Beiträge von lera1

    wenn jemand bei einem NS-Autoren über die Germanen in der äußeren Quellenkritik schreibt, dass der Autor Römer im 2. Jahrhundert nach Christus sei, dann weiß ich worauf ich mich in der Deutung einstellen kann und das ist ganz sicher kein Folgefehler, sondern bodenloser Unfug.

    das mag natürlich sein - ich kenne ja die Aufgabenstellung nicht. Wenn aber jemand einen Autor aus der NS- Zeit (die ja teilweise recht viel und unverschämt von Tacitus abgeschrieben haben) mit Tacitus persönlich verwechselt, dann ist diesem Schüler meines Erachtens kein Strick daraus zu drehen; und der erwähnte "historische Kontext" ist eigentlich nur dann zu bewerten, wenn er unterrichtet worden ist (ihn als Allgemeinbildung vorauszusetzen, funktioniert zunehmend weniger - auch bei Kindern bildungsaffiner Elternhäuser kann man zunehmend weniger Dinge, die für unsere Generation (Mitte bis end-Vierziger) selbstverständlich waren, voraussetzen). Trotzdem bleibt für mich primär: Ist der Unfug des Schülers logisch, stringent, und folgerichtig? - dann sind ihm die entsprechenden Punkte zu gewähren; ist der Unfug auch unter den gegebenen Umständen Unfug? . dann bekommt der Schüler keinen Punkt.

    Grüß euch alle!

    Ich bin Österreicher, und deshalb sind mir Schularbeiten (bzw. Klausurarbeiten) in Geschichte vollkommen fremd; wir haben in Geschichte allenfalls einen Test, der 20 Minuten Prüfungszeit nicht überschreiten darf und der nur ein sehr eng umrissenes Stoffgebiet zum Thema haben darf (Anhaltspunkt: die letzten 6-8 Wochen, die unterrichtet wurden). Umso spannender finde ich diese Problematik, weil sie mir in Geschichte fremd ist (in Latein und Griechisch kenne ich das schon - wie soll ein Schüler einen Vergleich bewerkstelligen, wenn er den Sinn des Textes nicht verstanden hat?). Wenn der Schüler aber die vermittelten Kompetenzen folgerichtig und stringent angewandt hat (auch wenn sein "Ausgangstext" -in diesem Falle der Cartoon - falsch verstanden wurde), dann ist ihm meiner Ansicht nach die volle Punkteanzahl zu geben. Ansonsten würde er ja doppelt bestraft werden: Der Schüler bekommt einen Punkteabzug, weil er den "Text" (in diesem Falle: den Cartoon) falsch verstanden hat, und bekommt auch noch einen Punkteabzug, weil seine (auf der falschen Textinterpretation fußenden) Folgerungen falsch sind. In diesem konkreten Falle würde ich persönlich (allerding wohlgemerkt - gemäß dem, was bei uns in Österreich Usus und rechtlich haltbar ist - keine Ahnung, ob das in deinem Bundesland in Deutschland auch so ist) folgendermaßen verfahren: Für die "Richtigkeit" des Cartoons bekommt er 0 Punkte; wenn seine (wiewohl auf der falschen Interpretation aufbauenden) Schlüsse folgerichtig und stringent sind (auch wenn sie in die falsche Richtung führen mögen), bekommt er die volle Punkteanzahl; je nach Bewertungsschlüssel und Wertung der einzelnen Teilkompetenzen wäre unter Umständen also sogar die Benotung mit "Sehr gut" (!) möglich (wie gesagt - alles unter legibus Austriacis sumptis). Vielleicht haben dir meine Ausführungen ein wenig geholfen - jedenfalls wünsche ich alles Gute und erholsame Feiertage!

    Ich persönlich kann eigentlich nur von den Erfahrungen sprechen, die ich an unserem Gymnasium gemacht habe - ich unterrichte (bedingt durch meine Fächer) erst Schüler ab der 3. Klasse Gymnasium, weiß also nicht wirklich, wie sich der Übertritt von der 4. Klasse Volksschule zur 1. Klasse Gymnasium (in Deutschland halt 5. Schulstufe) gestaltet. Mein Eindruck ist aber, daß die Kollegen, die 1. Klassen unterrichten, sehr darauf bedacht sind, den Übertritt der Schulformen, die Erfahrung, mit neuen Mitschülern klar kommen zu müssen, und die Umstellung vom Klassenlehrersystem auf das Fachlehrersystem sehr angenehm und problemlos für die Schüler zu gestalten. Dies scheint auch zu gelingen: Wir haben einen recht hohen Grad an Schülern, die sich mit unserer Schule identifizieren, die auch bereit sind, ihre Freizeit für schulische Belange (Theater, Musical) zu opfern (jetzt natürlich nicht - coronabedingt; aber es gab - und wird es hoffentlich auch wieder geben - ein Leben ohne Corona), und die auch - lange nach der Matura - noch Kontakt mit ihren ehemaligen Lehrern pflegen. Nicht wenige ehemalige Schüler schicken dann auch ihre eigenen Kinder zu uns ans Gymnasium. Das wäre vermutlich alles nicht der Fall, wenn da jemand traumatische Erfahrungen gemacht hätte. Ich tue mir auch schwer, zu glauben, daß das in deutschen Gymnasien anders sein soll, als in österreichischen. Natürlich wird Wert auf Leistung gelegt, aber gerade am Anfang der jeweiligen "Zäsurstellen" (also Übertritt von der Volksschule zum Gymnasium, bzw. von der Unter- zur Oberstufe) wird überall - so denke ich zumindest - darauf wert gelegt, die Schüler dort abzuholen, wo sie sind und ihnen den Übertritt möglichst zu erleichtern.

    Solche Unvernünftigen, die eben nicht brav zu Hause geblieben sind, gibt es nämlich auch.

    Ich habe aber im Urlaub - also anderswo als zu Hause - weit weniger häufigen und weit weniger intensiven Kontakt zu anderen Menschen; wenn ich Ansteckung vermeiden will, dann fahr ich weg; daheim gibt es eben doch intensiven Kontakt zu Eltern, Freunden, Kindern, etc. - und alle Genannten haben halt auch ihre persönlichen Kontakte. Da ist das potentielle Risiko einer Ansteckung doch weit höher, als wie wenn ich allein aufn Berg steig, oder im Thermalbad herumplansche, oder mir Museen ansehe, oder abends mit (neu gewonnenen) Bekannten saufen gehe - dort umarme ich wenigstens niemanden...

    das freut mich für Chemnitz! Ich persönlich (ich spreche jetzt aber nur als Tourist) halte Chemnitz für unverdientermaßen im Abseits stehend - dabei hat diese Stadt kulturell extrem viel zu bieten (Schloßbergmuseum, Museum Gunzenhauser, Eisenbahn- und Industriemuseum, etc.). Ich finde es auch gut, daß kein "kultureller und touristischer Selbstläufer" wie Dresden das Rennen gemacht hat - das gibt Hoffnung, daß nun Geld in bisher vernachlässigte Gebäude wie die Wanderer-Werke gesteckt werden wird (auch wenn ich mir schon dessen bewußt bin, daß die Geschichte weit mehr kosten, als einbringen wird - aber mediale und sonstige Aufmerksamkeit und Touristen werden sicherlich auf der Habenseite verbucht werden können). Hoffentlich werden auch viele Menschen den - zugegebenermaßen etwas spröden - Charme dieser Stadt kennenlernen!

    Hallo! Wie alt sind die Schüler denn? Wenn sie entsprechende kognitive Fähigkeiten und vielleicht auch durch Geschichte, etc. gewisse Vorkenntnisse bzgl. Weltanschauungen und deren Haltung bzgl. Religion haben, könnte man vielleicht folgendes machen: Den Text eines Evangeliums lesen und als Kontrast dazu Texte, die das Evangelium entweder kritisieren (z. Bsp. marxistische Religionskritik) oder zu instrumentalisieren suchen. Dann noch Aussagen von ein paar modernen Theologen und/oder Politikern zum Evangelium, und damit hätte man dann eine umfangreiche Textarbeit....(vielleicht noch am Rande: Ich bin kein Theologe, sondern Philologe - deshalb ist das erste, das mir einfällt, recht textlastig - vielleicht ist es ja trotzdem hilfreich)

    abgesehen von den (wohl eher an den Haaren herbeigezogenen) rechtlichen Problemen - wie unterrichtet ihr dann eigentlich mit dem Fetzen vor Mund und Nase? Abgesehen davon, daß die Kommunikation eingeschränkt ist (Mimik und Gestik), hört und versteht man das Gegenüber ja nur sehr schlecht. Ich würde mich diesbezüglich sehr über Berichte aus eigener Erfahrung freuen! Danke!

    Frage eines Außenstehenden (Österreichers): Verstehe ich das richtig? In Fächern, in denen keine Schularbeiten (=Klausuren) geschrieben werden, gibt es bei der Nachprüfung trotzdem eine schriftliche Prüfung?

    Bezüglich der Prüfung allgemein würde ich mir die einschlägigen Rechtsvorschriften des jeweiligen Bundeslandes ansehen und vielleicht auch den Rat eines erfahrenen Fachkollegen diesbezüglich einholen. Im Prinzip sollte eine Prüfung meines Erachtens schon den Stoff des gesamten Jahres abbilden - eine Reduzierung der Themen erscheint mir persönlich da etwas problematisch zu sein...

    Meine Romreise im September habe ich vor kurzem abgesagt - nicht deshalb, weil man nicht nach Italien fahren könnte (Rom ist und war generell ruhig in Hinsicht auf das Coronavirus), sondern weil bis auf weiteres Besichtigungen für Schulgruppen nicht möglich sind, bzw. entsprechende Reservierungen nicht entgegengenommen werden. Wenn ich nichts besichtigen kann, ist die ganze Reise unsinnig - deshalb habe ich die Reise abgesagt. Ob ich die Reise zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nachhole ( evemtuell nach Ostern), werde ich erst im Herbst entscheiden, wenn wir auch mehr über eine etwaige 2. Welle wissen, etc. Momentan würde ich noch nicht allzuviel unternehmen, bzw, auch mit der Schulleitung reden, ob man schon getätigte Reservierungen vielleicht nicht doch noch kostenfrei stornieren kann, bzw. ob da nicht auch die Schule einspringen könnte...

    Grüß euch! Ich habe da jetzt so einige der Meldungen gelesen und glaube, daß da jetzt manche Dinge vermischt wurden, die man nicht oder nur bedingt vermischen darf, weil sie jeweils unterschiedlich rechtlich geregelt sind. Vermutlich ist das auch von Bundesland zu Bundesland verschieden, also jetzt nur mal die österreichischen, bzw. Wiener Regeln:


    Fahrgemeninschaften sind an sich problematisch, weil diese rein rechtlich einen Schülertransport darstellen und für einen Schülertransport bestimmte Befugnisse (z.Bsp. erweiterter Führerschein) erforderlich sein können (v.a. dann, wenn etwas passiert, was sich ja keiner wünscht). - Auch wenn das Eltern übernehmen, könnte im Fall des Falles eventuell den Lehrer der Vorwurf der "culpa in eligendo" (also wenn man jemanden falschen auswählt, dem man die Kinder anvertraut - z.Bsp., wenn man die lieben Kleinen zu einem stadtbekannten Säufer ins Auto steigen läßt) treffen - das sind allerdings (zugegebenermaßen) juristische Spitzfindigkeiten, aber wer ganz auf der sicheren Seiten bleiben will, sollte vielleicht auch an das denken.


    Auf Klassenreisen unterliegen auch über 18jährige der Aufsichtspflicht des Lehrers; insbesondere hat der Lehrer die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften (z.Bsp. Alkohol- und Rauchverbot) zu überwachen. (natürlich weiß ich nicht, was die 8. Klassen am Zimmer machen, aber normalerweise sind 17, 18jährige durchaus kooperativ, wenn man ihnen die Situation erklärt, in der man selbst als Lehrer steckt)


    Für Erkundungsaufträge, "Schitzeljagden", etc., bzw. ganz allgemein gilt bei uns: Ab der 3. Klasse (=7. Schulstufe) kann die Aufsichtspflicht entfallen, sofern bei den Schülern die entsprechende "geistige und körperliche Reife" anzunehmen ist, und sich die Schüler in "ihrer gewohnten Schulumgebung" aufhalten - d.h., in Rom kann ich sie nicht frei herumrennen lassen (abgesehen davon, daß ich mit einer 3. Klasse -also 12, 13jährigen -sicher nicht nach Rom fahren würde).


    Ab der 6. Klasse (=Ende der Schulpflicht = 10. Schustufe) entfällt die Aufsichtspflicht komplett - allerdings gelten die schon oben erwähnten Einschränkungen auf Schulveranstaltungen (=Reisen); zudem ist der Lehrer für das Wohlergehen der Schüler doch verantwortlich (also Schüler beispielsweise in einen Sammelkanal zu schicken, um das Sozialverhalten von Ratten zu studieren, wird vermutlich nicht als "Wahrung des Wohlergehens" verstanden werden - egal, wie alt die sind....)

    lese ich das richtig - da geht es um eine Klassenarbeit? Kein Zeugnis, das vielleicht übertrittsrelevant wäre? Also um eine Arbeit, die einen Teil der Note ausmacht? Und wieso machen da die Eltern so einen Aufstand? Ich habe auch noch eine Lateinschularbeit und eine G-Arbeit vom März, also von vor der Schulschließung, bei mir herumliegen. Ergebnisse und momentanen Leistungsstand habe ich kommuniziert - die Arbeiten selbst interessieren niemanden - inclusive meiner Person (mittlerweile sind da schon die Spinnfäden drauf - Scherz beiseite, so schlimm ist es noch nicht). Ich würde (am besten in Absprache mit der Schulleitung) darauf verweisen, daß eine Rückgabe der Arbeit wie in normalen Jahren jetzt halt einfach nicht möglich ist und basta. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist - wir müssen auf Anfrage den momentanen Leistungsstand kommunizieren. Das würde ich halt machen (bei rechtlichen Fragen diesbezüglich würde ich mich auch zuvor mit der Schulleitung absprechen) - die Arbeit selbst kann und soll doch jedem wurscht sein...

    Danke für eure Beiträge und Antworten! Vielleicht noch von meiner Seite aus so viel: Es geht jetzt nicht um eine Klassenfahrt um der Klassenfahrt willen, sondern es handelt sich um eine schon traditionelle Studienreise nach Rom - d.h., das Ziel ist (auch aus didaktischen Gründen) nicht egal, sondern ist in den Unterricht eingebettet. Die Reise an sich ist auch schon seit September geplant (und auch "von oben" abgesegnet) und auch die "Kernelemente", sprich Fahrt, Unterkunft und Verpflegung sind schon fixiert (wenn auch noch bis Ende August kostenfrei stornierbar, sonst würde ich mich unter den gegebenen Umständen ohnedies nicht darauf einlassen). Es haben auch schon einige Eltern den Komplettbetrag überwiesen - d.h., zumindest einige möchten fahren und können (und wollen) es sich offenbar auch leisten; auch hat noch niemand wegen eines etwaigen Rücktritts mit mir Kontakt aufgenommen. Die Frage, die sich mir stellt, ist eher die: Um in Rom dorthin zu gelangen, wo ich hinwill, bedarf es einiger Planung - langwierige und mühsame Telephonate nach Italien (das heißt also: lange in der Warteschleife zu hängen, dann eine offenkundig schwer überlastete Mitarbeiterin am Telephon zu haben, die trotz der Bitte, langsam zu sprechen, immer schneller wird, um dann erst zu erfahren, daß sie momentan nichts tun könne und ich doch in zwei Wochen wieder anrufen solle) und einen regen e-mail - Verkehr eingeschlossen. Jetzt stellt sich mir halt die Frage, wie lange ich noch zuwarten soll - wenn alles wieder aufsperrt, und ich bin zu spät dran mit meinen Reservierungen (v.a. Dinge, wo man nicht so ohne weiteres hinkommt, wie den antiken Friedhof unter St. Peter, die Mosaike in S. Maria Maggiore oder auch die Galleria Borghese), dann ärgere ich mich - wenn ich jetzt Arbeit, Energie und Geld (diese Reservierungen sind natürlich alle kostenpflichtig) investiere, und es wird eh nichts, dann kann ich allen wieder absagen - und ob das Geld dann wieder komplett oder überhaupt zurückkommt, weiß ich auch nicht....

    Da ich selbst (immer noch - ich bin optimistisch!) eine Studienfahrt nach Rom im September plane, aber nicht recht weiß, wie sehr, bzw. ob überhaupt ich da jetzt Energie in die konkrete Planung stecken soll, zumal man ja nicht weiß, wann und unter welchen Umständen Reisen nach Italien überhaupt durchführbar sein werden, würde es mich sehr interessieren, ob vielleicht noch andere in einer ähnlichen Situation sind. Klar, alle Reisen in näherer Zukunft (also zumindest mal bis Juni) sind ohnedies hinfällig - allen, die schon konkret eine solche Reise geplant haben, wünsche ich, daß ihnen zumindest keine Kosten entstehen! - aber wie sieht es mit geplanten Studien- oder sonstigen Reisen im Herbst und Winter aus? Was sagen eure (also ich meine, die der Schüler) Eltern? Solche Fahrten bedürfen ja einer langen Vorlaufzeit und gerade jetzt sind viele (Schüler, Eltern, und Lehrer) recht verunsichert - da kann es durchaus Probleme für Reisen geben, die erst im Winter oder zu Beginn des neuen Kalenderjahres geplant sind. Was also macht ihr? (falls es euch betrifft) - Danke für eure Antworten!

    weil da mal die Rede auf Österreich gekommen ist:

    als ich studierte (schon mehr als 2 Dekaden her): Gymnasiallehrer studieren an der Universität; das "Lehramtsstudium" umfaßte damals ein "vollwertiges" Diplomstudium plus 1 Semester Pädagogik (also Mindeststudiendauer); man schloß mit dem akademischen Grad eines Magisters, bzw. nach zusätzlichem Doktoratsstudium mit dem Titel Doktor ab. Pflichtschullehrer (für Volks- und Hauptschule) hatten eine kürzere Ausbildung (ich glaube, 3 Jahre) am sog. pädagogischen Institut ab (kein universitäres Institut, sondern so eine Art Akademie); dann war man Diplompädagoge. Später hat man die pädagogischen Institute zu pädagogischen Hochschulen "upgegradet" - die Ausbildung war dann auch länger und die Absolventen konnten ebenfalls das Magisterium erwerben.

    Dann hat man begonnen, die meisten Studienlehrgänge auf das Bolognasystem umzustellen, und seit einigen Jahren ist auch die Lehrerausbildung anders: Alle Lehramtsstudenten müssen jetzt (auch) an der pädagogischen Hochschule lernen - davon verspricht man sich einen größeren Praxisbezug; wer an der Oberstufe des Gymnasiums unterrichten will, muß aber an der Universität den Titel eines Masters erwerben. Der Titel "Professor" für Gymnasiallehrer ist allerdings kein Amtstitel (wie der Universitätsprofessor), sondern eine Verwendungsbezeichnung (und übliche Anrede). Sie geht auf eine Entschließung Kaiser Franz Josephs von 1866 zurück - damit wurde die Berufsgruppe der Gymnasiallehrer aufgewertet, ohne daß dies in der Entlohnung wesentliche Verbesserungen brachte (allerdings waren damals durchaus nicht wenige Gymnasialprofessoren auch an der Universität tätig).

    Ich habe im Sommer Grönland (Wanderreise - samt Zwischenhalt in Kopenhagen) und dann Weißrußland geplant und auch schon gebucht (lange, bevor das Virus bei uns war, also schon im Winter). Ich selbst storniere gar nichts; wenn die Reisen nicht durchführbar sind, werden die Veranstalter die Reise absagen; ansonsten werde ich fahren. Viel problematischer sehe ich die Studienreise mit meinen Schülern nach Rom, die ich im September gepalnt habe - da momentan alles in Schwebe ist und Schüler und Eltern recht verunsichert sind, weiß ich auch nicht genau, was ich machen soll. Andererseits kann ich Fahrt und Unterkunft ohnedies noch zeitnah kostenfrei stornieren, und bis zum September ist noch Zeit - mal sehen, was sich bis dahin tut...

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß Telephonanrufe bei den Eltern mitunter Wunder wirken - glücklicherweise bin ich an einer Schule, wo die Mehrzahl der Eltern unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status am schulischen Fortkommen ihrer Sprösslinge durchaus interessiert sind. Die lieben Kleinen erzählen ja nicht nur uns, daß sie "eh alles gemacht" hätten, aber dann sei es halt nicht angekommen, oder der Hund habe ins Mobiltelephon gebissen (und deshalb habe die Technik nicht funktioniert), oder so etwas ähnliches - sie sagen ja auch den Eltern, daß sie schon alles für die Schule erledigt haben. Diese ganze Telephoniererei dem Klassenvorstand aufzubürden, ist halt schon viel - der Klassenvorstand hat ohnedies schon genug zu tun. Da kann ich ruhig selber mal zum Telephon greifen - die meisten Eltern sind durchaus dankbar, wenn sie hören, wie sich ihre Kinderlein in der Schule so machen...

    Wenn jetzt von "weiter oben" entschieden wird, daß man nach Möglichkeit nicht negativ beurteilen soll, dann kann (und muß ich im Grunde auch) anders Druck machen - nämlich, indem ich die Eltern kontaktiere....

    bei mir persönlich - und was ich so von der werten Kollegenschaft höre - allgemein an unserem Gymnasium funktioniert das mit dem "Fernunterricht" recht gut. Ich persönlich habe zunächst nur via e-mail - Austausch gearbeitet, bin aber sehr bald auf moodle umgestiegen, weil ich sonst den Überblick verloren hätte, zumal jeder aus verschiedenen Klassen verschiedene Arbeitsaufgaben zu verschiedenen Zeiten geschickt hatte. Die Arbeitsdisziplin der Schüler halte ich bei uns für recht gut; natürlich gibt es manche, die schleißiger arbeiten, und einen einzigen Knaben habe ich, der mir noch gar nichts geschickt hat und so auch nicht reagiert - das macht der sonst aber auch. Der schreibt seine Schularbeiten auf 3 und macht sonst nicht sehr viel - außer, man hetzt ihm direkt die Eltern auf den Hals, dann macht er vielleicht die nächsten ein, zwei Hausübungen. Problematisch ist es natürlich, daß "...nichts neues erarbeitet, sondern lediglich wiederholt und vertieft" werden soll, wie es bei uns heißt. Man kann natürlich schon etwas neues vorwegnehmen, sofern es in irgendeiner Weise auf dem Bekannten aufbaut (was bei Sprachen vermutlich einfacher geht als vielleicht woanders), aber den Lehrplan im Detail wird man so wohl nicht erfüllen können - das wird dann problematisch in den nächsten Jahren, denn dieser Stoff fehlt dann ja auch für die Matura...

    ich persönlich wäre gern nach Meißen und Freiberg gefahren (von Österreich aus) - und zur Verwandtschaft aufs Land - aufgrund der derzeitigen Situation spielt es das halt leider nicht. Ich kann nur hoffen, daß meine Sommerplanung nicht ins Wasser fällt...

    da bin ich ja heilfroh, daß ich in Österreich bin! Da gibt es solche Überlegungen nicht (zumal das Vertragsbedienstetengesetz und das Beamtengesetz weitgehend ident sind) - aber ich weiß von Freunden, die in der freien Wirtschaft tätig sind, daß Entlassungen, Kurzarbeit, und dementsprechend geringere Entlohnung leider nichts seltenes sind. Wir (und damit meine ich auch die werte Kollegenschaft in Deutschland) sind da ohnedies noch einigermaßen privilegiert (auch wenn -auch das ist mir bekannt - der durchschnittliche akademisch gebildete Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft normalerweise meist weit mehr verdient). Daß unser Arbeitsplatz sicher ist, ist in Zeiten wie diesen absolut nicht zu unterschätzen oder geringzuachten!

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