Lehrer in Österreich, in der Schweiz

  • Guten Samstag und hallo alle :) !


    wie ist das eigentlich hier mit mit Lehrern im deutschsprachigen Ausland? Gibt es hier solche? Ich hätte da mal ein paar Fragen.


    Erstmal kurz zu mir:
    Ich studiere in Berlin die Fächer Mathematik und Physik auf Lehramt ( L4 Studienrat). Ich bin fast fertig mit meinem Bachelor. Ich möchte nach dem Bachelor gleich anfangen zu arbeiten.


    In Deutschland ist das ja nicht möglich ohne Master und Referendariat. Ich weiss das es zumindest in Berlin möglich ist mit dem Bachelor als Vertretungslehrer zu arbeiten aber ich vermute das dies dann zu wesentlich schlechteren Konditionen läuft als für die normalen Lehrer. Das ist langfristig also nichts richtiges.


    Wie ist das in der Schweiz und in Österreich?


    • Ist es möglich dort mit dem Bachelor als Lehrer angestellt zu arbeiten? Ich habe zumindest mal
      was davon gehört das es gehen soll.


    • Muss man vorher sowas wie ein Referendariat abschließen? Wenn ja wielange dauert das?


    • Welche Vorraussetzungen gibt es dort für die Verbeamtung?


    dankbar für jede Hilfe. :)
    Und sorry wegen komischen Zeilenumbrüchen das war ich nicht.


    Ein schönes Wochenende und viel Erfolg! :top:

  • Warum funktioniert den die Bearbeiten Funktion bei mir nun wieder nicht!?
    Naja ich wollte mich nochmal für die komischen Zeilenumbrüche in meinem Post entschuldigen das war ich nicht.

  • Hallo, robbe1 :)
    Ich bin zwar noch Studentin, stamme aber aus Österreich und kann dir hoffentlich ein bisschen weiterhelfen.


    Dazu müsste ich erst mal wissen, für welchen Schultyp du studiert hast. Gegenwärtig ist es nämlich noch so, dass Volks- und Hauptschullehrer drei Jahre an einer Pädagogischen Hochschule studieren, mit dem Bachelor abschließen und dann bereits vollständig ausgebildet sind. Referendariat o.Ä. müssen sie nicht machen, sondern können sofort nach dem Bachelor voll ins Berufsleben starten. Für die Hauptschule studiert man wie in Deutschland zwei Fächer, in der Volksschule wird man aber für alle Fächer ausgebildet, da könnte es also Probleme geben, wenn du nur zwei studiert hast.


    Gymnasiallehramt ist hier noch ein Diplomstudiengang, schließt also nach neun Semestern mit einem Magister ab. Nach dem Studium hat man ein einjähriges Unterrichtspraktikum zu absolvieren, das wahrscheinlich etwa mit dem Referendariat vergleichbar ist.


    Allerdings ist das Ganze momentan ziemlich im Umbruch begriffen. Im kommenden Wintersemester wird es zumindest an einer Uni schon einen Bachelor-Master-Studiengang fürs Gymnasiallehramt geben. Der sieht acht Semester Bachelor und vier Semester Master vor. Wie dieses System genau funktioniert, ist mir leider noch nicht ganz klar...aber das geht glaub ich den meisten so ;) Betrifft aber nur Salzburg, alle anderen Unis machen das noch nicht.


    Also, zusammenfassend, für Hauptschule/Neue Mittelschule dürfte es - so der deutsche Bachelor anerkannt wird - keine Probleme geben, für Volksschule müsstest du eventuell die anderen Fächer nachholen, fürs Gym...da glaube ich zumindest nach derzeitigem Stand nicht, dass der Bachelor ausreicht.


    Zur Verbeamtung bin ich leider selbst nicht so genau informiert; in der Form wie in Deutschland dürfte sie hier aber nicht gängig sein.
    Momentan wird ja auch über eine Reform des Dienstrechtes diskutiert...seit über 30 Verhandlungsrunden :rolleyes: Wie das zukünftig aussehen wird, steht also wirklich in den Sternen.


    Ich hoffe, das hat dir ein wenig weitergeholfen. :)
    Liebe Grüße,
    Kato

  • Schönen Sonntag,


    vl kann ich auch ein wenig dazu beitragen,... wie schon erwähnt wäre es gut zu wissen was du studiert hast, daher für welche Schulform in Deutschland.
    Wie Kato schon erwähnt hat wird es hier in Ö eine große Umstellung bezüglich der Ausbildung für Lehrer geben... dann muss auch hier jeder mit Master abschließen.


    Ich bin hier Volksschulleherin bei mir war es so, dass ich 5 Jahre lang jeweils um ein Jahr verlängert wurde und dies jährlich ansuchen musste. Nach fünf Jahren habe ich nun einen unbefristeten Vertrag erhalten.


    Soweit ich weiß, müsste es möglich sein, dass du als Gymnasiallehrer auch in der Hauptschule unterrichten darfst.


    LG MM

  • Danke MagicMoment :)


    Vielleicht mal ein paar Beispiele....Man ist Master of Education mit zwei Fächern im Profil Lehramt an Gymnasien. Kann man damit in Österreich direkt ins einjährige Praktikum starten und danach angestellt werden? Nur am Gym oder auch Volks- und Hauptschule?


    Wie ist der Lehrerarbeitsmarkt überhaupt?


    hier mal ein interessanter externer Link, der die aktuellen Reformpläne beschreibt....ist das eig. schon verabschiedet?


    http://www.krone.at/Oesterreic…eizeit._etc.-Story-322371

  • @cressi Ich bin ziemlich sicher ( weiß es aber nicht genau ) , dass du mit dem Master of Education mit zwei Fächern im Profil Lehramt an Gymnasien hier direkt mit dem Praktikum einsteigen kannst.
    Ich denke du kannst dann in der Hauptschule und im Gymnasium eingesetzt werden.
    In Volksschulen nicht, da du nicht in allen Fächern geprüft bist.


    Der Lehrerarbeitsmarkt ist im Moment ziemlich gut, daher es gibt viele freie Stellen und man hat *große Auswahl* ( natürlich von Bundesland zu Bundesland verschieden)


    Der Link mit den Reformplänen beschreibt sehr gut was alles geplant ist. Wie viel davon wirklich umgesetzt wird ist aber nach wie vor noch unsicher.


    Hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen.


    LG

  • Hallo


    also mit deinen Fächern (M und Physik) hast du so gut wie keine Chancen an einer Volksschule (6-10jährige Kinder) zu unterrichten...Physik gibt es nicht und Mathe wird eigentlich auch meist vom Klassenlehrer unterrichtet - in Ö gibt es kein Fachlehrersystem an der VS.


    Gute Chancen zu unterrichten hast du sicherlich an den Hauptschulen (bzw. Mittelschulen) mit deinen Fächern.


    Verbeamtung gibt es in Ö so gut wie gar nicht mehr (bei uns in Tirol dauert es zurzeit ca. 13 Jahre...) - du wirst zu Beginn 5 Jahre lang einen Folgevertrag bekommen, der jeweils nur ein Jahr läuft (da musst du darauf achten von dem Februar eingestellt zu werden, nur dann wirst du auch über die Monate Juli / August bezahlt. Stell dich auch darauf ein, zu Beginn ein "Wanderpokal" zu sein....und das Gehalt in Ö ist auch weit von jenem in D entfernt...Schulhilfspersonal (Sekretärin, Sozialarbeiter, Schulkrankenschwester...) gibt es in Ö auch nicht :rotwerd:




    mg


    shopi

  • Noch eine Anmerkung: Die Hauptschulen werden sowieso gerade der Reihe nach in Neue Mittelschulen umgewandelt, wo auch Lehrpersonen mit Gymnasialausbildung unterrichten können und sollen.


    Eine Bekannte von mir (Österreicherin) hat übrigens gerade ein Lehramtsstudium fürs Gymnasium in Bayern abgeschlossen; damit sie hier normal in den Schuldienst einsteigen konnte, musste sie allerdings ihr komplettes Studium an einer österreichischen Uni anrechnen lassen, um dann von dieser einen Abschluss zu bekommen. So konnte sie dann ihr Praktikumsjahr beginnen. Ob das immer so ist, kann ich dir leider nicht sagen.


    Das Gehalt mag zwar geringer sein als in Deutschland, aber dafür sind es in der Regel auch weniger Stunden. Die Anzahl orientiert sich an den Fächern. Zumindest jetzt ist das noch so, wird sich vermutlich aber bald ändern.

  • Hey,


    alles ganzschön kompliziert. Habe ich das richtig verstanden, dass ein Lehrer nach der Reform erstmal 13Jahre lang ca 2450eur brutto verdienen soll? Bei den Lebenshaltungskosten in Österreich ist das ja wirklich nicht viel, oder sind die Abgaben deutlich niedriger?


    LG

  • Ja, wenn man das Weihnachts- und Urlaubsgeld dazu rechnet, kommt man auf ca. 1900,-


    100% Lehrverpflichtung für VS sind 22h; für Haupt-bzw. Mittelschule sind es 21h und auf dem Gym 18h - mit dem neuen Gesetzt wird das geändert (und natürlich nicht zum Positiven)


    Das Gehalt steigt dann nach 13 / 5 /5/ 6/ 6 /6 Jahren - beginnend bei 2420,- und am Ende 4330,- bei einer Lehrverpflichtung von 24h



    Wenn du jetzt fertig bist mit deiner Ausbildung, und vorhast in Ö zu unterrichten, dann würde ich das schnellstens erledigen, denn dann betrifft dich das neue LDG nicht...


    gruß shopi

  • An Gymnasien in Österreich darf ein Bacchalaureus zwar unterrichten, aber nicht prüfen (jedenfalls keine Maturaprüfung = Abitur abnehmen). Deshalb sehe ich die Anstellungschancen am Gymnasium jetzt nicht so rosig, denn die Schulleitungen sind i.d.R. bestrebt, eine gewisse Kontinuität zu wahren (und ein Lehrerwechsel in der 8. = 12. stellt nun mal keine Kontinuität dar). Möglich ist es allerdings, als Sondervertragslehrer auch an Gymnasien zu arbeiten - da müßtest du Kontakt zum jeweiligen Landesschulrat aufnehmen.
    Bezüglich Lehrverpflichtung: In Deutschland dauert eine Unterrichtsstunde nur 45 Minuten, in Österreich 50. - Bei voller Lehrverpflichtung sind das pro Woche schon mal automatisch zwei Stunden mehr im Vergleich zu Deutschland....

  • Hallo!


    Ich finde meine Frage passt hier gut rein und ich hoffe mir kann auch jemand weiterhelfen. Ich komme aus Südtirol (Italien) und bin jetzt im letzten Studiengang für Bildungswissenschaften. Dieser Studiengang dauert 4 Jahre und anschließend erhält man hier bei uns die Lehrbefähigung, die auch europaweit anerkannt wird.


    Ich würde nächstes Schuljahr, also 2014/15 an einer Grundschule in Österreich unterrichten. Kann mir da vielleicht mal jemand sagen, an wem ich mich da wenden muss?


    Hier bei uns gibt es die Landesranglisten, in die man sich eintragen muss und dann wird man von den Schulen ausgewählt, wo man gebraucht wird. Wie ist das denn in Österreich? Wendet man sich da selbst an die einzelnen Schulen? Wie sieht es mit Supplenzstellen/Vertretungsstellen aus - wer darf solche annehmen? Nur studierte Lehrer oder auch Leute mit einem Matura-/Abiabschluss?


    In Südtirol ist es so, dass man sobald man den Maturaabschluss erlangt hat, Supplenzstellen an Grundschulen annehmen darf. So konnte ich nämlich während meinem Studium nebenher noch unterrichten. Heuer zum Beispiel unterrichte ich nebenher 6 Stunden die Woche an einer Grundschule. Ist sowas in Österreich auch möglich?


    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen!!


    Danke schonmal im Voraus :)

  • Ein Hallo nach Südtirol aus Tirol von mir ;)


    In Ö / Tirol ist es so, dass man sich an den Landesschulrat bzw. an die Abteilung Bildung im Landhaus wenden muss, dort trägt man sich dann ein und gibt an wie viele Stunden, in welcher Schulart und ich in welchem Bezirk man arbeiten möchte / kann.


    http://www.tirol.gv.at/bildung…innen/pflichtschuldienst/


    Man reiht die einzelnen Bezirke ein eine Art "Hitparade". Zugeteilt werden die Stellen dann ebenfalls von der Abteilung Bildung - d.h. jeder Bewerber bekommt eine gewisse Punkteanzahl (je nach Ausbildung, Kinderanzahl, Zusatzqualifikationen....) und der mit der meisten Punkteanzahl bekommt als erster eine Stelle angeboten. Die Schule aussuchen kann man sich nicht und auch die Schulen haben kein Mitspracherecht wer ihnen zugeteilt wird. Wenn man eine angebotene Stelle ablehnt, muss man sich wieder hinten in der Warteschlange anstellen d.h. man wird automatisch zurück gereiht. Es wird bei der Auswahl der Stellen nicht darauf geachtet, wo du wohnst, d.h. man geht davon aus, dass du bereit bist auch woanders für eine Stelle hinzuziehen (man nimmt eigentlich keine Rücksicht auf die Bewerber) und dass du die gewünschte Stundenanzahl bekommst, ist auch nicht garantiert. Gerade als "Neuling" wirst du wohl in mehreren Schulen zum Einsatz kommen und überall ein paar Stunden halten.


    Bestimmte Bezirke sind so gut wie dicht, eine Stelle dort zu bekommen ist als Neuling unmöglich und auch als Lehrer mit einigen Dienstjahren sehr, sehr schwierig...(Innsbruck Stadt, Innsbruck Land, Schwaz und Osttirol)


    Supplierstellen im Grundschulbereich gibt es eigentlich gar nicht und schon überhaupt nicht für noch nicht für Studenten, es ist zurzeit auch in keinster Weise ein Mangel an GS Lehrern....ob man eine Stelle bekommt, erfährt man frühestens Anfang Juli, oft auch erst nach Schulanfang und da wird dann meist erwartet, dass man gleich am folgenden Tag in der Schule zu arbeiten beginnt.


    Einen Arbeitsvertrag bekommst du in den ersten 5 Jahren immer nur befristet d.h. du weißt nicht, ob du im kommenden Jahr noch eine Stelle zugeteilt bekommst, oder nicht und musst jedes Jahr einen neuen Antrag auf Wiedervewendung stellen - diese Regelung gilt soweit ich weiß für ganz Ö.


    Falls du noch weitere Infos möchtest, meld dich gerne per PN

  • Hallo Shopgirl,


    erstmal ein großes Dankeschön für die vielen Informationen! Hilft mir echt schonmal viel weiter!!


    Was ich noch fragen wollte, in welchem Zeitraum bewirbt man sich denn normalerweise für eine Stelle und wann kriegt man denn den Bescheid, ob man eine Stelle erhält?



    Gruß aus Südtirol nach Tirol :)

  • Bewerben kann man sich nach Abschluss des Studiums, weil man ja alle Zeugnisse usw. vorlegen muss - die Stellenkonferenz ist in der letzten Juniwoche, Bescheid bekommt man dann meist in der letzten Schulwoche (1.Juliwoche)....als Neueinsteiger musst du darauf gefasst sein, dass du vor September nix von denen hörst, weil ja zuerst Versetzungsanträge von bereits angestellten Lehrern bearbeitet werden, dann kommen die dran, die auf Weiterverwendung warten und dann kommen die Neuen dran...du kannst aber im Juli/August deinen Platz auf der Lehrerhitparade erfragen, indem du dort einfach telefonisch anrufst (ist aber meist eher deprimierend, wenn man erfährt, welchen Hitparadenplatz man hat :autsch: )



    lg


    shopi

  • Hmm ich glaub da schauts bei mir schlecht aus.. ich erhalte meine Lehrbefähigung erst im Juli, da wir erst da unsere Abschlussprüfung haben! Ich hab mich jetzt trotzdem auch nochmal an das Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Bildung gewendet, um sicherheitshalber nochmal nachzufragen!


    Danke trotzdem für die vielen Infos.. vielleicht klappts ja doch, wär auf jeden Fall super und ne Erfahrung wert! :)

  • Ich kann dir nur noch folgendes raten - eine Anstellung während des laufendes Schuljahres ist viel wahrscheinlicher als zu Schulbeginn. Viele, die auf der Warteliste stehen, suchen sich, wenn sie keine Stelle mehr bekommen einen andere Job und fallen daher aus der Reihung raus. Ab Jänner hat man dann meist mehr Chancen auf eine Anstellung.


    Ansuchen um eine Stelle kann man das ganze Jahr über - Leute, die bei den Prüfungen im Juni durchfallen, haben meist erst eine Nachprüfung im Sept. und können sich natürlich auch erst dann bewerben.



    mg


    shopi

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