    Bei uns ist es tatsächlich so, wie du auch schon schreibst, dass leider an den Förderschulen mittlerweile sehr sehr viele Kinder mit emotional-sozialem Förderbedarf unterrichtet werden und da geht es ziemlich hoch her. Kinder, die "nur" lernbehindert sind und vom Wesen her ruhig und angepasst, gehen da in der Regel - so leid es den Kollegen tut - unter.
    Von daher würde ich in deinem geschilderten Fall das Kind auf der Regelschule (und später Mittelschule) lassen - zumal es gut integriert ist - und erstmal die weitere Entwicklung abwarten.

    ...Was ich mich also frage ist, ob es da einen Generationenunterschied gibt und falls das so ist, ob dieser Unterschied von veränderten Bedürfnissen bei den Schülern kommt oder von veränderter Bereitschaft bei den Lehrern.


    Das ist eine interessante Frage. Vielleicht ist es von beidem ein bisschen... Ich finde es schwer, das zu beurteilen.
    Meiner Beobachtung nach ist es einfach eine Typsache der jeweiligen Lehrkraft.
    Auch früher gab es schon Lehrerinnen, die eher "kuschelig" drauf waren. Heute beobachte ich das aber tatsächlich eher bei jüngeren Kolleginnen.
    Kinder stellen sich in der Regel problemlos auf den jeweiligen Typ ein. Bei manchen Kolleginnen würden sich die Kinder niemals trauen, diese zu "umbauchen", wie es hier so schön hieß. Bei anderen ist das an der Tagesordnung.


    Mir persönlich macht das "umbauchen" nichts aus, ich lege kurz den Arm um das Kind und löse aber dann diese Umarmung. Wenn ein Kind im Sitzkreis seinen Kopf an meine Schulter lehnt, reagiere ich ähnlich. Für einige Sekunden ok, nach dem Motto "Ich nehme dich wahr", aber jetzt halte deinen Kopf bitte wieder selbst.
    Auf dem Schoß sitzen geht bei mir absolut gar nicht, das ist mir persönlich zu viel Nähe und ich halte es einfach nicht für angebracht, auch nicht in der 1. Klasse. Selbst wenn ein Kind sich verletzt hat, ist das für mich kein Grund, dies zu tun, man kann auch anders Nähe signalisieren. Aber es ist definitiv eine Typsache.
    Ich beobachte tatsächlich viele Kolleginnen, die da überhaupt kein Problem mit haben, da sitzen selbst in normalen Stunden Kinder im Sitzkreis auf dem Schoß, manchmal ist es nur aus Platzmangel. Da wird geknuddelt, gekuschelt, Haare geflochten oder sonstwas. Ich habe es sogar schon in der 4. Klasse erlebt, Junge auf Schoß der Lehrerin in einer alltäglichen Situation. Das ist für mich mehr als grenzwertig.
    Aber letztlich muss es wohl jede Lehrkraft für sich entscheiden.

    Ich hole diesen Thread mal aus der Versenkung hervor.

    ...


    Ich selber muß diese Situation noch 3 Jahre ertragen. Erst nach 5 Jahren darf man in NRW selber Widerspruch gegen eine Abordnung einlegen.

    Kannst du mir evtl. sagen, wo das mit den 5 Jahren steht? Und wie erfolgsversprechend ist das? Ich bin auf der Suche nach genaueren Infos zu diesem Thema.


    Hat schon mal jemand von euch erfolgreich Widerspruch gegen eine Abordnung eingelegt und mag davon berichten?
    Danke!

    ....
    Aber es ist doch so, dass ein Schüler mit sonderpäd. Förderbedarf, der eine Gymnasialempfehlung hat, weiterhin z.B. im Rahmen der Einzelintegration an einem Gymnasium aufgenommen werden kann oder muss? Oder?

    Ja, das ist so. Er hat nur kein Anrecht auf ein bestimmtes Gymnasium. Er kann aber im Rahmen der Einzelintegration auch an jedem Gymnasium beschult werden, wenn er einen Platz bekommt, er muss sich da dann ganz normal anmelden wie alle anderen auch. Man sollte den Eltern nur deutlich machen, dass Einzelintegration eben auch bedeutet, dass an dieser Schule dann in der Regel nur wenig oder keine Sonderpädagogen sind und dass die Bedingungen ggf. anders sind, als an der Schule, die das Schulamt vorgeschlagen hat.


    Uns wurde darüber hinaus erklärt, dass Gymnasien in der Regel nur zielgleiche Kinder aufnehmen mit folgenden Ausnahmen:
    a) Das Gymnasium möchte zieldifferente Kinder aufnehmen (weil es sich vielleicht auch schon auf den Weg im Zuge der Inklusion gemacht hat)
    b) Es gibt in der Kommune schlichtweg keine andere weiterführende Schule. Dann müssen auch Gymnasien zieldifferente Kinder aufnehmen.


    LG

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