Orientierungsarbeit als Probe??

  • Hallo!


    Heute hab ich mal eine Frage als Mutter: Die Lehrerin meines Sohnes (3. Klasse) hat kürzlich eine Leseprobe geschrieben, bei der der Schnitt derart schlecht ist, dass die Eltern eine Telefonkette gestartet haben und den Elternbeirat aktiviert haben, weil sie alle ziemlich sauer sind. (Das war auch nicht das erste Mal, dass an der Schule - trotz gut situierter Wohngegend und geringem Ausländeranteil - Proben mit einem Schnitt knapp unter 4 rauskommen.)


    Ich dachte mir die ganze Zeit: "Die Probe kennste doch..." - und siehe da - ich wurde fündig. Die Lehrerin hat sich das Leben mal wieder etwas erleichtert und einfach die Orientierungsarbeit vom letzten Jahr hergenommen. Hat nur den Kopf geändert.
    Zur "Probe" hat sie noch gesagt, dass vielleicht auch zwei Möglichkeiten zum Ankreuzen richtig sind - in Wirklichkeit gibt es natürlich nur immer eine, aber viele Kinder sind drauf "reingefallen" und auch deswegen ist der Schnitt so schlecht. Die Lehrerin möchte die Probe auf alle Fälle gelten lassen.


    Nun meine Fragen: Darf man eine Orientierungsarbeit als Probe schreiben? Wie findet ihr das Verhalten der Lehrerin?


    Lieben Gruß,
    gudsek

  • Dass man die Orientierungsarbeit in dem Jahr, in dem sie als "solche" geschrieben wird, nicht gewertet werden darf, weißt du sicher selber.


    Ob man es ein Jahr später "darf" - nun dürfen wird man es wohl schon dürfen :)


    ABER: die Orientierungsarbeiten werden a) erst später im Jahr geschrieben und b) sind so angelegt, dass sie einen hohen Schwierigkeitsgrad haben. Ich kenne diese Arbeit auch und finde sie recht anspruchsvoll.


    Deshalb ist es wohl nicht angebracht, sie als "normale" Probe zu werten (allerdings wird es nicht verboten sein....)


    Das Verhalten finde ich nicht ok und würde auf jeden Fall mit der Lehrerin sprechen.


    Petra

  • Ich bin mit Töchterchen die VERA-Aufgaben der letzen beiden Jahre schon durchgegangen.
    Also das wäre wirklich nett, wenn ihre Lehrerin diesen Weg auch gehen würde.


    - Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

  • Danke, Petra!


    An die anderen:
    Der thread heißt "Eltern fragen LEHRER". Ich bin Ref. aber auch Mutter, und würde gerne die Meinung von Lehrern zu dem Thema hören (dafür werde ich wohl meine Gründe haben), sonst hätte ich nämlich auch eine Umfrage hier im Haus starten können. Danke.


    gudsek

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Gudsek,
    zum Gebrauch von Orientierungsarbeiten kann ich jetzt leider gar nichts sagen, ich weiß nur, (und finde es auch okay), dass Arbeiten aus den Vorjahren wieder als Tests "verwurstet" werden. (Man ist ja als Lehrer dankbar für vorhandenes Material und will das Rad nicht jedes Mal neu erfinden.)
    Nicht okay finde ich allerdings die Bemerkung der Lehrerin. In der Grundschule vertraut man der Lehrerin doch und geht davon aus, dass sie einem Tipps geben will, nicht aufs Glatteis führen.
    Ich würde auch auf jeden Fall das Gespräch mit der Lehrerin suchen, aber auch fragen: "Woran liegt es denn Ihrer Meinung nach?"
    Wenn die Lehrerin dann über die Unwissenheit/Faulheit usw. der Kinder jammert, kann man sie ja vorsichtig darauf hinweisen, dass sie die Kinder in ihrem Unterricht mehr auf die Tests vorbereiten sollte.
    Denn solche Schnitte finde ich für die Grundschule auch wirklich heftig!
    Lg, Hermine

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Zitat

    Die Lehrerin hat sich das Leben mal wieder etwas erleichtert und einfach die Orientierungsarbeit vom letzten Jahr hergenommen


    Nun, das ist zunächst einmal eine heftige Unterstellung in Sachen Motiv. Ein anderer plausibler Grund hierfür wäre, eine Arbeit nach den allgemeinen Ansprüchen des Bundeslandes zu schreiben. Ich kann nicht beurteilen, welchen Grund die Kollegin gehabt hat. Es ist möglich, dass es der von dir oder mir genannte war - weitere Gründe sind denkbar. Es erscheint mir daher schon unangemessen, eine solche Unterstellung - gleich auch öffentlich - vorzunehmen.


    Gruß,
    Remus

    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen - HEnRy vAn dyKe

  • Soviel ich weiß, können Lehrer die Arbeiten frei gestalten. Und eben auch schon vorhandene Materialien übernehmen. Ob eine Arbeit gewertet werden darf, wenn sie schlecht ausfällt, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Da müsste man gezielt nachsehen.


    Grüße Enja

Werbung