Studium berufsbegleitend

  • Hallo liebe Forenmitglieder,
    ich habe mich für Lehramt GS als Zweitstudium eingeschrieben, muß das Ganze aber irgendwie berufsbegleitend hinkriegen, da ich meine Familie mitfinanzieren muß. Nun meine Frage:
    Hat jemand von Euch sein GS-Lehramtstudium (ich bin ab Herbst an der LMU Immatrikuliert) mit sehr wenig Anwesenheit hingekriegt, sprich weitgehend autodidaktisch, was die Prüfungsvorbereitungen betrifft? Oder ist das mit dem modularisierten Studium gar nicht mehr möglich?
    Wie ist das mit Pflichtseminaren, muss man da anwesend sein? Kann man sich mit Attesten befreien lassen? Es ist immer etwas komisch, bei einer Studienberatung solche Fragen zu stellen...


    Mein Ziel ist, mit möglichst wenig Anwesenheit an der Uni das Staatsexamen zu schaffen... autodidaktisch Arbeiten kann ich gut, und ein Nachtmensch bin ich auch, und 3 Jahre Schlafdefizit werde ich hoffentlich schaffen, auch wenn es eine anstrengende Zeit wird.


    Hat jemand Ähnliches durchgezogen bzw. weiß Tipps, an welchen Unis dies am ehesten möglich wäre?


    Da ich bereits als Quereinsteigerin an der Grundschule arbeite (ewig befristet und unterbezahlt), weiß ich, dass dies die richtige Berufswahl für mich ist und sich der Aufwand lohnt. Nur wie gesagt, kann ich unmöglich täglich an die Uni fahren.


    Freue mich sehr über nützliche und kreative Kommentare!


    Kroko

  • Ich habe ein Magister- und ein Bachelorstudium hinter mir. Auch mir fehlt noch ein 1. Staatsexamen bzw. Master of Education, den ich aber nicht mehr machen werde.


    Mit einigen Deiner Fragen würde ich zu den Studienberatern Deiner Fächer gehen, besonders mit Fragen zur Anerkennung von Leistungen aus Deinem ersten Studium.


    Ansonsten ist eine Befreiung durch Atteste mit Sicherheit nicht möglich. Erstens liegt für ein ärztliches Attest kein Grund vor und selbst wenn Dich jemand für ein halbes Jahr arbeitsunfähig schreiben würde: Im Regelfall kannst Du keinen einzigen Credit Point machen, wenn Du nicht regelmäßig an der entsprechenden Veranstaltung teilgenommen hast. Und arbeiten gehen könntest Du dann ja auch nicht. Eventuell könnte etwas über individuelle Absprachen mit den Dozenten gehen, aber das ist eigentlich eher in Einzelfällen üblich. Dass jemand bei mehreren Dozenten in mehreren aufeinanderfolgenden Semestern Erleichterungen geschenkt bekommt oder auch statt Anwesenheit Mehrarbeit für zu Hause bekommt, habe ich noch nicht erlebt.


    EDIT: Ich hab´ mittlerweile gesehen, dass man in Bayern sieben Semester Lehramt Grundschule studiert. Wenn das tatsächlich für´s Referendariat reichen sollte, fände ich das zwar insgesamt nicht so doll, aber für Dich wäre es natürlich von Vorteil. Fehlt noch die Info: Was kannst Du Dir aus Deinem ersten Studium anerkennen lassen?

    Einmal editiert, zuletzt von Th0r5ten ()

  • Hallo Thorsten,
    danke für deinen Kommentar, leider wird mir aus meinem ersten Studium nichts anerkannt, da sich die Inhalte nicht decken.
    Ich hab Gartenbauwissenschaften studiert und war in der Entwicklungshilfe tätig.


    Nochmal die Frage:
    Hat jemand "berufsbegleitend" GS Lehramt studiert?


    Grüße aus dem tiefen Bayern,
    Kroko

  • Hallo Thorsten,
    Nochmal die Frage:
    Hat jemand "berufsbegleitend" GS Lehramt studiert?


    Nicht Grundschullehramt, aber ich habe viele Jahre lang neben dem Studium gejobbt - gut, das haben viele -, aber auch ein Jahr lang wie Du auf einer Vertretungsstelle unterrichtet. Bei mir waren das 15 Stunden mit relativ wenig Vorbereitungs- und fast ohne Korrekturaufwand. Dennoch muss ich sagen, dass ein Studium eigentlich nicht in der Regelstudienzeit zu schaffen sein kann, wenn man mehr als einen vollen Tag tagsüber arbeitet. Bei mir ging das ganz gut, weil ich in der Endphase meines Studiums war und daher ganz gut machen konnte, was Du vorhast: Autodidaktisch arbeiten, nachts arbeiten, mit wenig Präsenz an der Uni. Wenn Dein Studium "Lehramt Grundschule" aber ähnlich modularisiert ist wie mein Bachelorstudium, dann wird da i. d. R. schon mehr Präsenz vorgesehen sein, als es früher vielleicht war (früher heißt bei mir: während eines Magisterstudiums ab 2002): Veranstaltung A ist eine Pflichtveranstaltung, findet aber immer montags morgens statt. Da musst Du aber vielleicht auch immer arbeiten ... Immer wieder mal musst Du Veranstaltung A besucht haben, um zu Veranstaltung B zugelassen zu werden. Schon hast Du zwei Probleme ...


    Bei Deinen Voraussetzungen würde ich das Ganze zwar angehen, aber nicht mit dem Vorhaben, das Studium unter (!) Regelstudienzeit durchzuziehen. Wenn Du einen Tag in der Schule arbeitest, plane mit acht Semestern. Wenn es zwei Tage sind, mit zehn Semestern. Wenn es mehr als zwei Tage sind, lass' das Ganze besser sein, bevor Du am Ende in der Höchststudiendauer nicht fertig wirst.

  • Ist ja schon mal ein nützlicher Einblick....
    danke für deine Antwort, ich hätte zwar gern was anderes gehört, aber klingt irgendwie logisch...
    LG, Kroko

  • Warum ziehst du nicht direkt ein Teilzeitstudium in Betracht? Das dauert natürlich länger, aber das ist darauf ausgerichtet berufsbegleitend zu studieren.Oder existiert diese Möglichkeit nicht an der Uni deiner Wahl?


    Lg

  • teilzeitstudium oder -ref gibt's in bayern meines wissens nicht. kann mich aber irren.


    was das studium angeht: wenn du fachlich gut bist, dann stellen die tatsächlichen akademischen anforderungen gar kein problem dar. schwierig wird es mit der anwesenheitspflicht. als reguläre studentin musst du anwesend sein, d.h. du darfst in seminaren nur max. 2x fehlen. atteste ändern daran gar nichts, krankheit ist hier mit eingeschlossen. vielleicht lässt der ein oder andere dozent mit sich reden. allerdings ist es so, dass man sehr viele kleinkinder, sterbende großmütter, schwangere hamster und angefahrene katzen präsentiert bekommt, zusammen mit einer vielzahl teils recht lustiger atteste, wenn man an der uni lehrt ("ich habe hier ein attest wegen meiner redeangst. ich kann nicht vor gruppen vortragen. ich brauche also einen alternativen leistungsnachweis, kein referat." - kecks: "???? was studieren sie gleich nochmal?" - "lehramt vertieft". kein witz, echt passiert.) deine dozenten werden also erstmal skeptisch reagieren. am ehesten klappt es vielleicht über vitamin b - wenn der dozent dich und deine situation (erstudium erledigt, bereits im schuldienst aktiv, kleine kinder usw.) kennt, dann ist er/sie u.u. bereit, auch ohne ständige anwesenheit deine credit points freizugeben, wenn du die leistungsnachweise erbringst oder wenigstens ab und an mal da bist. versuchen kann man's. allzuviele hoffnungen würde ich mir aber nicht machen.


    ich habe selbst das 1. staatsexamen neben dem schuldienst (teils bis zu 20 stunden) nachgemacht - es geht schon, auch bei anwesenheitspflicht, ist aber recht stressig. und ich hatte keine kinder. der stundenplaner (oder wer an der gs eben den stundenplan bastelt) wird dich nicht eben lieben, kann dir aber meist schon einen tag frei schaufeln, wenn es sein muss. das ist dann eben der uni-tag, zusammen mit vielen langen tagen mit 8-10 uni, 10-15 schule, 18-20 uni und dergleichen freuden mehr.

  • "ich habe hier ein attest wegen meiner redeangst. ich kann nicht vor gruppen vortragen. ich brauche also einen alternativen leistungsnachweis, kein referat." - kecks: "???? was studieren sie gleich nochmal?" - "lehramt vertieft". kein witz, echt passiert.


    Logophobie ist ein ernst zu nehmendes Störungsbild. Wo liegt das Problem? Sollen Menschen mit Behinderung nicht Lehrer werden dürfen?

  • ja nun, wenn ich angst davor habe, vor gruppen zu sprechen, dann dürfte lehrer ein eher ungeeigneter beruf sein? unterrichten hat ja dann doch eher sehr viel bis ganz viel mit dem reden vor und mit gruppen zu tun... natürlich kann man es trotzdem versuchen. kurios ist es dann aber doch. ist "logophobie" eine behinderung wie eine querschnittslähmung oder blindheit? da kennst du dich vermutlich besser aus. außerdem gibt es sicherlich behinderungen, die eine ausübung des lehrerberufs unmöglich machen, ja. das hat rein gar nichts mit "dürfen" zu tun, sondern mit realitäten. bestimmte berufe stellen bestimmte anforderungen. wer diese nicht erfüllen kann, weil er z.b. panikattaken bei dem gedanken hat, vor anderen leuten etwas sagen zu müssen, wird wohl die anforderungen eher nicht erfüllen und muss sich dann leider einen anderen beruf suchen. ich kann ja auch sagen, ich habe pathologische flugangst, möchte aber unbedingt pilot werden, aber realistisch ist was anderes.

    Einmal editiert, zuletzt von kecks ()

  • Hallo Kroko,


    ich fange im WS auch mit dem Lehramtsstudium an. Zwar nicht berufsbegleitend, weil ich schwanger bin, aber unsere Tochter kommt im Dezember zur Welt, mitten im Semester. Das dürfte ähnlich schwierig werden, ganz abgesehen von der Zeit nach dem Elterngeld, dann werde auch ich wieder gezwungen sein zu arbeiten (ist auch mein zweites Studium).


    Im Moment schaue ich ganz positiv in die Zukunft, hatte Gelegenheit mit einigen Leuten zu sprechen, deren Lebensumstände ähnlich waren/sind. Bisher wurde mir immer gesagt, dass die Dozenten in der Regel bemüht sind, Menschen mit besonderen Familiensituationen oder Anforderungen zu helfen und ihnen entgegen zu kommen. Sprich, wenn Du nur Montags kannst und das Seminar zur Vorlseung aber fünf Mal in der Woche angeboten wird, dann lässt man durchaus mit sich reden, das die der Platz Montags sicher ist. Das entbindet natürlich nicht von der Leistungspflicht. Ich denke bei ANwesenheitspflicht ist aber ganz sicher etwas mehr Spielraum angesagt. Liegt aber bestimmt auch immer am Dozenten...


    Wir müssen es einfach versuchen... Wenn man weiß wofür man das Ganze macht, dann lohnt sich ja auch der Aufwand dahinter, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert als bei gewöhnlichen Studenten...


    Ich drücke dir die Daumen, dass alles für dich klappt!

  • Hm... warum gehst Du nicht den Weg über das Lehramt Gartenbau? Dazu brauchst Du einen Master of Science, in Niedersachsen zwei Jahre Berufserfahrung nach dem M.Sc. (oder Diplom (Univ.)). Unterrichtsfach ist derzeit Biologie. Die pädagogische Qualifizierung läuft im Referendariat.
    Wir haben ab Mai wieder einen GaLa-Bauer als Ref. Gesucht werden diese (und auch für Umweltbildung - da waren bei uns in der Gegend erst kürzlich drei Abordnungsstellen á fünf Stunden ausgeschrieben).

    Bei "selbst schuld" wird nicht gepustet!

Werbung